01. Mai

soll auch noch ein schlimmer Tag sein, aber irgendwie ist heute GAR nichts Schlimmes oder Seltsames passiert. Habe den ganzen Tag darauf gewartet: Und, und und? Kommt mich gleich jemand holen? Springt ein Programm an? Steh ich wieder nachts an einer Staubrücke? Nichts.

Wir sind heute mit Mona mit dem Zug nach N gefahren… dreieinhalb Stunden und es tat SO gut. Ich habe vergessen, wie sehr ich Zug fahren liebe… es ist etwas Tiefenentspanntes für mich. Ich liebe Zug fahren unendlich und bin heute wieder total auf den Geschmack gekommen. Wir sind nach N gefahren, weil Monas Bruder uns dort treffen wollte. Auto Übergabe. Mona hat jetzt ihr eigenes Auto und sie kann es noch kaum fassen. Ich freue mich so für sie!!!

Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich zum Fressnapf (geschlossen) und dann saß da Antonio!!! Unser alter italienischer Nachbar, neben dem wir gewohnt haben als wir noch ind er Jugendhilfe im Apartment waren. Omeingott ich habe mich so gefreut. Ich hab Mona gebeten anzuhalten und bin im Hagel und stürmendem Wasser über mir mit Turnschuhen zu ihm gerannt. Er saß. wie ih ihn kenne, auf seinem Rollator und, auch wie ich ihn kenne, als er mich sah rief er „Ouiiiiiii“ (jja, wie auf Französisch, aber ich glaube das ist eher so ein Freudeausdruck). Ahhh. Ich liebe diesen alten schrulligen Opa. Er war der tollste Nachbar… ich bin zu ih und in meiner Freude habe ich mich einfach zu ihm gebeugt, der hat meine Hand gehalten, haben uns Luftküsschen gegeben und dann habe ich gemerkt „oh Corona“… kurz war ich beschämt… ihm gehts gut. Er sagt „Zigarette nur noch sehr wenig.“ hab nach seiner frau gefragt und er „ach, immer. Unsterblich diese Frau!“ Als ich dann wieder zu Mona ins Auto stieg bin ich in Erinnerungen geschwelgt und ein wenig tat es weh. (ganz von den Nebensachen abgesehen, dass wir im Apartment oft abgeholt, auf dem Weg abgefangen und und und wurden), ich habe mich ZUHAUSE gefühlt dort oben. Ich habe mich einfach unendlich Zuhause gefühlt. Ich habe die Nachbarn geiebt, die Bäckerinnern bei der Bäckerei um die Ecke. Ich hab die Einfahrt geliebt und ich habe es geliebt jeden Morgen, egal ob bei Regen, Schnee oder Sturm an der Bushaltestelle auf den Bus zu warten um in die Ausbildung zu fahren. Klar, mir war da nch nichts bewusst von dder kack DIS und dem ganzen anderen Kack, aber ich denke ich hätte mich da auch Zuhause gefühlt, wenn ich es schon gewusst hätte. Und manchmal wünschte ich so sehr, dass die Jugendhilfe sagt, die brauchen das Apartment da nicht mehr und dann würde ich so gerne sofort wieder da einziehen. Okay, es wäre kein Garten. Okay, es wäre eine sehr kleine Wohnung… aber vielleicht ist es gar nicht die Größe, die ein Zuhause ausmacht.. sondern das Gefühl… der Ort, die Nachbarschaft… das, was man aus diesen vier Wänden und dem Balkon macht… ich vermisse es. Ich vermisse Antonio, aber auch die Vermieter dort. Ich vermisse die Nachbarn mit ihrem kleinen weißen Hund und die ältere Frau, bei der wir mal unten gesessen sind und einen Tee getrunken haben. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal mehr, was der Vorwand oder Auslöser war… ich ACH JA, doch ich erinnere mich!!! Wir hatten mal versehentlich ihren Wäscheständer im Waschkeller benutzt und dann hing da ein recht erboster Zettel, man möge doch die Finger von fremden Gegenständen lassen. Daraufhin sind Bay und ich zu ihr gegangen, haben bei ihr geklingelt, ihr gestanden, dass wir ihren Wäscheständer (wirklich ohen dass wir wussten, adss es ihrer ist!), verwendet  haben und haben ihr Entschädigungs Pralinen und Blumen gebracht. Sie hat sich total gefreut und uns dann auf einen Tee eingeladen. … irgendwie… ich erinnere mich ganz schwach nur an ihre Wohnung. Es waren echt ..sonderbare Sachen. Alte Möbel, Erbstücke… sie hat uns auch viel erzählt von ihrer Familie, ihrer Tochter… ich erinnere mich leider echt kaum noch genau, aber so schwach.

Und das alles fehlt mir. Irgendwie waren sie alle so ein bisschen Familie für mich. Ich hatte dort niemanden, wirklich. Aber ich hatte unsere Nachbarn. Es war so schön, wie da alle miteinander umgegangen sind… Einmal im Winter, weiß ich noch, da ist Antonio mit seinem Rollator durch den tiefsten Schnee gestapft. Ich bin grad im Dunkeln aus der Bäckerei gekommen und hab gerufen „HEY ANTONIO!“ und habe ihn mit einem Schneeball abgeworfen. Er hat sich umgedreht und hta lachend-rügend den Arm gehoben und gerufen „katastrophe diese Mädchen, Katastrophe“ und ich habe gefragt „Wie geht es deiner Frau“ und er „Aaaah größte Katastrophe überhaupt“ Wir sind lachend und dann schweigend zusammen nach Hause glaufen, die Bäckerei war ja nur um die Ecke. Und zu Nikolaus haben wir ihm ein Nikolaustütchen an seinen Rollator gehängt. Er hat sich unendlich gefreut und wollte uns zum Spaghetti Essen einladen. Ich habe gefragt, ob er kocht, er hat die Hand gehoben und die Augenbrauen hochgezogen „ICH … ai. Ich einkaufen, Frau kochen.“

Ich will wieder dahin. Ich habe mich da Zuhause gefühlt. erschreckend, wie ich es vergessen habe… aber irgendwie auch dankbar, mich zweieinhalb Jahre meines lebens so gefühlt haben zu dürfen.

ich hoffe so sehr, dass ich mal wieder so einen Ort finden werde… ich wünsche mir nichts mehr als ein Zuhause…

 

und dann… ach naja, wir waren ziemlich k.o. nach der Fahrt heute. Mein Auge pocht ein wenig und im Bad habe ich gesehen, dass es komisch geschwollen ist. So leicht, fast wie ein fetter Pickel, nur dass da kein Pickel war. Also da, wo es am Augenbrauenknochen leicht blau-grau ist. Hab dann mit ner Nadel (sorry wenns eklig ist) reingepiekt und es kam WASSER raus. KEINE Ahnung was das War. Wundwasser? Kein Plan. Ich bin eigentlich nur froh, dass mein Auge unbeschädigt ist und nur mein Augenbrauenknochen dran glauben musste. Und evtl auch ein wenig vom Oberkiefer.. also der Knochen so drei Finger breit von der Schläfe entfernt. Der tut auch weh und ich meine, der ist auch ganz leicht blau. Aber nur minimal. Schööön den Boden geküsst. Und verrückterweise ist es fast immer mein rechtes Gesicht, mit dem ich mich auffange.

Auf jeden Fall – ekelhaft. Dafür aber: Der zeigefinger heilt glaube ich langsam. Er tut zwar noch etwas weh, vor allem wenn ich auf die Kapsel drückte oder eben mit dem Zeigefinger fest irgendwo draufdrücke oder ihn arg knicke, aber ich kann ihn mittlerweile bewegen und er tut nicht ständig weh. Hab ja gesagt. Arzt ist überflüssig. Man uss nicht wegen jedem Kinkerlitzchen zum Doci rennen wie ein kleines Mimöschen.

Ansonsten… ich habe auch nicht das Gefühl als würde heute noch irgendwas mega mega ultra Schlimmes passieren oder anspringen. Also… von wegen der 1. Mai könnte uns noch mega die Kraft kosten. Pustekuchen. heute war ein guter Tag. Irgendwie.

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