Still hier, weil … [R] TW

Es tut mir leid, dass es hier so still ist. Ich bin immer noch aktiv im Außen, es ist soweit alles in Ordnung. Dass ich so wenig schreibe liegt vielleicht daran, dass ich völlig neue Welten entdecke und ich, abgesehen davon, eigentlich überhaupt kein Kopfmensch bin. Mir fällt es schwer, Dinge analysieren und verstehen zu wollen, die mit dem Kopf einfach nicht zu (be)greifen sind. Deshalb schreibe ich auch eher weniger hier im Blog, weil alles, worüber ich schreiben wollte, ich in meinem eigenen Tagebuch festhalte. Es geht nur um Gefühle und melancholischen Krimskrams. Nichts, was hier von Belang wäre.

Sonntag kamen mal unsere Eltern zu Besuch. Ich habe Mona und Ari von vornerein gesagt, sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn mein Vater fährt, bleiben sie nicht länger als maximal bis elf, damit er ab Mittags sein Bier trinken kann. Ja, er ist Alkoholiker. Ich denke, das nennt man so, auch wenn ich mir unter einem Alkoholiker etwas anderes vorstelle. Wie dem auch sei. Der Besuch dauerte maximal fünfzehn Minuten. Meine Mutter hat sich sehr gefreut, mich zu sehen. Ich war reservierter als sonst. Wir haben uns viele Wochen, sogar Monate nicht mehr gesehen. Es war aber prinzipiell ganz nett mit denen.

Danach waren wir bei Mia. Vielleicht erinnert sich der Ein oder Andere ja noch an sie. Jemand von uns schrieb zur Sommerzeit öfter mal von den Besuchen von Mia, wenn wir mit Mona und ihr die Nächte bei Lagerfeuer unter Sternenhimmel in unserem Garten verbracht haben. Ihr geht’s nicht ganz so blendend. Sie hat(te) Krebs und wurde operiert. Es gab Nachblutungen und Schmerzen und nach der OP Komplikationen im Krankenhaus. „Ich habe Schmerzen“ – „ach was, Sie können gar keine Schmerzen haben“ (Ich lasse das jetzt mal so stehen). Nach langem diskutieren war klar, dass da was schief gelaufen war und die Schmerzen sehr begründet waren. Ich seufze mal bisschen theatralisch und versuche nicht die Augen zu verdrehen. Ich frage mich, wann wir mal anders über das Gesundheitswesen denken werden können, wenn man ständig mit solchen Idioten konfrontiert wird.

Die Nachblutungen sind normal. Sonst ist auch alles okay, sie soll sich nur mehr schonen. Bald werden wir auch endlich wieder gemeinsame Abende/Nächte am Lagerfeuer verbringen können. Darauf freuen wir uns schon, auch wenn es Mona zurzeit gar nicht gut geht. Auch sie muss zum Arzt weil sie entdeckt hat, woran ihr Befinden liegen könnte. Es hat etwas mit den Nebennieren zu tun, diese Untersuchungen zahlt die Krankenkasse aber nicht. Habe ihr angeboten sie zu begleiten, wenn sie jemanden findet, wo sie zur Untersuchung kann. Sie hat da schon nach Adressen gegoogelt, es ist aber nichts Handfestes.

Mona sagte, sie merke seit einer Woche eine Veränderung bei mir und fragte ganz direkt, ob seit einer Weile jemand anderes da sei als sonst. Das Gespräch war interessant. Sie weiß, dass wir es eigentlich nicht mögen, so direkt gefragt und/oder darauf angesprochen zu werden, aber ich kann damit besser umgehen als die Leute aus unserem Außen/-Schalensystem. (… gelöschter Teil … wird nochmal überarbeitet und evtl passwortgeschützt veröffentlicht)

Tut mir leid, ich tue mir noch etwas schwer zu schreiben, weil ich noch nicht zu 100 % sicher bin, was ich hier schreiben soll-kann und was nicht, deshalb lösche ich im Nachhinein doch noch einige Stellen aus dem Beitrag, die ich lieber passwortgeschützt veröffentliche.

Zumindest ist es so, dass mir wesentliche Dinge an mir selbst auffallen. Da ich ja hauptsächlich im Alltag in der Beobachterrolle die Anteile aus dem Schalensystem im Blick habe, habe ich so ein Bild davon, wie ich/wir zu anderen Menschen bin/sind. Das heißt, wie wir auf ihre Emotionen reagieren, wie wir mit ihnen in Kontakt stehen, wie wir mit ihnen reden und wie wir mit ihnen in Beziehung gehen. Ich weiß also im Endeffekt, wie „ich“ üblicherweise reagiere, wenn Mona uns von den Nierenproblemen erzählt oder Mia von ihrer Krebs-OP. Unsere Anteile aus dem Schalensystem sind weniger empathisch was das angeht, sie kreisen mit ihren Gedanken ständig um sich, ihre Zeitsprünge, ihren inneren Kontakt, der Frage, was/wie/wo und ob es einen Kult gibt und in welchem Zusammenhang etc. pp. Also eigentlich beobachte ich mich-uns als sehr selbstbezogen und sehr abgehakt, wenn wir in Kommunikation mit anderen sind.

Da ich jetzt aber ca. eine Woche im direkten Kontakt mit meinen Mitmenschen bin und selbst in Beziehung gehe merke ich jedes Mal überraschend: So bin ich nicht. Ich denke, man würde mich einen ganz klassischen Empathen nennen. Ich fühle und spüre viel zu viel und sauge auch etliche Empfindungen meiner Mitmenschen auf. Kann zwischen den Zeilen hören-lesen durchs Fühlen und in die Augen schauen/beobachten… ich war überrascht als ich gemerkt habe, dass ich so, wie ich es aus Beobachtungen kenne, nicht auf die Themen anderer und den Kontakt mit Menschen reagieren kann. Das war übrigens wohl auch das Ausschlaggebende, an dem Mona gemerkt hat, dass ein Wechsel stattgefunden hat. Ich hatte durch die beobachtete Gewohnheit im Mund, Monas und Mias Themen mit einem „okay…“ zu quittieren aber nicht weiter darauf einzugehen, merkte aber, dass ich das nicht kann. Es interessierte mich, wie es ihnen wirklich geht. Konnte mich mit Randinfos nicht zufrieden geben,… Mona nannte das „Anteilnahme“. Sie spüre im Kontakt zu mir viel mehr Anteilnahme als sie es in den letzten eineinhalb Jahren von uns kennt. Springender Punkt.

An solchen Situationen und Erfahrungen die Diversität wahrzunehmen ist wirklich… spannend.

Ich wundere mich fast täglich in den verschiedensten Situationen meiner Mitmenschen, dass ich anders reagiere als wie ich es aus meinen Beobachtungen von uns kenne. Ich meine, ich bin achtsamer als die Leute aus unserem Schalensystem.

Das alles ist nicht unbedingt leicht, weil durch das im Außen sein, nehme ich Emotionen und Gefühle und eben Energien/Schwingungen meiner Mitmenschen viel intensiver wahr, als im Innen durchs Beobachten. Dadurch bin ich überschwemmt von Gefühlen. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich gar kein Kopfmensch bin. Dinge, die mit Gefühlen und dem Herzen zu tun haben verstehen, geschweige denn analysieren zu wollen, ist geradezu unmöglich. Gestern habe ich es versucht, aus einem gegebenen Anlass, – ich fühle mich an eine Zeit mit Carmen zurück erinnert. Es war eine schöne Zeit und bis heute der einzige Mensch der uns auf eine Art und Weise berührt hat, dass wir sie immer noch bedingungslos lieben und uns mit ihr verbunden fühlen, und das trotz der Entfernung von Deutschland bis Kreta und jedes Mal, wenn wir uns wieder treffen, weil sie zu Besuch in DE ist, hat sich nicht viel an diesen Gefühlen füreinander verändert. Die Liebe und Vertrautheit ist geblieben und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das verändern wird. Und dieses Thema, diese Liebe, das konfrontiert mich seit Tagen sehr. Ich bin absolut im Herz im Bezug jener Person, mit der wir gerade ähnliche Erfahrungen machen wie damals mit Carmen. Und was mich so zerstreut ist die Tatsache, dass ich eine Wiederholung darin erkenne – im Gefühl. Ich schaffe es aber nicht, sie in Worte zu fassen, vielleicht, weil es keine gibt und weil man gewisse Dinge wirklich nicht mit dem Verstand bearbeiten kann.

Als ich das gestern versucht habe, war ich nach einem halben Tag so erschöpft, dass ich schon um 21 Uhr immer wieder vor dem Fernseher mit Mona eingenickt bin, obwohl ein sehr genialer Tatort lief. Die Handlung war langweilig. Ist sie fast immer, aber ich mochte die Schauspielerin (ihre Rolle) total gerne.

„Ich schlafe nicht beim zweiten Mal mit in einem Bett“
– „Als wir uns damals kennenlernten, hast du das schon in der ersten Nacht…“
„Eben.“

Schade, hätte den Tatort gerne aufmerksam anschauen wollen, aber ich war so müde, wie gesagt, dass ich immer wieder eingeschlafen bin. Nichtsdestotrotz lag ich im Bett dann noch wach, mit Gedanken an jene Situation und an Carmen und die Parallele und dem sinnlosen Wunsch, diese Parallele erkennen oder verstehen zu wollen.

Erst kurz vor dem Einschlafen habe ich mich von der Idee verabschiedet, solche Dinge begreifen zu wollen-können. Es hat was mit dem Herz zu tun und hier gibt es keine kognitiv-richtigen Entscheidungen. Solange es sich gut anfühlt, ist es das Richtige. Darüber nachdenken macht es nur sinnlos schwer.

Und auch hier erkenne ich, dass ich ganz anders bin, als wie ich es am Schalensystem beobachtet habe. Es sind so viele Unterschiede, die mich phasenweise umhauen und in denen ich mich frage „Wow, so bin ich also wirklich, wenn ich in direktem Kontakt mit Menschen sein darf?“

Es gefällt mir sehr. Ich merke, dass ich die zwischenmenschlichen Beziehungen zu den Leuten außerhalb unseres Netzwerkes sehr genieße, denn ich bemerke durch den Kontakt mit den Menschen in dieser „Alltagswelt“, die Manipulation, die in unserem Netzwerk steckt, mit denen ich gewaschen worden in, seitdem ich seit meinem 13. Lebensjahr an Diskussionsrunden und Workshops teilnehmen durfte und was für ein Nebenschauplatz mein Leben seit meinem sechsten Lebensjahr war, wenn ich bei Camps und Ferienlagern mit den anderen Kindern spielte, während die Erwachsenen Mitglieder ihre weiteren Vorkehrungen planten und in den Diskussionsrunden und Workshops die damals dreizehnjährige Generation manipuliert und deren Gehirn gewaschen hat. Und ich bin entsetzt, dass ich so überzeugt war, dass das alles so seine Richtigkeit hat und dass sie die einzigen Menschen sind, die wirklich wüssten wie „leben“ funktioniert. Was mich noch viel mehr erschreckt ist, dass mich der Grundglaube immer noch sehr prägt und ich von dem prinzipiellen Gedanken der Dualität eigentlich überzeugt bin; und eigentlich bedeutet „eigentlich“ eher Nein. Aber ich merke, dass es in unserem Netzwerk eine total verdrehte Lehre war. Auch die Sache mit der Freiheit, die sich, wenn man sich ihre Diskussionsrunden oder Workshops anhört, sehr verständlich und logisch und irgendwie sogar bejahend anhören. Aber dazu kann ich hier nicht ausführlicher schreiben – ich denke, es sind ohnehin schon zu viele Gedanken, die ich offenlege.

Aber wie ich ja auch schon schrieb: Ich lasse mich nicht in die Ecke drängen. Ich weiß (meistens) was ich will und wenn man mir eine Pistole auf die Brust setzt, sage ich „Drück ab, aber ich steh zu meinen Gefühlen.“ Und das ist es, was mich ausmacht, denke ich: Ich denke nicht, ich fühle. Und ich vertraue zu hundert Prozent darauf, dass das, was ich im Herzen spüre, das Richtige ist. Da gibt es keine Chance mit mir zu diskutieren.

… ich muss gerade etwas schmunzeln weil ich passenderweise gestern dieses Bild gefunden habe:

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Das gilt aber wirklich nur, wenn ich mir hundert Prozent sicher bin, dass ich auf mein Herz vertrauen kann. Dann finde ich es unnötig zu diskutieren. Dann kann man mich sowieso nicht von irgendwelchen Kopf-Theorien und Thesen und Studien überzeugen.

Und jetzt verabschiede ich mich mal wieder mit der Frage, wie lange dieser Eintrag so öffentlich bleiben kann-wird, bis ihn irgendjemand aus den oberen Schichten nicht doch vielleicht löscht.

-R.

 

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