Traum [TW]

Über mich kann ich grad nichts in Worte fassen, aber meine Träume kann ich niederschreiben, sie sind irgendwie so… allerhand. Nichts- und vielsagend, ohne dass ich dazu Worte finden würde, was dieses Nichtsvielsagende in mir auslöst.

TW

Dunkler Raum. Schwarzer Marmorboden, der nackte Körper spiegelt. Dunkle Wände, Säulen, alles dreht sich, ich kann gar keinen richtigen Raum erkennen, Konturen verschwimmen. Einige nackte Menschen, in einem Teil des Raumes, wenn ich richtig erkenne vom Drehwurm, irgendetwas Stehendes. Etwas Tisch-Ähnliches. Ein Gegenstand. Der einzige in dem schwarzen Drehwurm und den reflektierenden nackten Körpern auf dem Marmorboden. Will sie nicht sehen. Senke ja schon den Blick, um sie nicht vor mir zu sehen, aber dieser verdammte, spiegelnde, schwarze Boden und die nackten Körper. Ich ekele mich.

Eine Frau, viel, viel älter als ich… könnte glatt meine Mutter sein, aber mit roten, kurzen Haaren. Sehr nackt. Sehr ekelhaft. Weil sie und ich Frau und Mann gleichzeitig sind. Sind uns nahe, ich ekele mich, aber zwischen meinen Beinen ist es erregt. Ein Glied. Auch zwischen ihren ein Glied. Aber oben Brüste. Verwirrung und Ekel. Nicht, weil wir uns vor Geschlechtsumgewandelten ekeln, aber dieses hier ist keine Geschlechtsumwandlung. Es sind echte Brüste und echte Glieder. Beides an einem Körper. Bin obenrum Frau, untenrum Mann und untenrum wird gegenseitig penetriert bis alles klebt und … Will nicht ins Detail gehen. Ekel schäumt im Innen grad über.

Dann liegen wir auf diesem schwarzen Marmorboden. Gesicht an Gesicht. Über uns die anderen Nackten die ich nicht sehen will und uns ein schwarzes Tuch über den Oberkörper legen. Über alles Weibliche. Und dann spüre ich gleisende Schmerzen. Egal aus was: Holz, Metall, Plastik. Irgendwas dickes, spitzes, das durch unseren Rücken, genau zwischen unsere Schulterblätter gebohrt wird. Durch uns durch, und durch die Frau, die mit uns bedeckt wurde. Wir werden aufgespießt.

TW Ende

Werde wach. Ruhig. Traumlose Nacht, denke ich. Auf dem Weg zur Arbeit, szenenhaft blitzen Bruchstücke aus meinem Traum wieder vor meine Augen. Nur wenige Minuten später die Erinnerung an den Traum wieder da. Ekel. Mehr ist da nicht. Und schnipps, wieder abgestellt. Brauch mich nicht ekeln, sage ich. War nur ein Traum. Nicht mein Körper, kein echter Körper. Nichts davon echt.

 

 

 

Leer

Ich fühle mich absolut leer. Nicht innerlich, nicht emotional, nicht gedanklich. Aber Wort-leer. Habe keine Worte. Nicht jetzt, weiß auch nicht wann wieder.

Ach so. Zwei Stunden wurden wir vernommen. Davon erinnere ich mich vielleicht an 15 Minuten. Habe tierische Angst davor, was wir ausgesagt haben und habe das Bedürfnis den Typen anzurufen und ihm noch zu sagen, egal was er alles über uns gehört hat, alles was je passiert ist war immer einvernehmlich.

Möchte überhaupt nicht mehr diskutieren. Und darüber oder sonst was reden grad auch nicht mehr. Weiß nicht, wann wieder. Im Moment fühlt es sich an: Thema abgeschlossen. Gibt nichts mehr zu sagen.

 

Bitte noch ein Albtraum kurz vorm Kripo-Gespräch

Gestern und heute hatte ich zwei Albträume. Na ja, oder sowas in der Art. Wirklich als Albtraum empfinde ich Albträume nicht wirklich. Ich finde sie immer noch besser als mein echtes Leben.

Heute kommt der freundliche Mann von der Kripo um mich anzuhören. Schon gestern war ich restlos überfordert und habe mir gedacht, was eigentlich ist, wenn er Fragen stellt bei denen ich mir denke „Von was zur Hölle redet er da?“. Ich bin völlig weg von Emotionen. Gerade spüre ich keine Angst oder Wut oder Nervosität. Ich komme mir eher vor wie in einem blöden Kriminalroman und versuche mir zu überlegen, welche Rolle ich in dieser Geschichte spiele. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich nicht das Opfer sein wollen. Aber als das vernehmen sie mich. Oder als Geschädigte.

Ach ja, mein Kripo Freund hat mir ja auch viele Nachrichten geschickt. Die klangen komisch. Zum Teil als würde er mir vorwerfen (aber unterschwellig und eher als Warnung ausgedrückt), ich würde mir irgendwas ausdenken (dabei weiß er noch nicht einmal, worum es geht. Er schrieb wirklich lange Texte in denen er in abgewandelter Form immer wieder klar machte, ich soll aufpassen nicht zu lügen, Opfer irgendeiner Straftat gewesen zu sein, weil wenn ich irgendwann das Gegenteil behaupte, könnte ich wegen Vortäuschen einer Straftat angezeigt werden. Wtf. Ich bin darauf glaube ich gar nicht eingegangen,  verunsichert hat mich das aber schon. Er hat auch gefragt, ob ich schon ausgesagt hätte und ich habe ihm erklärt, dass ein „Angehöriger“ bei der Kripo angaben gemacht hat und ich dazu nun befragt werde. Ich wollte ihn eigentlich noch fragen, ob er mir das wirklich zutrauen würde, dass ich ne Straftat vortäusche, aber ich habe ihn nicht gefragt. Verunsichert hat mich sein ganzes Geschreibe aber schon. Was, wenn ich heut eirgendwas sage, weil ich mich an irgendwas erinnere, was ne Straftat bestätigt und was, wenn die irgendwann mich wieder befragen und ich dann sage „Hä nein? Keine Ahnung was ich da gesagt habe, aber das stimmt nicht“ und dann eine Anzeige am Hals habe?

Ich habe ihm darauf nur geantwortet „okay, gut zu wissen, ich werde einfach sagen, was ich weiß.“

Viel ist das nicht, die letzte Zeit ist für mich ein Bleibsel von verwaschenen Erinnerungen. Ein paar Merkwürdigkeiten hier, ein paar unglückliche Vorfälle da, ein paar Verwirrtheiten dort… Klarheit habe ich überhaupt nicht. Nur verwaschene Erinnerungen.

Ganz beruhigend waren dann natürlich auch meine vergangenen Träume. Zum einen war ich bei meinem ersten Traum in einen Mordfall verwickelt (TW)

in dem eine Leiche einer jungen Frau mit Pfählen an eine Tafel genagelt und in der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Zwei Kommissare leiteten den Mordfall, ich war als Zeugin dabei und im Laufe der Ermittlungen erkannte ich, dass die Kommissarin die Mörderin war. Bei der Erkenntnis erkannte ich auch, dass ICH die Leiche war und der Traum wurde zurückgespult. Noch weiter in die Vergangenheit, BEVOR ich als Leiche endete.

TW Ende

Und in dem Traum wurde schon vorher wegen einem Verbrechen ermittelt. Die Kommissarin hatte mich vorher als Zeugin vernommen, der Unterschied war nur, dass ich nun wusste, dass sie meinen Tod will und ich deshalb alles daran setzte, um ihr aus dem Weg zu gehen und auf mein Leben zu achten, wenn ich mit ihr in Kontakt war.

 

Im Traum von heute war es etwas schlimmer. Ich träumte, dass es in meiner Nachbarschaft eine kleine Auseinandersetzung wegen Unstimmigkeiten gab. Irgendwie wussten die Frauen C., K. und M. bescheid, dass wir immer abgeholt werden/wurden. (in Wirklichkeit sind auch einige Nachbarn involviert, weil der Direktor seine Kontakte genutzt hat… klar [habe ich aber erst vor ner Woche erfahren], aber K und C wissen davon nichts. Vielleicht M. Ich könnte mir vorstellen, dass die auch ein Auge haben und ein Herr am Anfang der Straße. Mindestens einer gibt dem Direktor auf jeden Fall immer bescheid, wenn sie fremde Autos gesehen haben – und da frage mich noch einer, wieso ich mich zurzeit von der Helferseite aus mehr verfolgt fühle als von anderen Seiten aus….). Auf jeden Fall wurde es spät und dunkel und C machte noch eine Runde mit ihrem weißen Hund. Ich war zu dem Zeitpunkt in ihrer Perspektive. C lief also auf die Straße zu, aus unserer Wohnsiedlung raus, als sei einen Kleinbus langsam entlang fahren sah und ihr blieb vor Schreck das Herz stehen. Schnell versuchte sie noch in einen Schatten in einem offenen Garten einer Einfahrt zu verschwinden, aber es war halt direkt an der Straße. Sie hoffte schon, der Bus sei einfach weiter gefahren, doch dann drehte er um, um die Bushaltestelle herum. C hielt den kleinen Hund fest an ihre Brust gedrückt und hoffte, er würde nicht bellen. Obwohl sie mucksmäuschenstill war, hielt der Bus an. Ich kann nicht erkennen was passierte. Ich weiß nur, dass die Angst dann plötzlich einer Ohnmacht glich und die Fensterscheibe vom Bus heruntergelassen wurde (der Bus stand mindestens 10 Meter entfernt von der Einfahrt wo C sich versteckte). und plötzlich beamte ich mich wieder in meinen eigenen Körper – ich saß in unserem Garten auf der Terrasse und dachte, ich wäre eingeschlafen und hätte das geträumt. ich war sehr unruhig, schwitzte und hatte Angst, weil ich wusste, dass die Bushaltestelle ja nur eine Minute von unserem Haus entfernt ist. Es war dunkel, die Laternen waren in unserem Garten an, unsere Gartenkatze und Jimmy freundeten sich gerade an und ich war fast beruhigt, als ich mich hier widerfand, aber Mona bemerkte meine Unruhe und fragte, ob alles okay sei. Ich atmete tief durch, wollte ihr nichts von meinem paranoiden Traum erzählen und nickte.

Es vergingen ein paar Tage und an einem Abend stand G (unsere Gartennachbarin), an unserem Gartenzaun und fragte mit ihrem üblichen herzlichen Lächeln, wie es uns geht. Ich meinte, es ginge uns gut und erkundigte mich dann nach C (die ihre direkte Nachbarin ist), weil ich sie doch schon länger nicht gesehen hatte und ich ein immer mehr mulmiges Gefühl bekam. Ich sah schon in ihrem plötzlich sehr betretenem Gesicht, dass etwas nicht stimmte und mein Magen zog sich so zusammen, dass ich dachte ich muss mich hinsetzen, damit ich nicht auseinanderfalle und vor ihr zerbrösel. Sie meinte mit gesenkten, traurigen Augen und schüttelndem Kopf „Es sieht schlecht aus…“ Ich wollte und konnte und musste gar nicht mehr fragen. Mit Tränen in den Augen bin ich zu dem Ort gelaufen, wo ich sie in meinem vermeintlichen Traum habe hocken sehen, den ich die Tage vor Angst gemieden habe… und dann sah ich an der Bushaltestelle ein kleines Denkmal für den weißen Hund… der Traum war kein Traum gewesen. Diesen Bus und diese Situation gab es wirklich… und ich wusste, dass der Typ der in diesem Bus saß, auf C geschossen hatte. C kam mit einem Streifschuss davon, der Hund wurde aber getroffen.. Ich bin in meinem Traum zusammengesackt und habe nur noch geheult, bis ich aufgewacht bin.

Als ich heute Früh mit Jimmy spazieren gehen wollte, war mir echt Angst und Bange bei dem Gedanken an dieser Bushaltestelle vorbeizugehen und ich hätte sie eigentlich meiden können, aber habe es aus irgendeinem Grund doch nicht. Vielleicht weil ich mir immer sage, „Es gibt keine reale Gefahr“. In dem Fall stimmt es ja auch. Es war nur ein Traum. Aber es war ein übler Traum, denn es ist in den meisten Fällen so:

Ich bin eine Klarträumerin. D.h., ich WEIß, wenn ich träume und kann es manchmal auch beeinflussen oder zumindest bis zu dem Punkt, dass ich sage, dass wenn ich ungewollt aufwache, genau an der Stelle weiter träume wo ich aufgehört habe und mein Traum-Bühnenbild selbst wieder hervorrufe.

Anders ist es bei Träumen, in denen ich träume. Ich nenn das oft „verschachteltes Träumen“. Bei solchen Träumen weiß ich NICHT mehr, ob es echt ist oder nicht. Nicht einmal wenn ich aufwache. Selbst da denke ich dann entweder, ich sei noch im Traum oder ich habe gar nicht geträumt und es ist echt passiert. Dann suche ich tagsüber nach Dingen, die ich im Traum gemalt habe (von dem Traum, den ich im Traum hatte) oder Dinge, die ich gefunden habe (Federn zum Beispiel) oder auf meinem Handy nach Fotos, die ich im Traum gemacht habe … und zweifle an meinem Verstand, dass ich sie nicht finde, bis mir nach fast einem Tag irgendwann sickert, dass es ein Traum gewesen sein MUSS.

Und da es ja heute auch so ein verschachtelter Traum war (ich träumte, dass ich TRÄUME wie C erschossen wird und wachte im Traum auf, da ich aber im Traum träumte, dachte ich, ich bin wirklich aufgewacht), war es SO real, dass ich heute wirklich die ganze Zeit damit rechne, der Bus könnte auftauchen oder die Nachricht erreicht mich, C ist wirklich im Krankenhaus mit einem Streifschuss und ihr Hund tot.

Der einzige Grund weshalb ich heute weiß, dass es ein Traum war ist nur, weil C in Wirklichkeit keinen Hund hat.

Ich bin also nicht wirklich ausgeruht für das Gespräch in einer Stunde… und ich hoffe, dass ich relativ klar wirke. Ich habe mich sogar etwas geschminkt und etwas mehr herausgeputzt als sonst (wir schminken uns selten), um älter und klarer zu wirken. Das Auftreten zählt ja auch. Und ich will nicht,d ass der dann vor mir sitzt und mich sieht und denkt „Gott, die ist ja noch fast ein Kind, grad mal aus der Pubertät raus“… ne, ich will schon, dass der mich als erwachsen-Erwachsene ernstnimmt und glaubt, dass ich daran glaube und sicher bin, was ich ihm sagen würde. Also, ich habe mich jetzt nicht mega aufgetakelt und trage keine Stöckel (würgkotz). Aber ich trage Make-Up. Und Lipgloss. Und Maskara. Ich fühle mich fast wir ein richtiges Mädchen (und das geht nicht wenigen von uns gegen den Strich)… aber es ist nur Mittel zum Zweck… und vielleicht auch, um mein inneres Verwüstet-Sein ein bisschen zu kaschieren. Wer weiß. Durchatmen.

 

„Mehrgleisig fahren“

Heute war ein Ekeltag. Es ist gar nicht so einfach „im Augenblick“ zu sein, wie ich mir das vorgestellt habe. Beim Spaziergang durch den Wald, wo diesmal sogar Sally, Mona und Ella dabei waren, war ich nur bei mir, fühlte mich abgeschottet in einer kleinen Kugel, und als ich gedankenverloren seufzte, wie sehr ich mich auf ein Bad nach dem Spazierengehen freue, musste Mona los lachen: „Okay, du bist gerade auch in ganz anderen Sphären unterwegs“. Bin ich. Sie hatten gerade über dreckige Schuhe gesprochen, was irgendwie an meiner kleinen Kugel abgeprallt ist. Sie hat mir auch auf dem Weg das Stichwort „bums“ gegeben, um mich aufzuheitern, doch ich konnte überhaupt nicht mehr darüber lachen, obwohl wir gestern sehr lachen mussten darüber (Wir haben Anne Will angeschaut und sie benutzte in irgendeinem Kontext das Wort Bumsen, worüber Mona und ich schmunzelten und ich dann meinte: „HAben nur wir das bemerkt, oder wieso lacht das Publikum darüber nicht?“, und Mona voll los prustete, weil es seit einer Stunde – und nebenbei seit sechs Wochen – um Corona und Ausgangsbeschränkung geht und da gar kein Publikum ist zurzeit. Ich weiß nicht, wieso wir das so witzig fanden. Es war einfach ein Moment-Witz). Aber ich kann mich damit heute gar nicht aufheitern.

Ich fühlte mich den ganzen Tag eklig. Wollte duschen, aber konnte mich dazu nicht motivieren, wollte fressen, fühlte mich aber fett. Kann auch sein, dass ich bald meine Tage kriege, ich weiß es nicht (ich hab so typische PMS eigentlich nicht), aber auf jeden Fall war heute ein Würg-Tag.

Gegen Mittag kam dann aber Ari vorbei. Eigentlich wollte ich das nicht. Ich war so wütend. So wütend über die ganze Situation und wie sie sich entwickelt hat und dass man mich übergangen und gegen mein Willen gehandelt hat in der MEINUNG das Beste für mich zu tun (ich kann es schon nicht mehr hören). Ich hatte Angst, dass ich die Wut an ihr auslasse, wenn sie die Erste ist, die mir heute begegnet.

Ich erinnere mich nicht, wie sie kam, aber ich saß dann schon im Garten mit ihr und erwähnte kurz Gedanken über Wohnen und Arbeiten usw. … nur den kurzen Augenblick erinnere ich mit ihr. Na und dann noch einen Augenblick, wie sie neben uns sitzt und sagt, dass sie jetzt eigentlich das Bedürfnis hätte uns in den Arm zu nehmen sie aber darauf wartet, wenn wir das möchten und sagen. Ich war da, weil ich merkte, ja, eigentlich würde ich mich jetzt gern an jemandem anlehnen, aber mit Wut innendrinnen ist es schwer, jemanden an sich ran zu lassen, ist bei mir zumindest so. Ich glaube es vergingen ein paar Minuten, wie wir einfach neben ihr saßen. Ich glaube, sie ist sogar noch einmal aufgestanden um irgendwas mit Jimmy zu machen (vlt hat er sich wieder um einen Busch verheddert)… dann setzte sie sich wieder und ich überwand meinen inneren Schweinehund. Wieso soll ich mich nicht anlehnen, wenn ich die Möglichkeit habe und ich merke, dass wir das gerade brauchen? Also habe ich mich ein wenig steif an ihre Schulter gelehnt und hab uns dann auch von ihr in den Arm nehmen lassen. Dann liefen plötzlich ein paar Tränen. Ich weiß nicht einmal wieso. Nur ein paar. War dann schnell wieder vorbei. Sie hat auch irgendwas gesagt, aber ich erinnere mich nicht, ich war so mit den Emotionen beschäftigt, die kamen.

Eigentlich hätte uns das trösten sollen. Hat es vielleicht auch.. oder es hat die Wut in das umgewandelt, was es eigentlich sein sollte. Ich war nämlich den ganzen Tag über nicht mehr wütend. Nur erschöpft und ausgelaugt und verunsichert. Energie- und kraftlos. Ich habe nicht geweint, habe nicht geschimpft, nichts. Ich war in so einem komischen Empfinden heute.

Jetzt wird es allmählich besser.

Ich würde so gerne noch mehr schreiben. Über den Ausstieg, über den Kontakt zum Kult (ich will, ich will nicht – Herz, Kopf…) aber mir fehlt die Energie… die Konzentration…

Ich weiß dass wir grad enorm gespalten sind und die Dissoziation extrem ist. Ist mir klar. Ich weiß auch was Ari damit meinte (die letzten Tage?), dass wir „auf so verschiedenen Ebenen unterwegs sind“. Die einen von uns halten gerade täglich Kontakt zu Mitgliedern … die anderen schreiben mit Frau Honig über Träume, wieder andere beschäftigen sich mit Ari und wieder andere nur mit sich selbst und unserer Zukunft. Aber nichts von all den Gleisen führt irgendwie zusammen. Jeder macht sein Ding und ich kriege das nicht wirklich mit, nur so am Rande, im Nachhinein, als Fakten über Chats. Telefonate. Einträge. Lebhafte eigene Erinnerungen habe ich aber nur an tägliche schöne Spaziergänge und auf der Picknickdecke liegen und lesen. Erinnerungen daran mit Frau Honig und anderen Menschen Kontakt zu haben, habe ich keine. Überhaupt keine. Nur die Picknickdecke, die schönen Spaziergänge und Sonne. Die Kontakte sehe ich nur im Handy. Dieses „mehrgleisig“ fahren. Und ich kann es nicht aufhalten. Wir sind völlig zerbröselt. Die letzten Tage ging es mir damit gut. Und ich erinnere mich ja auch nur an schöne Dinge aus den letzten Tagen. Aber heute fühle ich mich wie matsch. Sehr ausgelaugt und kraftlos. Versuche irgendwie kläglich nach nem Faden zu greifen, der sowas wie ne Notbremse ist, damit das mehrgleisige Fahren aufhört, aber es ist, als würde ich auf Zehenspitzen balancieren und es würde immer noch ein Stück fehlen, damit ich diese Notbrems-Schnur erwische.

Ich will den Kontakt zu diesem Kult nicht. Aber ich will auch keine Aussage bei der Kripo am Mittwoch machen. Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich will. Ich bin sehr durcheinander.

Kripo Gespräch

Da fiel es mir heute wie Schuppen von den Augen. Hatte ich wohl völlig aus dem Gedächtnis gelöscht. Der Direktor war ja bei der Kripo. Ich weiß gar nicht wie lang das her ist jetzt.. eine Woche? Egal, auf jeden Fall rief er mich heute an, dass am Mittwoch ein Kommissar von der Kripo kommt, um mit mir zu sprechen. Als Zeugin. Und der Direktor sagte gleich, ich dürfe nicht lügen. Und dass der Kommissar nur kommt um die ganzen Sachen die der Direktor ihm dargelegt hat zu prüfen… will sich mich anhören, um zu checken, ob der Direktor nicht völligen Unfug erzählt. So hat der Direktor es am Telefon gesagt. Er braucht mich damit nicht unterschwellig emotional zu etwas drängen. Es ist sein Problem, wenn die Kripo denkt er redet Unfug, ich habe ihn nie darum gebeten zu denen zu gehen und war nicht einmal einverstanden. Das ist jetzt sein Dilemma, wenn er als „Troll“ dasteht. MIR hat er damit nämlich noch ein viel größeres Problem eingebrockt.

Das größte was mich beschäftigt, also die größte Angst ist, dass ich weiß dass es eine Kripo hier im Bezirk gibt, klar… vermutlich die, die für hier Zuständig ist. Und ein Kommissar von dort und ich haben eine gemeinsame Vergangenheit…. er ist außerdem so etwas wie ein Freund… Und wenn ER derjenige ist, der am Mittwoch kommt, dann drehe ich um und verlasse diese Stadt, das schwöre ich.

Das nächste ist, wenn er es nicht ist, okay, dann kann ich gerne mit einem von denen reden. Ich darf nicht lügen, gut, dann sage ich die Wahrheit: Nämlich dass ich mir das alles nur eingebildet habe, egal was ich so verzählt habe. Seit einer Woche geht es mir gut und seit einer Woche wird mir immer mehr klar, wie dumm das alles ist und was für ein Quatsch das alles ist. Dass sie mich gerne psychologisch begutachten lassen sollen um feststellen zu können, dass ich zwei Jahre in einer vollkommenen Psychose gelebt habe, in denen sich diese Gruselgeschichten vom Kult und sexuellem Missbrauch entwickelt haben. Wenn sie nach Vergewaltigungen fragen – was muss ich denen überhaupt sagen? Ich weiß ja nicht einmal, was ich für Rechte habe! Vielleicht schreibe ich gleich dem Freund und frage ihn mal. Die Chance, dass er mich am Mittwoch befragt, ist ja doch eher gering. Und wer weiß besser als einer von der Kripo selbst, was ich als Zeuge für Rechte habe? Also lass ich mich erst einmal von meinen Rechten belehren. Und wenn doch er derjenige sein wird, der mich befragt, dann weiß ich es wenigstens schon vorher. Er würde es mir bestimmt sagen. Wobei… wenn ich ihn frage was meine Rechte sind, wenn ich von der Kripo befragt werde, wird er vermutlich wissen wollen wieso… und wenn ich es ihm nicht sagen will, kann er einfach nach schauen. Oh Gott, was für eine SCHEISSE!

Egal, nichtsdestotrotz, ich habe nichts zu verheimlichen, denn es ist keine Lüge, ich bin ÜBERZEUGT davon, dass es keine rituelle Gewalt in meinem Leben gibt. Ich werde mich auch sicher nicht schlecht über unseren Orden äußern (mal abgesehen davon, wenn DIE von diesen Anschuldigungen Wind bekommen und nichts nachgewiesen werden kann, werden sie zu 100 Prozent eine Gegenanzeige starten… ich weiß nicht wie man das nennt, aber man darf nicht über eine Organisation solche Sachen erzählen, wenn es ihrem Ruf schadet. Rufmord?) Juchuuuu.

Ich werde mich an die Wahrheiten halten: Kult, ja. Sexueller, körperlicher oder psychischer Missbrauch, nein. Die dokumentierten Verletzungen? Alle selbst zugefügt. Wenn sie fragen, wieso ich bei den Dokumenten immer behauptet habe, ich habe Amnesien, sage ich, ich habe mich zu sehr dafür geschämt zuzugeben, wie krank ich bin.

Thema abgehakt. Hoffentlich legt sich die Kripo diese Aussage dann ganz vorne in meine Akten, damit sie sich immer daran erinnern können, wenn zu einem Fall wieder mein Name fällt „Ach, das ist diese psychisch schwer Kranke, die bloß Geschichten erzählt, mit ihr müssen wir uns keine Zeit vergeuden“

Ich hoffe, mich lässt nach der Geschichte einfach jeder in Ruhe. Hoffentlich ist dann der Direktor auch so schlau und merkt, dass ich ihn nach Strich und Faden verarscht habe und hat so eine Wut auf mich, dass er sich nicht mehr kümmert. Oar.

Menschen sind alle scheiße! Ich bleibe vollkommen bei mir, ich will ja meinen Menschen mit Mitgefühl entgegentreten. #ichwerdeerwachsen #ichbinsehrweiseundlernemeinenFriedenzufindenindemichauchzuanderenfriedvollbinundihnenmitVerständnisbegegne.

(Fickt euch trotzdem alle)

Ooommmmmm

Corona-Regeln

Grad auf Facebook gefunden und fands mega witzig 😂

❗ Corona Regeln – WICHTIG -❗

  1. Im Prinzip dürfen Sie das Haus nicht verlassen, aber wenn Sie es möchten, dann dürfen Sie es schon.
  2. Masken sind nutzlos, aber Sie sollten unbedingt eine tragen, denn sie kann Leben retten.
  3. Alle Läden sind geschlossen, ausser die, die geöffnet sind.
  4. Dieses Virus ist tödlich, aber dennoch nicht allzu beängstigend, außer dass es eventuell zu einer globalen Katastrophe führt, bei der dann sehr viele sterben.
  5. Jeder muss ZUHAUSE bleiben, aber es ist wichtig auch RAUSZUGEHEN, besonders bei Sonnenschein, aber es ist besser, nicht rauszugehen, außer natürlich für Sport, aber eigentlich NEIN …
  6. Es gibt keinen Mangel an Lebensmitteln im Supermarkt, aber es gibt viele Dinge, die fehlen und andere sind zur Zeit nicht da.
  7. Das Virus hat keine Auswirkungen auf Kinder, außer auf diejenigen, auf die es sich auswirkt..
  8. Tiere sind nicht betroffen, aber es gibt immer noch eine Katze, die im Februar in Belgien positiv getestet wurde, als sonst noch niemand getestet wurde, plus ein paar Tiger hier und da und selten Hunde, eigentlich keine Hunde, aber manchmal doch auch schon …
    Jegliche Oberflächen, ausser das Fell ihres Haustieres, können die Krankheit natürlich übertragen.
  9. Sie werden viele Symptome haben, wenn Sie krank sind, aber Sie können auch ohne Symptome krank werden, Symptome haben, ohne krank zu sein, oder ansteckend sein, ohne Symptome zu haben, sowie visa versa.
  10. Man kann nicht in Altersheime gehen oder seine Grosseltern besuchen, aber man muss sich um die Alten kümmern und am besten Lebensmittel und Medikamente mitbringen.
  11. Das Virus bleibt auf verschiedenen Oberflächen zwei Stunden lang aktiv, nein vier, nein sechs, nein, habe ich Stunden gesagt, vielleicht Tage? Aber es braucht eine feuchte Umgebung. Aber eigentlich nicht unbedingt.
    Das Virus bleibt eigentlich nicht in der Luft, aber öfter mal schon. Vor allem in einem geschlossenen Raum..
    Es handelt sich hier grundsätzlich nicht um Schmierviren aber eine Schmierinfektion wäre möglich.
  12. Wir sollten so lange eingesperrt bleiben, bis das Virus verschwindet, aber es wird nur verschwinden, wenn wir eine kollektive Immunität erreichen, also wenn es zirkuliert..
    Dafür dürfen wir nicht zuviel eingesperrt sein, deswegen bleiben sie besser die meiste Zeit über Zuhause.
  13. Sollten Sie erkrankt gewesen sein, werden Sie möglicherweise später wieder erkranken, dazwischen sind Sie aber immun.
  14. Goldene Regel: Benutzen Sie ihr Gehirn und wenn nicht, halten sie einen enorm großen Vorrat an Mehl, Hefe, Nudel und Toilettenpapier bereit – das wird helfen.

In diesem Sinne.. nehmt Euch das zu ♥️, das wird Euch retten…

…oder auch nicht 🤷🏽‍♀

(Verfasser unbekannt)

Wieder zum Arzt

Jetzt haben wir diese Verletzung am Finger schon echt lange herausgezögert (ich weiß nicht einmal mehr wie es passiert ist, aber das ist ja jetzt schon ein paar Tage her so), und es wird nicht besser. Die Schmerzen sind gleichbleibend, die Schwellung ist auch noch da.

Ich überlege jetzt doch vielleicht zum Orthopäden zu gehen, langsam kommt mir das mit dem Kapselbruch gar nicht mehr so weit hergeholt vor, obwohl ich meine, dass man bei nem Bruch den Finger eigentlich gar nicht mehr bewegen können sollte 🤔

Nur bin ich immer sooo unmotiviert zum Arzt zu gehen, es gibt nichts Lästigeres im Leben als Arztbesuche …. vor allem, wenn dann wirklich was am Finger ist und er fragt wieso ich erst jetzt komme… ich hasse diese Aussagen die dann immer kommen „Ja, selber Schuld, dass es nicht verheilt“ (wenn Du auch noch Gitarre spielst und ihn nicht ruhig stellst balbala) ich weiß, dass es dann meine Schuld ist, aber halt einfach die Klappe und tu deinen Job. Für Schuldzuweisungen wirst du nicht bezahlt und auch nicht für dumme Blicke.

Grr… wenn ich so darüber nachdenke, habe ich eigentlich wirklich keinen Bock zum Arzt zu gehen, schon gar nicht wenn ich mich der Tatsache konfrontiert sehe, dass ich nicht mehr weiß wie es passiert ist, ausser dass es ein Unfall war.

ABER ich will ja mehr Selbsfürsorge und Selbstmitgefühl und blablabla #erwachsenenlebensweisheitsgelaber … aaalso … vielleicht überwinde ich mich ja trotzdem und entscheide mich für irgendeine Lügenstory. „ Bin auf meine Hand gefallen“. Ja, zur Hölle. Wie zieht man sich eigentlich eine Kapselverletzung zu, wenn man keinen Sport macht?!?

PS.: Heute hatte ich den Ganzen Tage nen Tape drum (ein Punkt auf dem Selbstfürsorge Konto)

Innen- und Außenkommunikation.

Ich hörte heute beim Reden mit Mona, als es um Liebe und Gefühle und Zugänglichkeit und Verbundenheit und Tieferes ging aus dem Innen: „Ich bin 25“

Ich lauschte mit einem Ohr bei Mona, mit dem anderen schon im Innen: „Das stimmt aber nicht ganz“, antworte ich gedanklich und leicht irritiert, leicht erschrocken sogar. Bin ich wirklich schon 25?! Geburtsjahr abgerufen, schnell gerechnet – Schreck las nach! Keine paar Jahre Blackout.

„Ich bin 25“, wiederholt es innen und ich bin nicht überzeugt davon. Höchstens meint sie, 25 zu sein. Und weiter sagt es „Ich bin 25 und ich möchte nächstes Jahr ein Kind gebären.“

Ich stocke im Reden. Während dieser Gedanke kam war ich gerade in einem Satz an Mona und stockte. Mona sah mich abwartend an und versuchte mich wieder aufs Pferd zu heben: „…. du weißt nicht, ob es Gefühle von…..?!?“ ich starre sie an, in meinem Kopf hänge ich an dem Satz, der mir von innen zugeworfen wurde und ich rudere.

„Ähm…“, Mühe, den Faden wieder aufzugreifen, „… also ich weiß nicht, ob es wirklich der Wunsch ist Teil von ihnen zu sein, oder nicht eher der Wunsch Teil von etwas zu sein, was die beiden haben.“ (Es ging um zwei Menschen in meinem Leben). Und nachdem ich Mona antworte, antworte ich schnell nach innen: „Wir sind nicht 25 und ich möchte kein Kind. Auch nicht mit 26.“

Mona ist schon mitten in ihrem Satz und ich bin durcheinander. Ich bin 25. Wer von uns meint 25 zu sein? Und aus welchem Grund? Und wieso will sie ein Kind kriegen?

Ich höre sie den Rest des Gesprächs mit Mona nicht mehr. Mona sagt, sie würde sich an Stelle der Person wünschen, ich würde offen mit ihr sprechen, doch ich sage ihr, dass ich das nicht möchte, weil sie mir dann mit Sicherheit Entscheidungen abnehmen möchte, in der Meinung, mir damit das Beste zu tun. Aus Erfahrung wissen selten andere Menschen was das Beste für mich ist. Es ist im Endeffekt immer eher das Bequemste für sie, nicht das Beste für mich.

Es war ein gutes Gespräch und es war ein mutiges Gespräch, denn eigentlich wollte ich nicht darüber reden. Mit niemandem. Aber ich dachte über einiges nach. Darüber, dass ich nur dann wahre Beziehungen führen und eingehen kann, wenn ich mich anderen öffne – und ehrlich zu mir selber bin.

Ich habe das was in mir ist, in solchen Worten wie an Mona noch gar nicht an mich rangelassen. Und Worte für das in mir, habe ich nicht alle ausgesprochen, aber durchs Reden sind gewisse Klarheiten in mir angeschwungen… ich seh für mich jetzt besser, klarer, auch wenn noch keine wirkliche Klarheit greifbar ist. Wenigstens weiß ich, ich belüg mich jetzt nicht mehr selber. Die Frage ist, ob ich die betreffenden Personen mit einbeziehe, oder ob ich abwarte und schaue, ob sich für mich selbst noch etwas verändert.

Ihr versteht vermutlich kein Wort von dem, was ich gerade schreibe. Es ist ehrlich gesagt auch sehr wirr, aber ich möchte hier auch nicht viel mehr ins Detail gehen.

Wir waren heute Eis essen, ich hatte zwei schöne Spaziergänge mit Jimmy, die Sonne hat geschienen, den Rest des Tages verbrachte ich im Garten auf der Picknickdecke (so wie jetzt auch noch), habe gelesen, geschrieben… und nachgedacht.

Es war wieder ein schöner Tag. Ein Tag nach dem anderen geht rum. Und es passiert nichts, was mich daran erinnern würde, dass ich von irgendeinem Kult-Hintergrund betroffen wäre. Das ist seit Tagen irgendwie nur noch nichtssagende Theorie.

Hummelsterben

Vor einigen Jahren… naja… vor ein paar…, ich wills mal nicht übertreiben, da fand in meiner Welt ein großes Hummelsterben statt. Ich war in der siebten oder achten Klasse. Ich erinnere mich, wie ich einige Wochen lang, kaum dass ich aus der Tür getreten bin, alle paar Meter eine tote oder sterbende Hummel auf dem Gehweg gefunden habe.

Ich war sehr betroffen von der Ersten die ich fand und hob sie auf. Ich fand immer mehr, nahm sie mit, ohne zu wissen was ich überhaupt mit ihnen tun wollte, und jede Hummel machte mich betroffener.

In der Schule – ich war ja eh schon der Freak – leerte ich mein Federmäppchen, befüllte es mit Moos und Gras und hielt die handvoll toter oder sterbender Hummeln dort drinnen versteckt. Ich wollte sie nicht einfach draußen liegen lassen, dafür waren sie mir zu wertvoll.

Nach mehreren Tagen toter Hummeln auf meinem Weg zur Schule fragte ich mich, ob das jedes Jahr so war, es mir nur nicht aufgefallen ist. Ich googelte, ob es normal ist zu bestimmten Jahreszeiten, dass Hummeln einfach tot auf dem Boden liegen oder geschwächt auf der Straße kriechen und nach einem Ort zum Sterben suchen. Doch ich fand dazu nichts. Ich hatte versucht einige zu päppeln, als ich recherchiert hatte, wie man geschwächten Hummeln helfen könnte, doch keine hat überlebt.

Irgendwann wusste ich nicht mehr, was ich mit den ganzen toten Hummeln tun soll, mein Mäppchen quillte über und als ich in einer Pause am Hintereingang alleine hinter den Lehrerparkplätzen im Gebüsch saß (ich hatte nach zwei Jahren endlich nen Ort gefunden, wo ich kein Opfer von allesandiristschräg und egalwasdutust,wirmachendichfertigweilwirdichnichtleidenkönnenundunslangweiligist werden konnte), betrachtete ich meine tote Hummelsammlung und musste weinen.

Ich wollte sie im Blumentopf meiner Mum auf dem Balkon beerdigend, so wie ich als Kind immer die totenMäuse und Vögel in den Balkonblumentöpfen beerdigt habe, und mein Vater mir dann irgendwann eine Wüstenrennmaus zum Geburtstag geschenkt hat, weil mich der Ärger den ich deshalb immer hatte, nie davon abgehalten hat weiter tote Tiere auf unserem Balkon zu beerdigen.

Als meine Eltern mich erwischten, wie ich die Hummeln in dem Blumentopf vergrub, bekam ich eine über und durfte mir anhören, ich bin doch kein kleines Kind mehr, kein normaler Jugendlicher in meinem Alter macht so schräge Sachen. Und so weiter. Sie haben die toten Hummeln im Müll entsorgt, ich presste unter Tränen hervor, dass ich sie hasse und mein Vater packte mich am Kragen, schmiss mich aus der Wohnung und knallte die Tür vor meiner Nase zu. Wenn ich sie hasse, sind sie nicht meine Familie und das hier auch nicht mein Zuhause. Okay. Ich ging weinend spazieren und schaute in die Sterne.

Ein paar Jahre später… vielleicht zwei… fing ich an überall tote Vögel auf Straßen zu sehen. Sie waren alle unverletzt, aber tot und ich erinnerte mich an meine Hummeln. In den zwei Jahren dazwischen war mir so ein Hummelsterben nicht mehr begegnet. Bis heute nicht.

Als ich die vielen toten Vögel sah, konnte ich mir nichts mehr erklären und fing schon an zu glauben, dass irgendwelche giftigen Stoffe in der Luft sind, wegen der die Vögel beim Fliegen einfach tot zu Boden fallen. Doch auch da fand ich nichts, als ich danach googelte. Wenige Tage später hörte das auch auf. Keine Unmengen toter, unverletzter Vögel mehr.

Daran muss ich gerade denken, als sich eine Hummel auf mein Buch setzt und ich bin froh, fast schon richtig glücklich, dass ich seither nur noch wenige unerklärlich tote Hummeln gefunden habe.