Ich könnte es mir so leicht machen [P]

Schmetterling hat mir sooo wertvolle Gedankenanstöße gegeben. Sie hat so Recht und ich versuche das jetzt wirken zu lassen. Nichtdestotrotz habe ich jetzt die Therapie für nächste Woche abgesagt, ich brauche einen klaren Kopf und das kriege ich im Kontakt mit Frau Honig in der aktuellen Situation irgendwie nicht. Wir projizieren zu viel auf sie und wissen gar nicht mehr, was der eigentliche Auslöser ist oder wo die Ursache steckt oder wo das Ventil ist, wo das, was gerade in uns ist, hin müsste.

Ich bin mir jetzt sogar ziemlich sicher, dass der Umgang mit Lämmchen der Trigger war für das alles, was jetzt noch aufgebrochen ist… was das alles ins Rollen gebracht hat. Und es tut weh, dass wir (schon wieder), mit einem verletzten Kind allein gelassen werden. Und es ist schwer auszuhalten, dass ein eigener Teil von sich selbst es nicht als ehrlich empfindet, wenn wir ihm sagen, es ist kein Monster, es ist nicht krank oder ansteckend, es liegt nicht an ihm, dass es (gerade) nicht getröstet wird (werden kann). Mit diesem Schmerz müssen wir jetzt irgendwie umgehen, es wird noch viele weitere solcher Situationen geben. Ein Vielesein wird Außenkontakte niemals ersetzen und vielleicht verstehe ich jetzt, warum Lämmchen sich von uns abwendet und sich nicht von uns trösten lassen will, aber Fakt ist, dass das ein Bestandteil unseres Lebens sein wird und sie und damit auch wir, irgendwie, lernen müssen den Schmerz zuzulassen der dann eben da ist.

Vielleicht sind die Gedanken die gestern kamen gar nicht so beim Wort zu nehmen. Vielleicht waren das wirklich bloß wieder die Enttäuschungen und schmerzhaften Worte, die diesen verzweifelten Hass hervorgerufen hat… und… ich traue mich jetzt einfach zu sagen, was da für Sätze kamen, auch wenn ich mit Entsetzen rechnen muss… aber was will ich eigentlich? Ich will nicht dass Menschen in mir nur das arme Opfer sehen, meinetwegen sollen auch nicht Betroffene gerne wissen, dass sogar Tätergedanken durch Trigger losgetreten werden können.

Also, —TW—

Gestern kam bei jemandem in uns tiefe, tiefe Verletzlichkeit und Verzweiflung hoch… mit den ganzen Umständen gerade gepaart mit unendlichem Hass… und dem Wunsch nach „Vergeltung“…. so blöd es auch klingt. Im Kontakt mit der Viele-Freundin durften Sätze geäußert werden wie: „Ich hasse Kinder und am meisten hasse ich die, die gerettet werden“… und „ich würde sie am liebsten alle töten, und den ganzen Menschen sagen das ist eure Schuld“ und „wenn wir nie gerettet werden, wieso sollten es andere verdienen oder wert sein?“ und.. „ich habe kein Mitgefühl mit missbrauchten Kindern sondern finde, es geschieht ihnen Recht. Hoffentlich gibt es irgendwann kein einziges glückliches Kind mehr auf der Welt und jeder soll sehen wie er alleine damit groß wird und keinen Trost und keine Hilfe erfahren“… mehr bringe ich gerade nicht mehr raus weil ich so verkrampft bin, dass ich vom Bauch ausgehend zittere und mir die Beine schmerzen… aber ich glaube das reicht als Beispiele und Erklärung auch.

Die Angst also.. zum Täter zu werden… aus Wut und aus tiefem Hass, selbst ständig nicht gerettet zu werden. Klar sind wir volljährig… klar hat man jetzt eigene Verantwortung… und trotzdem ist alles noch Gegenwart…

— TW Ende —

Dass wir sowas nicht tun würden, ist mir jetzt im rationalen Moment ganz klar … aber es löst emotional (irgendwo, nicht bei mir) unendlichen Schmerz aus… den ich über den Körper abbekomme… mit verkrampften Beinen, zittern als würde ich in der Arktis sitzen und gefrorenen Fingern, Nase und Füße, heißem Kopf, und mein Herz und den Atem spüre ich dabei so gut wie gar nicht mehr…

Ich möchte gerade über das alles nicht mehr nachdenken. Ich fühle mich überfordert damit. Mit den Gedanken, mit Lämmchen, mit uns. Und deswegen habe ich entschieden, dass ich wenigstens eine Woche Abstand von Therapie brauche…. denn die Projektion von den ganzen Gefühlen auf die Therapeutin macht es nicht besser, es fühlt sich sogar noch belastender an. Ich weiß, dass ne Therapie für sowas da wäre… aber doch nicht, wenn sich das in jedem Kontakt noch belastender anfühlt, oder? Ich halte zumindest gerade keine weitere Belastung aus.

 

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