Neue Gefühle oder sowas (H)

Wir sind heute so uuuunglaublich erschöpft und müde, dabei haben wir bis halb 12 geschlafen. Die letzten Tage waren irgendwie wirklich, wirklich anstrengend. Vorgestern… nein… ich glaube der Tag davor… also auf jeden Fall der Tag nach der Visite… und eigentlich auch schon am selben Tag der Visite, ging es uns plötzlich extrem schlecht. Am nächsten Tag war es so, dass wir einfach nicht in der Lage dazu waren, an den Therapien teilzunehmen. Also erst war es „nur“ so eine extreme Erschöpfung und eben auch so diese Sinnlosigkeit eben. Wir waren um 6:30 zwar wach und wollten hoch in die Küche, aber da fehlt mir dann irgendwie die Erinnerung. Als nächsten weiß ich nur, dass wir wieder ins Zimmer sind (ob wir dann wirklich in der Küche waren oder nicht, weiß ich nicht, weil meine Erinnerung wirklich da abbricht, wo ich die Treppen hoch laufe). Wir sind wohl wieder eingeschlafen und einmal hat uns unsere Zimmernachbarin geweckt, wegen Frühsport, aber wir sind direkt wieder eingeschlafen. Beim zweiten Mal aufwachen war es, weil Cia, Bahira und grr, wie haben wir die Amerikanerin genannt? Keine Ahnung. Ich nenn sie jetzt Belinda. Weil die drei in unser Zimmer kamen. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern was sie wollten, sie fragten auf jeden Fall ob alles okay ist und jeder einzelne von ihnen hat uns umarmt. Wir sind einfach wieder eingeschlafen danach. Irgendwann sind Cia und Bahira noch einmal ins Zimmer… und wir waren einfach nur noch total numb und haben uns auch irgendwie gefühlt wie Arschlöcher, bei dem zweiten Mal, haben wir uns nicht einmal mehr umgedreht, sondern mit dem Rücken zu denen und wollten einfach, dass sie wieder gehen, uns ging es sooooo schlecht. So sinnlos und erschöpft und so aarr, kann es gar nicht in Worte fassen. Kann mich auch wirklich nicht erinnern, was sie gesagt haben. Nur irgendwie sowas wie, wenn was wäre sollen wir schreiben oder so etwas. Irgendwann kam Cia noch einmal rein und ich kann mich nicht erinnern ob wir da noch geschlafen haben oder eh schon wach waren… kann mich um ehrlich zu sein nur erinnern, wie sie schon in unserem Zimmer steht…. und ja, doch dann haben wir uns tatsächlich irgendwie aufraffen können aufzustehen und mit ihr mit nach oben in den Aufenthaltsraum zu gehen. Das war dann aber erst Nachmittags und ich glaube vor der Gartentherapie ist Cia auch noch einmal alleine in unser Zimmer, aber da erinnere ich mich gar nicht mehr. Jedenfalls hat sie uns dann auch umarmt und war einfach so lieb zu uns. Also eigentlich alle von ihnen, aber Cia ist eindeutig die hartnäckigste. Und dann haben wir doch den Tag noch mit Bahira und Cia verbracht und ja… Bahira ist übrigens 22 und Cia 18. 

Jedenfalls.. ich kann mich an den Tag so an sich auch kaum noch erinnern. Frau Felly hat noch so um 19 Uhr mit uns ein Einzelgespräch führen wollen, einfach um zu wissen wie es uns geht. Wir mögen Frau Felly sehr gerne. Sie ist sehr, sehr erfahren und wir fühlen uns verstanden. Tun wir übrigens von allen Pflegern, mit denen wir bereits geredet haben. Es gibt ca. drei, mit denen wir niemals reden würden, weil wir da schon im Alltags-plausch gemerkt haben, dass da irgendwas in uns richtig in die Antipathie geht. Bzw. eigentlich hauptsächlich bei Einem. Die anderen beiden können wir nicht einschätzen. Ich glaube eine von ihnen hat nicht das geringste Feingefühl und bei der anderen habe ich das Gefühl, sie wirkt gröber als sie ist. Aber ich bin mir nicht sicher. Allerdings müssen wir uns darum keine Gedanken machen, weil wir mit denen nicht reden müssen. Frau Felly ist unsere Bezugspflegerin und damit sind wir auch sehr zufrieden. Wen wir am liebsten mögen, könnten wir gar nicht sagen, weil Herr Wein, Frau *Soley, Frau Kaya, Frau Felly und Herr Groß einfach so suuuuper sind. Das ist glaube ich auch schon der Großteil der Pfleger. Die sind einfach sympathisch. Man kann es nicht anders ausdrücken. Und zwar nicht „semi-sympathisch“ sondern wirklich sympathisch. Sie haben Humor, hören zu und haben Verständnis UND sie geben einem nicht das Gefühl wie eine lästige Fliege zu sein, die man einfach mit Medis abspeisen muss. 

Wir sind also vom Personal her sowas von 1.000 % zufrieden. Sogar die Gruppe an Patienten ist einfach total der Vibe gerade… Es gibt hier keine Ausgrenzungen, irgendwie versteht sich jeder mit jedem und jeder geht mit jedem respektvoll um. Die Ärztin meinte auch, dass wir gerade Glück haben, weil ungewöhnlich viele junge Erwachsene gerade auf Station sind. Sonst ist die Mehrheit wohl eher älter. Und trotzdem kommen wir „Jungen“ mit den „Alten“ total gut aus. *Ina (47), also meine Zimmernachbarin, die sitzt mit *Joachim (irgendwas um die 50) und *Manu (35) immer bis spät in die Nacht unten am Raucherplatz. Sie haben so ein kleines Nachtlicht und Musik und letzte Woche haben Bahira, Cia und ich uns einfach zu denen raus gestellt, weil Bahira rauchen wollte und es war einfach echt schön. Die sitzen da einfach mit ihrer leisen Musik und dem bunten Lichtlein und quatschen und rauchen ab und zu. Ach so… das war übrigens so gruselig. 

Joachim mögen wir irgendwie… sehr gerne. Also er muss wohl irgendwas an sich haben, dass wir da in ein Übertragungsgefühl gehen… weil wir eigentlich nicht viel mit ihm machen, aber immer wenn wir ihn sehen, sind wir einfach glücklich und freuen uns. Entweder er erinnert uns an einen Papa oder Onkel, den wir nie hatten aber die wir immer so idealisiert hätten (und haben, in unseren Geschichten früher zum Beispiel) oder ich weiß auch nicht. Er hat so einen grau-schwarzen Spitzbart, braune freundliche Augen und trägt oft so einen bayrischen Hut. Allgemein ist er so ein richtig typischer Bayer. Mit Karohemden, kurzen Hosen (weiß nicht, ob es Lederhosen sind, darauf haben wir nie geachtet) und eine meistens braunen Weste über den Karohemden. Und er sieht recht attraktiv aus für sein Alter, aber ich glaube, das macht hauptsächlich auch sein Charakter aus. Und er war von Anfang an so nett zu uns. Das Heftigste war einfach… wir saßen mal am Tisch und er saß auch am Tisch und hat gerade zu Mittag gegessen … oder Abend… auf jeden Fall weiß ich zwar nicht was davor war, weil ich wirklich nur ab dem Satz Erinnerungen habe, wo er sagt „…als hättest du mehrere Persönlichkeiten“… Wummmmm… und ich habe ihn nur so angestarrt… Und halt auch so… verlegen gegrinst oder es weggelacht, ich weiß auch nicht… und hatte ja nicht einmal einen Kontext, weil ich nicht einmal den Anfang seines Satzes mitbekommen habe. Und habe ihn angeschaut und… fragte ihn dann „wieso denkst du das?“… er hat nur die Schultern gelächelt und die Schultern gehoben und gefragt, ob das so ist. Wir haben gesagt ja. Weil, wie gesagt, wir verstecken das hier nicht. Also.. Damit meine ich nicht, dass wir hier offensichtlich rumwechseln (das fällt Bahira und Cia auch nur in den seltensten Fällen auf), aber wir leugnen es nicht, wenn man uns fragt. Wir waren dann super irritiert und haben mit Bahira darüber geredet und sie meinte jaa, er sei schon extrem aufmerksam und ihm würden sehr viele Dinge auffallen. 

Das war übrigens erst am dritten oder vierten Tag. Ja… jedenfalls neckt er uns auch, aber eben so, dass unsere Innenkinder extremst begeistert sind von ihm. Also die fühlen sich hauptsächlich auch total von ihm angetan. Also, falsches Wort, aber ihr interpretiert es hoffentlich richtig. Ihr wisst wie wir es meinen. Einmal standen wir in der Küche, er hat sich gerade Kaffee geholt und uns an der Schulter mit dem Zeigefinger einfach angetippt, als würde er uns umschubsen wollen. Aber er macht das wirklich nur neckend und liebevoll. Solche Kleinigkeiten macht er eben. 

Und einmal, das ist uns auch ganz arg im Kopf geblieben. Da haben wir gespürt, dass er einen schlechten Tag hat. Er kam gerade aus einem Gespräch und wir waren in der Küche. Er kam zu uns und meinte mit so einem sanften Tippen auf die Schultern „schau mal bitte weg“… und wir so „oh oh“ und total irritiert und dann hat er extremst heftig etwas gegen die Wand geschmettert (nur ein Pappkügelchen oder so, also nichts Gefährliches) und meinte nur, er sei gerade sooo sauer. Aber nicht zu uns. Eher dann schon als er aus der Küche draußen war. Und wir haben uns ntaürlich total erschrocken und waren auch kurz wie erstarrt als wir das Scheppern da in der Ecke gehört haben. Aber irgendwie hat das so schnell nachgelassen und wir hatten keine Angst vor ihm und diese kleine, kleine Sekunde, nur dieser eine entscheidende Satz, dass wir bitte kurz wegschauen sollen, dieses… als würde er uns ein bisschen beschützen wollen oder sich darum Sorgen, dass wir uns vor ihm erschrecken – und dass er das nicht will – das hat etwas gaaaanz entscheidendes in uns berührt. Seitdem vertrauen wir ihm sogar. Ist das irgendwie verständlich, wie wir das meinen? … Wir sind ja, trotzdem, dass wir hier viele Leute mögen, oder eigentlich so gut wie alle, grundsätzlich misstrauisch. Eben auch wegen solcher Situationen.

In der Geschlossenen mochten wir ja auch viele Leute. Auch die, die, wenn sie wütend wurden oder in ihre PSychose rutschten, uns dann stundenlang mit ihnen im Bad einsperrten und festhielten, weil sie dachte wir wären ihre Tochter und wir würden gleich erschossen werden. Oder auch die, die sich mal über uns aufgebaut und uns gedroht hat und gesagt hat, sie würde ganz genau sehen, dass das Böse in uns wohnt oder uns ein Stift in die Hand gedrückt und uns befohlen hat, einen Engel zu malen und wie ein Nazi hinter uns auf und abgegangen und immer wieder aufs Blatt geschaut hat, ob wir es tun. Oder der, der uns plötzlich an den Haaren gepackt und durch das Esszimmer geschüttelt hat. Die mochten wir alle, obwohl sie das regelmäßig und immer wieder und in unberechenbaren Momenten getan haben. weil wir einfach wussten, sie sind in dem Moment NICHT wirklich sie selber. 

Und eben davor haben wir hier auch Angst. HIer sind eben auch einige mit Psychosen usw. Wir wissen aber nicht welche. Und natürlich auch welche mit Wutausbrüchen und wir haben grundsätzlich einfach Angst, ihre „Opfer“ zu werden. Und als wir gespürt haben wie geladen Joachim ist… waren wir shcon so in einer Alarm-Haltung. Aber er war klar im Kopf. Er hat uns geschützt und gewarnt vor seinem emotionalen Ausbruch. Wobei das übertrieben ist. Er hat wirklich nur „kurz“ diese Pappkugel gegen die Wand gedonnert und ist dann total geladen und angespannt wieder gegangen. Ich glaube, er wollte sie nur wegschmeißen. Aber wir kennen das zu gut, wenn irgendwo dann einfach der Faden reißt und man nur noch alles kaputtschlagen will. 

Ich weiß, man kann eine offene Psychotherapie Station nicht mit einer GEschlossenen vergleichen. Aber trotzdem ist die Angst da, dass hier solche Sachen auch passieren könnten… Sie ist einfach da. Die können wir weder abstellen noch erklären. Aber Ängste sind meistens unlogisch. Nur bei Joachim hat sich bei uns da irgendwas verändert. Wir haben da plötzlich einfach kein Misstrauen mehr, dass wir in seine Schusslinie geraten könnten… und irgendwie tut das Gefühl total gut. So einfach… „eine Angst weniger“. So schwer zu erklären. 

Ja, so viel dazu. Ähnlich geht es mit den Pflegern. Wir sind zwar immer noch vorsichtig und misstrauisch, aber nach jedem Gespräch wird es bisschen besser. Mit Frau Soley haben wir gestern zum Beispiel lange gequatscht. Eigentlich nur, weil jemand von uns (es war Bonnie) ihr den Drachen gezeigt hat. Bzw… uuufz, das war auch eine recht unangenehme Situation. Bonnie hatte den Drachen hinter ihrem Rücken versteckt und meinte dann total begeistet „Fühlen Sie mal hinter unserem Rücken, aber NICHT gucken!“ und dann kam sie ja auf uns zu, und wir so: Nein Bonnie, nein, nein! Das ist viel zu nah! Ich glaube, Bonnie hat einfach nicht abgeschätzt, wie NAH man einem Menschen kommt, wenn man HINTER seinem Rücken etwas fühlen soll. Innen wir im Co (Joan, Jill und ich) waren im Übrigen hauptsächlich sogar erst einmal irritiert, dass Frau Soley das nicht abgelehnt hat, sondern da einfach voll mit drauf eingestiegen ist. Aber als sie dann eben schon recht nah bei uns stand und den Arm ausgestreckt hat, um hinter unseren Rücken zu greifen, ist sooo ein krasser Speed-Wechsel passiert, dass uns echt schwindelig geworden ist für einen Moment. Bevor sie nämlich so nah kommen konnte, dass sie uns quasi hätte umarmen können, haben wir den Drachen hinter dem Rücken hervor gezogen und ihn ihr quasi fast in den Bauch gedrückt. Ich glaube von außen betrachtet, hätte die Situation echt lustig ausgesehen. Aber wir mussten erst einmal diesen Schwindel und den Schreck klar kriegen, dass wir aus Versehen einen fremden Menschen in eine vieeel zu nah an uns heran gelassen haben. Mir ist das selbst beim Schreiben und Denken daran noch total unangenehm und peinlich. 

20210529_1457398770182132063811152.jpg

Naja, danach haben wir aber eben noch super lange mit Frau Soley gequtascht. Sie hat uns auch von ihren Kuscheltieren erzählt und welches davon so eine große Bedeutung in ihrem Leben hat. Und dann haben wir sie noch ein bisschen über die verschiedenen Stationen hier in der Klink ausgefragt und und und. Irgendwann erzählte sie noch, sie hätte sich mal ein Kuscheltier selber gehäkelt. Ich weiß gerade nicht mehr, welches Tier, aber in unserem Kopf ist die Farbe Grau dazu abgespeichert. Entweder Elefant, Maus oder irgendwie so etwas… und dann meinte sie, wenn sie mal Wochenende hat, setzt sie sich mit uns hin und bringt uns das Häkeln bei (weil wir meinten, wir würden so gerne mal das Häkeln lernen). Da waren wir auch total irritiert. Das hätte kein einziger Pfleger aus sonst irgendeiner Klinik in der wir je waren gemacht. Die haben einem doch immer nur das Gefühl gegeben, man sei lästig und als könnten die es kaum erwarten wieder in den Feierabend zu gehen. Hmm… ich weiß nicht, wieso die hier alle so anders sind. Ich weiß es einfach nicht. Wir finden das soooo komisch und igrndwie auch sooooo suspekt und gleichzeitig ist es echt traurig, dass wir das suspekt finden. Vermutlich ist DAS einfach normal? Ach , keine Ahnung. 

Auf jeden Fall… was wir noch sagen wollten… wir lernen hier so richtig kennen was Mitgefühl bedeutet. Und zwar durch Bahira und Cia. Und jaa die letzten Tage hat uns auch etwas ziemlich den Boden unter den Füßen weggerissen…. wir haben einfach durch die beiden gemerkt, dass wir nie wirklich Freundschaften hatten. Oder wenn, dass wir uns im Moment wirklich fragen, was wir unseren Freunden überhaupt wert sind. Und noch trauriger macht es uns, dass wir es als Freundschaft empfunden haben, was die Beziehungen zu unseren Freunden eben angeht. Aber wenn wir sie mit Cia und Bahira vergleichen… fühlen wir uns von unseren „Freunden“ im Vergleich echt wie Dreck behandelt… Ich kann das so schwer erklären… es sind einfach so viele Momente aufgetaucht in den letzten Tagen wo wir uns gewundert haben und immer wieder realisierten: „Das hätten unsere Freunde nie für uns getan“ oder „haben sie noch nie getan“.. und gestern, als wir unterwegs waren… haben wir es das erste Mal auch ausgesprochen… also… sorry, gerade voll durcheinander geschrieben, aber egal. Wir hätten uns nächste Woche mit jemandem treffen wollen. Ja blabla. Auf jeden Fall ist das halt irgendwie Gespräch geworden, weil wir unruhig waren und blaba. Jedenfalls wissen Bahira und Cia davon und dann meinten sie, sie würden sich so große Sorgen machen und dass sie ein total schlechtes Gefühl dabei haben. Und Cia meinte, sie würde das total traurig machen und ja… dann haben wir, halt, typisch, das voll runter geredet und meinten, ja wir hatten ja m Anfang auch Angst und blabla, aber dass die Männer eigentlich wirklich alle bisher sehr freundlich und sympathisch waren und meistens, wenn man sie etwas mehr kennenlernt, sie einem einfach sogar nur noch leidtun, weil die Dinge die sie sich Wünschen nicht unbedingt und hauptsächlich in die sexuelle Richtung gehen und man halt feststellt, dass diese Männer sich nur unglaublich einsam fühlen. Jedenfalls haben sie nicht locker gelassen… und dann hat Bahira uns eine App geschickt, wo man die ganze Zeit die Route einer Person tracken kann, und falls wir wirklich vorhaben uns mit dem zu treffen, sie dann den ganzen Tag schauen werden, wo wir sind. Cia hat sich die App dann auch runtergeladen und jetzt wollen wir irgendwie uns schon gar nicht mehr mit dem Treffen… weil wir bei den beiden gespürt haben, dass es sie WIRKLICH besorgt, dass wir das tun. Im Vergleich: Unsere „Freunde“ die davon wissen… haben uns kein einziges Mal versucht davon abzuhalten oder haben halt gesagt „dann sag wenigstens bescheid, wenn du hingehst und melde dich, wenn du zurück bist“. Ja, das ist zwar auch eine Art Sorge, aber irgendwie GANZ anders wie es bei Bahira und Cia war. Nur Mona meinte einmal, ihr mache das Bauchschmerzen… aber das Ding ist… wir werden ja dann sehr ablehnend und verharmlosen alles. Und das haben wir ja auch bei Bahira und Cia. Und die haben aber nicht einfach gesagt, „okay, dann ist sie halt so, dann lassen wir sie machen“… genauso eben, wo es uns an diesem einen Tag so mega scheiße ging. Keiner unserer Freunde hat und hätte je so hartnäckig nach uns geschaut und versucht uns zu „bewegen“. Und wir haben das immer entschuldigt mit: „Naja, wir sind halt eben ablehnend usw und zeigen den Leuten das ja auch“… aber das haben wir bei Bahira und Cia uch. Auch SIE haben wir abgelehn tund ihnen gezeigt, dass wir keinen Bock auf sie haben. Und sie haben sich damit aber einfach nicht abgefunden. Weil wir ihnen (scheinbar) NICHT scheißegal sind. Sie denken sich nicht: „Dann lassen wir sie halt“. Klar, wollten wir wirklich unsere Ruhe. Wollen wir eigentlich immer. Aber es hat noch nie jemand versucht, uns TROTZDEM irgendwie aus dem Schneckenhaus zu holen. UNd deshalb hätten wir ohne Cia und Bahira NIE erfahren, dass uns das sogar geholfen hat. Und uns ging es dann zum Abend hin sogar wieder gut. Und … wir weinen bei Bahira und Cia sogar manchmal (fast)… weil auch sie weinen und Gefühle zeigen und SAGEN. Sie sagen, was sie fühlen und sie zeigen auch was sie fühlen und es wirkt so, als würden wir durch die beiden erst das richtig lernen. Es ist auch das erste Mal, dass wir so richtig SPÜREN, wie SEHR wir einen Menschen mögen. Die beiden nämlich. Es ist so ein richtiges… es ist eben auch das erste, das aller aller erste Mal in unserem Leben, dass wir denken, dass wir sie total vermissen werden und wie schlimm es sein wird, wenn unsere Wege wieder auseinander gehen. Wir hätten deshalb sogar fast geweint gestern. Und ihr müsst halt einfach vor Augen halten: WIR KANNTEN DIESES GEFÜHL NICHT. Noch. Nie. In. Unserem. Leben. haben wir jemanden vermisst im Sinne von, dass wir dieses Gefühl „Vermissen“ auch wirklich spüren. Oder allein schon, dass wir so weit denken, es könnte uns im Leben dann etwas fehlen. Weil, das haben wir ja schon so millionenmal gesagt, wir haben das einfach nicht. Es ist immer, immer, immer jeeeeedes Mal so „aus den Augen aus dem Sinn“. Wir haben nicht einmal Jimmy vermisst, seit wir hier sind! Und das fängt JETZT seit ein paar Tagen aber an. Und ich bin fast überzeugt davon, dass das mit Cia und Bahira zu tun hat. Also die Art, wie sie mit uns umgehen und wie sie uns zeigen, was Beziehungen und Gefühle und Emotionen usw sind. Wie man mit Menschen umgeht, wenn sie einem wirklich am Herzen liegen. Es ist einfach sooooooooo verrückt. Ich hätte nie gedacht, nein WIR hätten NIE gedacht, dass ausgerechnet Leute in unserem Altern uns so etwas mal beibringen würden………….. 

Ja und demnach keine Ahnung… ist bei uns halt gerade auch eine kleine Welt am Zusammenbrechen, weil wir realisieren, dass wir nie so richtige Freunde hatten, die sich irgendwas aus uns oder dem, wie es uns geht gemacht haben. Vielleicht oberflächlich nachgefragt. Aber so wie Cia und Bahira sich uns gegenüber verhalten oder wie sie uns zeigen, was Freundschaft eigentlich bedeutet…. das hat noch nie jemand. Uns hat noch NIE jemand so behandelt…….. 

Und es macht uns so traurig. Weil wir SO überzeugt waren, dass La und To zum Beispiel richt, richtig gute Freundinnen von uns sind… aber: La wohnt zum Beispiel nur verdammte 20 Minuten von hier entfernt ZU FUß! Und sie findet ständig nur (gefühlt) Ausreden, dass sie immer noch nicht mich besuchen kommen konnte. Die freunde von Bahira und Cia sind mindestens jeden zweiten Tag da, und die kommen von viel weiter weg! Es ist einfach so traurig… Meine Mama hat mich schon drei Mal besucht, und die muss auch viel weiter fahren. La müsste einfach nur verdammte 20 oder maximal 30 Minuten laufen, mit den Öffentlichen wäre es noch schnelle und mal abgesehen davon, könnten wir auch einfach irgendwo hin. Wir sind hier ja nicht eingesperrt. Aber nö… sie „haben keine Zeit“… weil La’s Freundin krank ist… Aber wieso kann sie uns dann nicht alleine besuchen? Genauso wie To? Wieso muss La mitkommen, damit sie uns besuchen kommt? Das verstehen wir auf einmal nicht mehr. Bis vor paar Tagen war das normal für uns. Weil sie immer so sind. Weil alle unsere Freunde so sind. Sie haben nie Zeit oder ihnen gehts schlecht oder haben pipapo und diese und jene Sorgen. Aber das haben Cia und Bahira auch. Verdammt, die haben sogar richtig krasse Sorgen. Solche, wo ich mich wundere, dass sie überhaupt noch den Willen haben weiterzumachen. Und sie können trotzdem für ihre Freunde da sein und haben Zeit für sie… ich verstehe es einfach nicht… was ist so falsch an uns? Bzw. scheinbar ist an uns gar nicht so viel falsch, sonst würden uns Bahira und Cia ja auch so behandeln. 

Wir haben ihnen übrigens auch von der einen erzählt, die ja hier auf Station war und vor der wir so Angst hatten, weil sie uns halt mal in der WG im Betreuten so als Zielscheibe benutzt und so viele Leute gegen uns aufgehetzt hat und sie uns einfach nicht leiden konnte und haben uns dann halt auch ein bisschen von der Seele geredet, wie kacke sich das eigentlich anfühlt, dass der ganze LB (also diese Straße wo die Häuser mit den Betreuern sind)  über uns lästert und wie schlecht wir ja nicht wären usw… und… Cia meinte, sie könnte bisschen den Neidfaktor verstehen, weil wir so eine Persönlichkeit hätten, die man einfach „gern haben“ muss und wir so eine Freude oder sowas ausstrahlen würden und DA waren wir SO krass irritiert und – ach ja genau, so war das – DA haben wir dann gesagt: „Was? Nein, also eigentlich dachte ich wir wirken total ignorant und arrogant…“ und das ist es ja auch, was man über uns sagt, bzw was wir gehört haben, wie man über uns spricht… und da sind Bahira und Cia echt total die Gesichtszüge entwichen und dann sahen SIE total verwirrt aus und meinten, das wäre überhaupt nicht so. Hääää und klar, dann haben wir überlegt, ob das vielleicht an bestimmten Anteilen von uns liegt, aber das kann es eigentlich gar nicht sein, weil unser System ja auch oft im Außen ist. Und Das System von Kara würde ich sogar am allerwenigsten als ignorant bezeichnen. Eigentlich ist das sogar eins der aufgeschlossensten Systeme. Es ist sooo komisch und ich frage mich…. wir sind einfach so nachdenklich geworden…. Bahira und Cia sagen so viel, was sie an uns MÖGEN und toll finden usw… und uns ist noch nie aufgefallen, dass wir „Zuhause“ also ind er WG und dort im Umfeld eigentlich nur, und zwar wirklich I M M E R NUR kritisiert werden… dass wir ja dies anders hätten sagen können und das anders hätten machen können, und wir ja schon ziemlich gemein sein können und ablehnend und und und… wir können uns zumindest so auf Anhieb nicht an einen einzigen Satz erinnern, wo mal jemand, auch nur iiirgendjemand etwas positives über unseren Charakter gesagt hätte. Hin und wieder jaaa sagt Elly oder Mona, „wie süß“ wir snd (bei bestimmten Anteilen gewisse Mimiken oder sowas)… aber über unsere Charakter werden und wurden wir bisher eigentlich immer und ausschließlich nur kritisiert… dass wir halt „zu direkt“ sind, dass unsere Worte oder wie wir uns ausdrücken, anderen wehtun manchmal, dass wir unsensibel sind… lauter so Sachen… und das fällt uns auch erst auf, seit Bahira und Cia uns hier einfach eben ganz anders behandeln… und dazu fällt uns auf, dass wir hier auch viel, viel weniger abweisend sind… wir umarmen uns sogar total oft. Und auch total lange und es fühlt sich soooo gut an. So überhaupt nicht unangenehm… manchmal müssen wir dabei sogar fast heulen… ja keine Ahnung.. es ist einfach so komisch… wir verstehen im Moment einfach echt unser Leben „da draußen“ nicht mehr… wieso gehen die Menschen in unserem Umfeld so… ja… eben „so“ mit uns um?… Wir behandeln sie ja nicht anders als Bahira und Cia… aber die beiden scheinen sich von unserer Abwehrhaltung nicht so schnell abschrecken und scheinbar auch überhaupt nicht beeindrucken zu lassen… sie nehmen das nicht einfach so hin… 

Ja… und keine Ahnung.. all diese Erkenntnisse. machen uns halt auch in den letzten Tagen nur noch super traurig und … stellen uns in Frage, was denn falsch ist an uns… wieso man mit uns so umgeht… wieso denn? Wieso haben Freunde keine Zeit für uns? Wieso werden wir immer nur kritisiert? Wieso behandelt man uns wie einen Drachen, der jederzeit Feuer spucken könnte, nur weil wir mal abweisend sind, obwohl nach Jahren jeder wissen müsste, dass wir noch nie Feuer gespuckt haben? Ich verstehe es nicht und irgendwie können wir uns das nur so eklären, dass uns… „da draußen“…. niemand wirklich so wertschätzt, wie es Cia und Bahira hier tun… und ja… keine Ahnung… schon witzig, was wir hier so für Erkenntnisse sammeln. Ich frage mich ja schon auch, ob wir nu deshalb so „ignorant“ und „arrogant“ und „egozentrisch“ und „ablehnend“ und „unsensibel“ wirken, weil jeder, einfach JEDER so über uns redet… denn wir WISSEN ja, dass wir tief im Inneren ganz anders sind. Und das haben wir auch schon echt oft gesagt und geschrieben. Und wenn Menschen mit uns so umgehen wie Bahira und Cia, dann können wir das offensichtlich ja sogar zeigen… 

ach keine Ahnung… wir wissen seit ein paar Tagen wirklich gar nicht mehr, was wir von uns oder den Leuten in unserem Leben denken sollen… weil die beiden Mädels einfach uns eine so krass andere Sicht auf die Welt und Beziehungen zeigen….. 

 

Oberarzt Visite und Bekanntes

Heute wollen wir nicht einschlafen. Wir wollen einfach nicht einschlafen.

Wir haben vor ein paar Tagen mit *Cia darüber geredet wie wir halt beide so mega keinen Sinn in der Zukunft sehen und wir irgendwie so wenig Vertrauen in die Politik haben, dass wir Angst haben und wir beide eigentlich der Meinung sind, wir wollen eigentlich gar nicht älter als 40 werden. Alles so normal für uns.

Gleichzeitig haben wir heute voll gelacht weil wir irgendwie durch ein Gebäude auf das Thema gekommen sind, wie traurig unsere Generation einfach ist. Man wusste früher einfach für was man lebt oder kämpft… da meinten Cia und wir so, ja, wenn die Frauen von vor paar hundert Jahren unsere Generation sehen würden, die ganzen Emanzipation und Widerstände fürn Arsch.. schaut was aus uns geworden ist. Wenn die wüssten, wofür sie gestorben sind. Einfach Ciao.. ich glaube unsere Generation kann in keiner sinnloseren Zeit leben, als es sie gerade gibt. Alles wird im Überfluss produziert und irgendwie weiß man gar nicht mehr, wofür man irgendwas tut, weil man Konsum eh in der Arsch geschoben kriegt in Form von Geld und sich aber dann teilweise nicht mal nen Dach überm Kopf leisten kann. Jaaa es ist actually einfach so sinnlos.

Wir sind dann über eine Brücke gelaufen und Cia meinte so „oh schau, das macht so Hoffnung!“… und wir haben total den lf bekommen, weil sie auf den ganzen Müll im Wasser gedeutet hat.

Ja naja, der Punkt ist, es gibt so Wochenfragebögen. Da gab es so 4 Aussagen und die zutreffendste soll man ankreuzen. Und Cia meinte halt gerade so, ja, da waren so Aussagen mit „ich sehe hoffnungsvoll in die Zukunft“, „ich sehe nicht besonders hoffnungsvoll in die Zukunft“, „wenn ich an die Zukunft denke sehe ich überhaupt keine Hoffnung für mich“ etc. Und Cia meinte „ich wusste nicht was ich ankreuzen sollte, weil eigentlich ja und eigentlich nein“. Ging mir btw genauso. Naja und dann mussten wir beide wieder total lachen weil wir dann so: „najaaaaa wir wollen beide nicht älter als MAXIMAL 40 werden… ich finde, das klingt besonders hoffnungsVOLL“ 😅

Ja naja, mit Cia verstehen wir uns einfach besonders gut.

Ansonszen die Arzt Visite.. ja.. keine Ahnung. Der Horror. Oberärztin, die 2 Stationsärzte (also darunter unsere behandelnde Ärztin), 1 junge Psychologin, die leitende Psychologin, die Sozpäd und noch zwei Leute die wir gar nicht weiter registriert haben, saßen im Raum. Und unser Vertrauen in Ärzte ist einfach broken as fuck. Da gibt es nicht mal mehr nen Boden worauf man bauen kann. Und dementsprechend war die Anspannung einfach krass vor der Visite.. und da „fassadäre“ Verhalten echt immer extremer. Wir kennen es nur von Ärzten erniedrigt, gedemütigt und beleidigt zu werden. Und nichts auf dieser Welt wird diese Erwartung, dass das immer so sein wird, je wieder nehmen können. Wir mögen unsere Ärztin eigentlich tatsächlich sogar sehr gerne. Aber trotz jeder Vernunft und rationaler Klarheit, dass nicht alle Ärzte gleich sind, geht diese Erwartung nicht weg, dass irgendwann noch der Knall kommt. Früher oder später. Ich meine, hey.. bei unserer Hausärztin kam er immerhin nach etwas über einem halben Jahrzehnt.

Ich würde gerne daran glauben, aber mein ganzer Körper reagiert mit dem Gegenteil. Wir sind völlig unfähig ohne ner drillionenfach fetten Schutzsusrüstung mit Ärzten zu reden. Entweder wir wägend drillionen Mal ab, was wir wie sagen, weil man jedes kleinste falsche Wort gegen uns verwenden könnte, oder wir sagen einfach ja und Amen. Leg mich über die Knie und schnall mir ein Halsband und Leine an. Wir fressen dir aus der Hand..

Wir wollen nicht so sein, aber wir haben Angst vor Ärzten. Sogar vor dieser Ärztin, die wir mögen. Ganz in echt. Wir mögen sie gerne. Und trotzdem trauen wir ihr nicht. Wie keinem.Arzt eben.

Aber wir geben uns Mühe. Wir geben uns verdammt viel Mühe und kommunizieren..und sind ehrlich. Und offen. Weil nur so kann man Missverständnisse umgehen. Und wir fühlen uns verstanden. Bisher ist jeder Einzelne (vom Team) hier so gut mir uns umgegangen wie noch nie ein Mensch(Personal) in irgendeiner Einrichtung. Und trotzdem haben wir selbst hier Angst vor den Ärzten.

Wir haben jetzt eine Psychologin zugeteilt bekommen. Als wir vor der Visite noch oben waren und uns bewusst wurde, dass.wir hier eine Therapeutin bekommen.. haben wit auf einmal Frau Blume ganz arg vermisst. Und es war so ein „Erschrelcne-Vermissen“.. so eins mit… ganz schnell zu ihr rennen und uns in ihren Armen verstecken weil SIE unsere Therapeutin ist und NEIN wir wollen, wollen, wollen keine andere. Schon ganz besonders nicht eine so junge, die kaum älter wirkt als 25.

Wir haben die leitende Psychologin zugeteilt bekommen. *Bahira meinte, das sei spannend… (wir sind hier mit „unseren“ engsten Mädels offen mit der DIS umgegangen) weil ohr Kumpel (den wir sogar 2 Tage noch miterlebr haben) auch bei ihr war und bei dem.aucj eine DIS festgestellt wurde. Und die leitende Psychologin hat wohl idr nicht so viele Patienten (?). Wir waren ehrlich gesagt such todeserleichert, dass wir eine ältere Frau kriegen, weil wir einfach mit diesen gefühlt 25-jährigen NULL hätten reden können. Aber.trotzdem graut es uns irgendwie auf einmal vor Freitag und der ersten Gesprächstherapie, weil.. wir denken eigentlich so gut wie null an Frau Blume, aber jetzt wo wir damit konfrontiert werden, könnten wir auf einmal losheulen. Und es ist eher wie ein total kindliches und trotziges, weinendes … und ängstliches! „nein, Frau BLUME ist unsere Therapeuton und NIEMAND niemand niemand anderes darf in uns reingucken!“

Wir wussten bisbzu dem Zeitpunkt nicht was für nen Wert sie doch tatsächlich als Therapeutin für uns hat und es ist das erste Mal, dass wir so richtig die EMOTION von jemanden vermissen auch wirklich spüren und es nicht nur so sagen. Es ist nur so komisch, dass es nur kommt wenn wir uns mit den Psychologen hier konfrontiert fühlen.

Aber eigentlich ist das ein gutes Zeichen, oder? Heißt das nicht im Endeffekt, wir haben endlich eine ernsthafte, therapeutische Bindung zu einer Psychologin aufgebaut? Das wäre krass. Seit wir 12 sind hätte das kein einziger Therapeut geschafft. Wenn es das wirklich ist. Es sei denn, es istbirgendeine Übertragungs-Geschichte die wir grad nicht durchblicken…

Naja wie auch immer es ist. Wir fürchten uns bisschen vor Freitag. Und zwar nicht weil.. ach keine Ahnung. Wir wollen der ja auch eine Chance geben. Wir wissen es ist ja nur begrenzt. Wir wissen es ist ja nur für den Aufenthalt hier und nur für unser Bestes aber… es ist komisch. Es fühlt sich so an wie als würde.. ähh ja. Das ist wirklich komisch, aber ja… Shit, jetzt waren wir grad so total zoned.

Sorr, totaler Fadenriss. Ja egal. Jedemfalls… und dann das alte Bekannte… seit dieser Woche die wir hier sind, war das kein einziges mehr da. Aber heute ist es wieder da. Dieses: Ich will morgen nicht aufstehen. Ich WILL nicht, weil wozu denn? Wooozu??? Es ist als würde jetzt erst wieder in unser Bewusstsein treten, dass das ganze blöde Leben bloß wie eine Zeitüberbrückung ist bis zum Tod, weil .. irgendwie als würde sonst gar nichts Sinnvolleres passieren. Wir sind so 100% leidenschatflos für alles… wir wollen morgen auch einfach gar nichts machen. Keine Motivation für sie blöde Rentner Sportgruppe in der Früh, noch auf Gartentherapie oder die blöde Kunsttherapie. NULL Nerv, null Bock, null null null gar kichts, weiö plötzlich die Sinnhaftigkeit dahinter fehlt. 😫 ach keine Ahnung und jetut sind wir zu müde zum weuterschreibeb. Ist ja auh schon 3 Uhr. Weil wir das schöafen rausgezögert haben. Weil wir morgen nicht aufstehen wollen.. 😔 weil wir einfach keinen neuen Tag wollen… 😣

5. Tag in der Klinik (H)

Sorry, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben. Wir sind am Mittwoch in die Klinik gekommen. Also in unsere Wunschklinik. Klinik B, glaube ich 😀 Wir haben irgendwie so wenig Energie und Logik im Kopf, deshalb haben wir unsere Einträge abfotografiert und wenn ihr wollt und es überhaupt lesen könnt, könnt ihr einfach lesen wenn ihr ausführlicheres wissen wollt. Hier versuche ich jetzt nur ein bisschen was zusammen zu fassen. 

Also das Personal ist supersuper nett und richtig arg bemüht uns zu unterstützen. Wir haben eine Bezugspflegerin, Frau *Felly. Wir sind mit ihr sehr zufrieden, sie ist auch die Stationsleitung hier und von den Gesprächen die wir mit ihr hatten klingt sie sehr erfahren. Sie ist auch schon recht „alt“. Die anderen Pfleger sind auch alle sehr nett. Also die, mit denen wir schon mehr Kontakt hatten. Bisher haben wir eigentlich nur mit Frau Felly und Herr *Wein gesprochen. Wir nennen ihn übrigens Herr Wein, weil er immer so rote Bäckchen hat, finden wir total sympathisch, erinnert uns an irgendwen, aber wissen nicht an wen. Wir haben uns bisher eigentlich nur an die wenden müssen, weil auf einmal, also wirklich seit dem Tag wie wir hier sind, wir plötzlich sooo krasse Probleme mit dem Essen haben. Immer wieder so ein extremst heftiger Druck alles in sich reinzustopfen und auszukotzen. Vorgestern haben wir beim 11. Mal aufgehört zu zählen. Gestern lief der ganze Tag ganz gut, wir haben nicht viel gegessen und uns viel bewegt, aber dann abends wurden wir ein bisschen von einer Mitpatienten getriggert und es ging voll los. Aber Gott sei Dank nur drei Mal. Wir müssen uns auch regelmäßig wiegen. Ich weiß nicht wieso, aber wir fühlen uns auf einmal sooo unglaublich fett in unserem Körper, ich kann uns kaum anschauen. Wir hatten noch nieeeeee so ein Problem mit unserem Körper, ich verstehe einfach nicht wo das herkommt…. D: Naja… auf jeden Fall als wir diesen Druck hatten haben wir uns halt zwei Mal, einmal an Frau Felly und einmal an Herrn Wein gewandt und sie waren wirklich hilfreich. Also beide meinten zu uns, es wäre nicht unüblich, dass wenn man aus einer total schweren Situation Zuhause kommt, die dann in den ersten Tagen total in den Hintergrund rücken und stattdessen plötzlich destruktive Verhaltensweisen oder eben andere Probleme wieder total auftauchen. Wir sagten ihnen, dass wir wahnsinnige Angst haben, dass wir deshalb rausgeschmissen werden, weil wir diese Zeit hier wirklich brauchen. Wir hatten wirklich richtig, richtig Angst. Herr Wein meinte aber, hier würde niemand einfach rausgeschmissen werden. Nur wenn jetzt zum Beispiel das Thema Essen so krass Überhand nimmt, dass man sich nicht mehr auf die Depressionen und die eigentlichen Behandlungsziele konzentrieren kann, könnte es sein, dass die Ärztin dann meint, wir müssen erst schauen, dass wir das mit dem Essen in den Griff kriegen. In unserem positiven Hirn verstanden wir darunter, dass sie uns da dann weiter vermitteln bzw. überweisen oder was auch immer. In unserem Angst-Hirn heißt das, sie setzen uns einfach vor die Tür und es ist uns selbst überlassen weiterzuschauen. Keine Ahnung. Aber wir wollen es gar nicht so weit kommen lassen und ich glaube solange wir nicht jeden Tag nur die ganze Zeit über der Schüssel hängen oder wir hier erschreckend viel abnehmen, ist das alles noch im Rahmen. 

Grundsätzlich merken wir schon, dass wir mit dem Personal hier in eine Richtung schauen und an einem Strang ziehen und die Meinungen kaum auseinandergehen. Also bis jetzt sind wir wirklich zufrieden. Wir haben auch Anschluss gefunden mit Gleichaltrigen und es tut sooooo extremst gut. Ups, hab gerade voll dissoziiert weil ich *Romy beim Malen zugeschaut habe. Wieso dissoziiert man bei sowas plötzlich? Egal. 

Weiß nicht wie oft und ausführlich wir hier schreiben können werden. Wir schaffen es kaum die Leuten auf Whatsapp zu schreiben, gefühlt verfliegt die Zeit, und irgendwie kriegen wir gefühlt auch nichts mit oder machen nichts, glaube ich. Keine Ahnung, alles total verwirrend…. aber wir schreiben sehr, sehr regelmäßig ins Kommunikationsheft. 

Mehr fällt mir gerade nicht ein, bzw ist plötzlich mein Kopf leergesaugt. 

-Hanna

„Therapeutische Beziehungen“ (J)

Wie es uns gestern ging, kann ich nicht mehr reflektieren. Mittags, als wir Zuhause ankamen, kam ein Anruf von Klinik A (14 Tage maximal, denn nach 14 Tagen sind Krisen vorbei. Wusstet ihr das noch nicht?) Spaß beiseite, ich finde begrenzte Aufenthalte nicht schlimm, aber den Sinn dahinter verstehe ich nicht. Klinik A ist auch die Klink in der wir waren, als wir letztes Jahr im März wegmussten. Also wo wir eigentlich gute Erfahrungen gesammelt haben. Allerdings eine andere Station. Sie wollten, dass wir schon heute (also gestern) kommen. Wir sagten, total überfordert: „Ähm. Nein“, auf die Frage, ob wir denn die Möglichkeit hätten. Wir erklärten, dass wir einen Hund haben und das mindestens einen Tag vorplanen müssen. Wir sagten ihnen eigentlich für morgen (heute) um 10 Uhr zu. Schon da mussten wir nach dem Telefonat lachen (Mona war zu Besuch und Elly, Mona und ich saßen draußen im Garten). Wir hatten gerade erst Mona von der E-Mail an die Betreuer erzählt und dass die sich bestimmt sowieso wieder ewig nicht melden würden.

Nach dem Anruf haben wir auf unserem Handy eine SMS von Frau Blume gesehen, dass sich Klinik B gerade bei ihr gemeldet hätte und sie auch einen Platz frei hätten – sie würden sich im Laufe des Tages bei uns melden wollen. Absurd. Wir schrieben dann nur noch zurück, wir seien jetzt völlig überfordert.

Direkt im Anschluss mussten wir auf die Toilette und während wir auf dem Töpfchen saßen, rief Frau Blume an. Übrigens hat sie dafür ein Talent. Als würde sie wissen: „Jetzt gehen sie auf die Toilette. JETZT rufe ich an.“ Ufz. Wir haben uns nicht die Ruhe genommen unsere Blase entspannt zu entleeren, bevor wir ans Handy sind. Sie hat auch wirklich lange klingeln lassen. Sie fragte, ob sie stört. Wir können ihr ja wohl kaum sagen, dass sie immer zu unseren Pipi-Pausen anruft 😀

Jedenfalls sagten wir ihr dann am Telefon, dass uns Klinik A auch gerade eine Zusage gegeben hätte. Sie musste lachen. Wir erklärten, dass wir jetzt wirklich überfragt sind und nicht wissen was wir wollen. Intuitiv hätten wir für Klinik B gestimmt. Vermutlich weil dort auch fast alle unsere „Freunde“ (also Gleichaltrige) waren und nur Gutes berichten. Dann meinte Frau Blume auch, naja, in Klinik A müssten wir ohne Wenn und Aber nach 14 Tagen gehen und die haben sich sowieso ewig Zeit gelassen mit dem melden. Vor bald über einem Monat meinten die ja zu ihr, sie würden sich „nächste Woche“ melden. Wir sagten, dass wir dann Klinik A absagen und Klinik B wählen. WENN wir schon einmal eine Wahl haben, nachdem uns alle nur abgewinkt haben, dann nutzen wir die doch auch! 😀

Wir haben Klinik A angerufen und bescheid gesagt, dass wir morgen/heute doch nicht mehr kommen. Wir erklärten ihr, dass sich noch eine andere Klinik melden wolle und wir eher zu denen tendieren. Die Frau am Telefon war sehr nett und fragte, ob sie uns dann von der Warteliste nehmen soll. Wir sagten, sicherheitshalber bitte nicht, falls das „wir melden uns heute“ bei Klinik B auch vier Wochen dauert. Und wir meinten zu ihr, wir würden uns diese Woche noch einmal melden, falls sich Klinik B doch nicht mehr meldet. War für sie kein Problem.

Dann waren wir nachmittags bei Frau Blume und wir sind mit ihr den Chat mit J durchgegangen. Wir haben ihr unser Handy gegeben, weil die ganze Situation unglaublich frustrierend war. Wir haben 20 Minuten lang versucht den Chat widerzugeben, aber es war, als würde man mir die Worte aus dem Mund klauen. Sie waren zwar in meinem Hirn, aber sobald ich sie aussprechen wollte, war es weg.

Wir erklärten ihr, wie verwirrt wir über seine Fragereien sind und sie meinte, es sei doch unglaublich klar, wieso ihn ausgerechnet diese Fragen interessieren. Wir schauten sie völlig verwirrt an, weil wir überhaupt nicht in ihre Gedankenwelt eingestiegen waren. Sie meinte: „Na, ist doch klar. Was ist denn das allerwichtigste in einer Therapie?“ Ich glaube, wir haben sie angeschaut wie ein Fisch und haben uns auch ein bisschen wie bei einer mündlichen Prüfung gefühlt. Ich hatte keine Ahnung worauf sie hinaus will. In der Therapie war oder ist für uns eigentlich das Wichtigste, dass wir für uns immer wieder mal etwas mitnehmen können, was uns dann im Alltag weiterhilft. Also war unsere… „Stotter-Ähm-Antwort“, dass man sich irgendwann selber irgendwie in schweren Situationen helfen kann. Aber sie hat den Kopf geschüttelt… Und wir waren verwirrter als je zuvor in unserem Leben, weil seit wir 14 sind, alle, wirklich alle Therapeuten, genau das zu uns gesagt haben. Nachdem wir nicht drauf gekommen sind, erklärte sie, dass die therapeutische Beziehung die wichtigste Grundlage einer Therapie ist. Okay. Da waren wir dann auf einmal wirklich total durcheinander. Zum Einen… wir können uns unter einer therapeutischen Beziehung nichts, wirklich gar nichts vorstellen. Wir hatten (bis auf zu Frau Honig) noch nie eine emotionale Einstellung/Bindung/Beziehung (man nenne es, wie man möchte) zu unseren Therapeuten. In ihren folgenden Aussagen verstanden wir, dass es um das Vertrauen geht und sie meinte, es wäre doch für die Täterseite schlimm, wenn wir anfangen würden einer Person außerhalb unseres Netzwerkes zu vertrauen. Wir schüttelten da aber (innerlich zumindest) den Kopf und erklärten ihr, dass wir das nicht wirklich verstehen oder anderer Meinung sind. Was soll so schlimm für unsere Bekannten sein, wenn wir anderen Menschen vertrauen?

Wir erklärten ihr, dass es für uns nicht das Problem ist. Wir könnten jetzt, in dieser Sekunde, aufstehen, zu einer wildfremden Person auf der anderen Straßenseite laufen und ihr von unserem Leben erzählen. Alles. Ich konnte ihren Blick darauf nicht deuten. Aber irgendwie fühlte ich mich gezwungen ihr noch zu sagen „Aber nur, weil ich weiß, der würde mir eh kein Wort glauben“.

Zwischendurch kann ich mich nicht mehr an alles erinnern. Ich weiß nur, dass wir es nicht 100% verstehen. Wieso sollte eine therapeutische Beziehung eine Gefahr für unsere Bekannten sein? Bzw. eben für die Täter? Therapeuten sind keine Menschen, die viel Bedeutung im Leben eines Menschen haben. Sie kommen und gehen, früher oder später werden sie nur noch ein Mensch gewesen sein, der (im besten Fall) mehrere Jahre in ihrer Praxis gegenüber im Stuhl saß und (in noch besserem Fall) hilfreich war, um sich selbst irgendwann zu helfen. Aber sie sind so verdammt austauschbar. Genauso wie Patienten verdammt leicht austauschbar sind. Ich glaube, unser Hirn ist einfach in den letzten Jahren so extrem darauf gepolt worden, dass man sich sowieso nur selber helfen kann, dass Therapeuten für uns nie etwas anderes sein werden, als nur irgendein Werkzeug, zu dem man kein Bezug herstellen kann. Und das haben ausnahmsweise Mal nicht „Täter“ bei uns gepolt, sondern bis auf Frau Honig jeder einzelne von den verschiedenen Therapeuten die wir hatten. Die selbst haben uns seit Anfang an beigebracht: Zu Therapeuten baut man keine Beziehung auf, Distanz ist das A und O. Und damit können wir vermutlich sogar besser umgehen als mit irgendwas anderem, weil wir Therapeuten auch noch nie als etwas anderes als Werkzeug gesehen haben. Und wir fänden es schon ziemlich komisch, wenn wir irgendeine emotionale Bindung zu unserem Staubsauger z.B. aufbauen würden 😀

Was natürlich nicht heißt, dass wir Therapeuten nicht mögen können. Unseren Kühlschrank mögen wir auch. Den lieben wir sogar 😀 Aber wir können Gegenstände und Menschen komischerweise lieben oder mögen, ohne emotionale Bindungen aufzubauen. Ist das schräg? Ich finde, das klingt auch wieder total Borderline 😀 Ein Teil von uns hat auch sicher eine BPS.

Jedenfalls hat mich das Gespräch sehr verwirrt und das war im Endeffekt auch der grundsätzliche Teil, der mir hängen geblieben ist von gestern. Es fällt uns (oder mir und ich denke uns Alltagspersonen zumindest) unfassbar schwer irgendwas mit einer emotionalen Bindung zu Menschen anzufangen. Wir wissen was es ist. Wir haben sie zu sehr wenigen. Zu unserer Cousine und unseren Patenkindern zum Beispiel. Wir lieben diese drei Menschen in unserem Leben bedingungslos. Da ist auch ganz viel Zuneigung und Kraft da. Also, dieses Gefühl macht stark. Auch unsere Ex-Freundin gehört in diese Rubrik. Aber das sind auch schon alle Menschen wo wir sagen würden, da ist so eine richtige emotionale Bindung da. Bei allen anderen… sie können kommen und gehen, aber da rührt sich bei uns nichts. Zumindest nicht wirklich. Wir mögen sie, einige lieben wir sogar, aber da ist halt einfach nicht diese Bedingungslosigkeit dahinter oder die Kraft, die wir spüren, wenn wir in die Emotion gegenüber unserer Cousine und unsere Patenkinder gehen. Ist das verständlich, was wir versuchen zu erklären?

Und wenn wir schon zu „normalen“ Menschen, wie Freunden oder Familie keine wirklich standhafte emotionale Bindung aufbauen oder sie zumindest nicht spüren, wie zum Teufel dann bei einem Therapeuten, der faktisch für uns „nur“ Werkzeug ist? Ich finde es verdammt schräg. Und versteht mich nicht falsch. Für viele von uns ist Frau Blume ein verdammt tolles Werkzeug. Sie ist… nicht nur ein grauer Staubsauger der Fussel wegsaugt, sondern ein kunterbunter Staubsauger mit Polierfunktion zum Beispiel. Den finden wir genial. Aber kann man sowas schon eine Art Beziehung nennen? Kann man zu Staubsaugern eine Beziehung aufbauen? Ich muss gerade plötzlich lachen, weil ich mich an J erinnere, wie er vor zwei Tagen darüber lachen musste, dass wir Therapeuten immer mit Gegenständen vergleichen. Ist uns vorher nie aufgefallen (also, bevor er das angemerkt hat).

Ja, wir sind schon manchmal komisch, ich weiß. Übrigens kam dieser Vergleich, weil J uns fragte ob wir uns vorstellen könnten, uns von Frau Blume trösten(umarmen) zu lassen, wenn sie es anbieten würde. (Ja, solche und ähnliche Fragen hat er ständig gestellt – absurd, echt). Und wir mussten über die Vorstellung total lachen, weil 1. haben wir uns gefragt, wozu man Menschen überhaupt umarmt, außer z.B. zur Begrüßung und 2. schrieben wir dann eben, dass unser Hirn diese Vorstellung gar nicht visualisieren kann, weil das ist als würde man uns fragen, ob wir uns vorstellen können, dass unser Laptop uns umarmt. Habt ihr schon einmal einen Laptop jemanden umarmen sehen? 😀

Oh man, er hat so viele komische Fragen gestellt. Nicht nur ob wir sie mögen, sondern auch was wir an ihr mögen. Ob wir nicht Angst hätten, dass sie schwanger werden würde oder wegziehen müsste und plötzlich weg wäre. Wir haben ihm nichts Anderes geschrieben als hier auch: Ja, wir mögen sie. Nö, es wäre nicht schlimm, wenn sie plötzlich weg wäre. Als er gefragt hat, wieso wir es nicht schlimm fänden, wenn wir sie doch mögen, konnten wir darauf nicht antworten. Hallo? Unsere Ex-Freundin ist der Mensch der uns bisher im Leben am tiefsten im Herzen berührt hat und wir haben sie davon überzeugt, dass sie nach Griechenland ziehen soll, weil wir ihr angesehen haben, dass sie dort glücklich ist! Und es hat uns nicht die Bohne wehgetan und keinen einzigen Tag haben wir an so etwas wie Verlustschmerz oder so gelitten. Mal abgesehen davon, dass wir bis heute (das war 2017) nicht das Gefühl haben, als wäre sie wirklich weg, weil die emotionale Bindung(!) eben so stark ist, dass da nicht einmal die Entfernung etwas dran rütteln kann. Und dann soll uns das etwas ausmachen, wenn ein Therapeut „plötzlich weg“ ist? Irgendwie ist das so banal, dass es sich bei uns im Magen kringelt, weil wir innerlich drüber Lachen müssen.

Es war blöd, dass die Therapie bei Frau Honig vorbei war und wir haben wirklich damit zu Kämpfen gehabt. Aber nicht, weil wir sie in dem Sinne vermissen oder vermisst haben, sondern hauptsächlich weil es für uns wieder hieß: „Toll, wieder alles auf Anfang“ und einfach damit sofort die Kapitulation da war und wir gesagt haben LECKT MICH, kein Bock mehr. ES NERVT. Wisst ihr, wie ich meine?

Tja… ich weiß nicht, ob ich diese „therapeutische Beziehungssache“ jemals kapieren werde. Frau Blume hat versucht es uns zu erklären, aber ehrlich gesagt klang das für uns einfach außerirdisch. Wir haben ihre Sprache gefühlt da einfach nicht verstanden. Wie als würde unser Hirn da einfach keine Verbindungen schließen können. Ein Fisch kann auch nicht anfangen zu laufen. Dem fehlen die Beine.

Jill

Mitteilung (J)

Hi, und ha! Seit Monaten waren wir glaube ich nicht in der Lage uns den Betreuern mitzuteilen. Ich habe denen jetzt eine E-Mail geschrieben, an das Team. Mit unserer Therapeutin im CC. Ich habe wirklich versucht relativ kurz gefasst auf den Punkt zu bringen, was los ist. Klingt das irgendwie blöd? Seid ehrlich. Nicht in Betroffenen Perspektive lesen, bitte. Sondern lest das mal aus Perspektive eines unerfahrenen Betreuers (also die keine Ahnung von Trauma und DIS haben). Falls ihr euch da reinversetzen könnt. Wäre gerade wirklich hilfreich für uns, eure Meinung dazu zu hören. Also, im Perspektivwechsel.

-Jill

Die Mail:

„Liebes Team,

weil wir/ich seit Monaten einfach nicht mehr in der Lage sind uns mitzuteilen, versuche ich ganz kurz etwas zusammenzufassen

… Ich bin zurzeit 2x die Woche in Therapie, weil es verdammt krisenhaft ist. Seit Wochen stecke/n ich/wir in einer krassen Depression, und weil ich/wir noch NIE eine Depression hatte/n, weiß ich auch nicht, wie man damit umgeht. Wir bemühen uns schon ewig für einen stationären Platz zur Krisenintervention, aber irgendwie spielen seit Februar die Kliniken mit uns Ping-Pong. Wenn das nicht so traurig wäre, würde ich echt darüber lachen. Unsere Therapeutin unterstützt uns dabei. (also nicht beim Lachen. Sondern bei den Anmeldungen).

Neben der Depression sind es übrigens auch verschiedene blöde Symptome die seit Wochen immer schlimmer werden. Wenn unser System soweit gut läuft, wie Ihr ja wisst (oder halt die Betreuer die mich/uns schon länger kennen, wissen müssten), dann sind wir ja 200 % funktionsfähig. Typisch DIS eben. Weil mehrere Alltagssysteme hier sowas übernehmen können. Aber genau das ist eben seit Wochen nicht mehr der Fall und treibt mich total in den Wahnsinn. Und wenn diese Funktionalität nicht mehr da ist, dann tauchen eben auch die typischen kPTBS Symptome auf…  Flashbacks und Intrusionen, die ich/wir seit vier Wochen täglich und rund um die Uhr haben. Das ist keine Übertreibung. Wenn ich/wir mal eine Stunde lang keinen Flashback und keine Intrusion oder keine Körpererinnerungen haben, und stattdessen „nur“ auf höchst Stufe dissoziieren, dann sind das mal die GUTEN Stunden.

Die Energie ist auch raus wie die Luft aus einem Luftballon. Am extremsten merken wir das an den Putzdiensten oder anderen ganz normalen Alltagsaufgaben wie Kochen, Essen blabla (deshalb waren wir auch 3 Wochen krankgeschrieben, wir haben die Wochen vorher nur noch dissoziiert in der Arbeit und nichts mehr auf die Reihe bekommen). Wir schaffen es maximal 20 Minuten uns mit etwas zu beschäftigen und danach sind wir so energielos, dass wir völlig wegdissoziieren und nur noch wie ein Zombie dastehen oder dasitzen und die Suizidgedanken wirklich enorm werden… und wir sind auch einfach energiemäßig nicht im geringsten in der Lage Gespräche zu führen. Seit Monaten. Allein das Mitteilen von Problemen klappt schon einfach nicht. Nicht nur, weil wir ohnehin seit wir in der WG sind ja nur mit Aussagen (im übertragenen Sinne) konfrontiert bzw. abgespeist werden wie „Ach, die sind ja Viele. Irgendwann wechselt schon wieder jemand der gut drauf ist und dann ist das Problem gelöst“… sondern hauptsächlich, weil wirklich einfach sowas von 1.000.000 fach die Luft raus ist und die Energie fehlt. Ich weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist.

Ich will übrigens nicht, dass sich das jetzt so anhört als würde ich Euch einen Vorwurf machen. Mir ist bewusst, dass A) wir uns nicht mitgeteilt haben, wie es uns geht, B) einige von Ihnen das Vielesein noch anzweifeln und C) die Anderen damit überfordert sind und nicht wissen wie man helfen kann. Wenn ich wüsste, wie man mir helfen kann, würde ich es sagen. Aber das weiß ich/wissen wir im Moment selber nicht. Deshalb bin ich auch so froh, dass wir endlich eine wirklich sehr, sehr kompetente und eine erfahrene Therapeutin gefunden haben. Wir sind also soweit gut aufgehoben. Zumindest für 2 Stunden in der Woche (aktuell). Die einzige „Intension“ dieser Mail ist einfach, dass Ihr über meine/unsere „aktuelle“ Lage bescheid wisst.

Also, sie dient wirklich nur zur Info. Einzelgespräche usw. haben wir auch ganz bewusst seit Wochen abgelehnt, weil das nicht verstanden werden nur das Gegenteil von Stabilität auslöst. Es frustriert und verzweifelt nur noch mehr – vor allem, wenn man selber nicht mehr ein- und aus weiß – und deshalb möchten wir/ich auch weiterhin keine persönlichen Einzelgespräche o.ä.

Danke für’s durch Lesen und ich/wir hoffe/n und bitten um Euer Verständnis

P.s. Ich setze meine Therapeutin in’s CC. Nicht dass es am Ende noch heißt, ich würde mir hier nur irgendwas ausdenken. Sie weiß seit Wochen über diesen Krisenzustand bescheid… ich war nur einfach nicht in der Lage das dem Team mitzuteilen.

LG

***“

Nach drei Wochen – und wir fühlen uns wie vor drei Wochen (H)

In einer Stunde geht es für uns los zur Arbeit und ich fühle mich völlig aufgeschmissen. Teilweise. Ein anderer Teil hat nicht die geringste Emotion dazu. Aber ich habe irgendwie Angst. Richtig starke Angst. Ich meine, wenn mich in den letzten drei Wochen schon nach 15 Minuten total ruhiges Aufräumen ausgebootet hat, und zwar in dem Maß, dass in meiner Gedankenwelt einfach absolut nichts Anderes mehr vorhanden war, als uns wegzumachen, weil uns die Überforderung nach 20 Minuten so totgeschlagen hat, dass sie nicht anders auszuhalten gewesen wäre,… wie soll das dann heute in der Arbeit werden, wo nicht einmal wir selber nur Ansprüche an uns haben, sondern vor allem auch unsere Chefin und der Direktor? Sein Satz, dass er ja eine arbeitsfähige Mitarbeiterin von uns erwartet, wenn er uns nach Ablauf des befristeten Vertrags übernehmen soll, hängt uns seitdem echt massiv in den Ohren. Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet jetzt unsere Funktionalität komplett auseinander bricht. Wir bestehen doch nicht umsonst aus gefühlt zwanzigtausend Außensystemen die Funktionalität aufrecht erhalten soll. Wozu sind wir denn so viele Systeme, wenn es dann keiner mehr schafft abzulösen und weiterzumachen? Das war doch in Vergangenheit auch immer so. Hat doch immer irgendwie funktioniert! Wieso jetzt auf einmal nicht mehr?

Ich habe Angst, dass sobald wir Outlook später öffnen, schon allein davon total in die Überforderung kommen und wir wie ohnmächtig minutenlang nur pre-kapitulierend vor dem Bildschirm sitzen. Ich habe im Gefühl, dass allein schon der Blick in das Postfach die Energielosigkeit auslösen wird, die 15 Minuten Aufräumen bei uns zurzeit schon auslösen.

Und trotzdem quälen wir uns lieber da durch, als noch einmal zum Arzt zu gehen. Vorher laufe ich vor ein rasendes Auto, bevor wir einen Schritt in diese Praxis machen. Ich glaube uns war schon lange nicht mehr etwas so peinlich. Diese Panikattacke im Wartezimmer ist vergleichbar mit einem Durchfall in der Öffentlichkeit. In weißer Hose.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Oder in dem speziellen Fall jetzt wissen wir ja scheinbar alle nicht mehr wirklich weiter, sonst würde ja endlich mal wieder etwas passieren. Also funktionell meine ich. Ich frage mich aber auch, ob wir diese Funktionalität mit unserer Aktion jetzt nicht sogar erzwingen werden? Also ich meine, so labil und mega mega arbeitsunfähig wie wir gerade sind, uns heute ins Büro zu wagen… das müsste ja ein Systemwechsel fast schon erzwingen, oder? Oder dissoziieren wir heute vielleicht wirklich die ganzen vier Stunden rum? So halb zumindest? Ich habe keine Ahnung.

Und am Nachmittag sehen wir Frau Blume. Ein Teil von mir hat vor der Therapie wahnsinnige Angst. Ein anderer Teil ist unendlich erleichtert sie zu sehen weil in der einen Stunde fühlen wir uns zumindest EIN BISSCHEN stabiler oder zumindest halt in der Labilität ein bisschen gestützt. Woher die Angst vor heute kommt kann ich irgendwie nicht mehr genau sagen. Wir hatten die letzten zwei Tage richtig, richtig intensiven Kontakt mit J und Samstag hat er uns von morgens bis abends über unsere Beziehung zu Frau Blume ausgequetscht. Nicht über Frau Blume selber, sondern wirklich nur wie wir zu ihr stehen. Da waren Fragen dabei, ob wir sie mögen, was wir an ihr besonders mögen, ob es für uns schlimm wäre, wenn sie plötzlich schwanger werden würde oder plötzlich umziehen würde und somit weg wäre. Zwischendurch waren wir total genervt und irgendwie auch wütend. Er hat ja in Vergangenheit schon einmal Andeutungen gemacht, dass er sich von ihr „mehr Hilfe“ erwartet. Aber wieso er? ER geht doch nicht in Therapie und ER kennt sie nicht. Es hat uns sooo wütend gemacht. Besonders als er dann plötzlich anfing sie abzuwerten. Aber zu dem Zeitpunkt waren wir sowieso schon total entnervt. Und dann haben wir total zurückgeschossen. Und dann hat er in großen Tönen von der Therapeutin gespuckt, zu der eine Freundin von ihm geht. Gestern ging es dann weiter. Also zum Teil. Ich kann mich nicht erinnern, was gestern war. Er schrieb nur auf einmal irgendwann um halb zehn oder so, wir sollen so etwas nie wieder machen und ob wir jetzt in der Klinik wären. Und wir schrieben ihm darauf, nein, „sie“ hätte uns in die WG zurück gebracht. Bei ALLEM: Ich habe KEINE Ahnung wo wir waren oder wer uns weshalb in die WG anstatt in die Klinik gebracht hat! Aber irgendwo im weiteren Verlauf hat er gefragt, ob wir uns „deshalb umbringen wollten“… also gehe ich davon aus, dass wir gestern fast irgendwas Dummes getan hätten. Ich habe aber keine Ahnung wer uns davon abgehalten hat. Es muss jemand von dort gewesen sein, weil J sonst nicht unmittelbar davon gewusst hätte… auf jeden Fall.. jaa, pure Verzweiflung hier und da, irgendwo im Chat sind wir gewechselt, weil ich erinnere mich als nächstes nur noch, wie wir Sie & Co schreiben, dass wir gerade gar nichts wirklich fühlen, sondern nur ein extremer Druck in der Stirn ist, als wäre da ein Rauch ausgebrochen. Ich könnte den Chat nochmal komplett durchlesen, das weiß ich. Aber irgendwas in mir hat enorme Angst davor, als könnte das irgendwas triggern und mich jetzt noch unfunktioneller machen, als wir sowieso schon sind. Oh man, es ist einfach alles nur noch ein einziges Chaos. Kaum sind wir wach, wünschen wir uns schon uns im Laufe des Tages einfach umzubringen. Nur kommt uns dummerweise immer etwas dazwischen. Zum Beispiel Kaffee trinken mit Mona. Oder Therapie. Und ja, es soll so absurd klingen wie es ist. Wer sich wirklich umbringen will, lässt sich doch nicht von einem Kaffeekränzchen davon abhalten, oder? Ja, denke ich irgendwie auch. Aber tut es. Weil allein schon das in Empfang nehmen von Besuch uns energiemäßig so ausknockt, dass wir nicht einmal mehr die Kraft haben darüber nachzudenken, was die schnellste und einfachste Methode wäre sich umzubringen. Und weil wir verdammt Feiglinge sind, kommt nach wie vor nur der Sprung in 80 Meter Tiefe in Frage, weil alles Andere nicht 100 % ist. Aber für diesen Sprung in 80 Meter Tiefe müssen wir entweder eine Fahrt mit dem Bus dahin „organisieren“ – also schauen wann der Bus fährt – was aber schon zu viel des Guten ist, oder mit dem Taxi fahren, was wir aber auch nicht aushalten würden, weil wir alle Taxifahrer hier kennen. Und sie reden wollen. Alle reden. Nervig. Kotz.

Egal, wir machen uns jetzt langsam mal auf den Weg zur Arbeit.

Hanna

Es ist immer noch nicht besser (H)

Ich bin total am Ende. Wirklich. Seit einigen Tagen schleppen wir uns irgendwie durch diesen Frühjahrsputz und wir kommen trotzdem keinen Schritt weiter… nur eine halbe Stunde machen wir irgendwas… und danach ist die Energie sowas von leer. So, als würde man einen Luftballon öffnen und die Luft rauslassen… Danach will ich mich einfach nur noch auf den Boden setzen und nie wieder aufstehen. Am Dienstag wollte Gm den Putzdienst abnehmen… wir werden es einfach nicht schaffen… sie hat letzte Woche schon zu Elly gesagt, dass wir dann eine Verwarnung einkassieren. Ganz im Ernst? Zu Recht. Es ist einfach nur peinlich, nicht einmal die Kraft zum Putzen zu haben und im eigenen Dreck zu vergammeln. Also, im Dreck von uns allen MItbewohnern, aber trotzdem. Elly gehts auch nicht prächtig und sie hat ihren Frühjahrsputzdienst in der Küche auch geschafft.

Sie hat von 9 Uhr Früh bis 20:30 geputzt. Wir haben ihr sogar am Abend als wir von der Therapie zurückgekommen sind geholfen. War das nach der Therapie? Ach, eigentlich weiß ich gar nicht wo wir waren, wenn ich ehrlich bin. Die letzten Wochen sind drunter und drüber gegangen. Mal waren wir hier, mal bei unseren Eltern, mal bei Chloe, dann wieder ganz wo anders. Aber wir können zeitlich nichts einordnen. So als hätte ich mich von hier nach da gebeamt.

Mir geht es einfach immer noch nicht gut, ich weiß jetzt nicht, ob es die Depressionen noch sind oder ob die weg sind und es normales „nicht gut gehen“ ist… Morgen gehe ich wieder in die Arbeit, aber nur weil wir letzte Woche in der Arztpraxis eine Panikattacke und eine Intrusion!!! (doch kein Flashback) hatten. Ich habe irgendwann die Tage mal ein Video von leben.lernen auf Youtube gesehen (ich mag sie super gerne) und irgendwie sind wir nur durch Zufall auf das Video gestoßen, aber uns war der Unterschied nie klar. Jetzt weiß ich, dass das in der Arztpraxis nur eine Intrusion war, weil da war ich nicht wirklich weg. Wir haben zwar die Bilder gesehen, aber wussten noch, dass wir im Wartezimmer sitzen. Das war uns so peinlich, dass wir da einfach erst einmal ein paar Monate nicht mehr hin wollen, bis die das hoffentlich irgendwann vergessen haben. Ganz egal wie krank wir werden, dann gehen wir zu irgendeinem anderen Arzt, aber uns sehen sie dort bestimmt erst einmal nicht mehr.

Vielleicht tut uns ja der Arbeitsalltag ja auch mal wieder ein bisschen gut. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht, was uns zurzeit gut tut und was nicht, weil wir das Gefühl haben, dass uns emotional nichts, wirklich überhaupt nichts erreicht. Also das Reiten gestern war schön, wir lieben einfach (wie haben wir die Reitlehrerin genannt? Liane?) wir lieben alle ihre Pferde, aber ich habe gemerkt, dass Nelly irgendwie eine ganz besondere… Ausstrahlung hat. Sie finden wir irgendwie… da macht unser Herz ganz andere Sachen… wir lieben alle ihre Pferde, aber bei Nelly fangen wir fast das Weinen an, wenn wir ihr in die Augen sehen. Das ist schon recht seltsam. Nelly ist eine Tinkerstute. Eigentlich sind wir nicht so die Tinker Fans. Aber naja. Man sucht sich so etwas ja nicht aus. Gestern sind wir auf Moritz geritten, er ist ein Kaltblut und er ist das verschmusteste Pferd von Liane. Er denkt, er wäre ein Schoßpferd. Aber zum Reiten war er für uns gestern die Hölle. Wir haben ihn ums Verrecken nicht außen halten können, egal wie wir getrieben haben mit dem Schenkel und egal wie sehr wir in die Außenparade gegangen sind, er ist gefühlt auf dem 10. Hufschlag getrabt. Wir waren super frustriert, aber Liane nimmt da jedesmal den Stress raus, sie ist glaube ich bisher die beste Reitlehrerin die wir hatten. Falls ich mich an alle erinnern kann(?). Normalerweise sind wir nach solchen Stunden so frustriert und noch schlechter gelaunt nach Hause gegangen als ohnehin schon, aber gestern nicht. Wir saßen auf Moritz am Ende und Bonnie meinte zu Liane, (also jemand von uns), sie traut sich gar nicht abzusteigen, weil die Beine wie Pudding sind. Dann meinte die eine ältere Frau die mit uns zusammen in der Reitstunde war, die legen die Abschwitzdecke über uns drüber und dann schlafen wir im Stall. Dann meinten wir zu Liane, dass sie sich morgen Früh nicht erschrecken soll, weil wir auf Moritz‘ Rücken übernachten. Liane meinte, das wäre okay, der freut sich bestimmt, wenn er 24 Stunden durchgekuschelt wird. Nach dem Reiten haben wir mit ihm noch kurz gekuschelt.

Gestern war ein komischer Tag, weil wir den ganzen Tag mit J geschrieben haben. Aber es war super absurd, von Vormittags bis Abends hat er ständig nur Fragen über unsere Therapie gestellt. Bzw. viel eher über Frau Blume und wie sie ist und wie wir sie finden. Also als würde er wissen wollen, wie unsere Beziehung zu ihr ist. Es war so unglaublich komisch und dann haben wir auch noch davon geträumt, wie er bei einer Therapiestunde dabei saß. Ich wünschte irgendwie einfach, es würde endlich wieder alles normal werden, so wie vorher. Ich verstehe einfach nicht wo unsere Funktionalität hin verschwunden ist.. ich habe irgendwie jetzt viele von uns kennengelernt in der Woche. Wie soll ich das beschreiben? Nicht kennengelernt im Sinne von, dass ich weiß wer wie ist und dass ich unterscheiden kann, wer wann außen ist… aber so… ach, egal ich habe keine Energie darauf zurückzugreifen und es zu erklären. Ich wäre einfach so froh, wenn ich einfach die Zeit anhalten könnte, damit wir für ganz lange Zeit einfach nur daliegen und können und nichts tun müssen. Kennt ihr das eigentlich, dass ihr im Gespür habt, dass ihr vielleicht wieder in ein anderes Team wechselt? Dass andere Alltagspersönlichkeiten wieder aktiv werden? Wisst ihr, wie ich meine? So ungefähr fühlt es sich gerade an, auch wenn ich nicht genau beschreiben kann, wie es sich anfühlt. Bin einfach nur total am Ende mit allem.

Ich will heute einfach nur noch in die Badewanne, falls ich dazu überhaupt die Motivation aufbringen kann. Wir sind gerade so komisch. Für nichts steht uns gerade wirklich der Sinn. Als wäre wirklich absolut alles sinnlos. Einschließlich das Atmen. Dabei wollte ich noch ein wenig in unser Kommunikationsheft schreiben, einfach ein paar Gedanken festhalten, weil ja sonst alles davonfliegt. Die Zeit, der Kontext, die zeitlichen Reihenfolgen und dazu halt auch die Erlebnisse. Es ist so verrückt und so zum Verzweifeln… ich denke, Menschen die das nicht kennen, können sich das nicht im geringsten vorstellen und ich wüsste nicht einmal, wie man das für solche Leute beschreiben sollte…

Hanna

Wann hört das eeeendlich auf?

Wir kööönnnen nicht mehr.. ich hab keeeine Ahnung wie lange wir noch durchhalten wir können einfach nicht mehr. Wir. KÖNNEN. Nicht. Mehr!!! 😭 den ganzen Tag von morgens bis abends haben wir Flashbacks, komplett sogar während wir in Kontakt mit anderen sind… oder vlt sind es sogar psychotische Schübe ich weiß ds nicht, aber wir sind AM ENDE!!! 😭 Hier sehe ich eine blutige Kanüle vor meinen Augen rumfliegen, da höre ich Klebeband abreißen (was mich in einen absoluten körperlichen Schock versetzt), dann sehe ich plötzlich überall Ameisen an mir kriechen (wo keine sind), hier und da taucht das grinsende Gesicht von meiner Mama wie bei einem Projektor plötzlich an der Wand auf, beim Spazieren bilde ich mir ein, dass der Boden plötzlich unter mir nachgibt und plötzlich liege ich in einer Kiste und Erde wird auf das Holz drauf geschmissen. In der nächsten Sekunde ist schon wieder diese Leindwand vor meinen Augen mit dem übelst gruseligen und verrückt aussehenden Mann der rot beleuchtet wird, dann spüre ich hin und wieder ein so komisches Gefühl an meinen Schläfen und wie als würde kurz mein Gehirn aussetzen und ich realisiere gar nicht was mit meinem Körper passiert, dann denke ich plötzlich, mir steckt ein Fremdkörper zwischen den Beinen und ich kann mich nicht hinsetzen weil ich es mir sonst tiefer schiebe, DABEI IST DA NICHTS, aber in dem Moment so real, dass ich vor Schmerzen oder Angst oder Schock fast wahnsinnig werde 😭😭😭 Heute auf dem Heimweg knicken meine Beine ein, weil auf einmal urplötzlich ein SO heftiger Schmerz in meinen Fußballen ist, wie als wenn man ewig auf Stöckelschuhen gelaufen ist oder hubdert Jahre auf Zehenspitzen laufen muss. Beim Einknicken hatte ich dann das Gefühl von Todesangst, als würde ich in Sekunden sterben oder fast als würde ich ersticken, wenn ich mich nicht sofort wieder hinstelle und mich nicht groß mache 😭

Wir sind so absolut am Ende Ende Ende!!! Und WENN wir klare Momente haben, sind sie SO krass im Stressmodus… da wurde dann überlegt ob Poopie, also die Hauskatze eingeschläfert werden muss, dann beim Spazieren war ein zu Tode gehetztes Reh.. wir hstten die Polizei gerufen, damit sie den Jäger rufen, Ricke, Schwanger, Zwei Babys… ich weiß nicht wie wir das alles geschafft haben… und während wir auf die Polizei und den Förster gewartet haben.. wir haben diesem Reh, es war nur auf zwei Meter Entfernung, näher wollten wir nicht, weil wir sie nicht unnötig stressen wollten, in die Augen geschaut und es hat uns gefühlt noch NIE so wehgetan im Herzen. Es hat uns si erschöpft angeblinzelt und es hat sich angefühlt als würde sie mit ihrem Blick mitten in eine so fette Wunde drücken, wir haben innerlich fast aufgeschrien und mussten usn so zusammenreißen nicht völlig durchzudrehen, sonst hätte die Polizei uns gleich nach Landsberg geschickt, aber nein. Irgenswie haben wir das total souverän gelöst und keine Ahnung wir sagten nur, bitte, bitte, wenn sie es erlösen müssen .. WIR WOLLEN DAS NICHT HÖREN.. Hätten wir das heute noch miterlebt… ich glaube das wäre unser Tod gewesen, ich glaube das hätte uns jetzt wirklich das Todesurteil unterschrieben. Aber sie mussten es nicht erlösen. Ooooh GOTT SEI DANK MUSSTEN SIE ES NICHT ERLÖSEN 😭😭😭😭😭😭🙏🏼🙏🏼🙏🏼🙏🏼🙏🏼 Sie sagten, es wurde vol so einem kackblöden Hund zu Tode gehetzt weil irgendein noch kackblöderer Besitzer es NICHT SCHAFFT IHN AN DER LEINE ZU HALTEN während der Setzzeit und der Förster hatte die Ricke drst vor drei Stunden da abgesetzt, ans Wasser, weil sie vor Erschöpfung nicht mal mehr aufstehen konnte und mitten auf offenem Feld zusammengebrochen ist 😭😭😭😭ich habe noch nie einem Reh soop lange in die Augen geschaut und noch NIE hat mir im Herzen etwas SOOSOSOSOSOOSOSOS wehgetan ich dachte ich zerfetze in tausend Stücke 😭😭😭 Menschen sind ao wider wider widerliche Egoisten!!!!!! 😭😭😭 Mit ihren kack blöden „der-spielt-doch-nur-Hunden“ 😭😭😭

Woah und ja ok wir kriegen schon auch mit das lena uns besucht hat oder so.. wir waren ja auch im Wald als .. ach oh Gott und dann haben eir heute asuch nocj einen kennengelernt.. wir wollten zu *Kelly die wir im stall kennen gelernt haben weil sie mit Nali ihrem Pferd spazieren gehen wollte.. aber der kam uns auf dem Fahrrad entgegen.. udn drehte wieder um udn er so : „Hey, darf ich fragen was du hier so machst.. weil ich bin neu hier und kenne niemanden“ und balbal ich kann mich ans Gespräch nicht mehr genau erinnern, nur ob er mitkommen kann, und wir so.. jaja.. ich mein.. ist doch doof wenn er niemanden kennt und ach keine Ahnung. Er erzählte uns er war 3 Jahre in der Forensik weil er jemanden mit einer .. Maschete(??)) Bedroht hat und wegen schizoaffeltiven blabla? Er wirkte nett und irgebdwie mochten wir ihn. Glaube ich. Ich weiß es nicht. Er wirkte eher wie in unserem Alter, ist aber schon 29. Egal .. der war auf jeden Fall mit dabei wo wir auf den Weg zu Kelly waren.. und dannw aren wir zu dritt auf dem Weg durch den Wald .. und da dann das Reh.. man hört sogar Nali noch im Hintergrund schnauben. Aber Kelly und Nali mussten wieder gehen weil Nali von Fliegen und so befallen wurde.. also die waren nicht mwhr da als die Polizei kam…

Und trotzdem sind nebenbei gefühlt jede 5 Minuten so Bildfetzen von eht nur Verderben und so Horrorzeug. Wie wir.. keine Ahnung omg das war auch schlimm.. wir tragen heute Zöpfe. Chleo hat uns Zöpfe geflochten und als Mama und Papa und wieder in die WG gefahren haben dachte ich im auto ich muss aus der offenen Tür sprinhen weil wir plöttlich das Gefühlt hatten mit den Zöpfen als läge unser Kopf auf so ner „Schlachtbank“, also wo man Köpfe abhackt.. aber nur sinnbildlich.. wir fühlten udn SO ANGREIFBAR mit den Zöpfen weil… weil der Mann von Senta uns ja mal an den Zlpfen gepackt udn einfach hinter sich her diese Wendeltreppe runtergeuogen hat und wir dachten ja omh wir Sterben weil unser rücken an jeder stufe rums rums rums und das waren vhmerzen udn keien Luft udn die Hasre am Kopf das ziehen das war alles so furchtbar und sann schaut Mama hinter und fragt was ich da mache und wir stellen fest dass wir jns an den Zöpfen gezogen haben, so GESTÖRT.

Ich weiss nicht was night mit uns stimm ich habe das Geüfjl wir drehen durch und dass wir bald echt vor das nächTe Auto laufen weil wir es einfavh nicht mehr aushalten 😭😭😭

In Parallelwelten leben

Verdammt es wird nicht besser. Flashbacks drängen sich auf wie irre und es ist so krank. Sogar bei Chloe drängen die sich auf. Also wir sind grad bei der Sandkastenfreundin und nachts hatten wir bzw jemand von uns einen Flashback.. aaahhh die ganze Situation ist so verwirrend, ich versuche gleich zu erklären, aber erstmal allgemein.

Also vorhin saßen wir beim Frühstück und auf einmal halte ich das Brot in der Hand es hat sich nichts verändert und Chloe hat auch nicht komisch reagiert also haben wir wohl normal weiter geredet aber ich war definitiv zwischendurch nicht im Außen… weil ich eigentlich einen Flashback hatte.. glaube ich. Also ich saß an einem STEIN Esstisch, es war arschkalt, meine Füße konnten den Boden nicht berühren. Also so hat der FB eigentlich angefangen. Ich habe auf meine Knie geschaut und gesehen wie meine Zehenspitzen in weißen Ballerinas knapp über dem Boden baumeln. Und meine Knie hat ein weißes Kleid bedeckt…ich habe es GESEHEN und GESPÜRT, extrem real, nichts hat mich daran zweifeln lassen ob es echt ist.

Aber dann wo ich wieder mit dem Blick von meinen Beinen über den Tisch gehe hat sich der Tisch wieder in den Holztisch „verwandelt“, ich halte wieder ein Brot in der Hand und Chloe sitzt vor mir und redet „..also was wolltest du über den Musikplayer sagen?“ Und lacht. Hm… also Flashback? Keine Ahnunh.. aber das krasseste kommt jetzt erst, da will ich den Inhalt aber gar nicht hier öffentlich schreiben weil der erstens glaube ich massiv triggernd ist und zweitens.. haben wir erlebt wie jemand schonmal einfach 1:1 dasselbe erzählt hat was wir erzählt haben und ichnweiß nicht wieso, aber es hat uns SO sauer gemacht weil es UNSER Leben und UNSERE Erinnerunh ist und es hat sich angefühlt wie Identitätsklau was vlt voll dramatisch und übertrieben klingt aber so ist es halt keine Ahnung.

Auf jeden Falm gehts grob gesagt darum, stellt euch vor ihr seid als kleines Kind tagelang mit einer Leiche in einem Raum eingesperrt, von der ihr auch noch den Tod mitbekommen habt, ok? Okay.

Jedenfalls ist es so, mir war irgendwo im Hinterkopf irgendwie sowas klar, also ich kann mich verrückterweise genau an die Lücken glaube ich erinnern, also so schwach halt, an die sich xy von uns nicht erinnern kann. Also ich kann mich an den Überfall zuvor erinnern und an die Flucht UND ich kann mich sogar – und das ist MEINE ganz klare Erinnerung – an das Telefonat von ihr mit ihrem Bekannten erinnern, der uns sein Haus zum Pause machen überlassen hat. S. saß auf dem Beifahrersitz und die Verwandte von ihr (ich will nicht sagen in welcher Beziehung sie standen aber ich weiß wer oder was sie von ihr war), war ganz hektisch und S. Sollte das Telefon an ihr Ohr halten damit sie fahren und reden kann, es war dunkel und hat geregnet. Die Scheibenwischer waren an und die Lichter von der Straße haben sich so in den Wassertropfen am Fenster gebrochen bzw war halt so verschwommen, ijr wisst wie. Ich sehe auch rote Farbe, wie von Ampeln, obwohl ich mich an die Umgebung null erinnern kann, aber wir sind scheinbar aus einer Stadt oder nem Stadt/Ortsteil raus und dann kam aber ganz lang nur dunkel. Wie auch immer. Daran erinnere ich mich noch sehr heftig. Auch wie ich mich in den Autositz festkralle hinten und es waren Ledersitze, weil die Verwandte so heftig gefahren ist. Am Telefon sagte sie nur so Sachen wie „ja okay“, „ja, das weiß ich“ und kurz hat sie hinter zu mir geschaut und s kopf gestreichelt weil sie gesagt hat, „ich hab zwei dabei“. Ich glaube es war nicht geplant, dass ich mitgenommen werde. S ist in dieser Erinnerung von mir ca. 9 oder 10 also muss ich 6 oder 7 gewesen sein. S war 2,5 Jahre älter als ich aber weil wir Ende des Jahres erst Geburtstag haben waren die Zahlen lange 3 Jahre auseinander.

Unwichtiges Detail. Irgendwie habe ich jedenfalls beim Telefonat irgendeine Veränderung gemerkt,sber da hört meine Erinnerung auch auf, also die sehr klare. Den Überfall hab ich nur noch Schemenhaft in Erinnerungen. Egal. Jedenfalls…

Omg ist das alles wirr ey… also heute Früh werde ich wach und lese ne Mail von Frau Blume in der sie schreibt, das wäre alles sehr schlimm blabla, aber sie nicht punktuell auf jede Erinnerung von Einzelnen von uns eingehen möchte, sondern das Allgemeine angesehen werden sollte und es ja nur wichtig sei, dass WIR uns an die Traumata erinnern usw. Zudem hat sie uns in der Mail wieder gesiezt, was mich an und für sich erst einmal nicht gestört hat, aber der Inhalt an sich hat mich höllisch aufgeregt und ich habe die Mail einfach wieder geschlossen. Als icj nochmal aufwache und wieder nachlesen will, finde ich keine Mail von Frau Blume. Also entweder habe ich das geträumt oder ich habe im Zorn die Mail gelöscht? Jedenfalls habe ich dann im Papierkorb geschaut aber da ist keine, also hsbe ich es geträumt. Aber im Gesendet Ordner war eine Mail drinnen. Von halb 3 Uhr nachts!!!! Wo ich dachte, dass ich schon längst geschlafen habe!!!!

Ja und in dieser Mail stand halt krass detailliert wie wir diese Tage mit der Leiche in dem Raum verbracht haben. Also S und ich nech. Schwer zu erklärem und ich will nicht zu viele details erzählen weil wie gesagt ich glaube icj krieg einen kotz ab wenn wir das wieder wo anders kopiert finden. Jedenfalls eben die Verwandte von s. Und da steht halt auch drinnen wie sie gestorben ist, d.h diejenige von uns hat halt den Tod von der Verwandten mit beobachtet und das Ding ist ich finde man liest aus der Mail so krass heraus, dass es jemand echt Junges war, und das Ding ist ich hab nen 99%igen Verdacht wer das geschrieben hat, also hier ist kurz ein Teil von der Mail:

Die gelb rosa Zensierungen stehen für Senta.

Jedenfalls hat es mich erst da übelst aufgeregt dass Frau Blume in der Mail auf diese Mail von dem Anteil von u s gesiezt hat, weil ja so krass offensichtlich ist, dass es wer Junges ist. Aber scheinbar hat sie uns noch gar nicht geantwortet und wir haben nur GETRÄUMT, dass sie auf die Mail so plump geantwortet hat.

Ja jedenfalls sowas geht grad bei uns ab und Parallel halt deshalb, weil wir eigentlich bei Chloe sind und es uns nach la ger Zeit mal wieder RICHTIG gut geht, also wir uns mal auch wieder lebendig gefühlt haben und „mehr als nur Trauma und DIS Scheiß“… und dann passieren nebenbei so krasse Flashbacks???? das ist fast noch grusliger als wie wenn man in einem Dauermistzustand ist 😭

Eigentlich haben wir gesagt wir gejen Montag wieder in die Arbeit aber wir haben uns dagegen entschieden, erstmal. Weil diese Flashback Sequenzen im Moment jede Stunde mal zwisxhendurch auftreten. Aber wir dissoziieren dabei, also nach außen hin merkt das keine Sau. Wir stecken also quasi in nem FB fest und können es nicht mal mitteilen. Wir sind scheinbar auch noch Profis darin sowas nach außen unkenntlich zu covern… richtig genius…

Kacktag

Heute ist schon wieder so ein Kacktag😩 ich musste mich mal.bei der Chefin melden. Ich weiß nicht ob das zusammenhängt. Vorhin hatte ich vor, einfach heute völlig in Ruhe zu bleiben… also vielleicht auf die Couch mümmeln, Filme schauen, Tee trinken…. dann schrieb aber unsere Chefin, wir sollen uns doch mal melden wenn wir wollen.. ja und irgenswie haben wir das weil keine Ahnung. Naja und sie war sehr nett und verständnisvoll, aber wir müssen halt unsere Stunden eintragen und das können wir nur im Büro.. jetzt müssen wir morgen vormittag ins Büro und das machen. Es ist eigentlich NICHTS. Sowas ist in 2 Minuten geschafft. Das ist NULL Anforderung eigentlich. Wenn ein Kleinkind sich mit Softwares auskennt, könnte es das auch hinkriegen. Naja dann war das Gespräch vorbei und auf einmal steh ich in meinem Zimmer.. schon am Zusammenklauben an Sachen, was ich für einen entspannten Nachmittag unten haben möchte… und plötzlich steh ich kur noch da.. und merke ich hab auf gar nichts mehr Lust… da ist einfach urplötzlich wieder NICHTS… und dann saß ich da.. keine Lust auf Tee machen, keine Lust auf Filme schauen, keine Lust auf malen, Klavier, lesen, spielen, auf einfach NICHTS. Jetzt liegen wir hier.. und können nichts machen. Nichts nichts nichts weil ich auf NICHTS Lust habe. Keine Lust ins Tagebuch zu schreiben, keine Lust mit Jimmy rauszugehen, keine Lust mit jemandem zu schreiben, keine Lust zu reden, auf gar nichts Lust, einfach nur bitte hinlegen und sterben.. 😫 und wenn wir denken: mach einfach! Also wenn wir überlegen, „egal, jetzt geh einfach runter und mach was geplant war“ ist so ne übelst krasse Anspannung in uns drinnen… 😓… und wir Vollidioten haben auch noch gesagt, wie kommen nächste Woche wieder in die Arbeit. In dem Moemnt hat es sih ja auch so angefühlt, als würden wir das können…. aber jetzt auf einmal denke ich, nein bitte lieber sterben. Oh man wie kann man nur innerhalb von Sekunden SO krass wieder abrutschen? …..

Und dann steht auch noch der verdammte Frühjahrsputz hier in der WG an. Allein der Gedanke regt mich schon auf wie sonst was und ich will am liebsten abhauen. Was ich auch werde.. Elly hat mir gesagt, dass die Betreuer gesagt haben, ach kein Bick es selber zu dchreiben:

Daran hat mich aufgeregt, mal wirder dieser „Selbständigkeit“ Scheiss. Werdet selbständig, ihr seid erwachsen, blablabla aber dann passt es denen nicht wenn wir das unter uns klären??? Die wollen nur diskutieren diese Arschlöcher. Am liebsten würde ich denen mal so fett meine Meinung geigen, aber dann bin ich ja wieder nur Borderline. Außerdem sind die meine Energie nicht wert. Ich schiebe zurzeit nur noch eine Wut auf die, das kann ich nicht in Worte fassen. Natürlich werde ich mich NICHT bei denen melden. Wir haben das unter uns geklärt und fertig, die sollen ihre scheiss Fresse halten. Bitte.

Und weil uns das alles wieder grad so ankotzt, hauen wir morgen hier ab. Weil wir einfach nicht den geribgsten Nerv mehr auf diese verschissene WG mit ihren strunzdummen Betreuern haben. Unser Papa holt uns ab und dann bleiben wir erstmal bis Sonntag, denn Montag sollen wir ja wieder in die Arbeit, weil wir dumm sind. Weil wir das zugesagt haben. Ich hoffe wir bringen uns am Wochenende einfach um 🤷🏻‍♀️ will nicht mehr