Besuch

Mir gehts nicht gut… aber ich kann weder drüber schreiben, noch drüber reden… aber das wollte ich teilen… hatte heute Besuch von nem mega hübschen Ding. Die weiße Tigermotte – eine meiner Lieblinge.


Stechen im Kopf statt Traurigkeit

Ich glaube, ich habe noch nie so klar wahrgenommen wie gerade, wie sich der Körper das Recht auf seine Emotionen nimmt, wenn ich es emotional zu verdrängen versuche.

Hatte ja erwähnt, dass meine Cousine über ihre Mutter viel erzählt hat und es mir wehtut sie so zu sehen. Es geht immer nur ums Geld, Geld, Geld, … kann aber auch gar nicht näher drauf eingehen.

Ganz allgemein geht’s darum, dass ihre Mutter sie zu einem kleinen Hausmädchen aufgezogen hat. Es ging eigentlich immer nur darum fleißig zu sein und im Haushalt zu helfen. Ihr war Spielen zwar gestattet, aber eigentlich war sie schon immer eher eine „kleine Frau“, als wirklich ein Kind. Wäre jetzt aber mühsig das genauer auszuführen.

Auf jeden Fall waren wir ja immer wie Geschwister, wir sind nur irgendwie völlig unterschiedlich groß geworden.

Ihre Mutter hat halt das Problem, dass sie ihre Kinder nicht gehen lassen will. Ihren älteren Sohn, der ist jetzt 25, will sie immer noch nicht gehen lassen, der ist aber auch so ein fauler Sack und lässt sich gern bemuttern und will nicht viel arbeiten. Mit ihm kann sie das gut machen. Meine Cousine war aber nie so. Sie wollte immer auf eigenen Beinen stehen und sich abkapseln. SIe hat es vor zwei Jahren geschafft. Hat sich in einen jungen Mann verliebt, ihn geheiratet, in das Haus von einem verstorbenen Verwandten von ihm gezogen und hat eine wundervolle kleine Tochter.

Was ich erfahren habe ist, dass ihre Mutter sich aber nie bei ihr meldet. Seit sie sich abgekapselt hat, „straft“ ihre Mutter sie mit Ignoranz. Sie schafft es, die Kleine MONATE lang nicht zu sehen und sich nicht nach ihr zu erkundigen, geschweige denn ihre eigene Tochter zu fragen, ob sie vielleicht Hilfe bräuchte. Sie will das Kind nicht einmal übernehmen, wenn meine Cousine wegen dem zweiten Kind zwei Tage ins Krankenhaus musss. Wenn meine Cousine nicht hin und wieder ihre Mutter anrufen würde, würde sich diese von sich aus gar nicht mehr melden, oder höchstens nach ein paar Wochen mal, wieso denn meine Cousine sich nicht meldet. Dass meine Cousine aber neben einem zweijährigen Kind, ihrer zweiten Schwangerschaft sich auch noch um ein riesiges Grundstück und das Haus und die Hausarbeit, irgendwie noch um ihre eigene Bedürfnisse, den Einkauf und die Bedürfnisse ihres Mannes kümmern muss, juckt ihre Mutter gar nicht. Dann ist sie auch noch beleidigt, dass meine Cousine mit der Kleinen öfter bei der Schwägerin ist. Das Ding ist nur, dass die Familie ihres Mannes sich mehr für sie interessiert, als ihre eigene Mutter. Dnan kommen von ihrer Mum immer so Ausreden, dass sie wegen ihrem Bein nicht ständig in das niedrige Auto setzen kann, aber komischerweise können sie ständig ne halbe Stunde in die nächste Stadt zum Shoppen fahren, aber nicht fünf Minuten bis ins nächste Dorf!!! Heute meinte sie zu mir, in der Früh, als die Kleine noch geschlafen hat: „Es tut mir weh, das zu sagen, aber ich hasse sie.“

Ich weiß genau was sie meint, Dasselbe könnte ich über meinen Vater sagen. Wenn sie mir davon erzählt, rede ich fast nicht. Nur wenig. Ich bin zwar meine ersten Lebensjahre mit Ungarischer Sprache aufgewachsen und spreche die Sprache auch fließend, bin aber lange nicht so sprachgewandt wie im Deutschen (habe Deutsch erst in der Grundschule gelernt, aber ich habe halt hier gelebt), weshalb ich auch keine Worte wüsste, die ich im Deutschen verwenden würde, um sie zu trösten.

Vorhin hat sie mich angerufen, hat geweint weil ihr Mann sie zusammengeschrien und angebrüllt hat und das nur, weil sie aus Versehen die falschen Schuhe zum Waschen gebracht hat. Die Kleine hat das mitbekommen und auch geweint, natürlich. Jetzt muss sie sich übergeben, meine Cousine ist auch mit den Nerven am Ende. Ich habe ihr gesagt, dass niemand fehlerfrei ist und das jedem passieren könnte. Am liebsten hätte ich gesagt, dass ihr Mann ein Arschloch ist, aber das hätte ihr nicht geholfen, denn heute Früh hat sie ihn ja sehr geschützt vor den bösen Zungen ihrer Familie (die können ihn nämlich nicht leiden). Ich will nicht, dass sie ihn auch vor mir schützen muss. Ich sehe ja auch so, wie es ihr geht. Für die Kleine ganz zu schweigen. Wie kann man nur SO wenig Impulskontrolle haben, sich nicht einmal zusammenreißen zu können, vor so nem kleinen Kind rumzubrüllen?

Sie hat so erledigt gewirkt im Videochat… sie hat geweint und ich wollte sie trösten, wusste aber nicht wie. Sie ist so völlig allein mit allem und ich finde das so furchtbar… am schlimmsten finde ich, dass sie von ihrer eigenen Familie keine Unterstützung erfährt.

Bevor mir deshalb die Tränen kamen, habe ich sie mir verboten. Hilft nichts. Mir nichts, ihr nichts. Jetzt habe ich wieder Kopfschmerzen, obwohl ich sie erst vor drei Stunden mit ner Tablette bekämpft habe.

Naja.. und jetzt war ich gut abgelenkt, weil ich um Tipps für das Problem mit dem Sìebenjährigen und Jimmy gebeten habe. Hab vielleicht ne Lösung für ihn, indem wir einen ganzen Gartenteil für Jimmy absperren, wo er Ruhe vor dem Terrorzwerg hat

Unverdaulich

Gestern bin ich aufgewacht. Übelkeit. Konnte nichts essen. Gegen Mittag… habe ich dann etwas gegessen. Hatte der Cousine versprochen, diese Nacht bei ihr zu schlafen. Es war mir ein Rätsel, wie ich bei der prallen Hitze mit dem Fahrrad, der extremen Übelkeit und dem Schwindel die zwei Dörfer weiter ankommen sollte, dabei fahre ich die Strecke mit Leichtigkeit ab. Mir ging es also wirklich elend.

Hab ja schon oft gesagt.. naja.. unser Kotzreflex ist perfekt trainiert. Ich kann mich nicht erinnern jemals irgendwo gekotzt zu haben, das ist übrigens eine Qual. Ich muss mir immer den Finger in den Hals stecken, damit etwas rauskommt, egal wie schlecht mir ist. Naja. So ist das halt wenn man wo aufwächst, wo man nicht kotzen darf und wenn man kotzt, das Gesicht da reingedrückt und sich draufgesetzt wird, bis man es wieder aufisst.

Um 16 Uhr war die Übelkeit unerträglich geworden und obwohl ich nichts gegessen hatte, verzog ich mich im Bad, um mir den Finger in den Hals zu stecken. Ich hatte eig sogar vom Nachbarn ao ein Präperat bekommen. Drei Tropfen übelst starkes Zeug.. Menthol und Zink auf einem TL Zucker. Aber auch das hat nicht gewirkt. Auch Schwarztee trinken und Rennie waren für die Katz.

Naja… schließlich packte ivh und machte mich auf den Weg. Eigentlich hätte ich damit gerechnet, dass ich auf halber Strecke vom Fahrrad kippe. Mein Zustand war miserabel, aber immer wieder überrascht mich mein Körper. Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir elend ging, ich kam an.

Erst angekommen bei meiner Cousine brach ich fast zusammen, aber natürlich war ich gefasst genug, um mir nichts anmerken zu lassen. Meine Cousine ist ein Jahr jünger als ich, im fünften Monat neben ihrer zweijährigen Tochter schwanger in einem riesigen Haus ind einem riesigen Garten mit Garagen, Schuppen, Hühnern und einem kleinen Gemüsegarten und ihr Mann Tag und Nacht arbeiten. Ich dachte mir, wenn einer über Erschöpfung klagen darf, dann sie. Und ich bin ja schließlich gekommen, um ihr ein bisschen mit der Kleinen unter die Arme zu greifen, weil der Mann zwei Nächte und nen Tag weg ist.

Ich war wirklich am Rande meiner Kräfte, dachte eigentlich ständig, ich kippe gleich um, wusste bei Gott nicht, woher das kam. Weiß es immer noch nicht. Aber sie merkte es mir nicht an, das hätte ich nicht ertragen, hätte mich wohl noch shlechter und sogar wirklich jämmerlich gefühlt. Dachte mir immer nur „Hochachtung, Schwester… wie du das nur jeden Tag schaffst“ (wir nennen uns seit wir Kinder sind „Schwester“, weil wir so eng miteinander aufgewachsen sind, auch wenn sich das immer nur auf die Urlaube beschränkt hat, aber die Zeit dazwischen verging immer wie im Flug, als.sei sie gar nicht vorhanden).

Die Nacht war auch unruhig. Wir legten die Kleine um 20 Uhr ins Bett, nachdem ich sie gebadet habe und meine Cousine noch die Wäsche zusammen gelegt hat. Dann saßen wir noch draußen in der Küche, meine Cousine schafft es den ganzen Tag nicht zu essen, erst, wenn die Kleine im Bett ist. Sie hatte auch endlich Zeit mir ihr Herz auszuschütten. Es gibt da einiges mit ihrer Mama und sie ist sehr verletzt deshalb. Sie tut mir sehr leid. Sie ist ein Jahr jünger als ich! Mein Gott. Wenn ich andere Leute in meinem Alter sehe… die gehen alle auf Partys, machen sich hübsch, kaufen sich teure Kleider, reisen, flirten.. leben halt ihr zwanzigjähriges Leben, wie man es halt normalerweise lebt. Meine Cousine opfert ihr ganzes Leben für ein Kind und das Haus (auch wenn ich die Kleine über alles liebe). Und bei mir ist eh alles verloren. Ich habe sie eine Weile betrachtet, als wir da am Küchentisch saßen und irgendwie war mir unendlich schwer ums Herz. Sie sieht weit älter aus als sie ist. Nicht, dass sie Falten hätte oder sowas, aber dieser Ausdruck in ihrem Gesicht und ihre Sorgen und trotzdem schaut sie sich nur nach anderen um. Denkt an ihren Mann, der Tag und Nacht arbeitet und an ihre Kleine. Wie erschöpft sie ist, merkt sie gar nicht. Nur hin und wieder meine ich nen Anflug von Erkenntnis zu sehen, wenn sie dann abends am Essen sitzt und seufzt. In solchen Situationen denke ich mir, ich sollte hier sein. Ich sollte hier leben. Ich hätte wenigstens eine Aufgabe, könnte ihr unter die Arme greifen, sie unterstützen. Und ich liebe sie und die Kleine. Sie sind mehr als bloß Cousine und Patenkind für mich. Aber… ich weiss auch, dass das nicht geht und mein Herz an einer Person hängt, mit der ich jetzt ein Leben in Deutschland beginnen möchte.

Meine Cousine und ich haben beide etwas verloren, was wir niemals zurückgewinnen können.. das ist eigentlich diese Zeit, die andere, normale junge Erwachsene ausleben. Oberflächliche Sorgen, die man mal beiseite schieben und sich vergnügen kann. Ich hoffe, dass ich dem mit achtzig Jahren nicht irgendwann hinterher trauere. Und ich hoffe, dass das aus mir keinen verbitterten, unausstehlichen Menschen machen wird, denn wenn ich eins zugebe, dann ist es dieser Neid, den ich gegenüber allen anderen „normalen“ in meinem Alter gegenüber empfinde. Und meistens kann ich sie nicht leiden, kann nichts mit ihnen anfangen, wäre gern wie sie, weiss aber, dass ich es nie sein kann und denke mir jedes Mal nur, ach, ihr habt doch gar keine Ahnung, was Leben wirklich ist…

Selbstmitleid. Sorry, aber so ist es nun einmal. Ich lasse solche Gedanken wirklich nur selteb zu, aber gestern war wohl meine körperliche Erschöpfung auch zu groß, um mich nach an eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.

Als wir dann ins Bett gingen, so um halb zehn, kroch die Kleine zwischen uns ins Bett. Kraulte mir mit ihren Händchen in den Haaren, dabei schlief sie ein.

Ich schlief unruhig. Für gewöhnlich liegt kein zweijähriges Kind neben mir im Bett. Die Kinder die ich gesittet habe, waren meistens Geschwister, schliefen sehr früh und eigentlich auch durch. Die Kleine hatte nen unruhigen Schlaf. Einmal wurde ich wach, lag mit meinem Rücken zu ihr gedreht. Sie wimmerte, Anflug von weinen, ich hab mich umgedreht. sie hat nur jemanden gebraucht, der mit dem Gesicht zu ihr gedreht ist. Meine Cousine mit den schwangeren Bauch hatte sch weggedreht, die Kleine tritt manchmal. Sehr bald hat die Kleine an meinem Nacken leise geschnarcht und ich bin immer wieder mal mit mords Kopfschmerzen in einen Sekundenschlaf gefallen, ohne lange ein oder durchzuschlafen.

Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Meine Cousine hatte mir am Abend zuvor angeboten, mit der Kleinen weiter bis 8 schlafen zu können, aber das schlug ich ab, wsr ja nicht zum Schlafen da. Wir setzten die Kleine noch kurz aufs Töpfchen, dann legten wir sie in ihr Bett, spülten, ließen die Hühner raus, fütterten sie und die Katzen, Wäsche, duschen.. Frühstück machen und dann weckten wir schon das Kind.

Um halb 10 machte ich mich auf den Heimweg. Habe immer noch mords Kopfschmerzen, aber wenigstens ist die Übelkeit weg. Beim Kaffee trinken habe ich mir die Schläfen mit Tigerbalsam eingeschmiert, hat um ehrlich zu sein kein bisschen gewirkt und essen konnte ich auch nur eine Wiener zum Frühstück. Gestern habe ich nicht einmal ne halbe kleine Schüssel Suppe geschafft, und davon auch nur das Suppenwasser.

Jetzt bin ich Zuhause. Also… bei uns im Dorf wieder. Weiss nicht, was mit mir los ist.

Der Kleine (7) vom Nachbarn (Mamas Cousin) ist auch da, ihn finde ich gerade sehr anstrengend. Anstrengender als die Kleine. Dem kann man 1.000.000 was sagen, es ist, als würde man mit ner Wand reden. Man möchte meinen, er hat ein Kurzzeitgedächtnis, in Wirklichkeit weiss er ganz genau, was er tut und er das nicht soll. Am meisten ärgert es mich wegen Jimmy. Der Kleine ärgert ihn ständig und provoziert ihn. Weiß gar nicht, WIE OFT, ich ihm erklärt habe, wie man mit Hunden umgeht. Jimmy ist ein verdammt gutmütiger Hund. Mittlerweile schnappt (zwickt) er nach dem Kleinen. Ganz ehrlich… irgendwie verdient. Und Jimmy ist der Leidtragende, den ich jetzt immer anleinen muss, wenn der Kleine bei uns ist. Naja, eigentlich ständig. Weil, klar, irgendwo ist er selbst schuld, wenn mein Hund ihn maßregelt, weil ich kann Jimmy erziehen und schützen wie ich will, ich brauch nur ne Minute nicht aufpassen, wo der Kleine seine Wasserpistole z.b wieder auf ihn hält und alle Sicherheit und Ruhe die Jimmy durch mich gewonnen hat, ist wieder im Arsch. Der Kleine weiß, dass Jimmy Angst vor spritzendem Wasser hat, ubd eig denke ich mir genau deshalb, es geschieht ihm recht, wenn Jimmy mal zurück austeilt. Aber das kann ich auch nur solange sagen, solabge er „nur“ zwickt. Wenn das so weitergeht, kann sich aber der gutmütigste Hund zu nem aggressiven Kinderhasser entwickeln, und in aller Ahnungsloser augen ist dann natürlich IMMER in erster Linie der Hund, in zweiter Linie der Hundebesitzer schuld, dabei kapiert keiner, dass es auch einfach dumme Kinder gibt, die nicht hören können/wollen und zu 99% der Hundeunfälle selbst dran schuld sind.

(Jetzt lass ich schon meine unerträgliche Seite raus, gell?)

Egal ist es mir ja nicht, sonst würde ich jimmy ja nicht anleinen, wenn der Kleine da ist.

Kindswohl und so. Auch wenn ich den Kleinen unerträglich finde, ich muss es ja nicht drauf ankommen lassen. Wenn Jimmy ihn hin und wieder zwickt, ist das nicht dramatisch. Das findet nicht mal der Kleine schmerzhaft, da tut mir das auch nicht weh. aber ich könnts mir natürlich nicht verzeihen, wenn doch mal etwas passiert.

Übrigens… auf dem Weg nach Hause.. wurde mir nochmal richtig schlecht. Habe etwas erfahren, was ich vermutlich nicht so schnell vergessen werde und tatsächlich liefen mir Tränen und ich hab gezittert und musste ne Weile am Straßenrand halten, um zu heulen. ich sagte mir, ich bin einfach nur erschöpft. Einfach nur müde, vielleicht sogar bisschen krank, eigentlich ist das nicht schlimm.

Ja, mein Kopf will mir eintrichtern, es ist nicht schlimm. Sage mir ständig, dass es mir nur deshalb so an die Nieren geht, weil ich unausgeruht bin. Aber ich denke, einen kaum ein Jahr alten Hund zu erschlagen, ihn ihm Schuppen winseln zu hören, nur, weil er immer wieder abhaut, ist doch schlimm genug, um so etwas vielleicht nie im Leben mehr zu verdauen. Seitdem … habe ich auch das Gefühl, nie wieder etwas in den Mund nehmen und essen zu können… obwohl ich gerade merke, dass es schon wieder sehr weit weg ist. So weit, dass ich fast schon sage „nie passiert“.

Maximum

Bin jetzt erreicht. Da oben. Hab die letzten Tage nur geschaut, überlegt, geschwiegen, war … nicht einmal entsetzt, nur ermüdet, gelangweilt, genervt.

Plötzlich sind Onkel und Papa wieder ganz Dicke. Keine Ahnung wie die Versöhnung kam. Saß auf der kleinen Schaukel, gestern, es war schon dunkel. Mama und Tante waren bei den Nachbarn, an unserer Bierbank saßen vier betrunkene Männer, wie in der Kneipe, dachte ich, inbrünstig, teils abschätzend.

Papa, Onkel, Angelkumpel vom Onkel und irgendeiner den ich nicht kenn, der nebenan beim Renovieren hilft.

Naja. Erst wurde laut diskutiert, weil mein Vater und Onkel beharren, dass die Ungarn eingewandert sind, der Angelkumpel und der Fremde aber beharrten, dass die Ungarn von Anfang an hier waren. Wen interessierts, dacht ich mir erschöpft, warum muss man über so nen Scheiss diskutieren. Mir war gleich klar, dass da keiner von den Vieren von ihren Überzeugungen abrückt. Aber sie diskutierten trzd ne Stunde. Papa und Onkel wollten Angelkumpel und den Fremden überzeugen und umgekehrt. Erst nach ner Stunde meinte der Fremde „ach lassen wirs, wir werden uns da niemals treffen“. Gott sei Dank, dachte ich. Hat aber lang gedauert, bis ihr das checkt.

Der Angelkumpel ist mir schon immer suspekt.

Dann war plötzlich da ein anderes Thema, hörte meinen Namen. Mein Vater sagte „Da nehmen wir Mii dann mit. Wir vier und Mii“ und ich schaltete die Serie auf Pause, ließ die Kopfhörer aber im Ohr. Irgendwas war mir ungeheuer.

Der Angelkumpel hat irgendeine Hütte, irgendwo an der Theiss, zum Angeln und nächtigen. Ganz nett, meint mein Onkel und die vier beschließen, das klingt gut, die vier und ich ne Nacht in der Hütte. Fragt mich mal einer nach meiner Meinung? Aber okay, sie dachten, ich hätte nicht mitbekommen… vermutlich hätten sie mich überraschend „eingeladen“. Danke auch.

Meine Mum hörte davon. Wirkte beleidigt, wieso Tante und sie nicht mitkommen dürften. Es wurde wieder diskutiert, aber Tante und Mum sind nicht kleinzukriegen. Männer gaben sich geschlagen. Am Freitag gehen sie Mittags zur Theiss an die Hütte, mit Mum und Tante. Bleiben nur bsi abends, weil wir dann bei meiner Cousine zum Abendessen eingeladen sind.

Zur Theiss will ich nicht mit.

Morgen schlafe ich bei meiner Cousine. Ich soll für das neue Baby auch ald Patentante eingetragen werden. Ich werde langsam nervös. 1200 km. Wie soll ich dem gerecht werden? Ich hab nicht mal nen Führerschein und selbst wenn, kostet ne Fahrt hierher, hin und zurück 800 Euro. Das ist mehr, als ich im Monat verdiene.

Aber wenn ich ablehne, wäre die ganze Familie beleidigt. Und die Kleine… es ist zwar sonderbar, denn wir haben uns ein Jahr nicht gesehen, aber sie hat mich nicht vergessen. Sie redet ständig von mir. Es scheint slso auch ne Beziehung auf Entfernung zu gehen… und ich liebe sie ja auch unendlich… würde alles für sie tun. Würde mich auch sofort in den Zug setzen und nach Ungarn fahren, wenn sie mich wirklivh sofort bräuchten… aber… das wenn es etwas Langfristiges ist…

Naja, egal. Hab noch nicht zugesagt.

Morgen schlafe ich bei denen, bestimmt wird das Thema nochmal aufkommen.

Habe den ganzen Tag nichts gegessen. War nicht hungrig. Hab vorhin gegessen. Und dan gesehen, dass mein Vater auf meinem Bett geschlafen hat. Dann war mir schlecht.

Später wurde er wach, kam raus, setzte sich an den Tisch, dachte die ganze Zeit nach. Starrte mich dabei an, als würde ich es nicht merken. Er hat grad massive Geldsorgen. Kann die Reperatur vpm Auto nicht zahlem. Dann redet er davon. Auch gestern Abend bevor der Vorschlag mit der Nacht in det Hütte kam erzählt er dem angelkumpel und dem Ftemden davpn. Der Onkel weiss es ja, hats mitbekommen.

Na und heute ging mochmal was kaputt. Auto. Musste abgeholt werden. Und so sass er halt ständug da und starrte. Et verschwand iwann im Wohnwagen. War schon wiedet geteizt weil ich dachte, er liegt bestimmt wiedet suf MEINEM Bett.

Meime Tante und Mum kamen. Ich fachte, Paps hat sivh wiedet schlafen gelegt, hatte aber iwie ein komisches Gefühl. Kurz hab ivh im Kopf fantasiert, ob er sich evtl gerade im Wohnwagen umbringt, haben seine zwei Väter schließlich auch. Also, sich umgebracht. abet nicht im Wagen. Der eine in Budapest vom Hochhaus, der andere im Knast mit Tabletten. Ffagte mivh, wieso mich det Gedanke, fass Paps sich gerade hinter mit im Wohmwagen umbringt, kein bisschen erschreckt. Tante frsgte wo er ist, ich sagte, ich denk er schläft im Wohnwagen.

Er kam sofort raus, wirkte kein bisschen verschlafen, eher wie jemand, der etwas zu vertuschen versuvht. Aufgesetzt unwissend sagt er: „hast du mich gerufen?“ Und ich sag nein. Sehe, seine Hose isz offen. Vielleicht schläft er immer mit offener Hose. Dann wäre es mir egal. Aber nun ist mir noch schlechter. Weiss nicht mal wieso. Heisst ja nichts. Weiss gar nicht, was mein kranket Kopf sich darauf einbildet. Und sich da wieder zusammenreimt.

Fühl mich grad richtig ätzend. Weiss aber nicht mal wieso. Ich gehe jeden Tag mit so nem komischen Gefühl durch dem Tag und denle mit am Abend, morgem wirds besser. Als würde ich auf etwas warten. Es wird nivht besser. Aber ich hoffe es heuze Abend schok wiedet. Denke schon wieder „egal, bald ist dunkel, bald gej ich schlafen, morgen ist ein neuer Tag“.

Jede Nacht

Es ist wie ein Gruselfilm. Die erste Woche lief eigentlich noch vergleichweise kontrolliert ab. Doch seit ein paar Nächten ist meine Kontrolle nicht mehr ganz so, wie ich sie gerne hätte.

Die Einträge die hier geschrieben sind, fühlen sich für mich wie aus einem fernen Traum an. Ich weiß morgens, dass ich gebloggt habe, weiß aber nicht was – und so beschleunigt sich mein Herzschlag schon in den frühesten Morgenstunden und ich merke, wie mein Kreislauf schlapp macht. Ich lösche sie oder lasse sie stehen, je nachdem, was ich zu lese finde. Bin überfordert mit der davonfliegenden Zeit und den traumreichen Nächten, die so real sind, dass ich mir immer wieder sagen muss, dass es wirklich nur ein Traum war. Und obwohl ich nicht wüsste, dass ich nachts wach werde, fühle ich mich unausgeruht, um den Schlaf gebracht.

Irgend etwas stimmt mit mir nicht. Es sollte mir gut gehen. Ich sollte mich gut fühlen. Ich sollte mich Zuhause und glücklich fühlen. Aber satttdessen träume ich verstörende Sachen und merke, dass ich die Zeit hier nicht genießen kann.

Mein Onkel meinte gestern im Streit (und höchst betrunken) er würde sich heute Früh ins Auto setzen und zurück fahren. Ich denke, es wäre für alle Beteiligten das Beste gewesen. Ein Teil von mir hat es auch gehofft, aber ich bin mir sicher, er wird es nicht tun. Außerdem… ist er anders, wenn er nicht betrunken ist. Dann kann er liebenswert sein. Und mein Dilemma… seit dem Gespräch in der Küche, empfinde ich sogar in seinem betrunkenen Zustand Mitgefühl. Ich denke, er ist kein schlechter Mensch. Er wird ausfällig. Aber wer weiß, was ihn für Altlasten quälen, dass er sich so besinnungslos trinken muss? Im Grunde will doch jeder Mensch nur geliebt werden……… und dass er mit seinem Verhalten hier bei vielen eher das Gegenteil bewirkt und Ablehnung erfährt, tut mir irgendwie weh… es geht mir nah.

Wanderzirkus

Ich mache mir Vorwürfe, weiß aber nicht einmal, wieso. Ich möchte einfach, dass das alles endlich aufhört. Ich bin durcheinander, versteht ihr? Vielleicht bin ich einfach nur wirr und in Augen mancher bemitleidenswert, aber vielleicht bin ich auch einfach nur nicht in Ordnung. Vielleicht erzähle ich zu viel… Blödsinn, Unklarheiten. Selbst die Polizei konnte klar sehen, dass nichts zu finden ist. Was auch, wo nichts ist? Nichts ist hier. Außer gewöhnlichen Familiendramen. Habe Kopfweh. Heute war kein guter Tag. Papa, Onkel, Tante.. Streit, Gebrüll, Alkohol. Bin zu S und ihren Eltern geflüchtet. Dann zu Irene, zwei Häuser weiter, die Babykatzen betrachtet, geplaudert, versucht äußerlich zu fliehen. Innerlich ist man aber doch irgendwie gefangen.

Ich konnte nicht lange genug fliehen. Ich ertrage es nicht, .. egal. Mein Vater.. ach, egal. Mir fehlen Worte, mir fehlt Kraft, mir fehlt Lust. Eigentlich ist es gar nicht wert, darüber zu schreiben. Lappalien. Mimimi.

Aus irgendeinem Grund… ach.

Habe Kopfweh. Sehne mich nach einem Zuhause. Sehen mich nach Ankommen, Ausruhen, durchatmen, anlehnen… ich sehne mich nach L, bei der ich all das kann und wo ich mich zuhause fühle. Es ist so schwer, so etwas in sich selbst zu finden. Es ist schon irgendwie möglich, klar, aber.. ach.

Mein Vater führt flüsternde Selbstgespräche. Ist bedrängend.

Am Abend zuvor, erzählte meine Mutter von… ach. Dem Pädophilen aus der Nachbarschaft. Sie war auch Opfer. Mein Vater flüstert vor sich hin. Unheimlich. Ich habe Kopfweh.

Eigentlich … ach…

Morgen schlafe ich bei meiner Cousine und meinem Patenkind. Als die zu Besuch waren gestern, … oder vorgestern.. weiß gar nicht mehr, was ich gestern gemacht habe.. heute ist doch Montag? Oder? Sonntag. Aber dann fehlt mir ja trotzdem ein Tag… meine Cousine ist Freitag dagewesen. Ach… wirr. In meinem Kopf ist ds wirr. Kriege den Tag gestern nicht zusammen, aber ist egal, ist ja nichts Ungewöhnliches. Hatte die Woche halt keinen Samstag.

Habe Kopfweh..

Ich sollte schlafen

Spatzenkinder

Heute sind die Spatzen die bei uns gebrütet wurden beim Flügge werden… Jimmy findet sie ständig und läuft denen dann hinterher oder legt sich vor ihr Versteck und bewacht sie. Er tut ihnen nichts. Der guckt bloß aber wenn er die ganze Zeit die Kleinen bewacht, kommen die Eltern nicht mehr zum Füttern, die noch beide am Nachbarsdach sitzen und beobachten. Also setze ich sie zurück ins Nest, wenn sie in unserem Garten sind Einer von ihnen ist im Nachbarsgarten, da sind sie sicher, weil wegen Jimmy keine Katzen kommen.Voll süß das zu beobachten

Kaum Mittag

Mein Onkel nervt mich zunehmend, ich kann nicht einmal genau sagen, wieso. Ich werde wach, meine Tante und mein Onkel streiten schon, weil mein Onkel um 10 Uhr schon betrunken ist. „Juchu“, denk ich mir noch im Bett. Ich schlafe ja im Wohnwagen und wir leben ja am Tag bis wir schlafen gehen alle im Garten. Der ist unser Wohnzimmer, deshalb merk ich die Aufregung.Ich springe… zeitlich, meine ich. Auf jeden Fall war ich wach. Vorhin dachte ich drüber nach, weil ich meine, dass lebendige Fische in einem riesen Topf im Garten standen. Sehe und höre mich mit meinem Onkel oder meinen Eltern streiten, weil sie wollen, dass ich den frisch geangelten Fisch töte. Dabei wissen alle anwesenden, dass ich selbst ein shlechtes Gewissen habe, wenn ich Mücken oder Zecken töte. Einmal, als eine Ameisenkolonie durch mein Zimmer marschiert ist und meine Zimmerwand eine einzige schwarte Säule war, habe ich eine Deo Sprühdose genommen und sie alle tot gesprüht. Danach saß ich eine dreiviertel Stunde heulend vor den toten Ameisen und habe mich entschuldigt, obwohl es kaum Tiere gibt, nicht einmal Spinnen, vor denen ich so ne Heidenangst hab wie vor Ameisen.Jedenfalls seh ich dann vor mit Blut an den Händen, Schuppen, Gedärme, EKEL, Gerüche, hellrotes Wasser, unheimliche Fisch-Glubschaugen.Ich dachte, ich hätte das nur geträumt, aber gerade in der Küche stehen wirklich tote Fische, im Garten der riesige Eimer. Habe ich doch geholfen?!? Ich hab keine Ahnung, würde meine Hände dafür ins Feuer legen, dass der Streit mit meinen Eltern evtl passiert ist und sie sich darüber lustig gemacht haben, dass ich mich vor so einer Bauernarbeit ziere und mich so anstelle… aber ich TAUSEND pro NICHT getan habe, was sie von mir wollten und mein Kopf diese Blubilder mit dem Fisch nur aus Angst und weil ich mich reingesteigert habe, zusammen fügt.Aber ich habe heute überhaupt kein gutes Zeitgefühl und mein Onkel nervt mich, zieht mich ständig in Gespräch mit rein, die ich nicht hören will. Die mich NERVEN. Wie konnte ich eigentlich bis ein Tag vor der Abreise so vergessen, dass er dieses Jahr mitkommt? Dann hätte ich mir evtl noch zehnmal überlegt, ob ich wirklich mit will.Ich bin froh, dass ich Jimny hab. Wenigstens lenkt er mich ein bisschen ab, wenn ich genervt bin oder mich von meinem Onkel persönlich angegriffen fühle. Er fragte, wann ich mich denn endlich von meiken Eltern abnabeln würde, ich werde ja schließlich 20. Und ich dachte mir, du riesengroßer Vollidiot. Ich bin schon LANGE „Zwanzig“ und von meinen Eltern bin ich quasi abgenabelt, seit ich vom Jugendamt mit 16 in die WG gebracht wurde. Ich fühlte mich richtig beleidigt und war rasend bor Wut, weil meine Eltern mit NIE helfen konnten, schon gar nicht finanziell. Makabererweise musste ICH sogarmanchnal aushelfen. Also bitte.Von Tag zu Tag, an dem ich alleine mit meinen Eltern und dem Onkel bin, erweist sich die Idee mit nach ungarn zu fahren als schlechteste des Jahres.Wenn der Onkel meiner Mum, S., ihre Mutter, meine Cousine oder eben andere Verwandte und Freunde da sind, fühle ich much wohler.Gott sei dank haben wir hier oft besuch.Ich werde jetzt ne Runde lesen. Ich bin grad phasenweise lieber in Beatrice‘, Francas, Alans, Majas und Helenes Welt.. als hier. -.-

Jimmy gehts wenigstens gut. Das ist wenigstens ein kleiner Lichtblick jeden Tag. Er genießt es total, den ganzen Tag im Garten frei herum zu laufen und seiner Hütehund-Berufung nachzugehen.