Kurze Meldung

Ich… möchte mich kurz melden und mich bedanken für eure Kommentare und Tipps… ich kann leider nicht viel schreiben, ich denke hier dürfte ich nicht einmal schreiben … aber ich bin es schuldig.. ich bin heute so vielen Menschen so vieles schuldig, weil ich denke dass ich Schuld dafür trage, was heute Nacht passiert ist. Diese Körperflahsbacks wie ihr sie nennt, also doch keine Phantomschmerzen, sind weg. Aber ich denke dass das meine Strafe war für etwas, wie ich dneke und für etwas was ich mir wünsche… und es war nur ein Vorbote von dem was dann noch passiert ist…

Wir sind wieder Zuhause… und ich bin unendlich verletzt (nicht hauptsächlich äußerlich)… aber ich traue mich hier nicht zu erzählen was passiert ist. Vielleicht wäre ich … ich will A danke sagen, falls sie das hier liest… dass sie heute früh da war und nach uns gesucht hat. Und mich gleichzeitig für alles entschuldigen was passiert ist.. und auch bei den Leuten die mit reingezogen wurden.. Mona und A… keiner sollte so in Sorge sein und ich fühle mich schuldig, weil ich mir sehr sicher bin, dass es mein Fehler war. Weil ich weiß, dass es Dinge gibt, die ich mir nicht wünschen darf. So sehr ich sie auch wollte. Die habe ich mir gewünscht… und die Konsequenzen dafür getragen.

Ich fühlte mich dazu verpflichtet bescheid zu geben, dass wir wieder in der WG sind. Zwar nicht unverletzt, aber lebendig. Und ich fühle mich auch verpflichtet mich bei uns selbst zu entschuldigen…. wenn ich mich an meine Richtlinien halten würde… wäre das heute Nacht nicht passiert. Ganz sicher nicht.

– *V. (das ist nicht der Anfangsbuchstabe meines wirklichen Namens)

Hilfe, Phantomschmerzen

Was soll ich tun? Der Körper schmerzt unendlich… der Rücken brennt wo keine Wunden mehr sind, der Fußknöchel tut irre weh obwohl er nicht angebunden ist, der Nacken krampft und es eird gewürgt, wo nichts kommt und ich weiß nicht wo mir der Kopf steht und denke nur .. das sind Phantomschmerzen.. das sind Phantomschmerzen.. mehr ist das nicht … nur Phantomschmerzen… aber sie bringen mich um und Tränen laufen vor Svhmerzen und ich weiß mir nicht zu helfen … Das Internet hilft hier nicht. Unter Phantimschmerzen kommen nur Ergebnisse zu Amputationsschmerzen. Mit Medikamenten behandelbar.. nein.. nein nein.. ich brauche JETZT eine Lösung.. eine psychische… ich weis dass es in meinem Kopf ist… aber ws tut weh und ich weiß nicht wie es aufhört… bitte .. wenn ich wüsste was ich tun kann. 😭

Durchs Leben zappen

Heute bin ich ja richtig durcheinander… das ist eine echt untypische Zeit für mich… 7:50 ist echt eine komische Zeit für mich… vielleicht aber auch nicht, sicher bin ich mir nicht… ist ja auch egal.

Ich habe Unterleibschmerzen und eigenartige Schmerzen im/am Nacken. Es ist ganz komisch… Aber ich kann nicht drüber nachdenken. Vielleicht bin ich deshalb auch gerade so neben mir. Egal.

Gestern wollte ich mir eine Mail selber zuschicken und habe im Postausgang eine Mail von mir an – im ersten Moment – jemanden geschickt, den ich nicht kenne. Es war ja eine unendlich lange E-Mail. Hab dann gesehen, dass der Empfänger Frau Honig war und den Inhalt der E-Mail kann ich immer noch nicht ganz begreifen. Ich finde ihn absurd, ohne es zu entwerten, aber es ist einfach eine Sache, die in meinen Kopf nicht reingeht.

Das war mal das Eine. Dann war ich plötzlich auf dem Nachhause Weg… ohne Hund? … Moment mal, der war doch mit in der Arbeit… aber ohne Hund.. ach warte, ich hatte ne Tüte dabei… ICH WAR EINKAUFEN??? … jetzt muss ich gerade lachen, weil mir das gestern gar nicht bewusst war.. von wo ich komme oder was ich gemacht habe, aber sowas fragt man sich ja auch nicht wirklich… zumindest wenn man nicht nachträglich drüber schreibt? Keine Ahnung. Genausowenig, was ich überhaupt gekauft habe. Habe ich jemals in meinem Leben so nen Tüten-Einkauf gemacht? Immer wenn ich in meinen Kühlschrank schaue, ist der leer… aber gut, kann ich überhaupt sagen, wie oft ich in den Kühlschrank schaue? Eher nicht..

ich muss zugeben dass ich hier auch echt selten schreibe. Klar, theoretisch sehe ich schon, dass ich hier jeden Tag Einträge schreibe, aber irgendwie passt das nicht zu meinen Erinnerungen. Naja ich weiß ja, woran es liegt, aber… egal.

Auf jeden Fall war ich da auf dem Weg und habe Frau Honig kontaktiert… hab ihr gesagt, dass ich diese Mail gefunden habe und ich sozusagen die Welt nicht verstehe, ob sie mir das bitte erklären kann, weil ich verrückt werde, wenn ich Dinge nicht verstehe. Über den Inhalt kann ich nicht reden… aber es war einfach völlig verwirrend. Für mich zumindest.

Kaum war ich Zuhause angekommen hat sie schon zurück geschrieben. Das hätte ich nicht erwartet. Ich habe mit Frau Honig noch keinen Kontakt gehabt, was auch komisch klingt, habe ich ihr auch erklärt… ich weiß theoretisch, dass ich seit einem halben Jahr jede Woche bei ihr bin (bin ich doch?) aber wenn ich es von meinen Erinnerungen abzähle, kommen da hochgerechnet für mich kaum vier bis sechs Stunden zusammen. Ja, völlig unmöglich, weiß ich ja auch… rein rechnerisch einfach nicht möglich, wenn ich seit einem halben Jahr jede Woche (plus, minus Urlaube von ihr oder wenn ich nicht konnte?) bei ihr war. Und trotzdem sind es praktisch für mich gefühlt bloß maximal fünf … vielleicht sechs Stunden, und das auch nur von verschiedenen Bruchteilen zusammen addiert. Damit meine ich, es sind keine vollen sechs Stunden.. oder ach… was weiß ich.

Sie meinte zu mir, so könne mir das erklären, sie weiß was das bedeutet und kann mir helfen das zu verstehen. Jetzt merke ich erst (weil ich gestern dann nicht mehr da war?), dass wir aneinander vorbei geredet haben… ich wollte eine Erklärung für den Inhalt der E-Mail… nicht dafür, dass ich dafür kein Bewusstsein habe. Sie aber fragte eher so Sachen, was ich denke wie lange eine Therapiestunde dauert. Ich meinte, der Regelsatz beträgt 45 – 50 Minuten, schätze ich. Sie fragte wie viel davon ich mit bekomme und ich habe echt versucht zu überlegen, aber da das in meinem Kopf ja nur Sequenzen aus verschiedenen Stunden sind, konnte ich ihr das beim besten Willen nicht sagen. Sie fragte, was ich von der letzten Stunde mitbekommen habe, von der ich weiß, dass sie am Dienstag war. Wie immer. Wenn es dafür keinen festen Tag gebe, wüsste ich wahrscheinlich nicht einmal, ob ich sicher dort war. Aber ich strenge mich an – auch jetzt wieder – ich erinnere mich an nichts. Nicht einmal wie ich hingefahren wäre.

Ich hab ihr erklärt wie das für mich ist… mein 24 Stunden Tag besteht höchstens aus ein paar Minuten… vielleicht auch mal eine bis maximal zwei Stunden, wenn ich mehrmals am Tag ein paar Minuten erinnere. Ein Zeitgefühl habe ich eigentlich gar kein gutes. Habe ihr gesagt, dass man sich das vorstellen muss wie beim Fernsehen durch Sender zappen. So ist das mit meinem Leben. Und so ist das auch mit Menschen. Ich habe noch nie von irgendeinem Menschen behaupten können, ihn wirklich zu „kennen“. Klar, kennen im Sinne von … ich weiß, das ist meine Mama, das ist mein Papa, das ist meine Oma, meine Mitbewohnerin, Kollegin, Chefin… wie alt sie sind und wie sie heißen… aber wirklich KENNEN? Umso mehr ich darüber nachdenke desto mehr verwirrt mich die Frage, was „kennen“ überhaupt bedeutet. Also lieber nicht nachdenken. Aber noch dazu sagen muss ich, dass bei der Familie natürlich ein Unterschied ist. Mit denen bin ich groß geworden, sie sind mir vertraut, aber auch meine Eltern könnte ich niemandem beschreiben. Wenn mich jemand fragen würde, wie sie sind oder wie unsere Beziehung ist, wüsste ich das gar nicht wirklich. Ich würde schätzen normal…? Aber ich schätze, das ist bei vielen Menschen so.

Ist ja auch egal, dazu meinte Frau Honig eben, wir könnten lernen, dass ich mehr mitbekomme, aber das ist gar nicht mein Problem. Ich glaube das will ich gar nicht, ich kenn das mein Leben lang nicht anders und die Vorstellung, plötzlich 24 Stunden am Tag zu erinnern, würde mich glaube ich maßlos überfordern. Ich bin ganz zufrieden so, wie es ist, es belastet mich nicht, es ist mir vertraut und ich mag es wirklich. Mich hat eben nur der INHALT der E-Mail verwirrt.

Auf ihre Idee mit, dass wir uns ja auch kennen lernen könnten um mehr Zeit miteinander zu verbringen meinte ich, dass ich sie ja kenne. Ich gehe ja theoretisch schon ein halbes Jahr zu ihr in Therapie. Sie schrieb, dass ich sie ja aber scheinbar irgendwie ja doch nicht kenne. Wie kompliziert… Da musste ich ein bisschen lachen.

Ich habe ihr erklärt, dass ich nicht einmal wüsste, was ich in einer „Therapie“ sagen sollte, weil ich meiner Meinung nach keine brauche. Ich bin wirklich zufrieden so, wie es ist. Klar habe ich mal Stimmungseinbrüche, weiß aber nie woher sie kommen und dann skippt es wieder ein paar Tage, Wochen, was sich für mich ja aber dann höchstens wie paar Stunden anfühlt oder kaum ein Tag, und der Stimmungseinbruch ist wieder vorbei. Klar und manchmal mache ich mir auch Gedanken darüber, was das überhaupt für ein Leben ist und was für einen Wert es hat, wenn man maximal zwei von 24 Stunden am Tag lebt oder sich erinnert… aber es ist ja auch nur für ne Weile belastend und dann ist wieder alles gut. Ich denke, das ist nicht ungewöhnlich und ich weil ich ja weiß, dass das immer wieder aufhört und es für mich dann eh gefühlt schnell vorbei ist… und meistens geht es mir neutral bis gut… Ich kann mich an genau zwei Mal erinnern, dass ich bei Frau G, also meiner vorherigen Therapeutin saß, und sie dann richtig genervt war von mir. Sie stöhnte, verdrehte die Augen, schlug die Beine übereinander, verschränkte die Arme, atmete aus und meinte dann, als sie sich im Stuhl zurück lehnte „Ach, und du bist jetzt wieder diejenige die sagt mir geht es gut, ich brauche keine Therapie, es ist doch alles in Ordnung.“ Und das mit so einer nachgestellten Stimme, dass ich mich wirklich persönlich angegriffen gefühlt habe. Einmal habe ich dann schnippisch reagiert, weil ich ihre Reaktion nicht verstehe und meinte „Wow, tut mir leid, dass es mir gut geht.“ Ich weiß, dass ich noch lange weiter bei ihr war, aber an diese Stunden erinnere ich mich alle nicht. Genauso wie an die davor und die dazwischen.

Nach zwei Jahren weiß ich ja von meiner Diagnose und sowas, aber nachdenken darüber kann ich nicht. Es verwirrt mich und blockiert mich und meistens, wenn ich versucht habe zu recherchieren… ich kann mich nicht erinnern, was ich letztlich recherchiert habe. Ich weiß von Anteilen, weiß von ihren Eigenleben, mehr ist da aber nicht. Ach ja, und dass ganz offensichtlich Trauma der Ursprung sein muss. Aber weiter kann ich in dem Bereich nicht denken. Ich höre auch keine „Stimmen“ oder sowas und kriege auch wirklich nichts mit von diesen Anteilen, die eben für mein durchs Leben Zappen wohl verantwortlich sind…

Und ich glaube, dass mich mal irgendjemand die „Ursprungspersönlichkeit“ genannt hat. Wer das war und wann das war, weiß ich nicht. Es ist, wie gesagt… kennt ihr Serien, in denen eine kleine Vorschau gezeigt wird, „was zuletzt geschah“? Da werden ja auch viele Szenen aus mehreren Folgen oder Staffeln innerhalb von kaum einer Minute eingeblendet, und manchmal weiß man auch nicht mehr, wer dieser oder jener Charakter war, wenn er nur eine Nebenrolle hatte… genau SO könnt ihr euch mein Leben vorstellen. Und nein, es ist nicht belastend. Das wurde ich nämlich auch schon oft gefragt. Es ist ein überschauliches Repertoire meines Lebens und alles was ich nicht weiß, musste ich scheinbar noch nie wissen, denn es hat mir noch nie Probleme bereitet… versteht ihr?

Wie auch immer… nachdem ich gemerkt habe… (ach, dann habe ich doch schon gestern gemerkt, dass Frau Honig und ich aneinander vorbei geredet haben), dass ich nicht weiter komme, habe ich mich an die Aussteigerin erinnert, die sehr viel weiß und an die ich mich wenden könnte. Ich weiß auch, dass ich mit ihr in Kontakt bin regelmäßig, aber auch da ist das nur ein Bruchteil von dem, was ich erinnere, als wie es in Wirklichkeit sein müsste. Der Satz hat mich grad selbst verwirrt.

Wie auch immer. Ich habe ihr die Mail kopiert, den Inhalt und sie um ihre Meinung gebeten, sollte sie das nicht triggern. Und sie konnte mir das sehr gut erklären UND sagte sogar, sowas hat sie selbst erlebt. Es sei wohl sogar etwas „Übliches“, was Sie & Co, mit der ich in Kontakt bin, später auch erwähnt hat. Somit war für mich mal die erste Theorie, dass dieser Anteil diese Sachen, die er da schreibt, nur „geträumt“ hat, erst einmal weggefallen. Also muss ich mich wohl mit dem Gedanken abfinden, dass so etwas wirklich passiert. Dann kamen dafür aber nur umso mehr Fragen auf. Wie und wann und vor allem WO sollen solche passieren? Was für Leute zahlen denn bitte für so etwas? Wie kann es so etwas geben, ohne dass die Welt und vor allem ICH SELBST das mitbekomme? Das würde ja wiederum bedeuten, dass ich über mehrere Tage mal einfach Blackouts habe, und das nicht einmal mitbekomme? Das würde gleichzeitig auch meine Überzeugung über den Haufen rennen, dass ich jeden Tag für paar Minuten Erinnerungen zusammen kriege, bzw. weiß, was ich gemacht habe…

Oder, dass, wenn solche Sachen stattfinden, ich ja nach solchen Blackouts ständig Verletzungen haben müsste und SO oft habe ich jetzt auch keine Verletzungen am Körper. Oder ist das wieder etwas, was ich wegen des Zeitmangels, den ich habe, gar nicht mitkriege? Und dann stellt sich mir die Frage, ob das dann wiederum etwas Belastendes sein sollte und ob es merkwürdig ist, dass ich es trotzdem nicht als belastend empfinde?

Wie verwirrend.

Auf jeden Fall… danke liebe sternenregen, für deine ausführlichen Antworten auf meine Fragen. Das alles übertrifft zwar wirklich weit meine Vorstellungskraft und irgendwie tauchen immer mehr Fragen auf, aber ich versuche es jetzt abzuhaken, sonst würde sich das nur im Kreis drehen und ich merke, dass die Kernfrage aller Fragen hauptsächlich das WIE ist. WIE kann so etwas passieren?

Ich merke, dass ich jetzt irgendwie den Faden verliere, dabei wollte ich doch noch irgendwas sagen… Mist, vergessen. Falls ich heute nochmal die Möglichkeit habe zu schreiben und das nicht das einzige Zeitfenster war, das mir für heute geblieben ist, fällt es mir ja vielleicht wieder ein aaaber..

sorry, jetzt ist Mia hier … :] die gelben Blumen neben mir am Tisch habe ich gestern von einem alten Mann geschenkt bekommen. Ich weiß nicht, wieso ich da bin, aber ich muss für die Arbeit was machen. Und mir einen Kamillentee holen. Das ist mein Morgen-Ritual. Ich glaube später wollte … Kara oder Jola irgendwas machen. Wollten sie schon gestern, aber da waren sie nicht mehr da. Oder so 😀 Ich habe auf jeden Fall den Gedanken noch mitbekommen, wegen der „wer schreibt hier Seite“, aber was genau weiß ich grad auch nicht. Uuund was da über mir alles geschrieben wurde, will ich auch durchlesen, weil ich habe nicht mitbekommen was geschrieben wurde, aber ich muss jetzt erst meinen Tee machen 🙂

-Mia

… Nachtrag.. (es sind bloß drei Minuten vergangen, in denen jetzt scheinbar ein Anteil von mir den Eintrag hier abgeschlossen hat..?)… Wie verrückt. Und jetzt muss ich wieder total lachen, weil da ich den Namen lese, weiß ich, was ich noch sagen wollte.
Gestern rief mich A. am Handy an, kurz nachdem ich mit Frau Honig kontaktet hatte. A meinte, Frau Honig sagte sie sei etwas besorgt, weil ich „verwirrt“ bin und deswegen wollte sie mal anrufen, ob alles okay sei. Ich meinte ja, mir geht es gut. Ich sei nur verwirrt, aber das bedeutet nicht automatisch, dass es mir schlecht geht…. Jedenfalls meinte A dann „Und du bist Mia?“… erst war ich so verwirrt, dann habe ich gelacht und meinte langgezogen „Neeeeee?“ Und dachte mir, ob sie selbst gerade eine Art Schwäche Anfall hat… SIE hat mich doch angerufen und sie weiß doch, wie ich heiße? Bis ich mal geschaltet habe, dass sie wohl nach einem Anteil gefragt hat… Verrückt, wirklich. Und genau dieser Anteil hat mich jetzt offensichtlich abgelöst. Wieso? Weil er gehört hat, dass ich vorhin mal über ihn nachgedacht habe? Aber nein, sie schreibt ja, sie weiß auch nicht, wieso sie da war.

 

Zusammen aus dem Haus gehen [K]

Ich fühle mich wie ein Hundetrainer… Es war komisch zu beobachten, dass ich plötzlich draußen im Co war, wie wir aufgewacht sind und uns fertig gemacht haben, habe ich nicht mitbekommen. Eine Sequenz sehe ich, wie wir in der Zwischentür stehen und dann die Eingangstür öffnen, um das Haus zu verlassen. Danach war ich erst wieder im Co, als wir auf dem langen Weg neben dem Feld angekommen sind. Eigentlich läuft man aber vorher durch die Wohnsiedlung.

Ich habe nur bemerkt, also von innen, dass Jimmy sehr aufgeregt und unruhig ist, habe dann bisschen gewartet und es war, als hätte mich Mia schnell wahrgenommen, weil sie ständig gesagt hat, „Hilf mir“… war das an mich gerichtet? Vielleicht. Was echt extrem komisch war für mich, ist ihren Stress zu spüren. Man muss von mir wissen, dass ich eigentlich nie gestresst bin. Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, je im Stress gewesen zu sein oder so ein Gefühl zu haben. Ich bin innerlich (also MEIN eigenes Inneres, nicht als System gesehen 😀 ) so gut wie immer vom Gefühl her sehr ausgeglichen und ruhig. Gedanken mache ich mir sehr viele, aber das bringt mich gefühlsmäßig nicht so schnell aus das Fassung und deshalb war es sehr schwer für mich Mias „Hilf mir“ mit ihrem Stresspegel in Verbindung zu bringen, bzw. zu deuten, weil ich gar nicht wusste woher der Stress kommt. Ich habe mich umgesehen, während Mia mit ihrer Konzentration irgendwie voll bei Jimmy war. Also wir versuchen scheinbar alle die Übungen vom Hundetrainer, die er MIR beigebracht hat, umzusetzen. Nur weil Mia so gestresst war, habe ich halt erst ihre Gefühle mit Angst verknüpft… oder in welchen Situationen ist man gestresst? Hm, evtl. auch bei Überforderung… aber das war vorhin nicht mein erster Gedanke, deswegen habe ich mich eben umgeschaut. Ich weiß, das klingt komisch, weil wir ja nur zwei Augen haben, auch wenn wir Viele sind, und ich habe keine Erklärung dafür, wie es funktioniert, aber ich konnte die Umgebung abchecken, obwohl ich weiß, dass Mia mit ihrer Konzentration total bei Jimmy war und eigentlich meine ich auch, dass sie ihn ständig angeschaut hat, oder zumindest jede zweite Sekunde. Aber ICH weiß ganz genau, dass ICH währenddessen mich umgesehen habe, was in unserer Nähe sein könnte, wieso Mia so unter Anspannung und Stress steht, da sie ja nach meiner Hilfe gebeten hat.

Während ich das getan habe, musste ich plötzlich lachen weil mir eine Erklärung vom Hundetrainer eingefallen ist. Er sagte, ein Hund hätte kein Gefühl für sich selbst, das heißt, wenn der Besitzer gestresst ist, wird er nie den Fehler bei sich selbst suchen, sondern in der Umgebung, wieso sein Frauchen/Herrchen im Stress oder angespannt ist, weil er eben nie auf die Idee käme, dass er der Auslöser ist.

Erst habe ich mich selbst in dem Hund wiedergefunden, weil ich ja auch sofort die Umgebung abgecheckt habe. Dann habe ich den Fokus auf uns gerichtet und gefragt, was überhaupt los ist. Ich weiß nicht, wieso ich das nicht als aller erstes getan habe. Vielleicht ist das so ein Automatismus gleich nach Lösungen zu suchen, bevor man in Kommunikation geht. Und als ich gefragt habe, hat Mia sofort geantwortet, sie wisse nicht, ob der Hund sie nicht mag oder woran es liegt, er sei total unruhig und das macht sie total gestresst, weil sie doch alles genauso macht wie ICH und er bei ihr nicht so ruhig bei Fuß läuft wie bei mir, oder dem Hundetrainer. Ich musste erst wieder lachen, weil ich es irgendwie total absurd finde und das auch mich immer wieder daran erinnert, dass wir nicht einfach nur verschiedene Gefühlslagen oder Ego-States oder oder sein können, auch wenn wir manchmal genau in diese Gedankenrichtungen gehen. Vielleicht, weil es einfacher zu verstehen oder lösen wäre. Und solche Situationen wie heute Früh erinnern mich immer daran, dass ein „leichtreden“ von Dingen, die Dinge nicht gleich leichter macht.

Ich war auch erst überfordert, weil ich im ersten Moment nicht zu helfen wusste. Jetzt im Nachhinein denke ich mir, wieso wir nicht „einfach“ gewechselt sind, aber auf die Idee kamen wir in dem Moment (beide?) gar nicht. Ich hab stattdessen versucht Mia zu erklären, dass sie neutral bleiben muss, dass sie nicht gestresst sein darf wegen Jimmy, er weiß nicht, dass es an ihm liegt, dass sie genervt oder frustriert ist und wird die Ursache immer in der Umgebung suchen, und SEINEN Stress, den er aber ja nur von Mia bzw uns spürt, dann an dem nächstgelegenen Menschen/Hund/Auto/Tüte im Wind ablassen… Irgendwie hat das aber nichts gebracht. Mia war trotzdem bis zuletzt im Stress. Da merke ich halt auch, was für krasse Unterschiede in uns sind… ICH kann mich gar nicht hineinversetzen in die Lage, Stress nicht einfach „ablegen“ oder „ausatmen“ zu können. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, so richtig im Stress gewesen zu sein jemals, aber ich weiß, dass mich durchaus auch Dinge aufregen können – auch Jimmy. Aber dann atme ich einfach lange aus, sage mir nochmal selbst, dass „in der Ruhe die Kraft liegt“ 😀 und dann bin ich auch wirklich wieder vollkommen bei mir.

Mia ist jetzt denke ich deshalb verschwunden, weil sie am Ende komplett überfordert war… und/oder frustriert. Ich habe ihr ja von innen Anweisungen bzw. Tipps gegeben, die mir auch der Hundetrainer gegeben hat, aber irgendwie hat sie die nicht umsetzen können.

Mia spüre ich jetzt nicht mehr. Sie scheint sich ganz ausgeklinkt zu haben… nein, doch nicht. Ich spüre sie, aber nur sehr schwach. Auf jeden Fall war das jetzt eine Situation, die sehr erschöpft hat. Uns/mich? Mich auf jeden Fall, weil ich mir jetzt natürlich Gedanken darüber mache, wie das in Zukunft besser werden soll, wenn wir sooo unterschiedlich sind, dass wir uns selbst im Co-Bewusstsein nicht helfen können…

-Kara

Komische Therapiestunden [Mia]

Ich kriege nicht viel mit. Weiß ich ja. Aber in der Therapiestunde hat auf jeden Fall Frau Honig Amy und mich erwähnt. Ich glaube den Satz „Amy kennt sich ganz gut mit Essen aus, nicht wahr?“ Ich hab mich noch gefragt, woher sie das weiß, dann war ich aber auch schon wieder wie ausgeschaltet. Ich habe keinen Schimmer worum es in der Stunde ging, obwohl Lou da war, aber die erzählt so viel durcheinander und auch nur das, worauf sie grad Lust hat, dass es irgendwie super unlogisch ist. Übergreifend meint sie halt, sie hätte versucht für Jola über das System aufzuklären, obwohl sie auch nur das weiß, was auf den Zetteln von Jola steht. Wirklich mehr sagt sie dazu nicht, aber in Wirklichkeit interessiert es mich auch gar nicht so sehr, weil ich ganz andere Themenbereiche habe als andere in uns auszuquetschen, ich glaube, das dürfte ich nicht einmal.

Dann saß ich gefühlt wenige Minuten später im Auto mit A. A war mit in der Therapie, sie habe ich aber gar nicht wahrgenommen, als Frau Honig Amy und mich erwähnt hat. Im Auto war es dann schon dunkel, wir sind ständig in/durch schwarze Wälder gefahren, was ich ziemlich cool fand. A hat ziemlich bald gefragt, dass sie jetzt wohl mit wem anderen spricht und erst hab ich überlegt ob ich sagen will, wer ich bin, aber hab ihr dann gesagt, dass ich Mia bin. Spricht ja nichts dagegen.

Ich habe sie auch gefragt, wieso Frau Honig Amy und mich in der Stunde erwähnt hat. A hat mir erzählt, dass Frau Honig eigentlich mit jemandem reden wollte, der übergreifend die Symptome vom Körper kennt oder von allen von uns. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, ob es das überhaupt gibt. Auf jeden Fall fragte sie dann eben nach Problemen mit dem Essen, Lou hat damit wohl keine Probleme mit dem Essen. Und da hat Frau Honig wohl gemeint „Amy kennt sich doch mit Essen aus“… ich frage mich nur, woher sie das weiß. Ich habe ihr das sicher noch nicht erzählt, habe ja auch noch nie mit ihr gesprochen persönlich… Vielleicht hat Lou „gepetzt“ aber ich weiß es nicht. Ich muss sie mal fragen.

Gestern habe ich dann Frau Honig eine SMS geschrieben, weil Lou dann am Abend noch erwähnt hat, dass über die Tagebücher von dem „dunklen System“ gesprochen wurde, die mit Passwort verschlüsselt sind. Die hatten wir ja der Viele-Freundin anvertraut. Woher ich das weiß, weiß ich nicht 😀 Aber die Viele-Freundin hat uns empfohlen, dass wir die Einträge auf keinen Fall lesen sollten, oder zumindest auf keinen Fall alleine. Entweder ist das eine Info die durchgesickert ist zu mir, weil sie uns alle damit gewarnt hat? Oder ich weiß es auch nicht, weil mehr Info dazu habe ich nicht. Also habe ich Frau Honig gefragt ob ich sie ihr schicken soll.

So richtig wohl war mir dabei nicht weil ich ja wirklich – wirklich!!! keine Ahnung habe, was in dem Dokument steht und ich Angst habe dass es Dinge sind, die uns wie ein Monster darstellen lassen. Ich weiß nämlich zum Beispiel eine Sache, nämlich dass jemand von uns mal ein Tier töten musste. Ich habe da null Gefühle dazu und ich weiß es auch erst seit letztem Jahr, und es war auch niemand aus unserem System… aber ich weiß, dass das erzählt wurde von V., als Frau Thera (die ehemalige) sie provoziert hat… ach hoppla… vorletztes Jahr. Muss vorletztes Jahr gewesen sein, letztes Jahr waren wir kaum noch bei ihr…

Und ich habe angst, weil es ja „dunkles System“ heißt, dass da lauter so furchtbare Sachen stehen. Einerseits will ich gar nicht wissen, was wir schon alles getan haben, andererseits will ich auch auf keinen Fall, dass irgendein Mensch, egal welcher, weiß was wir getan haben, ohne dass ich oder wir es selbst wissen… am Ende schauen sie uns an wie Monster und wir wissen nicht warum.

Deswegen habe ich es echt herausgezögert, bis ich es ihr schicken wollte, weil ich noch lange vor dem Dokument saß und überlegt habe, ob ich es sicherheitshalber nicht doch lesen soll, um zu entscheiden ob ich wirklich will dass irgendjemand weiß, was da steht… Ich habe es aber nicht getan, weil die Angst zu lesen was da steht, irgendwie noch größer ist. Also habe ich Frau Honig gesagt, ich schicke es ihr, wenn ich mich bettfertig gemacht habe, nach dem Zähneputzen.

Die Wahrheit ist, dass ich noch weiß wie ich das Bad betreten habe, dann aber nicht mehr da war.

Heute Früh war ich bei A., weil sie bei uns im Gebäude ein Seminar hält oder so… sie wollte mir Verbandsmaterial für Jimmy geben, wegen seinen OP’s. Danach war ich bei der Chefin, die mit mir reden wollte und mit der ich auch reden wollte. Sie fragte wie es mir geht und ich wollte ehrlich sein aber ich kann nicht ernst dabei sein… ständig lächelt man es weg oder ich hab halt bisschen gelacht und konnte ihr auch nicht wirklich in die Augen schauen. Sie meinte dann, sie hätte schon VOR Weihnachten bemerkt, dass es mir nicht gut ging und dass sie das Gefühl hatte, dass es nach Weihnachten noch schlimmer war. Da ich aber erst seit ungefähr zwei Wochen wieder wach bin, weiß ich davon nichts. Höchstens sporadisch durch Lou … dass Klinik, dies, das, jenes… aber ständig nur so Bruchstücke an Infos. Super planlos.

Ich kann ja schlecht leugnen wenn die Chefin merkt dass es „mir“ nicht gut ging/geht, weil ihr kann ich ja nicht sagen „ich bin Mia, mir geht’s gut, hab eigentlich nur Schwierigkeiten mit der Konzentration“… aber so ungefähr habe ich es gemacht. Also, den letzten Satz zumindest. Also, ich habe halt einfach bestätigt was sie gesagt hat und meinte dann eben, dass ich schon sehr Schwierigkeiten habe mich zu konzentrieren und mich das enorm viel Anstrengung kostet usw. Sie war voll verständnisvoll. Ich kenne unsere Chefin ja nicht so unglaublich gut deswegen habe ich immer ein bisschen Angst vor ihr, ich kann sie nicht einschätzen. Und in unserer Ausbildung hatten wir ja nichts mit ihr zu tun, wir waren ja im anderen Flügel… die Ausbildung vermiss ich oft voll. Es ist ätzend wenn man plötzlich „richtig“ arbeitet und ich bin ja auch noch in einem Abteil wo NIEMAND in unserem (biologischen) Alter ist. Und ich mein klar in meinem Alter werde ich hier sowieso niemanden finden, aber Leute in unserem biologischen Alter sind auch noch oft ähnlicher als wir… und ich vermisse meine Mit Azubis total.. *Melly, Cip, *Sandra, *Lina … alle weg.. also Melly hat auch hier angefangen richtig zu arbeiten, aber in einem ganz anderen Gebäude mit ganz anderen Arbeitszeiten… und mit denen hat das Arbeiten irgendwie wenigstens Spaß gemacht… jetzt ist es einfach nur noch öde und… manchmal würde ich echt am liebsten Heulen. Laute alte Leute hier… die jüngste Kollegin von uns ist glaube ich Mitte oder Ende dreißig… vielleicht auch älter, aber die wirkt wenigstens am jüngsten und trotzdem… sie sind halt einfach alle erwachsen. Man kann hier mit niemandem föppeln oder irgendwie halt so Witze machen… ich glaube ich habe seit der Ausbildung kein einziges Mal mehr gelacht in der Arbeit oder Spaß gehabt… es ist alles eintönig und grau und ich bin umgeben von gefühlten Urgesteinen die immer nur gestresst sind, keine Sekunde Zeit für Blödsinn haben usw… ich hasse das Leben und wenn ich mir vorstelle dass wir auch irgendwann mal so werden, weil ja schließlich jeder älter wird… dann will ich auch lieber tot sein. Ich glaube es gibt echt nichts Schlimmeres auf der Welt als Erwachsene.

Naja… aber mit der Chefin habe ich eben echt wenig zu tun. Ich denke meistens haben das welche in unserem echten Alter übernommen, Gespräche mit ihr, meine ich. Manchmal habe ich nur etwas vorbeigebracht oder Sachen abgelegt, wenn sie da war, aber da findet ja nicht wirklich ein Wortwechsel statt, sondern nur so freundliches Lächeln, aber ich lächel meistens nur, weil ich echt Angst vor ihr habe 😀 Aber sie war RICHTIG verständnisvoll.. hat sogar Tipps gegeben, was wäre, wenn ich merke dass die Konzentration ganz weg ist, ich einfach mal raus gehe an die frische Luft und versuche so „neu zu starten“, bevor es mir deshalb schlecht geht usw. Ich fand die Idee wirklich richtig gut und ich war sowieso einfach echt überrascht wie sie ist. Sie wirkt immer so kühl und distanziert und ich habe immer Angst, dass sie uns kündigt oder wir ihr total auf die Eier gehen, weil wir halt so leistungsunfähig sind… aber das ist sie gar nicht. Sie ist super freundlich und hat eigentlich nen total weichen Kern. Das finde ich krass…

Na ja auf jeden Fall kam sie ja dann auch auf das Thema mit der Klinik, dass wir da mal was angesprochen hätten letztes Jahr, ich kann mir daran NULL erinnern… irgendwas von… es könnte sein dass dieses Jahr mal Klinikaufenthalte anstehen oder so. Und ob das nicht vielleicht der Zeitpunkt wäre, wenn es jetzt selbst nach den Weihnachtstagen nicht besser sondern (ihrer Beobachtung nach) eher schlechter wird. Da ist mir das dann eben eingefallen, dass wir das Thema in irgendeinem Bezug auch hatten, und Klinik und dies, das jenes. Also habe ich Frau Honig heute per SMS gefragt, ob wir in einer Klinik angemeldet wären.

Sie sagte ja. Haha 😀 Gut, dass das bei mir mal ankommt weil ich glaube ich wäre echt geschockt gewesen, wenn ich morgen einen Anruf kriege, dass ich übermorgen in eine Klinik soll. Auf jeden Fall schrieb Frau Honig in der SMS dazu noch, sie hätte das Dokument nicht öffnen können. Kurz irritiert… ähm okay, meinte ich, also habe ich ihr das Dokument gestern doch noch geschickt? Sie meinte ja. Dann meinte ich, dass ich das dann aber nicht war, weil ich nach dem Bad nicht mehr da war. Im SMS-Verlauf kann ich auch nur noch meine letzte SMS lesen, wie ich schreibe „ich geh nur schnell Zähne putzen und schicks Ihnen wenn ich bettfertig bin gleich“… das war um 22:06 die letzte SMS an sie. Bzw kam von ihr noch ein okay, aber mehr steht da nicht, also weiß ich nicht, ob wo anders mit ihr geschrieben wurde, aber auf WhatsApp ist auch kein Verlauf. Super schräg. Hab gefragt, wer ihr das Dokument geschickt hat, das wusste sie dann aber auch nicht 😀 Klasse 😀

Ist ja auch egal, ich hab ihr angeboten das Notebook mitzubringen zur nächsten Stunde… vielleicht habe ich dann auch die Möglichkeit mal mit ihr ne Stunde zu machen, bis jetzt hat das nämlich eben noch nicht geklappt. Nicht einmal im Co-Bewusstsein oder so. Klar habe ich so Bilder von ihr.. aber nur ganz schwache. So schwach dass sie auch nur ein Traum sein könnte, also sehr irreal wirken Bilder von ihr in meinem Kopf. Und ich habe auch nur sehr wenige. Eben gestern wo sie unseren Namen erwähnt hat… ich weiß aber nicht einmal, was sie anhatte. Nur ihr Gesicht sehe ich ganz kurz und wie ihre Haare sich bewegen weil sie ihren Kopf gerade angehoben hat um uns anzuschauen, davor hat sie irgendwo anders hingeschaut… dann sehe ich sie noch ein mal.. in einem roten Anzug… und dunkelgrüne Fingernägel… und einmal sehe ich sie mit einer weißen Brille. Aber das ist alles so super verschwommen. Und ich würde sie schon gerne mal richtig kennen lernen. Vielleicht ist sie wenigstens nicht so versnobt wie gefühlt das ganze Gebäude voller Steinzeit-Menschen…

-Mia

-Mia

Siebenschläfer [M]

Ich fühl mich wie ein Siebenschläfer, es macht wirklich einfach klick, man ist weg. Dann ist man hin und wieder mal kurz wach, wie in einer einzigen unruhigen Nacht, nur vergehen dabei irgendwie viel mehr Monate. Letztes Jahr war ich Anfang des Jahres kurz sozusagen aufgewacht, wie bei nem unruhigen Schlaf. Und Ende des ersten Halbjahrs… davor war ich richtig durchgehend wach so um den Oktober 2018 herum. So schlimm und auffällig ist das nicht, weil durch das immer wieder aufwachen zwischendurch kriegt man so kleine Änderungen mit. Mir ist jetzt nicht alles total fremd, aber so richtig bekannt eben auch nicht… Heute Nacht bin ich glaube ich richtig wachgeworden sozusagen. Mir war ständig schlecht, ich musste immer wieder aufstoßen… und wusste dass ich am Tag davor sooo viel gegessen habe… mir war richtig schlecht in der Nacht… also irgendwann nachts bin ich eben zwei mal aufgewacht deshalb. Ich glaub mein Bauch konnte nicht verdauen.

Seit ein paar Tagen ist Amy ja immer im Hinterkopf und hin und wieder fällt unser Blick auf unser Clubheft, aber irgendwie fühlt sich das bescheuert an, weil wir arbeiten daran, werden dann vielleicht wieder für über ein Jahr in ein Siebenschläfer Schlaf gelegt und dann fängt man nach über nem Jahr genau da an wo man sozusagen aufgehört hat… bzw nein, weil man irgendwie ja wieder zugenommen hat. oder eben halt bei dem Gewicht ist bei dem man beim Clubheft angefangen hat. Und soooo schlimm finde ich das ja jetzt auch wieder nicht, nur wie schlecht mir heute Nacht war! Und wie sich mir der Magen umdreht, wenn ich nur an Essen denke… ich könnte kotzen… ich hab versucht einen Kaffee mit Milch zu trinken, aber hab nicht einmal die halbe Tasse geschafft weil mir sooo kotzig wird den Inhalt im Magen zu spüren… ich könnte echt nur noch würgen.

Eigentlich glaube ich wäre der Oktober usw unsere Außenzeit gewesen, aber irgendwas ist ja anz anders gelaufen letztes Jahr und als hätte ein anderes System unsere Zeit geklaut.. ja, jeder hat sein Anrecht usw., aber so wie man das liest liest sich das ja, als seien die von diesem System 4 ja chon Jahre nicht mehr im Außen gewesen, nicht einmal so kurz zwischendurch, weil für Lora war ja alles fremd, die kannte niemanden und sie hat überall noch unsere/ihre Schulfreunde (ich hatt ekeine, abe rehrlich gesagt war ich auch nie in der Schule, so blöd das auch klingt).

Naja seit Frau ähm.. Honig irgendwas von Jola wollte ist irgendwie unser System wach. Also richtig. Und bis jetzt hat uns noch keiner dazwischen gefunkt. Ich finde wir sehen auch ganz anders aus, das ist super komisch. Unsere Haare sind viel, viel heller als wie ich sie von dem letzten Mal in Erinnerungen hatte… und irgendwas ist noch anders, ich weiß nur nicht was… wir sehen irgendwie anders aus. Das ist echt merkwürdig, ich find nämlich die Veränderung nicht… Naja okay… oh man okay… ich weiß was im Oktober 2018 war wo wir im Außen waren… das war ja eh so schlimm weil Amy und ich so extrem einfach hungern wollten aus Angst vor dem was mit dem Körper passiert wegen dem was im Oktober war… andere wollten unbedingt essen und so dick werden wie möglich auch aus dem selben Grund wegen dem WIR abnehmen wollten. Das war alles nicht ganz so … cool. Amy und ich waren ja irgendwie stärker, aber wir hatten auch viele aktive Anteile auf unserer Seite…

Ich habe nicht einmal mehr mitbekommen wie wir es verloren haben… glaube ich… zumindest habe ich es nicht richtig mitbekommen. Ich weiß es, aber betroffen war ich nicht… und… so mies das auch klingt und weshalb mich viele viele viele von uns hassen… ich war froh drum…ich hatte angst davor was in uns drinnen war. Erstens weil es welche von uns sicher geschafft hätten uns wegzudrängen und fett zu fressen, um es zu verstecken und zweitens weil ich nicht weiß wie das je hätte klappen können… ich bin vierzehn! Und viele von uns sind nicht mal achtzehn. Wir hätten uns nieeee um sowas kümmern können… und am ende hätte man es uns weggenommen… das wäre ja noch schlimmer gewesen… neun Monate etwas in sich tragen um es dann weggenommen zu kriegen… aber gerade deshalb denke ich, dass es doch besser so war, oder nicht? für uns und für das ding. Oder nicht?! Außerdem mussten WIR das os nicht entscheiden… es war halt als hätte das Ding selbst entschieden  dass es gehen will.

Aber war das der Grund wieso ich dann weg war? Ich kann mich an Weihnachten von 2018 auch nicht richtig erinnern… nur davor weiß ich noch dass ich viel versucht hab dem Plätzchen Backen aus dem Weg zu gehen und es da schwer war, weil sich dann wegen FL welche von System 1 eingedrängelt haben. Wenn FL mit uns backen wollte, war Leni sofort im Außen, da musste man sich nicht einmal anstrengen… Leni hat dann mit FL gebacken …. und ich musste dann unendlich Ausreden finden, nicht den Teig ausschlecken zu wollen und wieso wir unsere eienen Plätzchen nicht essen wollen…

Also so die Zeit vor Weihnachten war das letzte woran ich mich noch gut erinnere. Und dann war ich halt noch ein, zwei Mal Ende vom ersten Halbjahr letztes Jahr draußen weil wir wieder gefresen gefressen gefressen haben und ich schon echt wieder angst hatte ob wir schon wieder schwanger sind…. boah… Und dann war ich komplett weg… bis eben… Ich kenne nicht einmal diese Frau Honig. Ich weiß nicht einmal wie sie aussieht. Lou versucht sie zu beschreiben… aber ich kann sie mir im Kopf nicht abrufen… ich will aber mit Frau Honig auch gar nichts zu tun haben, weil ich keine Therapie brauche, habe ich noch nie gebraucht. Amy und ich kriegen alles immer alleine hin und wir haben über nichts zu reden usw. Amy und ich versuchen ja auch immer anderen zu helfen, weil wenn man sich wirklich nur aufs Essen konzentrier, also wirklich NUR auf alles was man isst und alles aufschreibt und den tag plant und Essenspläne schreibt und Sport macht, dann ist der Kopf soo beschäftigt, dass man gar keine Zeit hat sich über irgendwas anderes Gedanken zu machen und man fühlt sich irgendwie gut, dann braucht man auch keine Therapie, aber das glaubt uns ja mal wieder keiner. Dabei will doch jeder von uns einfach, dass es uns besser geht oder gut geht.

So wie Amy und ich das machen kann ich das garantieren. Amy und ich waren noch nieeeee extrem traurig und depressiv, weil wir eben eine Aufgabe im Leben haben die Sinn macht, aber viele von uns haben das scheinbar nicht, und deshalb beschäftigen sie sich mit Dingen die uns NICHT gut tun. Und wir wollen aber alle, dass es uns gut geht.

Jetzt sind wir auf jeden Fall wieder da und ich muss echt sagen ich bin echt froh dass ich in System 2 in, da haben wir die wenigstens Depris im System… ich kann mit Depris (also depri Leuten) nicht umgehen, sie nerven mich. Ist nicht böse gemeint, ich weiß dass es ihnen wirklich nicht gut geht und mir tut das ja dann auch wirklich irgendwie leid, aberman kann denen ja dann nicht einmal helfen, weil sie ja NICHTS wollen und nichts passt und nichts gut genug ist…. ich bin schon echt glücklich mit unserem System… also falls ihr das lest, ich bin froh dass ich zu euch gehör und nicht zu irgendeinem anderen.

Ich weiß noch letztes Jahr … najaaaa… vorletztes Jahr 😀 war ich auch oft traurig, ich weiß wie das ist. Ich hab mir da auch öfter mal gewünscht in den Arm genommen zu werden auch weil ich mich von Amy sooo krass kontrolliert gefühlt habe und sie sooooo krass streng war… wo wir 12 oder 13 waren und sie das erste Mal eingeschaltet war wo wir ja dann nur noch 5 Äpfel am Tag essen durften, wa rdas ja ganz schön schlimm…  dann war sie einmal 2016 richtig richtig konsequent und aktiv und da haben wir riiichtig gut im Team gearbeitet… wir haben sooooo krass viel Sport gemacht und gesund gegessen und auch nicht zu viel gegessen und habe und echt fit gefühlt und wir hatten NULL Zeit für andere Gedanken, deswegen war 2016 auch eins der besten Jahre unseres Lebens… nur dann ist ja irgendwas passiert…. plötzlich hat die Teamarbeit nicht mehr so funktioniert und Amy war sauer, ich hab mich allein gefühlt, weil ich ja schon auch wieder so gut mit ihr arbeiten wollte wie damals, aber es hat irgendwie nicht so leicht geklappt… alles ist durcheinander gekommen, jeder hat gegessen was er wollte und wann er wollte… und ich bin manchmal vor einem toten Brot gesessen und habe es angeschaut und beim Essen ist Amy IMMER dabei. Sie war so sauer… ich weiß noch wie ich erst das Brot angeschaut habe und ich dachte, ich könnte es verschlingen, so hunger habe ich. Und sie hat mich angemault, ich soll doch disziplinierter sein… und hat mich immer angeleitet wie ich essen soll. Ich musste das Brot in erbsengroße Scheiben schneiden und mit Gabel essen und jedes Stück mindestens 30 Mal kauen und nach jedem kauen ein Schluck Wasser trinken… und vor dem Essen und nach dem Essen sowieso ein Glas Wasser… sie war so extrem streng und es hat GAR keinen Spaß gemacht wie früher… deswegen habe ich mich 2018 eben echt oft mega traurig gefühlt… aaaaber… ich erinnere mich ja wie gut es mal lief und wie gut wir zusammen gearbeitet haben und nachdem mir jetz tseit heute Nacht so eeeelends schlecht ist und ich die ganze Zeit das Gefühl habe ich muss gleich aufs Klo rennen, weil mir alles vom getsrigen Tag hochkommt, bin ich motiviert.

Vielleicht lag es ja letztes Jahr ja auch an mir,, dass ich mich unwohl gefühlt habe… wenn ich richtig mitmache, muss mich Amy auch nicht so drillen…ähm… vorletztes Jahr 2016 habe ich das ja ganz freiwillig gemacht und es hat war soooo gut. Und Amy bruacht mich ja, weil Amy fast nie im Körper ist. Sie ekelt sich im Körper und hasst den Körper und andere Menschen… und ich mag Amy. Weil Amy und ich schon immer zusammen gehört haben und ich mit anderen im System NIcHT und vermutlich auch NIE so ne gute Freundschaft oder Beziehung aufbauen werde…

ich hoffe man gibt uns dieses Jahr bisschen mehr Zeit für unser zweier System, also so, dass wir GANZ aktiv bleiben… und nicht nur wieder zwischendurch mal welche. Weil mit anderen Systemen können wir nicht so im Team arbeiten wie mit unserem allein… M wird halt schwer, weil sie die Kleinste ist die oft außen ist und Schokopudding liebt… ABER wir wohnen ja gar nicht mehr da wo wir vorletzztes Jahr gelebt haben und ich glaube seitdem war M nicht mehr im Außen… also könnte es vielleicht wirklich endlich wieder klappen… Und wir sind ja nicht gemein zu anderen in uns, wir haben es ja vorletztes Jahr auch geschafft auf Bedürfnisse und WÜnsche einzugehen, Amy hat ja ne Liste mit erlaubten Lebensmitteln erstellt und jeder durfte sich für die folgende Woche etwas aussuchen, was er UNBEDINGT haben wollte. Und so konnte jeder ein bisschen zufrieden sein. Wir sind nicht fies oder „schlechte Anteile“… weil das haben auch schon viele Leute zu uns gesagt… dass wir „schlecht“ wären und uns allen nur schaden… und das finde ich halt auch ziemlich gemein…. weil wir versuchen auch nur dass es allen von uns gut geht. Und 2016 GING es und ja richtig gut, als Amy und ich so viel Zeit hatten…. wisst ihr…

Amy ist vielleicht zickig und kann echt streng sein, aber im Endeffekt will sie uns auch nur allen helfen…

Mia

Rotation [K & J2]

Huhu,

ich habe hier auch schon laaaange nichts mehr geschrieben. Wieso ich so lange (neben anderen von uns Zweiern) ausgeschaltet war, kann ich nicht erklären. Lou und Max waren die Einzige, die zwischen durch nach außen konnten, zumindest berichtet mir Lou davon und das Geschenke-Auspacken und den Waldspaziergang vor ein paar Wochen konnte ich beobachten.

Ich weiß nicht was passiert ist, aber wir sind scheinbar durch irgendeine Rotation gegangen. Damit meine ich, dass unser System rotiert ist. Ich habe noch mitbekommen, wie die Vierer (also System 4 mit Lora & Co.) aktiv war, und als Lora den Exorzisten kontaktiert hat, was unsere M. getriggert hat, war ich ja in einer Nacht sofort im Außen, um M zu beruhigen, da M ja zu unserem System gehört. Das war irgendwann im November, schätze ich. Sicher bin ich mir nicht, aber ganz sicher noch weit vor Weihnachten.

Danach war ich wieder wie ausgeschaltet, nur Lou war hin und wieder noch im Außen, allerdings so, dass unser System trotzdem noch „im Schlaf“ war. Ich kann auch kein bisschen erklären, wie oder wann genau wir rotiert sind. Es fühlt sich dann immer an, wie aus einem richtig tiefen, erholsamen Schlaf zu erwachen, oder als hätte man enorm viele Schlafmedikamente bekommen, mit denen man nur langsam wieder richtig wach wird. Also… ich kann gerade so noch greifen, wie Jola in der letzten Stunde von unserer Therapeutin aktiv war, dann habe ich noch recht viele Lücken… seit heute bin ich ziemlich den ganzen Tag da.

Der Hundetrainer für Jimmy war da – könnte auch sein, dass das der Grund war, wieso ich richtig „wach“ geworden bin. Schließlich habe ich die letzten Jahre auch die meisten Stunden mit den Hundetrainern übernommen und viel mit Jimmy geübt, aber das ist nur eine Vermutung.

Der Tag war sehr gut, auch der Hundetrainer löst hier absolute Begeisterung aus, weil er sehr auf Augenhöhe ist. Außerdem waren wir um 13 Uhr bei der Körpertherapeutin, die ich heute das erste Mal persönlich kennen gelernt habe. Allerdings ist sie uns/mir nicht so vertraut, dass sie immer weiß, wer wann da ist. D.h., sie weiß zwar um die „Anteile“, aber nicht wie tiefgreifend das ist. Also sie kennt weder unsere Namen, noch Anzeichen für einen Wechsel oder die Alter etc. pp.

Heute war unsere vorletzte Stunde bei ihr und an alles aus der Stunde kann ich mich nicht erinnern, aber ich war trotzdem ständig im Co. Wenn ich mich jetzt anstrengen würde, könnte ich herausfinden, was erzählt wurde. Dafür weiß ich aber, wie wir immer in unseren Körper spüren sollten.

Heute Nachmittag saß Jola (J2) bei uns am Schreibtisch und hat alle ihre Unterlagen und Notizen zusammen gesucht, was gar nicht so einfach ist. Ich war im Co, hab ihr ein bisschen versucht zu helfen. Jola ist ja die Fleißigste von uns, was das Verstehen von unserem Innenleben angeht. Sie hat vor zwei oder drei Jahren sich der Aufgabe angenommen, alle kennen zu lernen, versuchen Kontakte herzustellen und eine innere Landkarte zu erstellen, die aussieht wie eine Mind-Map. Jola war aber auch lange nicht mehr nach außen gelassen worden, ich würde jetzt schätzen ein Jahr, aber das kann ich nicht garantieren.

Einige von uns haben halbherzig versucht Anteile/Namen zu notieren, die im Laufe des Jahres aufgetaucht sind (und das sind viele), aber zu ordnen zu einem System konnten sie die nicht. Wenigstens halbherzig als gar nicht, denke ich 🙂 Da Frau Honig nächste Stunde mit ihr arbeiten will, versucht Jola eben auch die neuen Anteile irgendwie zuordnen zu können und Kontakt herzustellen, was gar nicht so einfach ist.

Es war auch gar nicht so leicht alle Notizen, die Jola über die Jahre hinweg gemacht und gesammelt hat, wieder zu finden und zusammen zu stellen, da zwischenzeitlich etliche neue Tagebücher gekauft und angefangen wurden. Sich da durchzuarbeiten ist massive Arbeit, die mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, als wie wir überhaupt zur Verfügung haben. Deswegen versuchen wir uns auf das Nötigste zu beschränken. Wir wissen ja leider nie, wie unser Zeitfenster ist, deshalb ist das aktiv sein immer ein wenig mit Anspannung/Unruhe verbunden. Zumindest seit wir wissen, dass wir keine Kontrolle darüber haben, welches System wann ein- oder ausgeschaltet wird.

Was mich jetzt ganz aktiv nach außen gebracht hat, weiß ich nicht (Jola ist gerade mit mir im Co)… Es war allerdings gerade irgendjemand im Außen, die für wenige Minuten im Kontakt mit Frau Honig war. Wir haben einen Fremdkörper im Mund. Seit ca. eineinhalb bis zwei Wochen. Ich meine, dass jene im Außen (ich vermute es war eine Alltagsperson, weil ihre Antwort auf die Frage von der Therapeutin kam „Ich bin Mii… keine Ahnung… ich halt…“) heute diesen Fremdkörper im Mund entdeckt hat. Ich spüre ihn jetzt gerade, heute, auch das erste Mal, aber das ist auch der erste Tag, seit ich den Körper richtig im Außen benutze. (Wie sich das anhört). Diese Person wusste weder von uns, noch verstand sie die Erinnerungslücken und schon gar nicht verstand sie, was der Fremdkörper im Mund soll. Der Wechsle ging dann sehr schnell. Gerade war jene noch total verwirrt und ängstlich, weil sie die Therapeutin fragte, ob wir Ego-States sind, und dass das doch nicht erklärt, wieso sie sich nicht an einen Suizidversuch erinnert oder wieso der überhaupt durchgeführt wurde (ich kann mich auch an keinen erinnern, aber ich weiß ja zumindest von unserem Viele-Sein)… und gerade in dem Moment wo sie durch gedreht ist, kam das bei uns an und im Sekundenbruchteil war ich draußen, hab mich bei Frau Honig entschuldigt und gesagt, wir würden das regeln und ihr einen schönen Abend gewünscht.

Mit „das werden wir regeln“ meine ich, dass Jola herausfinden wird, wer gerade so panisch reagiert hat und wir es sicher schaffen den Abend heute ohne Not ausklingen zu lassen.

Zu dem Fremdkörper im Mund kann ich auch nichts sagen. Es ist wirklich äußerst seltsam. Ich weiß ja nicht, welches System oder welche Anteile vor uns da waren (letzte Woche zum Beispiel) und ob die diesen Fremdkörper überhaupt wahrgenommen haben. Lou sagt aber ganz überzeugt, dass es am 24. Januar noch nicht in unserem Mund war und wir auch nicht beim Zahnarzt waren. Keiner von uns, der gerade aktiv/wach ist, kann auf die Tage vom 25.-27. Januar zugreifen. Am Dienstag waren wir bei Therapie, das wissen wir, weil das eine Regelmäßigkeit ist, auch, wenn den Inhalt niemand wiedergeben kann gerade. Niemand von den Aktiven, zumindest. Dafür wissen aber einige von der immensen Not, in der wir am Mittwoch, Donnerstag und Freitag waren, danach ist da gerade auch nicht viel abrufbar, aber am Sonntag waren wir wieder in der WG.

Was uns alle beschäftigt sind diese drei Tage vom 25.-27. Januar. Ich werde hier später noch im Blog schauen, ob gebloggt wurde, allerdings hat unsere Therapeutin erwähnt, dass wir am 26. Januar einen Suizidversuch hatten und in diesem Zeitraum auch bei zwei Menschen waren, die weder mir noch sonst jemandem von denen, die gerade aktiv sind, bekannt sind. Das ist schon sehr verwirrend, aber „nicht unser Aufgabenbereich“, wie es Jola nennen würde :p Jola ist ja wirklich ausschließlich für unser Innenleben zuständig und wir alle vom Zweier-System haben auch wenige bis kaum Berührungspunkte zu Erlebtem oder Traumatischem, bis auf zwei Anteile, die aber nicht darüber mit uns reden. Es ist uns lediglich bewusst dass sie Berührungspunkte mit Trauma haben. Nur eben nicht welche. Schwer zu erklären.

Wenn wir versuchen würden in unserer Vergangenheit zu forschen oder Erinnerungen zu wecken oder in Erlebtem zu bohren, würde uns das aus der Fassung bringen. Allein schon, dass ich diese Tatsache hier erwähne, lässt mich gerade leicht dissoziieren (ich verlieren den Faden, der Bildschirm verschwimmt vor meinen Augen und ich muss mich sehr konzentrieren „da“ bzw „dran“ zu bleiben).

Wir haben zumindest den Fakt, bzw die Vermutung, dass der Fremdkörper, der im Mund ist, irgendwann in diesem Blackout-Zeitraum angebracht werden muss. Wir finden auch im Internet nichts, was dazu passen würde. Es ist weder eine Klammer noch ein Retrainer etc. Wir finden absolut nichts, was Ähnlichkeit hat. Außerdem sieht es aus, wie mit Heißkleber/Gel befestigt, also ziemlich schlampig an die Zähne geklebt… Ist natürlich keins von Beidem, und trotzdem keinen Millimeter bewegbar.

Wir werden wohl damit zum Zahnarzt gehen müssen. Sehr merkwürdig…

Aber unsere Aufgabe besteht gerade darin, wieder Ordnung in unser System zu bringen, die Zeit, die wir – oder viel eher Jola – hat zu nutzen, Kontakt zu neuen und alten Anteilen herzustellen, ob neue Bekanntschaften entstanden sind und Namen, die „nur“ notiert wurden, in die „Mind-Map-Landkarte“ einzufügen, soweit das möglich ist.

Das kostet immer viel Anstrengung und Zeit aber wir wissen, dass wir nur so vorankommen mit uns allen und wir müssen jede Möglichkeit nutzen, die sich uns bietet. Irgendwann haben wir vielleicht die Möglichkeit herauszufinden, wann wir wie und wieso ab- und/oder angeschaltet werden. Dafür muss es sicher auch irgendjemanden im Innen geben, der das steuert. Oder nicht?

LG

Kara (und Jola)

Bedenken mitteilen [J2]

Nachdem ich Ende letzten Jahres 2019 das letzte Mal aktiv war, habe ich unendlich viel verpasst. Ich hatte ja im privaten Blog schon ein wenig zu mir geschrieben, deshalb will ich das hier nicht wiederholen. Einige von euch müssten mich eigentlich noch kennen, da ich früher sehr viel gebloggt habe. Danach war ich eher nur noch als Beobachter im Innen dabei. Sehr selten nur noch wirklich aktiv-aktiv im Außen. Das letzte Mal eben als das System von Lora aktiv war (von dem ich bis dahin auch noch nie gehört und nichts gewusst habe). Wenn ich Zuhause nachschaue, wann ich den Eintrag in das Notizbuch geschrieben habe, kann ich sogar das genaue Datum benennen, an dem ich das letzte Mal da war. Es war auch nur für eine sehr kurze Zeit, ich saß bei einem Bäcker, weil Lora an dem Tag zur Therapie gefahren ist. Sie hatte zuvor einen Eintrag geschrieben, während wir dort auf den Anschlusszug warteten. Auf einmal saß ich dort, sah das Buch vor mir, überflog ein paar Einträge von Lora und schrieb selbst etwas an sie. Danach war ich auch gleich wieder weg und seitdem nicht mehr „wach“.

Aktiv bin ich wieder, weil Frau Honig in der letzten Stunde um jemanden bat, der viel weiß und Lou, die in der Stunde da war, sofort an mich dachte. Plötzlich bin ich „wach“. Ich war sehr irritiert als ich gestern Notizen schreiben wollte und beim Datum merkte, dass wir schon das neue Jahr haben, das habe ich nämlich verpasst. Die Zwischenzeit habe ich nichts beobachten können (seit dem Tag am Bahnhof Ende 2019) weshalb ich jetzt eine Weile brauchen werde, um mich zu sortieren und ich hoffe, dass ich die Möglichkeit habe bis zur nächsten Stunde „da“ zu bleiben. Kontrollieren kann ich es nämlich nicht.

Wie im Eintrag (gemeinsam) aufs Bauchgefühl hören  schon erzählt wurde, bin ich gerade dabei mit halbem Ohr die Geschichten der Innens anzuhören, was sie erlebt haben und mit der anderen Konzentrations-Hälfte unser System wieder zu verstehen, da in der Zeit, in der ich keine Möglichkeiten hatte, viele Anteile aktiv waren die mir nichts sagen oder die ich zumindest noch keinem System zuordnen kann. Wie Svea, Smilla, Adam, Robin etc. (keine Angst, Namen von Anteilen wo ich weiß, die sollte man nicht wissen, würde ich hier nicht öffentlich schreiben 🙂 ) Ich hatte gute Möglichkeiten unsere innere Landkarte zu skizzieren und im „Mind-Map-Muster“ die Untersysteme aufzuzeichnen und Anteile zu jenen Systemen zu sortieren. Worüber ich schon einmal froh bin ist, dass irgendjemand von uns sich zumindest die Mühe gemacht hat, alle jenen die in der Zwischenzeit da waren und noch nicht notiert sind, im Kommunikationsheft mit Alter aufzuschreiben. Ich habe keine Ahnung wer das war, bedanke mich aber trotzdem 😀 So habe ich nämlich die Möglichkeit gezielt nach diesen Anteilen zu fragen und bis jetz thabe ich zu 70 % die Erfahrung gemacht, dass ich Antworten kriege, wer wen kennt und ob es ein eigenes System ist oder ein Co-System etc. Aber das ist ein anderes Thema.

Worüber ich schreiben wollte ist die Schwierigkeit, auf sein Bauchgefühl zu hören. Ich denke, das kennen viele Vielemenschen, dass man eigentlich immer zu sich selbst sagt „Steigere dich nicht so rein, es ist sicher alles nur halb so schlimm wie du denkst“, egal wie groß die Bedrohung sich anfühlt und/oder wie stark sich das sogar schon am Körper zeigt.

Niemand von uns kann über diese Sätze, die oben genannt sind, hinaus denken. Allerdings meine ich, dass ich eine der wenigen (vielleicht sogar die Einzige bin), die sich traut Bedenken Menschen mitzuteilen, bei denen ich eine gewisse Vertrautheit spüre. Das waren in dem Fall Frau Honig und A. Ich hörte eben einige Situationen die so vorgefallen sind, bei einer wurde ich hellhörig und merkte eben auch, dass bei mir Alarmglocken klingeln. Ich bin keineswegs besser, wie gesagt, auch mir fällt es schwer zu sagen „nein, du steigerst dich nicht rein, dein Bauchefühl ist richtig“, aber ich habe das getan, was mir im ersten Moment am vernünftigsten schien. Denn ich kann so etwas nicht verdrängen oder einfach wegschieben, sondern muss eine vorübergehende Lösung/Sicherheit/Absicherung finden, sonst ist mein Kopf so blockiert, dass er sich nur noch um dieses Thema kreist. Also habe ich Frau Honig mein Bauchgefühl mitgeteilt. Ich war sehr gespannt auf ihre Antwort. Ich erwartete schon, dass sie sagt, sie kenne *jene Person sehr gut und bei ihm bräuchten wir keine Befürchtungen haben. Habe auch zeitgleich A. gefragt – ohne ihr meine eigenen Gefühle zu ihm mitzuteilen. Und beide, sowohl Frau Honig und A. meinten unabhängig voneinander, sie hätten kein gutes Bauchgefühl bei ihm.

Mich hätte beides beruhigt, denn wenn Frau Honig und A. gesagt hätten, er ist völlig in Ordnung, hätte ich einen kühlen Kopf bewahren können und herausfinden können, was mich so in Alarmbereitschaft setzt und was mich hat etwas falsch verstehen lassen. Aber diese Antwort beruhigt mich nicht nur, sondern bestätigt mir auch noch, dass unser Bauchgefühl ihm gegenüber sehr richtig und absolut nicht „reingesteigert“ war.

Das Problem ist, dass wenn ich „schlafe“ und sowas nicht im Co mitbekomme, sondern erst im Nachhinein, habe ich nicht die Möglichkeit jene Anteile von uns in ihrer Verwirrung, der Angst und Unsicherheit zu unterstützen. Andere von uns begraben solche Sachen, eben weil sie denken es ist „übertrieben“ und schämen sich für ihre „Überempfindlichkeit“ (die ja aber keine war). Sie reden also nicht darüber, wegen der Scham. Ich hab allerdings im Gegensatz zu anderen von uns, eine recht hohe Scham-Grenze, weshalb ich kein Problem habe solche Bedenken anzusprechen. Es dienst schließlich unserem Schutz, nicht wahr?

Die nächsten Tage versuche ich so viel wie möglich „da“ zu bleiben. Ich brauche etwas Zeit um mich zu sortieren und nicht selbst in orientierungslosem Zustand bei der nächsten Stunde von Frau Honig zu sitzen. Sie braucht mich, um uns zu helfen, also gebe ich mein Bestes. Wechsel kann ich nicht kontrollieren. Auch nicht, ob und wann ich „ausgeschaltet“ werde. Aber ich fühl mich gerade relativ klar und „aktiv“… hoffe, das klingt nicht total bescheuert.

-J2