Traum [TW]

Über mich kann ich grad nichts in Worte fassen, aber meine Träume kann ich niederschreiben, sie sind irgendwie so… allerhand. Nichts- und vielsagend, ohne dass ich dazu Worte finden würde, was dieses Nichtsvielsagende in mir auslöst.

TW

Dunkler Raum. Schwarzer Marmorboden, der nackte Körper spiegelt. Dunkle Wände, Säulen, alles dreht sich, ich kann gar keinen richtigen Raum erkennen, Konturen verschwimmen. Einige nackte Menschen, in einem Teil des Raumes, wenn ich richtig erkenne vom Drehwurm, irgendetwas Stehendes. Etwas Tisch-Ähnliches. Ein Gegenstand. Der einzige in dem schwarzen Drehwurm und den reflektierenden nackten Körpern auf dem Marmorboden. Will sie nicht sehen. Senke ja schon den Blick, um sie nicht vor mir zu sehen, aber dieser verdammte, spiegelnde, schwarze Boden und die nackten Körper. Ich ekele mich.

Eine Frau, viel, viel älter als ich… könnte glatt meine Mutter sein, aber mit roten, kurzen Haaren. Sehr nackt. Sehr ekelhaft. Weil sie und ich Frau und Mann gleichzeitig sind. Sind uns nahe, ich ekele mich, aber zwischen meinen Beinen ist es erregt. Ein Glied. Auch zwischen ihren ein Glied. Aber oben Brüste. Verwirrung und Ekel. Nicht, weil wir uns vor Geschlechtsumgewandelten ekeln, aber dieses hier ist keine Geschlechtsumwandlung. Es sind echte Brüste und echte Glieder. Beides an einem Körper. Bin obenrum Frau, untenrum Mann und untenrum wird gegenseitig penetriert bis alles klebt und … Will nicht ins Detail gehen. Ekel schäumt im Innen grad über.

Dann liegen wir auf diesem schwarzen Marmorboden. Gesicht an Gesicht. Über uns die anderen Nackten die ich nicht sehen will und uns ein schwarzes Tuch über den Oberkörper legen. Über alles Weibliche. Und dann spüre ich gleisende Schmerzen. Egal aus was: Holz, Metall, Plastik. Irgendwas dickes, spitzes, das durch unseren Rücken, genau zwischen unsere Schulterblätter gebohrt wird. Durch uns durch, und durch die Frau, die mit uns bedeckt wurde. Wir werden aufgespießt.

TW Ende

Werde wach. Ruhig. Traumlose Nacht, denke ich. Auf dem Weg zur Arbeit, szenenhaft blitzen Bruchstücke aus meinem Traum wieder vor meine Augen. Nur wenige Minuten später die Erinnerung an den Traum wieder da. Ekel. Mehr ist da nicht. Und schnipps, wieder abgestellt. Brauch mich nicht ekeln, sage ich. War nur ein Traum. Nicht mein Körper, kein echter Körper. Nichts davon echt.