Rückblicke und Erkenntnisse [K… &J2?]

Urgh… ich fühle mich als wäre ich von einer Woche in die nächste übergesprungen, ohne mich kurz erholen zu können. Was ist das letzte woran ich mich gut erinnere?… Ich glaube, puh, Donnerstag. Mia war außen und ihr stieg plötzlich alles über den Kopf. Weil wir ja zurzeit so unendlich viele Termine haben, was sich für mich wie ein Kinderspiel anhört, hat sie am Donnerstag völlig überfordert. Wir sind ja Montags und Donnerstag am Nachmittag bei der Physio. Dienstags den ganzen Tag in * bei der Therapie, Mittwochs hat jetzt die Reittherapie angefangen und dazu kommen Dienstags die Hausputze und Donnerstag der Zimmerputz und da wir beides nicht erledigen konnten wegen der Termine (normal machen wir die Dienstag einfach am Montag oder Mittwoch oder Donnerstags), war Mia total überfordert. Außerdem waren wir für ein Wochenende Zuhause verabredet. Frau Honig meinte dazu, wir seien überfordert und bräuchten Entlastung. Das war Mia zu dem Zeitpunkt klar, sie argumentierte, dass Termine aber Termine bleiben und viel mehr habe ich dazu auch nicht mitbekommen.

Ich weiß noch, wie wir eine Ewigkeit nur auf dem Stuhl im Hausflur saßen und uns nicht mehr bewegen konnten vor Erschöpfung und ich habe mitbekommen, wie Mia geweint hat.

Letztlich war sie dann doch noch bei der Physio, obwohl brh vorgeschlagen hat, den Termin „einfach“ abzusagen. (Wird aber über die BG bezahlt weil es ja noch offiziell vom Arbeitsunfall ist und da ist das nicht so „einfach“). Seitdem waren Mia und ich eigentlich nicht mehr im Außen. An Samstag erinnere ich mich zum Beispiel so gut wie gar nicht, bis auf den Abend, den mir Max erzählen konnte, weil sie Sonntag (also gestern) sehr aktiv war.

Lämmchen war wohl draußen und sie ist unendlich traurig, weil sie sie sehr nach Senta sehnt. Sie war nicht zu trösten. Was ich jetzt davon hauptsächlich durch Max mitbekommen habe ist, dass am Samstag Spätabends (gegen zehn oder elf Uhr?) Lämmchen zu Mona gesagt hätte, sie hätte beim Spazieren gehen den Schlüssel verloren und würde nur mal eben die Runde ablaufen um ihn zu suchen. Hm. Nachts, im Dunkeln, in der Kälte.

Scheinbar ist Lämmchen aber Spazieren gewesen und hatte auch mit Frau Honig Kontakt, zumindest konnte ich da einen Chat durchlesen, den ich nicht ganz verstehen kann. Lämmchen schrieb eben, wie sehr sie Senta vermisst und alle Ratschläge von Frau Honig halfen nicht sonderlich (sich selbst eine warme Milch mit Honig machen, Kakao, sich in einer Decke vor den Fernseher lümmeln, mit einem Kuscheltier kuscheln). Das waren alles Sachen, die Senta eben mit Lämmchen (und zwei aus unserem System) oft gemacht hat. Dazu meinte Lämmchen, dass sie das aber noch trauriger macht und ihr es dann noch schlechter geht. Frau Honig bat sie ihr zu helfen das zu verstehen, sie verstand das nämlich (genauso wie ich) auch nicht. So wirklich erklären konnte Lämmchen das auch nicht, sie sagte dann aber, dass wenn sie Senta so sehr vermisst und sich so sehr alleine fühlt, dann geht sie spazieren bis ihr eiskalt wird, dann geht es ihr besser (anstatt sich an Senta kuscheln zu können). Ich habe das überhaupt nicht verstanden. Im ersten Moment klang das für mich wie eine Art „Strafe“, weil solange nachts draußen zu sitzen oder sich auf den Boden zu setzen/legen, bis man friert, grenzt für mich irgendwie schon an selbstschädigendem Verhalten, aber Lämmchen ist erst elf und irgendwie passt das nicht zu ihr. Frau Honig meinte dann „verstehe, so sehr vermisst du sie“. Also, so sehr, dass sie gerne friert? Wow, für mich war dieser Punkt eindeutig eine Nummer zu hoch – ist es immer noch. Ich finde keine logische Erklärung dafür, wieso Lämmchen sich lieber auf eine Straße legt oder setzt und wartet bis sie durchgefroren ist, weil das mehr guttut, als sich Zuhause in eine warme Decke mit Kakao zu lümmeln.

Das war der Chat Inhalt. Was ich dann durch Max (und Mona) erfahren habe war, dass A einfach ins Auto gestiegen und zu uns gefahren ist. A und Honig tauschen sich wohl sehr eng miteinander aus, denn als Mona mir das von Samstagabend/nacht erzählte, meinte sie, dass A schon auf dem Weg war, als sie bei ihr anrief, weil wir ewig nicht zurück kamen. So kann A also nur durch Frau Honig davon erfahren haben, dass wir/Lämmchen gerade irgendwo im Dunkeln in der Kälte unterwegs ist.

Lämmchen soll aber schon Zuhause angekommen sein, bis A auftauchte, weil sie vor Kälte den Körper nicht mehr spürte und als es an der Tür klopfte, ist wohl wieder ein Anteil nach außen gekommen, der panisch flüchten wollte. [ich frage mich, wer dieser Anteil ist und vor was er Angst hat/wen er erwartet]… A hat sich also am Abend noch Zeit für Lämmchen genommen, hat überlegt was sie tun könnten, damit sie weniger traurig ist, aber es gab nichts. Scheinbar soll A auch gefragt haben, ob sie ihr noch etwas vorlesen soll, was unsere M. zwar gerne wollte, aber Lämmchen es ablehnte. Sie wusste von irgendeinem Geschenk für A das noch offen auf dem Schreibtisch liegt, von dem ich aber keine Ahnung habe.

Hm, ich hab das Gefühl, dass in dem Zusammenhang noch einiges los war, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, bin allerdings auch mit wenigen aus dem Einser Co-bewusst (und schon gar nicht mit Lämmchen). Lou kann mit Lämmchen im Co sein, doch dann muss ich mich immer darauf verlassen, dass mir Lou im Detail alles erzählt und wie wir Lou kennen quatscht sie sehr viel und mit Vorliebe durcheinander, und schon gar nicht besonders detailreich. Lou meint aber, dass sie von dem allen diesmal auch nichts mitbekommen hat. Es ist auch nicht so einfach Systemüberschneidend im Co zu sein. Lou sagt immer, wenn sie mit Zweiern im Co ist, ist es sehr real, wie in einem 4D Film (waren wir schon einmal in einem, oder woher weiß sie, wie das ist?!) und wenn sie mit welchen aus einem anderen System im Co ist, sei es eher wie ein Traum.

Ich kann mich gerade an kein bestimmtes Beispiel erinnern, bei dem ich mit jemandem aus einem anderen System im Co war. Bestimmt ist das schon vorgekommen, aber Beispiele fallen mir dazu gerade keine ein.

So, und wie es scheint, kennt Max nun Lämmchen, denn was ich erfahren habe ist, dass Max gestern mit Frau Honig viel getextet hat. An den genauen Austausch erinnere ich mich nicht, ich war auch nicht im Co, (könnte Max zwar jetzt ins Co rufen, aber die Gefahr besteht, dass wir dann wechseln und das wäre höchst unpraktisch, da wir gleich Arbeiten müssen… [Max ist zehn]). Was ich so am Rande mitbekommen habe, auch wenn ich da die Zusammenhänge nicht finde, aber Max konnte durch die Info von Lämmchen erfahren, dass M (unsere Fünfjährige) sie wohl bei Senta immer abgelöst hat. Lämmchen erwähnte, dass sie sich zuletzt an Abende bei Senta immer an das Filme Schauen auf der Couch erinnert. Das sei wohl sie ihr Ende gewesen. Dass Senta uns aber nicht auf der Couch schlafen lassen würde, ist offensichtlich, Lämmchen ist allerdings nicht diejenige, die ins Bett geht. Da bisher nur drei andere (namentlich) bekannt sind, die Dinge bei Senta erinnern, war es einfach herauszufinden wer denn nach Lämmchen übernimmt. Und da dieser Anteil M., also in unserem System ist, war es noch dreimal einfacher.

M erzählte Max, dass Senta sie nach dem Film immer ins Bett gebracht hätte – manchmal mit einer Gutenachtgeschichte. Was MICH unendlich irritiert ist die Tatsache, dass unser Körper ja eben volljährig ist, wir bis Mitte letzten Jahres aber noch regelmäßig in Kontakt mit Senta waren (bis eben diese WhatsApp von ihr kam, dass wenn wir uns für den Ausstieg entscheiden, uns klar sein muss, dass sie den Kontakt zu uns abbrechen muss und siehe, bis heute hat sie das konsequent durchgezogen).

Ich weiß auch von Lämmchen, dass Senta ganz gezielt nach ihnen rufen konnte. Zumindest sagt Lämmchen, dass Senta sie ruft und mit ihr diese geborgenen, liebevollen Abendrituale macht. Ob sie dann automatisch wusste, dass M Lämmchen ablöst, die sie ins Bett brachte, und dass B nur mit ihrem englisch sprechenden Freund in Kontakt war und Vivi nur die „schlechten Seiten“ von Senta kennt und wer diejenige von uns ist, die von den Erinnerungen erzählt, wie Senta sich mal im Badezimmer umbringen wollte und der Freund uns an den Haaren die Treppe nach unten geschleift hat, ist noch ungeklärt. ABER, ganz offensichtlich muss Senta wissen, dass Lämmchen elf und die folgenden Anteile die durch irgendwelche Rituale (ich rede von harmlosen Alltagsritualen wie Zähneputzen – bei Senta eben diese Abendrituale mit warmer Milch mit Honig oder Kakao, Film schauen, kuscheln, ins Bett gehen, Buch vorlesen), noch jünger sind.

Darauf bezogen weiß ich nicht, wie ICH mich fühlen soll. Wenn ich überlege, meine Mutter würde mich mit 15 noch ins … 😀 Jetzt musste ich lachen. Ja, ICH bin 15…WIR sind aber biologisch sogar noch bisschen älter 😀 … also wenn unsere Mutter mich in unserem biologischen Alter noch ins Bett bringen und uns etwas vorlesen würde, finde ich das so unangenehm, dass ich das nicht einmal in Worte fassen kann. Klar, Lämmchen ist elf, sie denkt auch wie elf, fühlt sich auch wie elf, genauso wie M fühlt und denkt wie fünf, aber nichstdestotrotz ist der Körper doch biologisch gealtert und für mich kam da eine total suspekte Frage, ob Senta vielleicht ein Mutterkomplex hat. Dass sie vielleicht nie eigene Kinder haben konnte und die das Abspalten von Anteilen nicht hauptsächlich für den Kult gebraucht(?) haben, sondern weil sie sich so ein Leben lang um jemanden von uns kümmern kann/muss? Klingt super verrückt, ich weiß, finde ich auch. Aber ich finde es einfach nur total seltsam. Das ist ja, als hätte man ein körperlich oder geistig schwer eingeschränkten Menschen Zuhause, den man rund um die Uhr pflegen muss – ein Leben lang. Kann man natürlich nicht hundert prozentig vergleichen, aber … ich weiß gar nicht, ob ihr da gerade mit meinem Gedankengang hinterher kommt?

Ich zumindest weiß, dass an dieser Reihenfolge von Wechseln durch Rituale definitiv etwas dran sein muss, denn das hat sich auch in der Zeit in der betreuten WG mal so ähnlich gezeigt. Lämmchen war abends mal im Außen und hat mit zwei Mitbewohnerinnen, Gw und FL einen Filmabend gemacht. Kurz nach dem Filmabend wurde die Sehnsucht nach Senta so groß, dass sie unbedingt aufbrechen und zu ihr wollte (das war Anfang/Mitte 2018), Gw sie aber geradezu anflehte, es nicht zu tun. Als sie es schafften Lämmchen davon abzubringen, war M. im Außen. Sie wollte ins Bett, wusste aber nicht einmal wo sie war, fing laut Gw auch an zu weinen und wollte ebenfalls zu Senta. Irgendwann hatte Gw diese Abend-Situationen auch schon raus. Sie wusste irgendwann, dass wenn Lämmchen abends da ist, M höchstwahrscheinlich ablösen wird. Dann hat sie ihr warme Milch mit Honig gemacht und sie sogar ins Bett gebracht. …. 😀 Während ich das schreibe merke ich, wie ich den Kopf schüttel (so unangenehm ist mir die Vorstellung). Aber diese Abend-Ritual-Wechsel finden NUR statt, wenn das Einser System aktiv ist.

So habe ich diesen Aufbau von Wechsel nie wahrgenommen. Also, dass das Wechseln nicht [nur/immer] willkürlich passieren, sondern es gewisse Rituale gibt [im positiven als auch negativen Kontext], der eine bestimmte Abfolge von Anteilen durchläuft…. [Wie sich das anhört….., wirklich wie ein Computer-Programm…. furchtbar…]

Was ich mit der Erkenntnis jetzt anfangen soll, weiß ich gar nicht, aber ich glaube, das ist dann auch eher Jolas Aufgabenbereich [die gerade übrigens seltenerweise nicht im Co ist].

Tja… das ist gerade alles, was ich zu den letzten Tagen schreiben kann. Nach diesem Donnerstag war ich eben eigentlich gar nicht mehr anwesend, obwohl ich sehe, dass wir Freitagvormittag noch einen Eintrag verfasst haben. Da mich da Jola aber ja abgelöst hat, und das sogar ziemlich schnell, kann es auch daran liegen, dass ich mich daran kaum noch erinnere. Bin auf jeden Fall gespannt, wie diese Woche sein wird, da Max ja die Befürchtung hat, dass wir langsam ins Einser rotieren. Das fände ich genauso schade wie Max, denn ich habe das Gefühl, wir waren noch gar nicht so lange aktiv. Ich glaube sogar, dass es wirklich gerade mal ein Monat ist, seit wir von „Team-Hanna“ zu uns rotiert sind. Hoffentlich bewahrheitet sich Max ihre Befürchtung nicht, aber theoretisch könnte es stimmen, denn gerade fangen auch schon wieder die Hunger-Phasen an, die Team-Hanna ja zum Ende hin ihres Aktiv seins auch schon wahrgenommen haben [siehe: Oha! Werde ich von einem Anteil beeinflusst?] Da fing es ja auch einige Zeit vorher mit dem Hungern an und folgend waren wir aktiv… ich glaube wir waren so ca. ab … puh… Ende Januar wurden wir glaube ich richtig aktiv. Also so, dass unser System 2 [wir Zweier] das Team-Hanna in den „Knock-Out“ befördert haben. Seit wir seit zwei Jahren diese Diagnose haben und uns eben sehr genau mit den Wechsel beschäftigen und wer, wie, wann draußen ist, fangen wir an langsam dieses Muster zu erkennen. Ich denke, wenn Jola mal die Zeit finden würde sich alte Beiträge und Einträge durchzulesen, würde sie feststellen dass die Hunger Phasen immer diese System-Rotationen hervor gerufen haben.

Was spannend ist, weil wir ja dann noch davon ausgehen, dass Amy (die bei uns im Zweier ist), eigentlich die diszipliniert Kontrollierte und Kontrollierende ist, die uns in diesen Hunger-Modus befördert. Aber das würde wiederum bedeuten, wenn sie solche entscheidenden Rotationen verursacht, dass sie ein ganz entscheidender Anteil im ganzen System sein muss. Es sei denn, sie hat keine Ahnung über ihre Auswirkungen. Aber das ist gerade noch ein zu hohes Thema merk ich… weil ich den Faden verlier und zu dissoziieren anfange.

Also, bevor jetzt irgendwas passiert oder wir wechseln oder was auch immer, beende ich den Beitrag jetzt einfach mal hier. Außerdem habe ich das Gefühl, dass mich Jola jetzt doch noch im Hintergrund „begleitet“ hat, weil vieles von dem was ich gerade geschrieben habe, habe ich seltsamerweise auch schon wieder total vergessen… [sowas nennt Jola channeln, aber ich kann mir unter dem Begriff noch nichts vorstellen]… Wie auch immer… ich mach jetzt Schluss.

-Kara

 

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