5. Tag in der Klinik (H)

Sorry, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben. Wir sind am Mittwoch in die Klinik gekommen. Also in unsere Wunschklinik. Klinik B, glaube ich 😀 Wir haben irgendwie so wenig Energie und Logik im Kopf, deshalb haben wir unsere Einträge abfotografiert und wenn ihr wollt und es überhaupt lesen könnt, könnt ihr einfach lesen wenn ihr ausführlicheres wissen wollt. Hier versuche ich jetzt nur ein bisschen was zusammen zu fassen. 

Also das Personal ist supersuper nett und richtig arg bemüht uns zu unterstützen. Wir haben eine Bezugspflegerin, Frau *Felly. Wir sind mit ihr sehr zufrieden, sie ist auch die Stationsleitung hier und von den Gesprächen die wir mit ihr hatten klingt sie sehr erfahren. Sie ist auch schon recht „alt“. Die anderen Pfleger sind auch alle sehr nett. Also die, mit denen wir schon mehr Kontakt hatten. Bisher haben wir eigentlich nur mit Frau Felly und Herr *Wein gesprochen. Wir nennen ihn übrigens Herr Wein, weil er immer so rote Bäckchen hat, finden wir total sympathisch, erinnert uns an irgendwen, aber wissen nicht an wen. Wir haben uns bisher eigentlich nur an die wenden müssen, weil auf einmal, also wirklich seit dem Tag wie wir hier sind, wir plötzlich sooo krasse Probleme mit dem Essen haben. Immer wieder so ein extremst heftiger Druck alles in sich reinzustopfen und auszukotzen. Vorgestern haben wir beim 11. Mal aufgehört zu zählen. Gestern lief der ganze Tag ganz gut, wir haben nicht viel gegessen und uns viel bewegt, aber dann abends wurden wir ein bisschen von einer Mitpatienten getriggert und es ging voll los. Aber Gott sei Dank nur drei Mal. Wir müssen uns auch regelmäßig wiegen. Ich weiß nicht wieso, aber wir fühlen uns auf einmal sooo unglaublich fett in unserem Körper, ich kann uns kaum anschauen. Wir hatten noch nieeeeee so ein Problem mit unserem Körper, ich verstehe einfach nicht wo das herkommt…. D: Naja… auf jeden Fall als wir diesen Druck hatten haben wir uns halt zwei Mal, einmal an Frau Felly und einmal an Herrn Wein gewandt und sie waren wirklich hilfreich. Also beide meinten zu uns, es wäre nicht unüblich, dass wenn man aus einer total schweren Situation Zuhause kommt, die dann in den ersten Tagen total in den Hintergrund rücken und stattdessen plötzlich destruktive Verhaltensweisen oder eben andere Probleme wieder total auftauchen. Wir sagten ihnen, dass wir wahnsinnige Angst haben, dass wir deshalb rausgeschmissen werden, weil wir diese Zeit hier wirklich brauchen. Wir hatten wirklich richtig, richtig Angst. Herr Wein meinte aber, hier würde niemand einfach rausgeschmissen werden. Nur wenn jetzt zum Beispiel das Thema Essen so krass Überhand nimmt, dass man sich nicht mehr auf die Depressionen und die eigentlichen Behandlungsziele konzentrieren kann, könnte es sein, dass die Ärztin dann meint, wir müssen erst schauen, dass wir das mit dem Essen in den Griff kriegen. In unserem positiven Hirn verstanden wir darunter, dass sie uns da dann weiter vermitteln bzw. überweisen oder was auch immer. In unserem Angst-Hirn heißt das, sie setzen uns einfach vor die Tür und es ist uns selbst überlassen weiterzuschauen. Keine Ahnung. Aber wir wollen es gar nicht so weit kommen lassen und ich glaube solange wir nicht jeden Tag nur die ganze Zeit über der Schüssel hängen oder wir hier erschreckend viel abnehmen, ist das alles noch im Rahmen. 

Grundsätzlich merken wir schon, dass wir mit dem Personal hier in eine Richtung schauen und an einem Strang ziehen und die Meinungen kaum auseinandergehen. Also bis jetzt sind wir wirklich zufrieden. Wir haben auch Anschluss gefunden mit Gleichaltrigen und es tut sooooo extremst gut. Ups, hab gerade voll dissoziiert weil ich *Romy beim Malen zugeschaut habe. Wieso dissoziiert man bei sowas plötzlich? Egal. 

Weiß nicht wie oft und ausführlich wir hier schreiben können werden. Wir schaffen es kaum die Leuten auf Whatsapp zu schreiben, gefühlt verfliegt die Zeit, und irgendwie kriegen wir gefühlt auch nichts mit oder machen nichts, glaube ich. Keine Ahnung, alles total verwirrend…. aber wir schreiben sehr, sehr regelmäßig ins Kommunikationsheft. 

Mehr fällt mir gerade nicht ein, bzw ist plötzlich mein Kopf leergesaugt. 

-Hanna

2 Kommentare zu „5. Tag in der Klinik (H)

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