Bitte noch ein Albtraum kurz vorm Kripo-Gespräch

Gestern und heute hatte ich zwei Albträume. Na ja, oder sowas in der Art. Wirklich als Albtraum empfinde ich Albträume nicht wirklich. Ich finde sie immer noch besser als mein echtes Leben.

Heute kommt der freundliche Mann von der Kripo um mich anzuhören. Schon gestern war ich restlos überfordert und habe mir gedacht, was eigentlich ist, wenn er Fragen stellt bei denen ich mir denke „Von was zur Hölle redet er da?“. Ich bin völlig weg von Emotionen. Gerade spüre ich keine Angst oder Wut oder Nervosität. Ich komme mir eher vor wie in einem blöden Kriminalroman und versuche mir zu überlegen, welche Rolle ich in dieser Geschichte spiele. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich nicht das Opfer sein wollen. Aber als das vernehmen sie mich. Oder als Geschädigte.

Ach ja, mein Kripo Freund hat mir ja auch viele Nachrichten geschickt. Die klangen komisch. Zum Teil als würde er mir vorwerfen (aber unterschwellig und eher als Warnung ausgedrückt), ich würde mir irgendwas ausdenken (dabei weiß er noch nicht einmal, worum es geht. Er schrieb wirklich lange Texte in denen er in abgewandelter Form immer wieder klar machte, ich soll aufpassen nicht zu lügen, Opfer irgendeiner Straftat gewesen zu sein, weil wenn ich irgendwann das Gegenteil behaupte, könnte ich wegen Vortäuschen einer Straftat angezeigt werden. Wtf. Ich bin darauf glaube ich gar nicht eingegangen,  verunsichert hat mich das aber schon. Er hat auch gefragt, ob ich schon ausgesagt hätte und ich habe ihm erklärt, dass ein „Angehöriger“ bei der Kripo angaben gemacht hat und ich dazu nun befragt werde. Ich wollte ihn eigentlich noch fragen, ob er mir das wirklich zutrauen würde, dass ich ne Straftat vortäusche, aber ich habe ihn nicht gefragt. Verunsichert hat mich sein ganzes Geschreibe aber schon. Was, wenn ich heut eirgendwas sage, weil ich mich an irgendwas erinnere, was ne Straftat bestätigt und was, wenn die irgendwann mich wieder befragen und ich dann sage „Hä nein? Keine Ahnung was ich da gesagt habe, aber das stimmt nicht“ und dann eine Anzeige am Hals habe?

Ich habe ihm darauf nur geantwortet „okay, gut zu wissen, ich werde einfach sagen, was ich weiß.“

Viel ist das nicht, die letzte Zeit ist für mich ein Bleibsel von verwaschenen Erinnerungen. Ein paar Merkwürdigkeiten hier, ein paar unglückliche Vorfälle da, ein paar Verwirrtheiten dort… Klarheit habe ich überhaupt nicht. Nur verwaschene Erinnerungen.

Ganz beruhigend waren dann natürlich auch meine vergangenen Träume. Zum einen war ich bei meinem ersten Traum in einen Mordfall verwickelt (TW)

in dem eine Leiche einer jungen Frau mit Pfählen an eine Tafel genagelt und in der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Zwei Kommissare leiteten den Mordfall, ich war als Zeugin dabei und im Laufe der Ermittlungen erkannte ich, dass die Kommissarin die Mörderin war. Bei der Erkenntnis erkannte ich auch, dass ICH die Leiche war und der Traum wurde zurückgespult. Noch weiter in die Vergangenheit, BEVOR ich als Leiche endete.

TW Ende

Und in dem Traum wurde schon vorher wegen einem Verbrechen ermittelt. Die Kommissarin hatte mich vorher als Zeugin vernommen, der Unterschied war nur, dass ich nun wusste, dass sie meinen Tod will und ich deshalb alles daran setzte, um ihr aus dem Weg zu gehen und auf mein Leben zu achten, wenn ich mit ihr in Kontakt war.

 

Im Traum von heute war es etwas schlimmer. Ich träumte, dass es in meiner Nachbarschaft eine kleine Auseinandersetzung wegen Unstimmigkeiten gab. Irgendwie wussten die Frauen C., K. und M. bescheid, dass wir immer abgeholt werden/wurden. (in Wirklichkeit sind auch einige Nachbarn involviert, weil der Direktor seine Kontakte genutzt hat… klar [habe ich aber erst vor ner Woche erfahren], aber K und C wissen davon nichts. Vielleicht M. Ich könnte mir vorstellen, dass die auch ein Auge haben und ein Herr am Anfang der Straße. Mindestens einer gibt dem Direktor auf jeden Fall immer bescheid, wenn sie fremde Autos gesehen haben – und da frage mich noch einer, wieso ich mich zurzeit von der Helferseite aus mehr verfolgt fühle als von anderen Seiten aus….). Auf jeden Fall wurde es spät und dunkel und C machte noch eine Runde mit ihrem weißen Hund. Ich war zu dem Zeitpunkt in ihrer Perspektive. C lief also auf die Straße zu, aus unserer Wohnsiedlung raus, als sei einen Kleinbus langsam entlang fahren sah und ihr blieb vor Schreck das Herz stehen. Schnell versuchte sie noch in einen Schatten in einem offenen Garten einer Einfahrt zu verschwinden, aber es war halt direkt an der Straße. Sie hoffte schon, der Bus sei einfach weiter gefahren, doch dann drehte er um, um die Bushaltestelle herum. C hielt den kleinen Hund fest an ihre Brust gedrückt und hoffte, er würde nicht bellen. Obwohl sie mucksmäuschenstill war, hielt der Bus an. Ich kann nicht erkennen was passierte. Ich weiß nur, dass die Angst dann plötzlich einer Ohnmacht glich und die Fensterscheibe vom Bus heruntergelassen wurde (der Bus stand mindestens 10 Meter entfernt von der Einfahrt wo C sich versteckte). und plötzlich beamte ich mich wieder in meinen eigenen Körper – ich saß in unserem Garten auf der Terrasse und dachte, ich wäre eingeschlafen und hätte das geträumt. ich war sehr unruhig, schwitzte und hatte Angst, weil ich wusste, dass die Bushaltestelle ja nur eine Minute von unserem Haus entfernt ist. Es war dunkel, die Laternen waren in unserem Garten an, unsere Gartenkatze und Jimmy freundeten sich gerade an und ich war fast beruhigt, als ich mich hier widerfand, aber Mona bemerkte meine Unruhe und fragte, ob alles okay sei. Ich atmete tief durch, wollte ihr nichts von meinem paranoiden Traum erzählen und nickte.

Es vergingen ein paar Tage und an einem Abend stand G (unsere Gartennachbarin), an unserem Gartenzaun und fragte mit ihrem üblichen herzlichen Lächeln, wie es uns geht. Ich meinte, es ginge uns gut und erkundigte mich dann nach C (die ihre direkte Nachbarin ist), weil ich sie doch schon länger nicht gesehen hatte und ich ein immer mehr mulmiges Gefühl bekam. Ich sah schon in ihrem plötzlich sehr betretenem Gesicht, dass etwas nicht stimmte und mein Magen zog sich so zusammen, dass ich dachte ich muss mich hinsetzen, damit ich nicht auseinanderfalle und vor ihr zerbrösel. Sie meinte mit gesenkten, traurigen Augen und schüttelndem Kopf „Es sieht schlecht aus…“ Ich wollte und konnte und musste gar nicht mehr fragen. Mit Tränen in den Augen bin ich zu dem Ort gelaufen, wo ich sie in meinem vermeintlichen Traum habe hocken sehen, den ich die Tage vor Angst gemieden habe… und dann sah ich an der Bushaltestelle ein kleines Denkmal für den weißen Hund… der Traum war kein Traum gewesen. Diesen Bus und diese Situation gab es wirklich… und ich wusste, dass der Typ der in diesem Bus saß, auf C geschossen hatte. C kam mit einem Streifschuss davon, der Hund wurde aber getroffen.. Ich bin in meinem Traum zusammengesackt und habe nur noch geheult, bis ich aufgewacht bin.

Als ich heute Früh mit Jimmy spazieren gehen wollte, war mir echt Angst und Bange bei dem Gedanken an dieser Bushaltestelle vorbeizugehen und ich hätte sie eigentlich meiden können, aber habe es aus irgendeinem Grund doch nicht. Vielleicht weil ich mir immer sage, „Es gibt keine reale Gefahr“. In dem Fall stimmt es ja auch. Es war nur ein Traum. Aber es war ein übler Traum, denn es ist in den meisten Fällen so:

Ich bin eine Klarträumerin. D.h., ich WEIß, wenn ich träume und kann es manchmal auch beeinflussen oder zumindest bis zu dem Punkt, dass ich sage, dass wenn ich ungewollt aufwache, genau an der Stelle weiter träume wo ich aufgehört habe und mein Traum-Bühnenbild selbst wieder hervorrufe.

Anders ist es bei Träumen, in denen ich träume. Ich nenn das oft „verschachteltes Träumen“. Bei solchen Träumen weiß ich NICHT mehr, ob es echt ist oder nicht. Nicht einmal wenn ich aufwache. Selbst da denke ich dann entweder, ich sei noch im Traum oder ich habe gar nicht geträumt und es ist echt passiert. Dann suche ich tagsüber nach Dingen, die ich im Traum gemalt habe (von dem Traum, den ich im Traum hatte) oder Dinge, die ich gefunden habe (Federn zum Beispiel) oder auf meinem Handy nach Fotos, die ich im Traum gemacht habe … und zweifle an meinem Verstand, dass ich sie nicht finde, bis mir nach fast einem Tag irgendwann sickert, dass es ein Traum gewesen sein MUSS.

Und da es ja heute auch so ein verschachtelter Traum war (ich träumte, dass ich TRÄUME wie C erschossen wird und wachte im Traum auf, da ich aber im Traum träumte, dachte ich, ich bin wirklich aufgewacht), war es SO real, dass ich heute wirklich die ganze Zeit damit rechne, der Bus könnte auftauchen oder die Nachricht erreicht mich, C ist wirklich im Krankenhaus mit einem Streifschuss und ihr Hund tot.

Der einzige Grund weshalb ich heute weiß, dass es ein Traum war ist nur, weil C in Wirklichkeit keinen Hund hat.

Ich bin also nicht wirklich ausgeruht für das Gespräch in einer Stunde… und ich hoffe, dass ich relativ klar wirke. Ich habe mich sogar etwas geschminkt und etwas mehr herausgeputzt als sonst (wir schminken uns selten), um älter und klarer zu wirken. Das Auftreten zählt ja auch. Und ich will nicht,d ass der dann vor mir sitzt und mich sieht und denkt „Gott, die ist ja noch fast ein Kind, grad mal aus der Pubertät raus“… ne, ich will schon, dass der mich als erwachsen-Erwachsene ernstnimmt und glaubt, dass ich daran glaube und sicher bin, was ich ihm sagen würde. Also, ich habe mich jetzt nicht mega aufgetakelt und trage keine Stöckel (würgkotz). Aber ich trage Make-Up. Und Lipgloss. Und Maskara. Ich fühle mich fast wir ein richtiges Mädchen (und das geht nicht wenigen von uns gegen den Strich)… aber es ist nur Mittel zum Zweck… und vielleicht auch, um mein inneres Verwüstet-Sein ein bisschen zu kaschieren. Wer weiß. Durchatmen.

 

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