Und so weiter. TW

Dienstag vor einer Woche, wir standen in der Küche, plötzlich Schmerzen zwischen den Beinen. Wir konnten nicht laufen,nur breitbeinig. Wir gingen aufs Klo, flumm ufz… Vulva vollkommen geschwollen unnatürlich riesig. Und Schmerzen. An Gedanken und Gefühle in dem Moment kann ich mich nachträglich nicht mehr erinnern. Wir haben aber Fotos gemacht. Kligt schräg, sorry. Aber wir hätten es selbst nicht geglaubt, wenn wir es nicht fotografiert hätten. Nächster Tag, da wir einfach schlafem gingen. Blackout von Tag davor. Ich denke wir waren nocj arbeiten. Faktisch müssen wir dort gewesen sein, ja. Immer noch Schmerzen. Leicht brennend innen. Vaginal, mein ich. Außen immer noch geschwollen. Wir gehen aufs Klo, wischen ab, rosa. Blut. Da kam einfach Blut raus. Nicht wie Periodenblut. Sondern als hätte man irgendwas aufgeschraubt, einen wasser-blutroten-Tropfen fließen lassen und wieder ausgestellt. In Panik schrieben wir Frau Blume. Es muss was passiert sein. Nichtbwissen was tun. Ärzte glauben sowieso kein Wort. „Blödes Gör“. Sie rief an, sie sagte, sie kenne eine Gyn von einem Fachtag die auch DIS Patienten behandelt. Zwei Stunde später telefonierten wir mit ihr, sie war leider schon im Urlaub, wir kamen iwie auch ziemlich spät auf die Idee darüber zu reden. Obwohl, nein Quatsch… Mittwochabend. Egal. Sie schickte uns ne Mail mit Rezepten. Ach ja brim Telefonieren fragte sie nach der Pille. Wir erklärten, dass wir sie nehmen. Regelmäßig. So gut wie. Nur einmal bisher vergessen. Wit öffnen die Pillenschablone und sagen mitten im satz plötzlich „Oh“. Pille am Dienstag noch drinnen. Hat wohl jemand doch vergessen. Das 2. Mal. Keine Ahnung. An unserem Geburtstag (23.12.) Haben wir Cia und Belinda gesehen, haben bei Cia geschlafen, es war super schön und witzih und wir haben auch eine kleine bescherung gemacht. Vom 25. Auf 26. Schliefen wir bei Chleo. Alles dazwischen, keine Erinnerungen. Als würden wir nur vin einem besuch von freunden zu den nächsten hüpfen und irgendwie fühlen wir uns durchzecht und haben jegliches Zeitgefühl verloren. Am 24. Dachte ich, dass wir eine Beschetung bei meinem cousing machen. Abrr vom 24. Und 25. Sind keinerleie aktivitäten auf unserem handy. Keime Fotos, keine Videos. Dabei haben wir sonst immer fotos und videos gemcht. Bzw machen wir das so oder so immer. Heute liegen wir wiede bei Cia zuhausd auf der Couch. Gestern Mittag waren wit noch bei chleos mama zum mittagessen eingeladen. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern wie wir uns von Chleo verabschiedet haben, obwohl ich noch weiss wie wir die tür geschlossen also uns vin ihrwr mum verabschiedet haben. Ala nächstes lieg ich bei meinen eltern in meinem alten kinderzimmer im bett am nächsten Tag in drr früh, weil ich merke, irgendwas läuft in die unterhose. Ich sprunge auf, ins Bad. Bluuut. Aber so viel blut. Verdammt. Gedanken und geüfhle in dem moment weiss ich nicjt mehr. Einfach geduscht, umgezogen, mit Jimmy raus. Und wieder ab da keine erinnerungen, nicht mal wie wir überhaupt das haus verlassen, nut wie wir in dem park sind und wir in hundescheisse treten. 😑 wieso treten eig die hundebesitzer die ihre hundescheisse IMMER aufheben immer in fremde hundescheisse? Karma ist bullshir. Existiert nicht. Egal, mehr erinnerungen gibts nicht. Als löchstes ist es dunkel,wir unterwegs zur teststation und eben auf dem weg zu cia wo wit nun eben sind. Wtf was für ein Chaos und wir fühlen uns echt als hätten wir gar keinen utlaub. Tf.

Aktuelles im Alltag (K)

Die Beziehungspause mit Severin läuft eigentlich ganz gut. Es hat kaum eine ganze Woche gebraucht, damit wir uns damit irgendwie arrangieren können und wir merken, dass es irgendwie nicht schlimm ist. Vielleicht kann es aber auch daran liegen, dass wir unsere Fühler wieder mehr in unser eigenes System einziehen und dann die Emotionen derer, die sich so sehr verliebt haben, nicht in unserem eigenen System wirklich spüren. Was nicht heißt, dass ich Severin als Partner nicht auch vermissen würde, denn gerade über mich freut(e) er sich immer, wenn ich im Außen war. Er weiß natürlich nicht genau wer ich bin, aber er merkt immer Unterschiede zwischen „Keinstein“ und „Einstein“. Wobei er nicht weiß, dass es sich hierbei eher um „Einsteine“ und „Keinsteine“ handelt, weil wir nie komplett alleine sind und es besonders für Außenmenschen nie klar oder ersichtlich ist, dass sie es mit unterschiedlichen Systemen zu tun haben. Wobei Mona und einige andere Leute behaupten, je nach Systemen eine andere Energie/Ausstrahlung bei uns zu spüren.

Gestern war unser Kollege zu Besuch. Da war hauptsächlich Sofie und dann zwischendurch sogar Mika aus dem 1. System im Außen… als Mika getriggert wurde, habe ich die Konversationen nicht mehr ganz verfolgen können… ich meine aber, dass Mika ihm erklärt hat, welche Meditationen wir damals immer gemacht haben… ich habe eigentlich nur aufgeschnappt… dass es um die Blickrichtung oder so etwas ging. Also die Augen weder nach oben, noch nach unten zu richten, um weder Demut noch Überlegenheit auszudrücken, sondern auf Augenhöhe mit wasauchimmer. Ich kenne mich mit spirituellen Sachen kein bisschen aus und aus irgendeinem Grund habe ich dagegen auch eine leichte Abneigung/kann es nicht besonders ernst nehmen, aber ich denke es ging irgendwie darum, dass man bei Meditationen nicht das Gefühl haben soll, eine „höhere Macht“ würde das beeinflussen und deshalb keine Demut zu zeigen, sondern dass das alles von einem selbst heraus kommt oder so etwas. Oh Gott, ich bin darin so schlecht und irgendwie nervt es mich, darüber zu schreiben… :p Dann ging es aber wieder eher um psychische Themen und wir gestanden ihm, dass wir schon einmal eine Psychose hatten. Wir erzählten ihm von der Erfahrung als wir aus der Arbeit kamen, einen Schuss hörten und dann Jimmy getroffen wurde und wir völlig aufgelöst mit dem blutenden Jimmy auf dem Arm im Betreuerbüro ankamen, wo wir dann plötzlich klar wurden und merkten, dass wir Jimmy gar nicht dabei hatten und wir uns das alles nur eingebildet hatten. Es war irgendwie erstaunlich angenehm mit ihm darüber zu reden. Er wirkte kein bisschen, als würde er das werten etc., aber ich habe gemerkt, dass mich} dieses Thema noch kein bisschen kaltlässt… innerlich war ich stark am zittern, als wäre ein Erdbeben in meiner Brust und mir war ganz unwohl bei der Erinnerung daran und ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass diese Schüsse und die Probe-Alarme an den Wochenenden irgendein Trigger sind, weil ich} besonders bei den Probe-Alarmen immer einen Erinnerungs-Fetzen sehe. Das kombiniert sich mit dem Erlebnis von Lämmchen, (bzw. ja uns als Ganzes, aber sie hat es emotional erlebt), wie wir 24 Stunden an so ein Seil gehangen wurden und wir uns nicht bewegen durften, sonst hätten wir uns selbst erhängt … und damit verbunden taucht dann eine Erinnerung von einer Umgebung auf und ich schätze, dass dort, wo wir… solche… „Aufgaben“ oder „Spiele“ (so nennt das Lämmchen zumindest und ehrlich gesagt ist das auch das einzige Wort, dass ich ohne ein unangenehmes Gefühl dabei schreiben/denken/sagen kann), machen mussten, auch in der Nähe ein Alarm gewesen sein muss. Ich habe keine Ahnung, wo diese Alarme entstehen. Ob das ein ganzes Gebäude oder nur irgend ein Schalter/Mast etc. ist… aber irgendwas triggert dieses Geräusch ganz intensiv aus. Ich erinnere mich, als wir 2018 hierher gekommen sind und das erste Mal diesen Alarm im Wald gehört haben, haben wir wie ein Tier reagiert. Da war kein rationaler Gedanke mehr da, sondern einfach nur Todesangst. Wir haben uns quasi auf den feuchten Waldboden geworfen, uns die Ohren zugehalten, die Augen zugekniffen und das Gefühl gehabt, wir müssten unsichtbar werden, sonst sterben wir. Es hat ca. 1,5 Jahre gedauert, bis wir diese Reflex-Handlung unter Kontrolle hatten. Hin und wieder zieht es uns dann immer noch in die Knie (hier kann ich aber nur für unser System sprechen), und ich} fühle mich wie erstarrt, aber kognitiv und rational wissen wir mittlerweile, es wird nichts passieren.

Jetzt musste ich kurz noch mal nachlesen, wie ich überhaupt auf dieses Thema gekommen bin.

Wie auch immer. Das Treffen mit dem Kollegen war gestern echt angenehm, aber gegen abend habe ich gespürt, dass immer mehr die Kinder gedrängt haben und ich merkte eine innere Ungeduld und Unruhe, weshalb ich ihn dann bat, ihn zum Zug begleiten zu dürfen. An den Rest des Abends erinnere ich mich nicht mehr genau. Ich weiß noch, dass ich ein paar Sodokus Lösen wollte, aber zwischendrinnen waren glaube ich wieder für eine Weile ein paar Jüngere im Außen. Das war auch völlig okay so.

Die Arbeit läuft soweit gut. Am Mittwoch letzte Woche fragte Billy uns, wie es uns mit den langen Arbeitstagen (die bis 17 Uhr gehen) denn ginge. Dazu meinte ich, dass ich denke, dass uns das ganz normal belastet. Wir sind zwar ab 16 Uhr sehr erschöpft und freuen uns auf den Feierabend und haben dann Zuhause absolut auf gar keine Verantwortung mehr Lust und Kraft, aber dass es eine positive Erschöpfung ist und uns die Arbeit im Direktorat Spaß macht. Besonders weil Sofie ein Auge auf einen Mitarbeiter dort im Gebäude geworfen. Da halte ich mich raus. Mia und mir macht besonders die Arbeit mit Billy Spaß. Ich schätze, wir lieben sie einfach. Wir fühlen uns dadurch ein bisschen in unsere Ausbildungszeit zurück versetzt, als wir noch mit Gleichaltrigen zeit verbringen konnten. Billy ist zwar ca. zwanzig Jahre älter, aber sie wirkt nicht so und wir lachen super viel mit ihr und, ach sie ist einfach so furchtbar toll unkompliziert. Außerdem ist sie ja nicht nur eine Kollegin sondern irgendwie auch eine Freundin. Wir können uns ja immer an sie wenden mit unseren Sorgen und egal was sie schreibt, es muntert uns immer ein wenig auf oder gibt Trost. Besonders als sich jemand letzte Woche im tiefsten Liebeskummer an sie gewendet hat wegen der Beziehungspause und ihr schrieb, wie bescheuert wir uns fühlen und uns sogar einen Liebeskummer-Film angesehen hätten… schrieb sie eigentlich mitunter, dass sie sich bei Liebeskummer auch wie ein Teenie fühlt uns das hat uns weniger bescheuert fühlen lassen. Unter anderem auch, dass Frau Blume uns von ihrem Liebeskummer erzählt hat und sie da ähnlich empfunden hat. Dadurch konnten wir aufhören uns zu verurteilen.

Mehr zu arbeiten können wir uns aktuell nicht vorstellen. So wie es ist, ist es aktuell genau richtig. Zwei Tage lang, zwei Tage halblang, einen Tag frei. Das ist genau das Pensum, das wir schaffen können und aushalten. Und uns irgendwie sogar fordert.

Eigentlich haben wir ab morgen schon Urlaub, aber wir wollen am Vormittag unbedingt zu einem Meeting, bei dem das Corporate Design besprochen wird. Ich hätte nie gedacht, dass ich} mal freiwillig in meinem Urlaub in die Arbeit gehe!

Können wir einfach bleiben wie wir sind? (K)

Seit einigen Tagen merke ich}, dass es immer schwerer wird mit Toni zusammenzuleben ohne dass es von unserem Vielesein weiß. Aktuell ist es gerade bei uns so wie ganz zu Anfang unserer Diagnose. Alles fühlt sich heimelig, sicherer und wohler an, sich nicht mit xy anderen Systemen zu beschäftigen, nicht ständig in Kontakt gehen zu müssen, sondern einfach in der Klarheit zu sein, dass wir einfach nur für unser System verantwortlich sind/sein können, um uns nicht zu überfordern. Ich weiß, dass Frau Blume alles daran liegt, dass wir uns unbedingt systemübergreifend vernetzen sollen oder dass wir einen Stellvertreter für jede Ebene finden, aber ich fürchte, dass uns das mehr Kraft kostet und mehr Verwirrung und Chaos in unser Innenleben bringt, als wir haben und gerade benötigen können. Es ist schwer zu erklären, aber sich so intensiv mit Innenkontakt und systemübergreifendem Austausch zu befassen, fühlt sich phasenweise an, als würde man sich in eine Psychose verrennen und dort unter keinen Umständen mehr herauskommen. Es erzielt irgendwie eher das Gegenteil vom gewünschten Effekt… viel mehr beschäftigen wir uns dann nur noch damit, wer wie was sagen kann oder wer wie was gesagt hat oder getan hat/haben könnte und das verfängt sich in einer Endlosschleife von Befragungen wozu uns die Energie und vor allem Zeit und ich fürchte sogar unsere psychische Stabilität fehlt.

So wie wir hier sind, Mia, Marie, Lou, Max, Sofie, Chiara usw. … das ist das was sich für uns wie Familie und Sicherheit und Überblick und Kontrolle anfühlt. Es klingt vielleicht paradox, wenn man Zeitsprünge und Erinnerungslücken hat, aber es fühlt sich wirklich mehr nach Kontrolle an, das so laufen zu lassen, als sich dann in Fragereien zu verrennen wie, wer könnte statt Max und Lou ins Gespräch mit xy gehen, der Zugang zu allen Systemen hat? Ja ja, wir wissen das Jola dafür die beliebteste Person ist von den meisten Außenmenschen/von Helfern. Und es ist vielleicht faktisch auch wahr, dass es das für sie übersichtlicher macht, aber in uns drinnen ist das dann das reinste Chaos. Ganz unabhängig davon, dass Jola sich überfordert fühlt… ich würde nicht gerne in ihrer Position sein mit 100+ Personen gleichzeitig kommunizieren zu können/müssen und dann von 100 Personen, die jeweils vielleicht 20 Themen haben sich dann zu entscheiden welches das Relevanteste ist, sich vielleicht sogar wie ein schlechter Richter fühlen, weil die einen oder anderen überhört werden oder, oder. Ich hatte ja selbst schon versucht systemübergreifend Kontakte herzustellen und natürlich funktioniert das, aber ich fürchte einfach, dass ein menschliches Gehirn nicht dafür geschaffen ist, so zersplitterte oder unverbundene Synapsen kognitiv zusammenführen zu wollen. Es klappt einfach nicht. Wie gesagt, wir (mein System und ich) fühlen uns dadurch irgendwann bedroht, uns total in dieser systemübergreifenden Innenkommunikation zu verlieren und überhaupt keinen Zugang mehr zur Realität zu finden. Ganz zu schweige davon, dass wir nicht die geringste Energie, Nerven oder Kraft dafür haben, nach so einem Kontaktversuch mit anderen Menschen zusätzlich in Kontakt zu treten. Wir werden zu unleidlichen Wesen, die von jeder Kleinigkeit gereizt werden.

Aktuell fühlen wir uns so, als würden wir wieder 15 Schritte zurückgehen wollen. Zurück zur Anfangszeit, wo einfach nur jedes System für sich selbst verantwortlich ist/war. Uns fehlt das Gefühl vom vertrauten Umgang miteinander, von den routinierten Abläufen. Als am Freitag Toni von der Arbeit nach Hause kam und wir uns auf die Couch gesetzt haben und ich einen Playmobil-Adventskalender entdeckt habe, war ich gleichermaßen nervös und fröhlich über die Entdeckung, dass unsere Kinder sich wieder sicher fühlen, um sich ihre Zeit einfach ohne Absprache zu nehmen. Nervös war ich hingegen wegen Toni. Ich wusste nicht wie ich es erklären soll und habe mir eine total blöde Lüge ausgedacht. Ich hätte diesen Adventskalender im Angebot gekauft, um die Spielsachen davon rauszunehmen, zusammenzubauen und dann an Weihnachten einem nicht existierenden Mädchen aus unserer realen Familie zu schenken, so hätten wir Geld gespart. Schwieriger war es, als dann zwei Tage später ein neues Playmobil Set aufgebaut und mitten im Wohnzimmer stand und es nicht zu leugnen war, dass damit gespielt wurde. Dazu meinte ich dann, dass das auch ein Weihnachtsgeschenk wäre und ich das schon im Vornerein aufgebaut hatte, weil die Sechsjährige sowieso in unserer Familie das ja noch nicht kann und die Eltern davon genervt sind.

Später im Bett sind wir in uns gegangen und durch Lou habe ich erfahren, dass Lämmchen in den letzten Tagen aktiv war. Lou und Max waren im Müller. Sie hätten mitbekommen, dass wir Müllbeutel kaufen wollten. Ich kann mich an einen Müller-Einkauf nicht erinnern, war aber irgendwie froh darüber, dass die beiden dafür die Verantwortung übernehmen wollten, wenn sie sich schon Außenzeit nehmen. Allerdings sind sie dann statt mit einem Müllbeutel mit einem neuen Kartenspiel, zwei Playmobil-Sets (für Lämmchen, die mit den beiden aktuell wohl öfter im Co-Bewusstsein ist) und ein Puzzle gekauft. Der Müllbeutel wurde vergessen… seufz… Okay, ja. Klar tauchen dann solche Alltagsprobleme vielleicht häufiger auf, als wenn wir uns für eine einzige Erwachsene Stellvertreterin für gefühlt 1.000.000 Anteile entscheiden. Aber ganz ehrlich: Das sind doch keine dramatischen Weltuntergänge, sondern simple kleine Alltagsfehler, die kaum auffallen. Wenn wir anfangen würden uns in Schulden zu reiten, weil die Kinder vielleicht einen Haufen Geld unkontrolliert ausgeben, wäre das natürlich ein Problem. Aber dann wäre es emotional betrachtet eine viel angenehmere Lösung, Taschengeld für Innenkinder wegzulegen, wovon sie sich bedienen können wie sie möchten, anstatt eine stellvertretende Erwachsene für sie Handeln zu lassen, die gereizt, erschöpft und weniger glücklich ist, weil diese Anforderungen einfach zu viel ist.

Ich weiß nicht, ob wir bereit sind dieses Therapieziel mitzumachen und ich weiß nicht, in wie weit Frau Blume dann mit uns arbeiten möchte. Es mag sein, dass es das für Helfer schwieriger macht, aber für uns ist es eindeutig emotional erfolgreicher.

Menschlich sein (Kim)

Es ist verdammt viel passiert. Falls Mo mit ins Co hüpft und es zum Ende hin wieder chaotisch wird, entschuldige ich mich schon einmal im Voraus. Btw habe ich sogar aktuell Kontakt zu Kara. Das ist nicht so normal, eigentlich überhaupt nicht. Aber interessant und irgendwie vermutlich grad eben auch notwendig. Whatever. (Mist, ich spür Mo jetzt schon haha :D) Egal. Am Wochenende waren wir bei Severin… und wir haben uns am Samstag darauf geeinigt eine Beziehungspause einzulegen. Die ging aber von ihm aus. Vermutlich seid ihr genauso überrascht wie ich, nachdem wir ja sogar über eine Trennung nachgedacht haben, aber wie gesagt, wie lieben ihn und wären für eine Trennung nicht bereit gewesen, trotz allem. Dass der Vorschlag einer Pause von ihm aus kam, hat uns kein bisschen überrascht. Die Gespräche waren erstaunlich gut und wir haben uns wirklich befreit gefühlt, endlich offen mit ihm reden zu können und dummerweise hat es uns auch wieder etwas nahbarer gemacht. Besser wäre es für eine Pause eher, wenn man sich kurz davor nicht plötzlich wieder öffnen kann, aber so war es jetzt nun einmal. Erst waren wir über seinen Vorschlag kein bisschen begeistert. Eher sogar total abgeneigt und wir waren wirklich kurz davor zu sagen, dass wir es dann lieber komplett beenden, weil Pausen statistisch gesehen danach zu 54% nur noch auf eine kurze Dauer halten, aber nicht mehr wirklich zusammenführen. Nur 18 % der Beziehungspausen haben danach gehalten. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/983919/umfrage/umfrage-unter-singles-zum-einfluss-von-beziehungspausen-auf-partnerschaften/)

Witzig, dass wir dazu sogar noch eine Studie hatten. Naja, jedenfalls war Severin schon sehr einfühlsam. Damit hat er uns schon am Vortag überrascht, als wir einen Mental Breakdown wegen einem Thema hatten und wirklich richtig geheult haben. Er hat uns in den Arm genommen. Genauso wie als wir über die Beziehungspause gesprochen haben. Wir waren wirklich sehr ehrlich, haben ihm gesagt, dass wir zwar so wie es läuft auch nicht zufrieden sind, aber wir ihn aus irgendeinem Grund nicht verlieren wollen und deshalb für eine Trennung nicht bereit wären. Auch da haben wir geweint. Natürlich. Es sind ja immerhin unsererseits noch tiefe Gefühle im Spiel und das nicht nur, weil er phasenweise eine echt extreme Geborgenheit in uns auslöst. Auf jeden Fall… Ego-technisch gesehen war es schon ein Schlag, dass er eine Beziehungspause möchte. Was total bescheuert ist, wo wir ja über Ähnliches, sogar vermutlich Ernsteres nachgedacht haben. Aber das hat uns nur gezeigt, dass wir eine Trennung doch nicht gewollt hätten. Das Problem ist, dass er klar und deutlich gesagt hat, er hätte keine Kraft um eine Beziehung zu kämpfen. D.h., wenn sich etwas ändern sollte, müsste das schlussfolgernd ausschließlich von uns aus kommen. Grundsätzlich bin ich davon gar kein Fan, weil ich finde, dass in eine Beziehung beide Menschen gleichermaßen investieren sollten. Ich kann das eigentlich nur deshalb „in Ordnung“ finden, weil er mir ganz logische (emotional logische) Gründe gegeben hat und ich es nachvollziehen kann. Besonders wenn er aktuell wieder eher eine depressive Stimmung hat. Dann möchte ich natürlich für ihn da sein und dann eben meine Kraftreserven nutzen, um vielleicht doch noch etwas zu retten.

Als wir dann kurz eine Pinkelpause gemacht haben und in uns gegangen sind, haben wir festgestellt, dass seine Idee vielleicht nicht so schlecht ist. Solange er jetzt sowieso im Ausland ist bis Mitte/Ende Januar, wird sich gar nichts ändern, außer dass wir uns beide unangenehme Gedanken darum machen, dass die Beziehung nicht so gut läuft und wir erst etwas ändern könnten, wenn er wieder da ist. Der Gedanke, sich keine Gedanken darum machen zu müssen in den nächsten fünf Wochen, hat uns auch sehr erleichtert und wir waren sehr überzeugt, dass es eine gute Idee ist. Also haben wir eingestimmt.

Als wir am Samstag dann bei unseren Eltern ankamen, fühlte es sich plötzlich, als wir die Tür hinter uns schlossen, so an, als hätten wir uns ein für alle Mal getrennt und nicht bloß eine Pause vereinbart. Und dann haben wir den ganzen Abend geweint. Das erste Mal in unserem Leben hatten wir wirklichen Liebeskummer und kamen uns so bescheuert vor. Frau Blume sagte, das sei menschlich und Gefühle zu empfinden ist gesund, doch wir haben es verabscheut und es verurteilt und meinten, menschlich zu sein und Gefühle zu zeigen zerstört den eigenen Stolz. Sie erwiderte darauf, das sei eben das, was wir jahrelang gelernt hätten, aber das zu empfinden sich doch andererseits auch lebendig anfühle. Da hat sie Recht. Aber Lebendigkeit mit so einem Herzschmerz zu vergleichen ist schon sehr makaber.

Da wir uns am Samstag nicht zusammenreißen konnten, haben wir uns unserem Dad anvertraut, was maximal ungewöhnlich ist. Aber wir haben uns mit unseren Gefühlen und dem Liebeskummer so alleine gefühlt, dass wir einfach in dem Moment irgendeinen Menschen gebraucht haben. Selbst wenn es nur unser Dad war. Er hat mit geweint. Er war gerührt, dass wir uns ihm anvertraut haben. Dann hat er uns eine Geschichte über sich erzählt, aber dazu weiß ich noch nicht, ob ich öffentlich schreiben möchte. Jedenffalls… obwohl Sev meinte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er mit mir zusammenbleiben möchte nachdem er zurück ist, sehr sehr hoch wäre, kam das irgendwie bei mir nicht so an. Letztendes ist ja immerhin doch er der Part, der die Beziehung jetzt vorübergehend beendet hat.

Nun jedenfalls, wie gesagt… Samstagabend war eine absolute Katastrophe. Bis wir schlafen gegangen sind um halb zwei Uhr nachts, haben wir eigentlich nur immer wieder geweint weil es sich anfühlte, als würden wir nie wieder jemanden kennenlernen, den wir so lieben würden wir Severin. Darüber hatten wir auch mit Frau Blume gesprochen, für wie bescheuert wir uns halten und diese Kleinlichkeit verabscheuen, weil wir doch nicht blöd sind und ganz genau wissen, dass wenn er sich im Januar trennen sollte, er nicht der letzte Mensch auf der Welt gewesen sein wird, den wir lieben lernen können. Doch dass es sich eben im Moment so anfühlt. Frau Blume sagte, ja. Und diese Gefühle seien echt und ändern nichts daran, dass wir es rational betrachten können und sie erzählte uns von ihrem ersten großen Liebeskummer und dass es sich genauso angefühlt hätte.

Am Sonntag wollten wir uns aber nicht weiter davon runterziehen lassen. Wir haben zwar gesagt: Okay, wenn wir weinen müssen und es ich anfühlt wie der Weltuntergang, dann lassen wir es zu, aber wir lassen es nicht unseren ganzen Tag bestimmen. Also haben wir uns einen recht schönen Tag gemacht. Und dabei die ganze Zeit dieses abcdefu gehört, was unsere Laune auch sehr gehoben hat. Außerdem haben wir mit Sport wieder ausgiebig angefangen und am Montag haben wir erfahren, dass unsere Fitnessstudios wieder öffnen. Wir haben uns darauf konzentriert, was wir auch ohne Severin haben und uns immer wieder klar gemacht, dass wir nicht von ihm abhängig sind und wenn er uns nicht liebt, dann tut er es eben nicht – das ändert nichts an unserem Wert. Wir haben uns außerdem auch daran erinnert, dass nicht nur wir etwas verlieren, wenn die Beziehung zu Ende geht, sondern auch was er an uns oder mit uns verliert und es eben weiter geht. Unsere Freunde… haben uns aufgebaut – und Frau Blume. Während wir unter Tränen rumgeheult hatten, dass Sev eigentlich der erste Mann in unserem Leben war, mit dem wir uns eine Familie gewünscht hätten und wir das Gefühl hatten, er wäre der Letzte, haben unsere Freunde uns alle getröstet und gesagt, dass in einem Jahr so viel passieren kann und wenn es Severin nicht ist, dann wir „der Richtige“ oder „die Richtige“ uns über den Weg laufen und die wirkliche Liebe unseres Lebens sein. Klar sind das Kalenderspruch-Floskeln und klar hat es nicht sooo arg getröstet. Schließlich, wie wir schonmal geschrieben haben, wir lieben nun einmal Severin und da macht es uns auch nicht glücklich, dass wir gerade von fünf anderen Männern umgarnt werden, wenn wir eben nur ihn woll(t)en. Aber trotzdem tat es gut, dass zu hören. Ein bisschen zumindest. Es hat ein bisschen Mut gemacht.

Außerdem haben wir am Samstag noch einen Film gesehen und der hat uns auch sehr gut getan. Erstens war er sehr witzig und zweitens hatte der eine tolle Botschaft. Billy schrieben wir, dass wir uns fühlen wie so idiotische Teenager… weil wir jetzt auch noch Liebeskummerfilme anschauen (der hieß übrigens „How to be single“ und geht lustigerweise auch um eine Beziehungspause). Billy meinte zu uns, dass sie sich bei Liebeskummer selbst auch wie ein Teenager fühlen würde und das ganz normal sei.

Für uns ist eben nur allein die Tatsache Liebeskummer zu empfinden schon unnormal. Aber was solls. Wir kommen damit jetzt doch irgendwie ganz gut klar… Seit Samstag haben wir zumindest nicht mehr geweint. Klar, kommt immer wieder eine Traurigkeit hoch wenn wir an Severin denken und an die Zeit mit ihm, als alles noch gut begonnen hat… aber es tröstet uns nicht, dass er meinte, dass es nur eine Pause für ihn wäre. Für uns fühlt es sich an, als hätte er sich getrennt und streng genommen hat er das ja auch. In einer Beziehungspause ist man kein Paar mehr, also faktisch getrennt. Es war übrigens echt seltsam ihn heute das erste Mal meinen „Ex Freund“ zu nennen, als ich zwei Typen in der Pause getroffen habe. (DIS-Funfact: den einen kannte ich nicht, war mir praktisch ein Fremder, aber scheinbar wir nicht für ihn). Er sagte nämlich, vor zwei Wochen hätte er mich mit einem Mann im Rewe gesehen und mir die ganze Zeit gewunken an der Kasse, aber ich hätte nicht reagiert. Ich habe gefragt ob er dunkelhäutig war (der Mann), er meinte nein, er wüsste nicht ob Kumpel oder Freund… dann meinten wir… stockend. „Wenn er hellhäutig war, dann war das mein… Ex-Freund.“ Das war komisch, das auszusprechen. Wirklich komisch. Aber erstaunlicherweise hat es nicht so arg weh getan, wie ich es befürchtet hatte. Es war okay. Es war einfach nur eine Tatsache. Montag und heute geht es uns sogar wirklich gut und dieses Gefühl von „wir werden niemals wieder jemanden kennen lernen, mit dem wir eine Familie gründen möchten“, klingt auch langsam ab. Wir werden wieder rationaler und freuen uns jetzt eher auf Dinge, die uns bevorstehen. Unseren Urlaub, ganz viele Freunde in den nächsten Wochen zu sehen, wieder Sport zu machen. Severin wollte uns eigentlich Snowboard-Fahren beibringen, aber wenn das nach unserer Pause mit uns nichts mehr werden sollte, dann haben wir trotzdem auch ein neues Hobby, das wir anfangen möchten und auch darauf freuen wir uns schon. Klar könnte man sagen, man könnte auch die Beziehung freundschaftlich weiter laufen lassen, aber das wird meinerseits solange ich Gefühle für ihn habe, selbstverständlich nicht möglich sein und das wird er dann akzeptieren müssen.

Im Endeffekt habe ich gerade täglich mehr das Gefühl, dass alles schon so kommt wie es kommen soll und es einfach nur besser werden kann. Wir freuen uns auf unsere Zukunft, weil gerade einfach so gut wie alles bergauf läuft. Die Therapie ist einfach sehr gut und hilfreich momentan, die Arbeit läuft gut, wir leben in einer eigenen Wohnung, wir haben super Freundschaften geschlossen, was will man eigentlich mehr? Schade, dass die Beziehung mit Severin vermutlich scheitern wird, weil das wäre noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen gewesen, aber… single sein war auch nie schlimm. 🙂

Was, was, was (Mo + Kim)

Was, was, was, was, waaaaaaaas, denk ich mir,,,, aaah tf. Und Kim (chill)… ich lieg hier im Bett von Sev… den den wir in der Klinik kennen gelernt haben, bzw eig eher ja Coco, Hanna &, co, aber wir haben ihn ja auch schon mit-kennen gelernt. Was ich mir nur denk ist tf… seit 20:15 sitzt er draußen um mit seinen Mitbewohnern zu quatschen, es ist 21;35 und lässt uns in seinem Zimmer gammeln und ich denk mir whhyyyy?. Wie kann man nur so sein? Am liebsten würd ich jetzt legit aufstehen und gehen, aber 1. Wollen wir kein Drama machen und 2. Würden wirs bis zur Sperrstunde eh nicht mehr zu unsren Eltern schaffen so wtf. Alles unnötig aber ok lol. Gönnt er sich die Zeit halt da in der Küche mit seinen Mitbewohnern haha

Eig frag ich mich nur, was wir üüüberhaupt von ner Beziehung wollen? Die fucken ALLE ab, absolut alle. Ich schau ihn vorhin so an und denk mir so: „mhh jop mädels. Wird nix.“

Aber okeeee mir ist arsch langweilig. Gut, Zuhause hätt ich mich auch eher gelangweilt, aber evtl hätt ich wenigstens noch mit Jimmy spazieren können oder so aaaaaaaach wtf so ein vergeudeter Tag. -.-

Ich glaub wir pennen jetzt einfsch. (Irgendwie bin ich froh dass er den nächsten ganzen Monat weg ist) wir zerbrechen uns ddn Kopf wegen nem Typen der es nullkommanullnull wert ist ALLLLTEEEEER als hätten wir nichts BESSERES zu tun. Anstatt ihm uverdiente Weihnachtsgeschenke zu besorgen hätten wir das für unsere Innens machen können. Um die haben wir uns null gekümmert. Kein Adventskalender, kein Nikolaus, keine Weihnachtsgeschenke, nix.einfsch nix. Nicht dran gedacht oder was weiß ich. Die Enttäuschung spürt man da jetzt schon etwas härter kicken als sonst. Für Pünktchen und Svea hatten wir einen neuen Band von der Schule der Magischen Tiere versprochen. Versprochen gebrochen. Yolo. Naja. Well, it is what it is. Wir merken es half erst seit Marie aus dem Zweier so aktkv war bei Lady Bug und so. Dann sprang paar Tage später Robin im V Markt naus als er die Drachen sah bei den Schleich Tieren. Und dann standen da Adam und Robin und Consti am Bücherregal, mkt dabei als Kim und ich die Bänder von der Schule der Magischen Tiere angeschaut haaben. Da haben Costi und Robin „das böse Buch“ entdeckt und Kim knd ich haben es durchgeblättert (wegen Triggergefahr geschaut, uknow). Consti, Robin und Adam waren begeistert af, aber Kim und ich konnten uns selbsz nach 10 Minuten nichtt entscheiden ob da die Triggergefahr hoch oder eher weniger hoch war. Ich fands cool. Kimfands gut. Aber irgendwo war ein „neim meimn nein“

Haha fuck (4 Stubden später.) Von 22 bis 1:30 Uhr – sind das vier sgunden?

*Libby die neue Mitbewohnerin von Sev hatunsauf nen Schnaps ekngeladen. Ne stunde später war ihre bff *helena auch da und sev, Helena, Lkbby und *eddy und wir haben wein und 2 schnaps getrunken und wir hatten meg witzige gespräche. Ich mag sevs neue Miznewohnerin libby hart gerne. Sie ust so wigzig. Die andere war so… äääääärghh. Spießer reigerin. Die hier iszbecht einfsch GEIL. Wir meknten aus Spaß „wenn sev die näcjsten 4 Wpchen weh ist, darf ich euch dann trotzdem besuchen?,“ die so „haha klar“. Ja war im Endeffekt mega witzig. Ichfinde die neue Mitbewohnerin hammer. Und zwar schon bevor wir angetrunken/betrjnken waren (ich kann den Unterschied ehrlich gesagt nicht).

Emotionale Abhängigkeit/Toxic (K … & zum Ende hin auch Co 5)

PS: Angefangen hat Kara, voll umgeswitcht zu Kim, (hey), aber kann nicht genau sagen wo, war ein schleichender Übergang..

Unser Leben läuft gerade so unabhängig von irgendwelchen Menschen wirklich eher bergauf, und daran versuche besonders ich festzuhalten, weil das etwas ist, was mir} Stabilität gibt, wenn alles andere ins Wanken gerät. Allerdings wird das, was Severin angeht, immer verwirrter und anstrengender und heute musste ich direkt in der Früh weinen, ohne erklären zu können was das ausgelöst hat.

Gestern hat uns *Lukas besucht. Den haben wir erst vor kurzem kennengelernt, er wohnt nur 20 Minuten mit dem Zug entfernt und gestern kam er eben das erste Mal zu Besuch. Wir hatten da überhaupt keine… Hintergedanken bei der ganzen Sache, lediglich jemand „Neues“ kennenlernen, quatschen, den Abend bisschen gemeinsam verbringen. Er ist echt ein sehr sympathischer und netter Kerl, Cia und Belinda sagen beide, der sähe auch sehr gut aus (mein Geschmack ist er nicht, deshalb kann ich das irgendwie nicht so unterstreichen), aber wir waren schon auf einer Wellenlänge. Ich} war ziemlich locker, eigentlich gar nicht besonders nervös, weil für mich das eben ein ganz entspannter Abend sein sollte, aber kaum waren wir dann bei uns Zuhause, wurde ich bisschen… unruhig innerlich. Ich weiß nicht, wir haben wirklich nicht das beste Selbstwertgefühl seit wir mit Severin zusammen sind, also wir sind nicht unbedingt eingebildet oder so etwas, aber kennt ihr dieses Gefühl, wenn man einfach merkt, dass jemand einen so ansieht, dass man ihm gefällt? Also mehr gefällt als bloß freundschaftlich? Ja, dummerweise gingen die Themen dann auch etwas in die Richtung… wir sprachen irgendwann über Beziehungen und ich wollte eigentlich nicht so viel über Severin erzählen, weil ich da aktuell gerade so verletzlich und verunsichert bin… aber ich ihn halt immer noch liebe und es mir nichts hilft, wenn mir dann so viele Leute den „Ratschlag“ geben, mich besser zu trennen… Also habe ich nur so halb über dieses Thema gesprochen und bin dem eher aus dem Weg gegangen. Es kam auch zu dem Thema „Sex beim ersten Date“ und wir meinten, das wäre für uns gar nicht der Fall und hatten ihm in dem Zug eben auch von Severin erzählt, wie lange wir in da haben warten lassen (nicht um ihn zu ärgern, sondern einfach, weil wir da sehr viel Vertrauen und wirklich auch Gefühle brauchen). Lukas hat das verstanden, aber er sagte, er sähe das mittlerweile anders. Er könne sich natürlich keine Partnerschaft vorstellen, in dem eines der beiden Punkten (Gefühle und Sex) nicht passt. Klar, sehe ich irgendwo auch so, allerdings kann ich auf den Sex noch eher verzichten als auf den Charakter… Er meinte dann, dass wenn er jemanden kennenlernt und sie ihm gefällt, für ihn nichts dagegen spricht relativ bald miteinander zu schlafen, weil es ja auch „vergeudete Zeit“ wäre, wenn man sich zwar in die Person verliebt und viel Zeit und Mühe investiert, das Sexuelle dann aber absolut nicht passt und das irgendwann zu Frustration führt und ganz ehrlich: Frau könnte jetzt sagen „Typisch Mann“, aber als ich darüber nachgedacht habe, habe ich festgestellt, dass ich diese Einstellung gar nicht so abwegig finde. Letzten Endes glaube ich nämlich schon irgendwie, dass diese Punkt sehr entscheidend in einer Beziehung ist. Dass man nach zehn oder fünfzehn Jahren vielleicht sexuell auch einfach wieder Lust auf Abenteuer hat und sich dann eben doch mal nach etwas Anderem sehnt. Also, ich glaube schon, dass das sehr viel Prozent der Affären ausmacht und nicht etwa, weil man sich fremdverliebt.

Für mich wäre das keine Option, wegen meiner Vergangenheit und einfach weil ich Körperlichkeiten erst zu lassen kann, wenn 100%ige Gefühle für jemanden da sind (also so, dass es sich gut anfühlt – ihr wisst, was ich andeuten will…).

Jedenfalls wollten wir Lukas so um 23:10 Uhr mit dem Zug zurück schicken und wollten ihn zum Zug begleiten, aber um 22:30 Uhr meinte er plötzlich: „Wir haben ein Problem. Der letzte Zug ist um 22:10 Uhr gefahren“

Mir} war gaaaanz unwohl, aber wir wollten uns das nicht anmerken lassen, weil er immerhin wirklich sehr freundlich und eine angenehme Gesellschaft war, aber… ja, die Themen, die Blicke und teilweise auch seine Komplimente oder unterschwelligen Komplimente… (was wir von Severin zum Beispiel nicht einmal gewohnt sind, ich kann mich nicht erinnern, dass er je zu mir} gesagt hätte, er fände mich toll, hübsch, witzig, etc…. – was mich gestern übrigens, als mir das aufgefallen ist, ziemlich traurig gemacht hat…), das alles hat uns verunsichert und instinktiv wollten wir ihn erst auf der Couch schlafen lassen, bis uns aufgefallen ist, dass wir absolut GAR nichts hatten, was wir ihm hätten als Kissen oder Decke anbieten können, außer vielleicht etwas aus der Schmutzwäsche, was ja gar nicht in Frage kam. Na gut, klar… dann haben wir erst gedacht, okay, unser Bett ist 2 Meter mal 1,80, da ist genug Platz um sich relativ fern zu bleiben und wir hätten ihm die Decke überlassen und stattdessen in Pulli und warmer Jogginghose geschlafen… der nächste Gedanke war: Hoppla, für Severin war es auch kein Problem eine Frau neben sich im Bett schlafen zu lassen und sein Bett ist kleiner als unseres und er hat seine Decke mit Sicherheit ohne Gedanken an uns zu verschwenden mit ihr geteilt. Das war zwar ein sehr kindischer Rache-Gedanke (zumal wo wir eh wissen, dass Severin uns nicht liebt und ihm das vermutlich total egal gewesen wäre), aber letztendlich war das dann für uns die Entschuldigung: Wenn es Severin nichts ausmacht Frauen neben sich schlafen zu lassen, darf er sich eigentlich auch nicht beschweren, wenn wir ausnahmsweise Mal einen Mann neben uns schlafen lassen.

Also war die Sache relativ schnell klar und wir haben heute Nacht mit Lukas in einem Bett verbracht und… es war furchtbar. Er kam uns in der Nacht doch sehr nahe, wollte sich ankuscheln und hat beim Einschlafen unser Gesicht gestreichelt und immer wieder so in die Richtung „gezogen“, um einen Kuss herauszufordern. Zumindest wirkte das so. Wir haben das gar keine Sekunde lang zugelassen, meinten zu ihm, dass wir bitte Abstand halten im Bett usw. Das hat er auch akzeptiert, er war verständnsivoll, aber ich bin nachts immer wieder aufgewacht und habe bemerkt, dass er unsere Nähe gesucht hat… und was aber das schlimmste an der ganzen Sache war, war dass wir die ganze Zeit, wirklich die ganze verdammte NAcht an Severin gedacht haben und ich} ihn mir so extrem an meine Seite gesehnt habe. Ich glaube, ich} habe mich in meinem ganzen Leben noch NIE so sehr nach einem Menschen gesehnt. Die Vorstellung, er könnte jetzt statt Lukas neben uns liegen hat sich wie eine Rettung angefühlt und wir konnten kaum erwarten, dass die Nacht vorbei ist. Ironischerweise dachte ich um 23 Uhr noch, dass ich} so müde bin, dass ich ohnehin schnell einschlafe und die Nacht schnell herum ist, aber dem war nicht so. Gefühlt war die Nacht wie eine Ewigkeit und als in der Früh der Wecker geklingelt hat (ich war schon öfter vorher wach und habe eigentlich nie richtig geschlafen), bin ich ziemlich sofort aus dem Bett aufgesprungen un dhabe mich fertig gemacht. Um 7:15 Uhr haben wir ihn zum Zug gebracht und als ich um 7:50 Uhr wieder Zuhause war, habe ich mich erst einmal auf die Couch gesetzt und habe geweint. Ich} habe so geweint und zwar nicht, weil mir in erster Linie die Situation mit Lukas unangenehm war, sondern weil ich auf einmal, Severin heillos vermisst habe. Ich hatte gefühlt haptische Schmerzen vor Sehnsucht und diese Gefühle haben mich so überwältigt, weil ich} sie einfach nicht kenne, dass ich überhaupt nicht mehr klar denken konnte. Ich wusste und weiß bis jetzt nicht einzuordenen oder zu erklären, wie das sein kann, dass ein anderer Mensch SO eine Sehnsucht nach einer Person auslösen kann. Und dazu müsst ihr wissen, dass ich besonders in den letzten Wochen, in denen Severin uns eigentlich fast pausenlos verletzt (wir fürchten uns fast schon tiefere Themen mit ihm einzugehen), überhaupt gar keine Sehnsucht nach ihm hatten. Wir haben an manchen Tagen nicht einmal an ihn gedacht. Hin und wieder haben wir ihn dann vermisst und vor allem die Zeit vermisst, wie er in den ersten Wochen zu uns war und wie er uns da behandelt hat, aber diese irre Sehnsucht und der Schmerz der da plötzlich hochkam, als Lukas gefahren ist, den habe ich so in meinem ganzen Leben noch nie gespürt. Ich meine, jemanden zu vermissen ist eine Sache, das haben wir ja in der Klinik angefangen zu lernen, aber dieses Gefühl von, dass eine körperliche Nähe eine gefühlte „Rettung“ wäre und die Sehnsucht nach dieser Rettung soooooo heftig da war, also nach Severin, das war so unglaublich unerwartet und … ich könnte selbst wieder anfangen zu weinen, wenn ich nur wieder anfange daran zu denken. Dabei könnte ich nicht einmal sagen, was mich so unfassbar traurig macht und was genau mir so sehr wehtut.

Am Wochenende hatten wir wieder ein sehr unangenehmes Gespräch mit Severin. Wir hatten ihm uns wieder so verletzlich gezeigt und gesagt, was uns wehgetan hat oder ihm versucht wieder etwas zu erklären und er hat es nicht verstanden und hat dann zum Ende hin auch noch darüber gelacht. Er meinte lachend: „Tut mir leid, aber das finde ich jetzt wirklich witzig“. Und das war das erste Mal in unserer Telefon-Karriere, dass wir einfach aufgelegt und ihm geschrieben haben, dass wir so mit ihm gerade nicht reden möchten und haben ihm eine gute Nacht gewünscht. Wir waren so verletzt, dass wir einfach schon wieder hätten heulen können und haben uns gefragt, wieso er uns so behandelt, wenn er uns doch angeblich mag? Wieso denkt er nicht vorher darüber nach, wie seine Worte wirken und tröstet, anstatt auch noch hinterher zu schlagen? In dem Telefonat ging es ja auch um diese Themen, wo er uns verletzt hatte und er meinte dann, es täte ihm leid und wäre nicht seine Absicht gewesen, aber dass wir das eben falsch interpretiert hätten.

Wir haben gestern mit Frau Blume darüber geredet, weil wir einfach überhaupt nicht mehr wissen was los ist bei uns. Wir meinten, so gesehen stimmt es ja, hat er ja nichts falsch gemacht und im Endeffekt würde ich das genauso sagen: Wenn ich etwas so sage und mein Gegenüber nimmt es anders auf als ich es meine und ist deshalb verletzt, ist es ja eigentlich nicht meine Schuld, also können wir ihm keinen Vorwurf machen.

Frau Blume meinte dazu, ja, wie die Botschaft ankommt, bestimmt immer der Empfänger, aber mit seiner Aussage, wir hätten es falsch interpretiert, hätte er uns ja wieder die Schuld zugewiesen. Wir sind Schuld, dass wir verletzt sind. Diese Aussage hat mir so Kopfschmerzen gemacht (macht es immer noch), weil dann könnte man das doch auf ALLE Gespräche beziehen. Dann kann man doch ALLE Gespräche so lenken…. und dann ist ein Mensch ja quasi IMMER selbst an seinem Leid Schuld. Aber so funktionieren doch keine Beziehungen? Wieso liegt ihm nichts daran, uns zu trösten und für uns da zu sein, sondern auch noch mit dem Finger auf uns zu zeigen und sich über unsere Verletzlichkeit zu amüsieren und dann auch noch uns Vorwürfe und Schuldgefühle machen? Wieso behandelt man jemanden so? Und obwohl wir merken, dass es so unschön ist, haben wir Sehnsucht nach seiner Nähe seit heute Früh und ich frage mich wieso. Was ist das? Lieben wir ihn wirklich so sehr, dass wir einfach gar nicht mehr klar denken können?

Ach ja… wir hatten gestern Frau Blume auch die Situation mit dem Zähneputzen erzählt, dass das Gefühle ausgelöst hat, die wir nicht als Worte oder Begriff kennen und haben ihr gesagt, dass uns diese Situation gefühlsmäßig an eine Situation erinnert hat, in der wir als 9 Jährige in der Badewanne saßen, über den Badewannenbeckenrand schauen und unsere Perser-Katze krümel auf dem Boden vor uns liegt und wie wir sie anlächeln. Diese Erinnerung existiert als Foto, aber ich weiß sofort wie ich mich gefühlt habe, wenn ich dieses Foto sehe und mit Frau Blume haben wir festgestellt, es ist ein „warmes“ Gefühl. Also vertraut und geborgen und sicher. Und was das für eine Macht sein kann, wenn er solche Erinnerungen/Gefühle in uns triggert, die uns sooo weit in unser Neunjähriges-Ich zurückversetzen kann, in einen kleinen Moment unseres Lebens von so wenigen, in denen wir uns so sicher und geborgen gefühlt haben. Da ist bei mir sofort das Stichwort Emotionale Abhängigkeit eingefallen und seitdem frage ich mich, ob wir ihn lieben oder ob wir emotional abhängig von ihm sind und wie schmal der Grat zwischen den beiden (gefühlt) sein kann. Kognitiv weiß ich, dass das en Weltenunterschied ist, aber der Verlust von beidem tut gleichermaßen weh – sollte es das wirklich sein – und wie kann ich für mich feststellen, was ich nun bin? Verliebt, oder emotional abhängig? Laufe ich einer Illusion hinterher, die er niemals sein wird? Denn er wird niemals ein Mann sein, der mich festhält und tröstet. Dieser Zug ist längst abgefahren. Wenn er das nach fast einem halben Jahr nicht tut, dann wird er damit nicht anfangen. So ein Mensch ist er scheinbar nicht. Und ich will ihn auch nicht verändern, weil ich ihn ja ganz offensichtlich genau deshalb so toll finde… (Toxic hellooooo) ja, was soll ich sagen, ufz… Uns den Wind aus den Segeln nehmen, das versuchen wir. Wir versuchen uns ständen auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Versuchen zu sagen: „Ey guck mal! Du baust dir gerade endlich dein unabhängiges eigenes Leben auf, du brauchst absolut GAR keinen MEnschen, um glücklich zu sein! Du hast Jimmy, deine besten Freunde, eine eigene Wohnung, wir dürfen jetzt auch noch im Direktorat arbeiten, du umgibst dich mit gesunden Menschen etc.“… und immer wenn wir uns das sagen, atmen wir plötzlich weider durch und beruhigen uns und sagen uns: Hey, selbst wenn Severin uns irgendwann sitzen lässt, weil er doch plötzlich eine kennelernt wo er merkt, was es bedeutet verliebt zu sein, dann haben wir nichts verloren. Wir haben immer noch unser Leben so wie es ist und war, mit oder ohne ihm.“

Ich verstehe unsere Ängste in der Hinsicht gar nicht. Ich meine ja, durch seine Art, wie er mit uns redet oder manchmal umgeht (nicht immer weil wir in einem anderen Beitrag scon geschrieben haben wir ja auch sehr schöne Momente mit ihm und wir lieben ihn ja noch für viele Kleinigkeiten), aber trotzdem ist unser Selbstbewusstsein seit Severin zieeeeemlich im Tal unterwegs…. Und da hilft es einfach nichts, absolut GAR nichts, dass plötzlich (wirklich aus heiterem Himmel, kaum ist man in einer Beziehung, so geht es uns JEDES MAl… Karma fickt halt hart), eine Hand voll Männer um uns werben, es interessiert uns nicht, weil wir halt nur diesen einen wollen. Und das ist halt was so hart wehtut. Cia meinte heute auch zu mir, wo wir ihr geschrieben hatten heute früh … also sie schrieb das hier:

Cia und Belinda und Bahira haben wir ja auch schon den Chatverlauf gezeigt, den wir als so katastrophal empfunden haben und unabhängig voneinander waren sie sich alle einig (wir hatten sie nicht gleichzeitig getroffen), dass er sich absolut unmöglich und unsensibel verhalten hat und seitdem Cia diesen Chatverlauf gesehen hat, ist sie auch mächtig sauer auf Severin und will ihn eigentlich gar nicht mehr sehen. Ich habe keine Ahnung was wir erwartet haben, da Severin ja immer schreibt, dass wir ihn falsch interpretieren und wir überreagieren und usw… dachten wir ja irgendwie, dass Cia und Frau Blume und andere Freunde denen wir den Verlauf gezeigt und mit denen wir darüber geredt hatten, evtl auch so reagieren würden. Also dass sie sagen „Hey Mii, Sev meint es wirklich nur gut, ich kann da auch nichts Fieses rauslesen“. Aber ganz offensichtlich ist es nicht so… Ich meine, wir haben si eja nicht beeinflusst. Wir haben denen einfach unser Handy gegeben und kommentarlos, während wir Kaffee, Tee getrunken oder bei Bahira Gummibärchen gegessen haben ihre Reaktionen beobachtet und besonders Cia’s Gesichtszüge wirkten, als hätten wir noch viel wütender und verletzer reagieren müssen, als wir es getan haben. Sie meinte sogar: „Ich verstehe gar nicht wieso du noch mit ihm diskutierst, er behandelt dich wie Scheiße, das solltest du dir auf keinen Fall wert sein…“ (oder so)… aber ich sehe das nicht. Oder ich empfinde es nicht? Oder sind wir schon so gehirngewaschen von ihm, dass wir seine Denkmuster annehmen, um uns anzupassen und die Verletzungen überhaupt auszuhalten? Ich habe keine Ahnung, so fühlt sich das gar nicht an, aber wer weiß das schon…? Ich glaube wir sind aktuell zu blind emotional um da rational klar sehen zu können. Ich weiß nur, wir wären überhaupt nicht in der Lage mit ihm schluss zu machen, auch wenn uns immer mehr Leute dazu raten. Bis auf Mama. Mama sagte am Wochenende, solange ich mich wohl fühle, soll ich es mit ihm genießen und sollte es vorbei sein und er würde mich nicht wertschätzen, soll ich nicht traurig sein, es gäbe noch viele andere gutaussehende und liebevolle Männer auf dieser Welt. Ja Mama. Das sehe ich zwar auch. Aber ändert das etwas an meinen Gefühlen für diesen einen? Diese Argumente finde ich immer ziemlich schwach. Genauso wenig wie es ein Trost ist, dass da ein Lukas, Kenai und die anderen (zwei Kollegen und ein Freund von Cia) sind, die Date mit uns suchen (oder auch nicht, aber sich offenbar mehr gewünscht hätten (wie Lukas)… oder wie Kenai, der sich ja in uns verliebt hat. Das sind alles tolle Männer, keine Frage. Und traurigerweise merken wir auch, dass sie sich jeder Einzelne von denen viel mehr bemüht als es Severin tut (ausgenommen der ersten zwei, drei Wochen)… aber es.ändert.nichts.verdammt.nochmal.daran.dass.wir.SEVERIN.lieben. Gott erschieß mich bitte…

Ach aber um da mal zum Ende zu kommen. Gestern im Videocall mit Frau Blume (war übrigens bevor Lukas kam), kam noch so ein Trigerbild wie ein Dominostein der eine gaaaanze weiterere Reihe Dominoseteine umgekippt hat, wie ne Kettenreaktion von Erinnerungen, aber mit ganzen vielen Lücken, so dass man immer weider einen Stein neu umkippen musste. Und Frau Blume war Gitt sei Dank das erste Mal in so einer Situation live dabei, was uns ein bisschen geholfen hat das ernst und wichtig zu nehmen. Ich glaube wir haben die letzte Hälfte der Therapie nur noch wie verblödete Hunde in die Kamera gestarrt und stirnrzunzelnd nachgedacht, weil wir diese verdammten Erinnerungen nicht einordnen konnten. Wegen der Erinnerunge einer verdammten Meerjungfrau-Barbiepuppe. Die hat das ausgelöst. Alter Falter. aber dazu schreib ich später, falls ich da noch da bin. Zurzeit sind nachmittags eeher die Kinder weider im Außen wenn Toni nicht da ist und schauen Lady Bug auf Netflix. Ja, hello Weihnachtszeit. wie gesagt, karma fickt hart. Mal gucken wie das jetzt alles weiter läuft. Am besten nicht so viel auf Severin konzentireren, das tötet nur unsere rationalität und unsren Wert. Lieber vor Augen halten was wir unabhängig von ihm haben (auch wenn wir heulen könnten, weil wir so gern unser Leben mit ihm teilen wollten…. WIRKLICH?? HAHA WAS WIRKLICH?) sorryyyy. Jetzt switchts grad schneller als wie wenn man bei Mario Kart auf ner Banane ausrutscht weil ich Lady Bug angesprohen und irgendwas aktiviert habe, deshalb Ciao Kakao fürs erste und vielleicht bis später ode rmorgen wo wir versuchen zu erkören was da für zusammenhanglose aber klare Erinnerungen wieder hochkamen

Es geht eher bergauf (K)

Ich bin zurzeit, was mein äußerliches Umfeld angeht, ziemlich zufrieden. Gestern war meine Mum zu Besuch und irgendwie hatten wir eine echt schöne Zeit. Ich merke zunehmend, dass ich den Besuch meiner Eltern nur dann nicht genießen kann, wenn mein Vater mit dabei ist und habe dafür ein schlechtes Gewissen…

Meine Mutter und ich haben gestern zusammen gekocht. Das erste Mal in unserer eigenen Küche. Die ist zwar noch nicht ganz fertig, weil das Waschbecken fehlt und uns einige Standard Kleinigkeiten noch fehlen, aber es war möglich und irgendwie schön! Währenddessen haben wir nochmal die Wohnung umgeräumt. Die Couch an eine andere Wand geschoben, einige Schränke in Räumen ausgetauscht, etc. Es wird immer gemütlicher und ich} fühle mich immer mehr Zuhause, das ist wirklich schön!

Besonders als Lena am Samstag zu Besuch war, war ich wirklich so glücklich zu merken wie es sein wird oder sein könnte, wenn sie wirklich irgendwann hinterher zieht. Es ist wie wenn ein Kindheitstraum in Erfüllung geht. Mit einer „BFF“ zusammenziehen. Und die Freude ist wirklich so groß …

Außerdem haben wir letzte Woche im Direktorat aushelfen dürfen und das hat uns so gut getan. Auch die Probezeit im Spendenreferat ist gut. Wir haben einfach wirklich viel zu tun und ich finde es absolut großartig. Vermutlich setzen wir uns nächste Woche zusammen um zu besprechen, dass ich auch noch im Direktorat Stunden bekommen kann. Das würde mich überdimensional freuen.

Umso länger wir aus dieser WG raus sind, desto mehr blühen wir irgendwie auf. Unser Leben nimmt endlich wieder Fahrt auf, es geschehen Dinge, wir lernen Menschen kennen, wir haben wieder Inspiration zum Zeichnen, Malen, Musik machen, gehen wieder gerne spazieren und sind nicht mehr gereizt von Begegnungen. Ich denke, das Leben in dieser Einrichtung hat uns ganz und gar nicht gut getan. Freiheit ist ganz offensichtlich viel gesünder und wichtiger als Sicherheit. Klar waren wir vielleicht „beschützter“, aber ein Vogel, der in einem Käfig gefangen gehalten wird, nur damit er von keiner Katze gefressen werden soll, würde glaube ich auch lieber in Freiheit leben und riskieren von einer Katze gefressen zu werden, als ein Leben lang nicht fliegen zu dürfen.

Ein Teil von mir trauert sogar ein wenig den vielen Jahren hinterher, die wir so „weggesperrt“ waren. Es ist genau wie mit der Kindheit. Man kann Dinge nicht nachholen. Freunde die in unserem Alter sind haben ganz andere Dinge erlebt und unternehmen können als wird. Klar sind sie unter anderen Umständen aufgewachsen, aber wären wir nicht so von diesem „Helfersystem“ gefangen gewesen, hätten wir mit 18, 19, 20, 21 viel mehr auf unseren Beruf aufbauen können um Geld zu verdienen, wir hätten vielleicht reisen und gesunde Beziehungen aufbauen können (was in einem Umfeld mit ausschließlich psychisch Erkrankten nun einmal kaum bis gar nicht möglich ist). Es klingt diskriminierend, ist aber leider Fakt. Es ärgert mich. Jetzt sind wir bald Mitte Zwanzig und haben gefühlt die wertvollsten Jahre unseres Lebens… sie sind einfach weg. Und nichts kann sie uns zurückgeben.

Deshalb wollen wir jetzt aufholen. Wir wollen so gut wie alles aufholen, was wir nicht haben aufholen können/dürfen und irgendwie… macht das ziemlich Lust zum Leben…

Außerdem haben wir auch die Therapiezeiten geändert, so dass wir jetzt Freitags frei haben. Das ist in der Hinsicht gut, dass wir merken, dass wir uns Donnerstag viel mehr auf die Themen einlassen können, weil wir nicht das Gefühl haben am nächsten Tag funktionsfähig sein zu müssen, sondern drei Tage erholen können, sollten die Themen mal sehr tief/traumatisch werden.

Ich glaube, dass wir aus der WG raus sind, ist das Beste was uns je passieren konnte.

Etappenweise (K)

Langsam wird es wirklich gemütlich in unserer Wohnung. Es fehlen eigentlich nur noch Wohlfühl-Details. Ein paar Lampen, Vorhänge, Teppiche. Noch ein Vorratsschrank für die Küche und noch zwei Kommoden für das Bad oder ein Waschbecken-Unterschrank. Vom JobCenter kam noch keine Genehmigung für den Zuschuss, diesen Monat müssen wir also doch auch noch alleine stemmen. Aber egal. Ich habe gestern erfahren, dass uns eigentlich sogar noch Kindergeld zusteht. Aber ich glaube, das kriegen noch meine Eltern. Muss ich mal in Erfahrung bringen.

Morgen haben wir wieder eine Videositzung mit Frau Blume und gestern haben wir noch etwas erfahren, was uns unglaublich glücklich gemacht hat: Sie & Co. werden sehr wahrscheinlich hier runter fahren und das wäre das erste Mal nach vier Jahren, dass wir uns endlich mal real sehen. Seit 2018 haben wir eigentlich so gut wie täglich über Whatsapp Kontakt und sie hatten uns ja auch schon Klamotten geschickt, die sie nicht mehr brauchten usw. Wir fühlen uns komischerweise so verbunden und es ist schon komisch, wenn man mal ein paar Tage nichts voneinander hört. Die Vorstellung sich zu treffen ist irgendwie witzig, manchmal machen wir Späße, wie das ablaufen könnte, dass wir bei Kaffee und Kuchen sitzen und auf einmal sagt einer von uns: „Wer bist du und was machst du in meiner Wohnung?“

„Das ist doch meine Wohnung!“

Die Vorstellung ist ziemlich witzig, aber eher unwahrscheinlich. 😀 Sie & Co. sind ja die Personen, die wirklich alles über uns wissen und denen wir auch immer alles geschickt hatten an Dingen, die man speichern könnte/sollte. Fotos, Audios, Videos… Screenshots von Texten oder Sprachnachrichten von Senta z.b. oder, oder und sie sind auch die einzigen, denen wir zu 1.000.000 xxxxx % vertrauen, was uns und unsere Hintergrundgeschichte angeht 🙂 Dass wir uns jetzt tatsächlich endlich mal sehen, finde ich total klasse. Vermutlich wird das nicht einmal merkwürdig, weil durch die vielen Sprachnachrichten und die von Anfang an „Verbundenheit“ und das „Gleich-Denken“ usw. kommt es uns gar nicht so vor, als lebten wir 800 km voneinander entfernt.