Nächtliche Brutalitäten (R)

Es ist der dritte Tag in  Folge, den ich außen bin und ich frage mich langsam, ob ich mehr Kontrolle habe, als ich vorerst dachte. Eigentlich habe ich es nicht leicht gerade. Ich habe viel mit Gefühlen zu kämpfen, die ich nicht schaffe zu sortieren, versuche gleichzeitig klare Gedanken zu fassen über das, was in uns drinnen ist, also versuche abzuwägen, wie es denn jetzt ist, so zwischen Hier und Da, aber weder noch.

(gelöschter Teil hier passwortgeschützt zu lesen)

Über sowas denke ich nach. Oder sollte ich. Es wird schon irgendwann der Moment kommen, wo das geht, aber zurzeit leide ich an starker Schlaflosigkeit. Meistens bin es nicht ich, die einschläft – eigentlich höchstens  mal im Co-Bewusstsein, aber weil diejenige, die mich meistens ablöst, mir unangenehm ist und mich emotional ziemlich erschüttert und traurig macht, bleibe ich eher selten im Co. Manchmal werde ich versucht gezwungen zu werden, im Co zu bleiben. Manchmal muss ich das dann aushalten, was passiert. Wie soll ich das beschreiben? Es ist, als würde man meine Empfindungen missbrauchen. Als würde man mich mit dem, was ich eigentlich schön finde, versuchen zu quälen. Mit wirklich brutal-sexuellen Umwandlungen meiner ursprünglichen Empfindungen. Ich habe es in den letzten Tagen in einer Nacht (denn das ist meine übliche Zeit, in der ich zu bestimmten Phasen draußen bin, der Tag ist eigentlich nicht mein Spezialgebiet), einmal geschafft, bei meiner Empfindung zu bleiben und mit Mühe und Hektik habe ich es geschafft zu genießen, was ich fühle und denke, habe mit Anstrengung versucht die aufdrängenden anderen Fantasien beiseite zu zwingen und habe sie in einem Nebenschauraum bugsiert. Es war dann so, dass ich zwar bei meinen eigenen Gedanken und Empfindungen war, sie klarer sah als die, die daneben abgespielt wurden, aber eben wie auf einem Zweitbildschirm im Kopf „das andere Kino“ lief. Ich habe es also in einer Nacht geschafft, mit viel Mühe und Willen bei mir zu bleiben. Allerdings konnte ich trotzdem nicht selber einschlafen, mit diesem relativ wohligen Gefühl, das ich erreicht hatte – sondern wurde trotzdem abgelöst und es wurde beendet, wie es sonst immer beendet wird. Eher schmerzvoll, eher reizüberflutend, eher mit brutalen, ungewollten Fantasien (und ja, ich rede hier von sexuellen Handlungen und Gedanken).

Ich weiß nicht, wie ich diesen Kreislauf stoppen kann, wenn er da ist. Wenn er nicht da ist, bin ich nicht da… :-} … Dieses brutale „sich in den Schlaf befördern“, passiert im Regelfall wirklich nur, wenn ich über einige Tage oder Wochen nachts außen bin. Nicht, wenn Alltagspersonen oder Innenpersonen aus den Außensystemen zu Bett gehen.

Und weil ich gerade sehr anfange kalten Schweiß zu schwitzen merke ich, dass es irgendwo weiter oben jemandem sehr anstößt, dass ich darüber schreibe. Meine Pythons höre ich. Sie werfen mir ohnehin ihre reizenden Kommentare zwischenrein. Aber wenn mein Körper reagiert heißt es meistens dass ich von oben kontrolliert werden will, die ich nicht höre oder erreiche. Einerseits sollte es mir zu denken geben, andererseits ist es mir auch eine kleine Genugtuung weil mir das bestätigt; ich handle gerade unter freiem Willen und bin zumindest für diesen kleine Moment keine Marionette an den Schnüren der Strippenzieher in unserem System.

Nichtsdestotrotz höre ich jetzt auf… schwitzen ist nämlich nicht unbedingt das angenehmste Gefühl (zumal jetzt auch anfängt mein Oberkörper und Unterkiefer zu verspannen).

-R.

2 Kommentare zu „Nächtliche Brutalitäten (R)

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