Ein Versuch „Gänseblümchen“ (P)

Also… mal versuchen. Ich glaube das wird schwer, weil wir ja aus internen Problemen diese Woche in unser System gewechselt sind, deshalb besteht die Woche eigentlich erst aus vier Tagen. Also haben wir den Vorteil nicht so viele Tage versuchen zu müssen, uns zurück zu erinnern.

1. Erste schöne Erinnerung war wie wir in der Box von dem gescheckten Pferd standen, obwohl Lucy Angst vor ihnen hat, hat sie sich überwunden zu ihm in die Box zu setzen, um Lämmchen anzusprechen und uns Zeit zu lassen in der Hoffnung, Lämmchen wird das Pferd wahrnehmen. (In der Box sind wir nach einigen Minugen gewechselt zu jemandem vom Zweier System, der die Reitstunde scheinbar „gehört“)

2. Wir haben trotz all dem Stress und der Not die gerade bei und in uns ist geschafft neben der Therapie, den Zusammen- oder Ausbrüchen, die Physio Therapien wahrzunehmen, zur Reittherapie zu gehen, unser Zimmerputzdienst, die Wäsche, dien Küchenputzdienst und den Bad Putzdienst (zur Hälfte) fertig zu machen

3. Jimmys Pfote heilt langsam mal zu und er konnte dieses Jahr somit das erste Mal im Garten etwas mehr toben

4. Am Ende der Reitstunde wieder da zu sein und zu erleben wie das Pferd mit seiner großen, warmen Zunge wie ein Hund unsere Hand abschleckt. Das fühlte sich irgendwie sehr angenehm an… und Lämmchen war dabei.

5. Wir hatten bisschen Zeit die Natur zu genießen

Puh… hab jetzt für diese fünf Punkte 45 Minuten gebraucht und bin müde… verlinken was es mit dem Gänseblümchen Ding auf sich hat, mach ich morgen, mir fallen nämlich die Augen zu.

Ich könnte es mir so leicht machen [P]

Schmetterling hat mir sooo wertvolle Gedankenanstöße gegeben. Sie hat so Recht und ich versuche das jetzt wirken zu lassen. Nichtdestotrotz habe ich jetzt die Therapie für nächste Woche abgesagt, ich brauche einen klaren Kopf und das kriege ich im Kontakt mit Frau Honig in der aktuellen Situation irgendwie nicht. Wir projizieren zu viel auf sie und wissen gar nicht mehr, was der eigentliche Auslöser ist oder wo die Ursache steckt oder wo das Ventil ist, wo das, was gerade in uns ist, hin müsste.

Ich bin mir jetzt sogar ziemlich sicher, dass der Umgang mit Lämmchen der Trigger war für das alles, was jetzt noch aufgebrochen ist… was das alles ins Rollen gebracht hat. Und es tut weh, dass wir (schon wieder), mit einem verletzten Kind allein gelassen werden. Und es ist schwer auszuhalten, dass ein eigener Teil von sich selbst es nicht als ehrlich empfindet, wenn wir ihm sagen, es ist kein Monster, es ist nicht krank oder ansteckend, es liegt nicht an ihm, dass es (gerade) nicht getröstet wird (werden kann). Mit diesem Schmerz müssen wir jetzt irgendwie umgehen, es wird noch viele weitere solcher Situationen geben. Ein Vielesein wird Außenkontakte niemals ersetzen und vielleicht verstehe ich jetzt, warum Lämmchen sich von uns abwendet und sich nicht von uns trösten lassen will, aber Fakt ist, dass das ein Bestandteil unseres Lebens sein wird und sie und damit auch wir, irgendwie, lernen müssen den Schmerz zuzulassen der dann eben da ist.

Vielleicht sind die Gedanken die gestern kamen gar nicht so beim Wort zu nehmen. Vielleicht waren das wirklich bloß wieder die Enttäuschungen und schmerzhaften Worte, die diesen verzweifelten Hass hervorgerufen hat… und… ich traue mich jetzt einfach zu sagen, was da für Sätze kamen, auch wenn ich mit Entsetzen rechnen muss… aber was will ich eigentlich? Ich will nicht dass Menschen in mir nur das arme Opfer sehen, meinetwegen sollen auch nicht Betroffene gerne wissen, dass sogar Tätergedanken durch Trigger losgetreten werden können.

Also, —TW—

Gestern kam bei jemandem in uns tiefe, tiefe Verletzlichkeit und Verzweiflung hoch… mit den ganzen Umständen gerade gepaart mit unendlichem Hass… und dem Wunsch nach „Vergeltung“…. so blöd es auch klingt. Im Kontakt mit der Viele-Freundin durften Sätze geäußert werden wie: „Ich hasse Kinder und am meisten hasse ich die, die gerettet werden“… und „ich würde sie am liebsten alle töten, und den ganzen Menschen sagen das ist eure Schuld“ und „wenn wir nie gerettet werden, wieso sollten es andere verdienen oder wert sein?“ und.. „ich habe kein Mitgefühl mit missbrauchten Kindern sondern finde, es geschieht ihnen Recht. Hoffentlich gibt es irgendwann kein einziges glückliches Kind mehr auf der Welt und jeder soll sehen wie er alleine damit groß wird und keinen Trost und keine Hilfe erfahren“… mehr bringe ich gerade nicht mehr raus weil ich so verkrampft bin, dass ich vom Bauch ausgehend zittere und mir die Beine schmerzen… aber ich glaube das reicht als Beispiele und Erklärung auch.

Die Angst also.. zum Täter zu werden… aus Wut und aus tiefem Hass, selbst ständig nicht gerettet zu werden. Klar sind wir volljährig… klar hat man jetzt eigene Verantwortung… und trotzdem ist alles noch Gegenwart…

— TW Ende —

Dass wir sowas nicht tun würden, ist mir jetzt im rationalen Moment ganz klar … aber es löst emotional (irgendwo, nicht bei mir) unendlichen Schmerz aus… den ich über den Körper abbekomme… mit verkrampften Beinen, zittern als würde ich in der Arktis sitzen und gefrorenen Fingern, Nase und Füße, heißem Kopf, und mein Herz und den Atem spüre ich dabei so gut wie gar nicht mehr…

Ich möchte gerade über das alles nicht mehr nachdenken. Ich fühle mich überfordert damit. Mit den Gedanken, mit Lämmchen, mit uns. Und deswegen habe ich entschieden, dass ich wenigstens eine Woche Abstand von Therapie brauche…. denn die Projektion von den ganzen Gefühlen auf die Therapeutin macht es nicht besser, es fühlt sich sogar noch belastender an. Ich weiß, dass ne Therapie für sowas da wäre… aber doch nicht, wenn sich das in jedem Kontakt noch belastender anfühlt, oder? Ich halte zumindest gerade keine weitere Belastung aus.

 

Ich könnte es mir so leicht machen… (P)

Heute geht es mir nicht gut, aber da ich ja erfahren habe was gestern an Themen alles hochgeschwemmt wurde, ist das vielleicht gar kein Wunder… Gut, ich könnte sagen, die Dinge die gestern geschrieben wurden, sind „nur“ ein Anteil von mir. Ich würde das ja nieeeee sagen. Nein, über sowas würde ich nieeeee nachdenken. Tja, nur Fakt ist eben, dass jeder Mensch für sich, seine Taten und zum Teil auch für seine Gedanken (frei hin oder her), Verantwortung übernehmen muss, vor allem bei solchen, die gestern bei jemandem von uns aufgebrochen sind. Und das, weil wir als viele trotzdem eine Einheit bedeuten. Wir sind ja trotzdem ein Ganzes zusammen, irgendwie. Oder wären wir, wenn wir nicht so Amnesien füreinander hätten, oder wie auch immer.

Ich bin ja eigentlich nicht der so extrem emotionale Typ… klar kann ich mich mal gut oder mal schlecht fühlen, aber nie extrem. Und mich reißt auch nicht viel schnell mit, aber heute fühle ich mich erschöpft und ausgelaugt und ziemlich allein (gelassen) mit den Themen, die gestern so präsent waren, auch, wenn sie nicht direkt „meine“ Themen waren.

Ich schreibe hier vielleicht recht abgedroschen  darüber, man wird gar nicht meinen wie schlimm es eigentlich ist, was da gestern durch unseren-ihren Kopf ging und dass diese Gedanken viele Verurteilungen nach sich ziehen (könnten). Aber ich möchte es eigentlich nicht ausschreiben. Die, die meinen privaten Blog verfolgen, werden auch dort (noch) keinen Eintrag darüber finden und ich weiß auch nicht, ob ich den Mut finde, überhaupt jemals darüber zu schreiben.

Mich deshalb verrückt zu machen hilft nichts. Auch nicht, wenn diesmal nicht einmal Frau Honig auf dieses Thema reagiert hat. Entweder wir haben sie damit nun völlig „verschreckt“, oder sie hat zufällig ausgerechnet mal gestern keine Zeit oder keinen Nerv für uns gehabt. Wäre ja auch überhaupt nicht schlimm, wir erwarten das ja auch nicht. Schlimm ist viel eher, dass dazu gar keine Reaktion kam. Nicht einmal ein „ich melde mich später“ oder „morgen“, was sie sonst eigentlich wenigstens gesagt hat, wenn sie gerade im Moment keine Zeit oder keine Kraft dafür hatte.

Mit aber den Dingen, die gestern ausgesprochen wurden, völlig reaktionslos gelassen zu werden ist irgendwie hart. Wie gesagt ist das echt nichts … ach, wie auch immer. Es geht ausnahmsweise Mal nicht um „unser Leid“, sondern viel eher um das, was anderen zugefügt werden könnte. Und das ist noch mehr als harmlos ausgedrückt. Es ist uns also klar, dass dieses Thema unendlich viel Verurteilungen nach sich ziehen kann. Wird. Vermutlich sogar schon hat.

Die Person mit der wir darüber schreiben konnten, die verurteilt uns nicht. Wir verurteilen uns gegenseitig nicht. Das hat zumindest gut getan. Und auch, dass wir wohl damit nicht ganz alleine dastehen. Aber es hätte mich sehr interessiert, was unsere Therapeutin dazu sagt. Könnte sie überhaupt mit so einem Menschen eine Zusammenarbeit weiter vorstellen? Das wäre wichtig zu wissen, weil ich mir die Frage stelle… ob wir dann nicht sogar an einer anderen Adresse richtiger wären…

Und das nicht um irgendwas zu sabotieren oder weiß sonst was, sondern weil das dann wirklich in eine andere Richtung geht.

Das ist das eine, was mich beschäftigt und weswegen ich heute eher traurig als besonders optimistisch bin. Das Andere ist immer noch das, was Lämmchen angeht. Sie ist nach wie vor nicht erreichbar für mich. Und zum Teil frage ich mich auch, ob sie bzw. ihr Zustand und ihr „damit-allein-gelassen-werden“, vielleicht sogar der Triggerfaktor war für das, was dann jemand von uns im Kontakt mit der Viele-Freundin gezeigt hat. Weil es triggernd ist. Oder war. Ich weiß es nicht. Ich glaube immer noch ist.

Das nächste ist, dass Lucy gestern im Kontakt mit A Dinge erfahren wollte, von denen ich meine, dass sie noch zu viel für sie sind. Vielleicht auch immer zu viel für sie sein werden. Lucy ist nur ein Jahr jünger als ich. Sie ist jetzt kein Kind das ich beschützen müsste in unserem System, aber von der Existenz ist sie eine der Jüngeren. Lucy gibt es ja erst seit ca. 2016, und ja völlig kultfreier Kontext. Es gibt halt leider auch „normale“ Menschen, die keine komischen Ritual-verseuchte Köpfe haben, aber gerne Mädchen überfallen um sich zu nehmen was sie wollen. Das ist auch der Grund, warum Lucy eigentlich nicht viel von unserem Kult-Hintergrund weiß. Und die Dinge die sie wissen wollte, wären einfach zu viel gewesen, weshalb ich sie dann im Auto für eine Weile abgelöst habe. Zur Physio habe ich sie dann wieder gehen lassen. Ich habe in der Physio eigentlich dann nur einen Teil mitbekommen… in der die Therapeutin plötzlich von ihren Söhnen erzählte (die nur etwas älter sind als wir) und wie schwer es als Mutter ist, weil, umso älter die Kinder werden, desto schwerer ist es zu helfen. Früher hätte man die Kinder einfach nur in den Arm nehmen und liebhaben müssen, dann war gefühlt wieder alles in Ordnung. Sie meinte das etwas amüsiert und ich konnte Lucy dabei auch lachen hören, dabei wurde ich traurig, weil ich mir dachte „Ja, schön wäre es gewesen, hätten wir eine Mama wie dich gehabt“… danach habe ich mich auch wieder ausgeklinkt, weil ich keine besondere Situation erkannt oder verspürt habe. Als nächstes habe ich mich ins Co-Bewusstsein gebracht, als ich gemerkt habe, worüber Lucy mit unserer Therapeutin schreibt. Es ging nämlich um unsere älteste Persönlichkeit… Carmen, – und wozu sie vor vier Jahren beauftragt wurde von „Bekannten“. Das ist kein Geheimnis, das  muss ich hier jetzt nicht beschönigen, aber mehr Details muss es auch nicht geben. Frau Honig hat irgendwann gefragt, ob Lucy dafür bestraft worden wäre, dass sie das damals erfahren bzw. mitbekommen hat und wieso Lucy Flashbacks hat, wenn sie mit Carmen eigentlich kein Co-Bewusstsein hat.

Ich habe dann wieder abgelöst um die Therapeutin zu beruhigen, dass Lucy keinen „Ärger“ dafür bekommen hat. Warum auch? Von wem auch? Es gab keinen Grund. Ich würde niemals irgendjemanden von uns bestrafen, weil es mir nicht im Sinn steht uns noch mehr Schaden zuzufügen als uns sowieso schon zugefügt wird. Und da dieser Auftrag von den Leuten damals an unser System – bzw. eben an Carmen ging -, dürfte das sonst kein anderer Anteil mitbekommen haben, außer Carmen und mir. Und auch Lucy. Ob die Leute die Carmen den Auftrag gegeben haben Lucy, bzw dann sogar eher unser System, bestraft hätten, weiß ich nicht. Aber ich hätte es ihnen nicht gesagt. Habe ich auch nicht. Weil ich nicht täterloyal bin. Wieso Lucy die Flashbacks und den Ekel abbekommt ist eigentlich recht einfach zu erklären gewesen. Wir haben in unserem System niemanden, der das sonst tragen könnte. Wenn Carmen sich vor ihren Aufträgen ekeln würde, wäre sie nicht geeignet dafür. Ganz logisch. Eine von uns ist noch die einzige, die völlig Trauma unabhängig denken und organisieren kann. Ich empfinde wenig bis keine solche extremen Emotionen. Der Rest unseres Systems sind Kinder. Und Lucy ist nun einmal sehr gut im Verdrängen und Überspielen… solange sie eben nicht mit all den Hintergründen die uns betreffen konfrontiert wird, und ich sehe mich dazu verpflichtet dafür zu sorgen, dass gewisse Dinge so bleiben wie sie sind, um uns als Ganzes zu schützen. Es ist nicht immer die richtige Lösung, jeden Anteil für alles was passiert ist einzubeziehen.

Und jetzt muss ich ungeplant aufhören… vielleicht schreibe ich dazu später noch, weil es ist lange noch nicht alles gesagt…., was gesagt werden möchte… und im Moment irgendwie sonst nirgendwo Platz hat.

-Penny

Zu verschieden, um kompatibel zu sein… [S1]

Gestern haben wir zwei Einträge geschrieben und nicht veröffentlich, ich bin aber auch nicht so sicher was Worte angeht, denke ich. Wir sind vor zwei Nächten ins Einser System gewechselt wegen… interner Probleme, sage ich mal.

Wir erfahren gerade so viel über Lämmchen, was wir nicht wussten. Dass ihre Traurigkeit mit weitaus mehr zu tun hat als bloß damit, dass Senta nicht mehr da ist… Nach der Therapiestunde am Dienstag hat sie sich verzogen und möchte mit niemandem von uns mehr in Kontakt treten. Ganz verstanden habe ich ihre Gründe nicht, aber es ist wohl so, dass sie uns große Schuld daran gibt, dass es ihr so schlecht geht.

Na ja, vor über einem halben Jahr hat Senta wegen des Ausstiegs den Kontakt abgebrochen, zwischenzeitlich war Lämmchen nicht besonders oft aktiv, wir vom Einser waren glaube ich ohnehin das letzte Mal als ganzes System irgendwann Anfang bis Mitte 2018 wach. Wieso wir jetzt wieder da sind ist schwer zu sagen.

Angefangen hat es mit Lämmchens nächtlichem Ausflug… (sehe gerade, dass da schon jemand was dazu geschrieben hat von uns). Danach war sie in der Therapie im Außen und seit der Therapie ist sie vollkommen von uns abgewandt.

Zum Einen fühlt sie sich nicht verstanden darin, wie sehr sie sich nach Senta sehnt und sie möchte von Frau Honig nicht hören, dass WIR ihre Senta ersetzen sollen. Da reagiert sie wirklich so unendlich stur, dass es nur verschwendete Liebesmüh ist, ihr irgendwie die Hand zu reichen und zu sagen, dass wir auch füreinander da sein können. Dann kommt von Vivi sozusagen an „Wir sind IMMER füreinander da und machen es uns trotzdem gegenseitig schwer, weil wir nie gleich sein werden“. Lämmchen blockt unseren Kontakt ab.

Es fühlt sich an als würde irgendwas in uns drinnen verkümmern, das nicht mehr erreichbar ist. Was sollten wir jetzt noch großartig tun? Frau Honig hat in der Therapie einen auch sehr ungünstig formulierten Satz verwendet. Man müsse manchmal Dinge aushalten, die nicht schön sind. Allerdings sagte sie das erst, nachdem sie viele Ideen hatte, die Lämmchen vielleicht helfen könnten, und nachdem sie nach all den Ideen immer noch untröstlich war, war Frau Honig nur noch ratlos und sagte das eher aus Resignation als wirklich überlegt.

Seitdem ist Lämmchen nicht einmal mehr auf Frau Honig besonders gut zu sprechen.. Also weder ein Kontakt nach innen noch nach außen möglich, sie schottet sich komplett von uns ab. Sie schrieb noch „Senta hätte nie gesagt, dass ich aushalten muss traurig zu sein“. Ich denke, Lämmchen würde gerne einen Ersatz in Frau Honig suchen, oder in irgendwen. Nur wäre ein Senta Ersatz gar nicht so gut. Vivi und einige andere von uns kennen auch ganz andere Seiten von ihr, die Lämmchen aber nicht glauben oder wahrhaben will und da schaltet sie wirklich vollkommen auf stur. Aber Senta war nun einmal auch der einzige Mensch zu dem Lämmchen eine Bindung hatte. Durch gestern habe ich erfahren, dass sie nicht einmal unsere leibliche Mama besonders gut kennt. Prägend waren bei ihr wohl eben die Zeiten bei Senta. Wie erklären wir ihr denn nun, dass sie loslassen muss? Die größte Sorge ist noch der Zeitdruck. Gegen Ende März soll eine Art… Treffen stattfinden, in der oft erwähnt wird, Senta und ihr Freund könnten als Offiziere dabei sein… wir haben Angst, dass wir Lämmchen bis dahin nicht auf unsere Seite geschlagen kriegen… das sind gerade mal drei Wochen bis dahin.

Erschwerend kommt jetzt hinzu, was ich erst heute früh gelesen habe, dass nicht nur Sentas Verlust ein grooooßer Grund für ihre Traurigkeit ist. Als Frau Honig gestern versucht hat sich für ihren unglücklich formulierten Satz zu entschuldigen, ist Lämmchen wieder mit ihr in Kontakt getreten, lt. ihr aber wohl nur auf „Erlaubnis“ von Vivi (ich weiß nicht, seit wann Vivi irgendjemandem von uns Erlaubnisse erteilen muss, um in Kontakt zu gehen… das ist neu)…

Dadurch haben wir jetzt auch noch erfahren, dass Lämmchen unter noch viel mehr Dingen leidet, als unter dem Verlust von einer Bezugsperson… Sei schrieb viel von Gw (ehemalige Bezugsbetreuerin) und wie lieb sie zu ihr war. Sie erzählte von einem Tag, an dem sie im Auto gesessen sind und dass das auf dem Rückweg von der Geschlossenen war, in der wir zwei Tage verbracht haben. Wenige Stunden bevor Gw sie abgeholt hat, ist also diese Situation mit dem psychotischen Mann im Essensraum passiert (Haare gepackt und durch den Essensraum geschüttelt). Als Gw Lämmchen abgeholt hat, war Frau ehemalige Thera ja noch auf dem Stand, wir könnten zu ihr kommen, doch sie war ohne Absage vom Termin einfach nach Hause gefahren und Lämmchen schrieb, dass sie an dem Tag dann sooooooooo weinen musste. Lämmchen ist eigentlich jemand, die gar nicht so viel weinen kann… allein deshalb war ich schon überrascht. Sie erzählte, dass Gw im Auto auch sprachlos neben ihr saß und sie letztlich dann lange in den Arm genommen hat, nachdem sie gefragt hat ob Lämmchen das erlaubt, obwohl Betreuer einen eigentlich nicht umarmen dürften – ja, ist so eine Distanz-Regel im Haus dort gewesen. Gw hat wohl dann sogar etwas mitweinen müssen und dann hätten sie beide ein bisschen gelacht. Lämmchen hat sehr viel über Gw erzählt gestern, sie war wohl eine Art Anker „in der anderen Welt“ für sie. Weil sie mitgefühlt hat und ihr auf gewisse Art und Weise Zuneigung geschenkt hat. Lämmchen hat sich nicht einmal von ihr verabschieden können, als sie die Arbeit gewechselt hat, weil zu dem Zeitraum System 2 aktiv war. Aber das Kernthema war eigentlich die Zuneigung und bei einigen Sätzen hatte ich irgendwie das Gefühl, ich müsste auch gleich losheulen.

Aber eher aus Verzweiflung…

Denn Lämmchen schrieb, sie würde nicht verstehen, wieso alle Menschen „Angst“ hätten uns berühren. Ich kann mich selbst an keine Konfrontationen erinnern, in denen man uns hätte berühren können-sollen-müssen. Also im Sinne von umarmen/im Arm halten. Spontan fallen mir da Geburtstage zum Beispiel ein, aber ich kann mich an so gut wie keinen Geburtstag von uns erinnern und an die ich mich erinnern kann, erinnere ich keine Situationen mit Umarmungen. Sie schrieb, sie hätte doch keine Haifischzähne und sei doch auch nicht ansteckend, sogar Senta hätte immer gefragt, bevor sie uns berührt hätte und unsere leibliche Mutter würde sich das auch nicht trauen („Eure Mutter hat Angst euch zu berühren?“ – „Ja, sie streckt die Hand nach uns aus und zieht sie wieder zurück“ – „Und wie geht es dir damit?“ – „ich kenn meine Mama nicht so gut, aber ich finds schlimmer dass Senta uns schon immer erst fragt, bevor sie uns anfasst als hätte sie angst vor uns“). Sie schrieb zum Beispiel auch, dass sie früher manchmal gedacht hätte, dass wenn sie in den Spiegel sieht das Biest von Belle sehen würde und deshalb alle angst haben sie zu berühren.

Frau Honig versuchte zu erklären, dass es da andere von uns gibt, die das nicht gerne mögen und dass es Menschen vielleicht spüren und deshalb so auf Abstand gehen. Dazu schrieb Lämmchen „aber ich bin doch nicht die!“ … Und bei dem Satz wurde mir echt schwer ums Herz…

Berührungen sind doch schon so lange Thema bei uns. Es stimmt, dass viele von uns sich das nicht trauen, es entweder unangenehm finden oder es mit Angst verbinden, weil sie erwarten doch noch geschlagen zu werden, wieder andere sehen es als Aufforderung für sexuelles Verhalten. So viel Zwiespalt… Dann ist da aber ein Lämmchen, das sich jahrelang nach Zuneigung sehnt, sie aber wegen ebendieser Teile von uns nie bekommen hat (und es immer noch nicht tut). Die wegen diesem Teil in uns denkt, sie wäre ängstigend auf andere, vielleicht sogar nicht liebenswert, die nicht versteht, wieso jeder „Angst“ hat, sie zu berühren.

Und dann sind da wir, die ja von Mona zum Beispiel wissen, weil sie ja manchmal erzählt hat, dass viele von uns sagen, wir wollen nicht in den Arm genommen werden (da gehöre ich übrigens dazu). Sowas finde ich schwer auszuhalten, aber nicht wegen Angst vor dieser Berührung, sondern eher weil es sich anfühlt in solchen Momenten dem, der umarmt „unterlegen“ zu sein. Schwer zu erklären, und Zeit habe ich jetzt nicht, um das genauer auszuführen.

Dass wir NIE bedacht haben dass wir in unserem 50+ System auch Anteile haben könnten, die genau das aber bräuchten, verwirrt mich selber. Wir haben, glaube ich, schon ein recht gutes Gefühl dafür, dass wir viele sind mit vielen verschiedenen Bedürfnissen, aber dass jemand so sehr am „Zuneigungs-Entzug“ leidet, haben wir nie bedacht. Und so einfach wegmachen lässt sich das nicht…

Wir können jetzt nicht einfach sagen „okay, ab heute verhalten wir uns wie normale Menschen und lassen uns einfach mal in den Arm nehmen und genießen das auch“, das wäre auch völlig unrealistisch. Gleichzeitig hat Lämmchen Recht, sie hat eine ganz individuelle Rolle in unserem (Innen)leben und sie ist nicht ich, genauso wie ich nicht sie bin, auch wenn wir eigentlich ein Teil von uns als Ganzes sind. Da sind Eigenschaften, die absolut nicht kompatibel miteinander sind. Ich würde mir ja für sie wünschen, dass sie erfährt, was ihr so sehr fehlt oder viel eher, dass sie lernt, dass wir nicht deshalb keine Zuneigung erfahren, weil wir „gruselig“ aussehen oder „ansteckend“ sind, sondern das wirklich viel mit der gewaltvollen… Vergangenheit-Gegenwart zu tun hat. Und ein Körper nun einmal den Unterschied nicht so leicht findet, dass die Hand von xy ganz liebevoll sein kann, wenn die Hand von yz vor wenigen Stunden noch misshandelt hat (das hat die Körpertherapeutin mal so erklärt, fand ich sehr gut). Aber wie sagt man das denn einem Lämmchen, die nicht einmal aushalten/hören kann-will, was für unendlich dunkle Seiten Senta hatte? Gerade das müsste sie erst einmal anfangen sehen zu …“wollen“ (kann man das von ner Elfjährigen verlangen? Ich würde sagen ja, aber ich weiß nicht, wie gesund da mein Einschätzungsvermögen ist, weil ich mir denke „nur weil ich mit elf gewisse Sachen schon lernen musste, heißt das nicht, dass das auch gesund war“… aber mit elf ist man doch eigentlich schon alt genug, um sowas hören zu können?)…

Das ist alles so unendlich schwer. Was sollen wir denn auch noch groß machen, wenn sie ja auch jeden Kontakt zu uns abbricht? Kein Kontakt zum innen, wie soll man sich dann umeinander kümmern?

Uns ist klar, dass Lämmchen vielleicht in Bezug auf Senta zum Beispiel neue Dinge erleben muss… neues entdecken, was ihr guttut, außer die Filmabende mit Senta, in denen sie ihre Zuneigung bekommen hat, außer dem Kakao.

Wir haben gestern versucht sie anzusprechen bei allem, was wir getan haben. Ich kann nicht sagen ob sie uns hört, weil der Kontakt, wie gesagt, absolut abgeblockt wird. Aber wir haben es versucht (Lucy und ich). Als Lucy zu der Reittherapie gestern hoch gefahren ist, hat sie sich erst einmal lange nur zu Schecki in die Box gestellt (obwohl Lucy eher … „Angst“ vor Pferden hat) und hat ihn nur beobachtet und ständig dabei gesagt „schau mal Lämmchen, das ist unser Therapiepferd“. Nur irgendwann wurden wir von einem Anteil vom Zweier System abgelöst, ich denke mal, das war wohl ihre Stunde. Am Nachmittag haben wir uns in eine Decke gekuschelt und den Film „Der Goldene Kompass“ angefangen und dabei auch ständig Lämmchen angesprochen. Wir haben ein Buch durchgeblättert mit Bildern und abends versucht mit einem Hörspiel einzuschlafen, doch es hat sich nicht effektiv angefühlt.

Nebenbei ging es Lucy aber sehr schlecht… wir haben uns mit Essen vollgestopft und haben es wieder ausgekotzt. Es war so ein Paralleluniversum. Und wir haben keine Ahnung wie wir uns um Lämmchen kümmern könnten… es fühlt sich wirklich an wie eine Art ver-kümmern… von irgendwas in uns drinnen, was eigentlich ein ziemlich starker Anteil war von uns… Fühlt sich ein bisschen an wie sterben. Nur ein bisschen, ich will nicht zu melodramatisch werden. Aber das Bisschen reicht schon.

Und dann war da die Idee von Frau Honig, dass Lämmchen im Innen dauerhaft jemand erwachseneres bräuchte, der mit ihr ist. Die Schwierigkeit ist, dass B & B und Carmen die Ältesten in unserem gesamten System sind, mit ihren 22 Jahren. Carmen ist zwar in unserem System, aber eine sexuelle Persönlichkeit und mit keinem im Innen im Kontakt, weil sie nicht gerade für schöne Momente im Außen da ist. B & B sind in der inneren Landkarte irgendwo mittig skizziert, keinem System zugehörig und werden auch eher als „Augen“ dargestellt. Sie fühlen sich nicht wirklich wie „richtige“ Anteile an. Sie sind auch nicht wirklich dazu in der Lage „den Körper zu besetzen“ oder so…

die Zweitälteste ist Jola, aber sie ist ja auch ein Springer und kann nicht in einem System oder bei einem Anteil verweilen, sie ist die einzige, die irgendwie noch einen Überblick über unser ganzes System hat (oder es zumindest versucht zu haben). Dann wäre da die nächste Mika mit 19, die bei uns Einsern ist, aber sie ist sehr melancholisch und hätte nicht die Kraft, so für Lämmchen da zu sein, wie sie es bräuchte. Ich bin 18… aber mich kennt fast niemand namentlich, ich könnte meinen Namen auch gar nicht verraten aus Sicherheitsgründen, weil ich viel zu viel mitbekommen habe. Und Wissen ist ab einem gewissen Punkt sehr gefährlich, vor allem wenn die Leute herausfinden, WER das ist, der so viel mitbekommen hat, was er nicht hätte mitbekommen dürfen. Ich kann mich also auch nicht so einfach mal zeigen oder ständig jemanden begleiten, damit würde ich mich selbst … und so aber eben den ganzen Körper in Gefahr bringen… Lucy hat selbst schwer zu kämpfen mit Flashbacks und Panikattacken, auch wenn sie die die meiste Zeit verdrängt, heißt Verdrängung nicht unbedingt Stärke und schon gar nicht genug, um für noch jemanden da zu sein. Wenn das alles nur nicht so schwer wäre….

Wir werden weiter versuchen Lämmchen einfach bei vielen schönen Dingen anzusprechen, die wir tun können, auch wenn wir nicht wissen, ob sie uns hört. Und wir fragen uns, wer von uns was lernen muss/sollte? Lämmchen, die lernen muss damit zu leben, dass wir niemals einen Menschen an uns ran lassen können (denn wir sind unendlich gut darin „gute“ Menschen körperlich auf Abstand zu halten – und eigentlich dachten wir Großen, uns damit etwas Gutes zu tun….?!)… oder müssen wir lernen, keine Angst zu haben oder uns zu ekeln oder „unterlegen“ zu fühlen, wenn wir berührt werden? Oder es vielleicht Lämmchens Willen einfach mal „aushalten“? (gefährliches Wort). Oder gibt es da einen Mittelweg? Wenn ja, was könnte der sein? Wir sind ratlos. Keine Ahnung, wie wir Lämmchen etwas Gutes tun könnten. Ich würde sie ja wirklich sehr gerne in den Arm nehmen, aber diese Vorstellung ist ja dann auch nicht körperlich, sondern imaginär. Das wäre bestimmt auch nicht die Dauerlösung für Lämmchens Problem, zumal sie uns ja gerade auch gar nicht an sich ranlassen möchte…

Gut geht es uns aber gerade wirklich nicht… im Gegenteil. Wir fühlen uns wirklich sehr hilflos und traurig macht mich auch Lämmchen untröstliche Traurigkeit und zu erfahren, was sie nie erfahren durfte-darf. Weil wir viele sind.

Manchmal weiß man nicht, ob das nicht doch eher ein Fluch als ein Segen ist… wenn man sich so sehr in Heilungsprozessen im Weg steht…

*Penny

 

Rückblicke und Erkenntnisse [K… &J2?]

Urgh… ich fühle mich als wäre ich von einer Woche in die nächste übergesprungen, ohne mich kurz erholen zu können. Was ist das letzte woran ich mich gut erinnere?… Ich glaube, puh, Donnerstag. Mia war außen und ihr stieg plötzlich alles über den Kopf. Weil wir ja zurzeit so unendlich viele Termine haben, was sich für mich wie ein Kinderspiel anhört, hat sie am Donnerstag völlig überfordert. Wir sind ja Montags und Donnerstag am Nachmittag bei der Physio. Dienstags den ganzen Tag in * bei der Therapie, Mittwochs hat jetzt die Reittherapie angefangen und dazu kommen Dienstags die Hausputze und Donnerstag der Zimmerputz und da wir beides nicht erledigen konnten wegen der Termine (normal machen wir die Dienstag einfach am Montag oder Mittwoch oder Donnerstags), war Mia total überfordert. Außerdem waren wir für ein Wochenende Zuhause verabredet. Frau Honig meinte dazu, wir seien überfordert und bräuchten Entlastung. Das war Mia zu dem Zeitpunkt klar, sie argumentierte, dass Termine aber Termine bleiben und viel mehr habe ich dazu auch nicht mitbekommen.

Ich weiß noch, wie wir eine Ewigkeit nur auf dem Stuhl im Hausflur saßen und uns nicht mehr bewegen konnten vor Erschöpfung und ich habe mitbekommen, wie Mia geweint hat.

Letztlich war sie dann doch noch bei der Physio, obwohl brh vorgeschlagen hat, den Termin „einfach“ abzusagen. (Wird aber über die BG bezahlt weil es ja noch offiziell vom Arbeitsunfall ist und da ist das nicht so „einfach“). Seitdem waren Mia und ich eigentlich nicht mehr im Außen. An Samstag erinnere ich mich zum Beispiel so gut wie gar nicht, bis auf den Abend, den mir Max erzählen konnte, weil sie Sonntag (also gestern) sehr aktiv war.

Lämmchen war wohl draußen und sie ist unendlich traurig, weil sie sie sehr nach Senta sehnt. Sie war nicht zu trösten. Was ich jetzt davon hauptsächlich durch Max mitbekommen habe ist, dass am Samstag Spätabends (gegen zehn oder elf Uhr?) Lämmchen zu Mona gesagt hätte, sie hätte beim Spazieren gehen den Schlüssel verloren und würde nur mal eben die Runde ablaufen um ihn zu suchen. Hm. Nachts, im Dunkeln, in der Kälte.

Scheinbar ist Lämmchen aber Spazieren gewesen und hatte auch mit Frau Honig Kontakt, zumindest konnte ich da einen Chat durchlesen, den ich nicht ganz verstehen kann. Lämmchen schrieb eben, wie sehr sie Senta vermisst und alle Ratschläge von Frau Honig halfen nicht sonderlich (sich selbst eine warme Milch mit Honig machen, Kakao, sich in einer Decke vor den Fernseher lümmeln, mit einem Kuscheltier kuscheln). Das waren alles Sachen, die Senta eben mit Lämmchen (und zwei aus unserem System) oft gemacht hat. Dazu meinte Lämmchen, dass sie das aber noch trauriger macht und ihr es dann noch schlechter geht. Frau Honig bat sie ihr zu helfen das zu verstehen, sie verstand das nämlich (genauso wie ich) auch nicht. So wirklich erklären konnte Lämmchen das auch nicht, sie sagte dann aber, dass wenn sie Senta so sehr vermisst und sich so sehr alleine fühlt, dann geht sie spazieren bis ihr eiskalt wird, dann geht es ihr besser (anstatt sich an Senta kuscheln zu können). Ich habe das überhaupt nicht verstanden. Im ersten Moment klang das für mich wie eine Art „Strafe“, weil solange nachts draußen zu sitzen oder sich auf den Boden zu setzen/legen, bis man friert, grenzt für mich irgendwie schon an selbstschädigendem Verhalten, aber Lämmchen ist erst elf und irgendwie passt das nicht zu ihr. Frau Honig meinte dann „verstehe, so sehr vermisst du sie“. Also, so sehr, dass sie gerne friert? Wow, für mich war dieser Punkt eindeutig eine Nummer zu hoch – ist es immer noch. Ich finde keine logische Erklärung dafür, wieso Lämmchen sich lieber auf eine Straße legt oder setzt und wartet bis sie durchgefroren ist, weil das mehr guttut, als sich Zuhause in eine warme Decke mit Kakao zu lümmeln.

Das war der Chat Inhalt. Was ich dann durch Max (und Mona) erfahren habe war, dass A einfach ins Auto gestiegen und zu uns gefahren ist. A und Honig tauschen sich wohl sehr eng miteinander aus, denn als Mona mir das von Samstagabend/nacht erzählte, meinte sie, dass A schon auf dem Weg war, als sie bei ihr anrief, weil wir ewig nicht zurück kamen. So kann A also nur durch Frau Honig davon erfahren haben, dass wir/Lämmchen gerade irgendwo im Dunkeln in der Kälte unterwegs ist.

Lämmchen soll aber schon Zuhause angekommen sein, bis A auftauchte, weil sie vor Kälte den Körper nicht mehr spürte und als es an der Tür klopfte, ist wohl wieder ein Anteil nach außen gekommen, der panisch flüchten wollte. [ich frage mich, wer dieser Anteil ist und vor was er Angst hat/wen er erwartet]… A hat sich also am Abend noch Zeit für Lämmchen genommen, hat überlegt was sie tun könnten, damit sie weniger traurig ist, aber es gab nichts. Scheinbar soll A auch gefragt haben, ob sie ihr noch etwas vorlesen soll, was unsere M. zwar gerne wollte, aber Lämmchen es ablehnte. Sie wusste von irgendeinem Geschenk für A das noch offen auf dem Schreibtisch liegt, von dem ich aber keine Ahnung habe.

Hm, ich hab das Gefühl, dass in dem Zusammenhang noch einiges los war, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, bin allerdings auch mit wenigen aus dem Einser Co-bewusst (und schon gar nicht mit Lämmchen). Lou kann mit Lämmchen im Co sein, doch dann muss ich mich immer darauf verlassen, dass mir Lou im Detail alles erzählt und wie wir Lou kennen quatscht sie sehr viel und mit Vorliebe durcheinander, und schon gar nicht besonders detailreich. Lou meint aber, dass sie von dem allen diesmal auch nichts mitbekommen hat. Es ist auch nicht so einfach Systemüberschneidend im Co zu sein. Lou sagt immer, wenn sie mit Zweiern im Co ist, ist es sehr real, wie in einem 4D Film (waren wir schon einmal in einem, oder woher weiß sie, wie das ist?!) und wenn sie mit welchen aus einem anderen System im Co ist, sei es eher wie ein Traum.

Ich kann mich gerade an kein bestimmtes Beispiel erinnern, bei dem ich mit jemandem aus einem anderen System im Co war. Bestimmt ist das schon vorgekommen, aber Beispiele fallen mir dazu gerade keine ein.

So, und wie es scheint, kennt Max nun Lämmchen, denn was ich erfahren habe ist, dass Max gestern mit Frau Honig viel getextet hat. An den genauen Austausch erinnere ich mich nicht, ich war auch nicht im Co, (könnte Max zwar jetzt ins Co rufen, aber die Gefahr besteht, dass wir dann wechseln und das wäre höchst unpraktisch, da wir gleich Arbeiten müssen… [Max ist zehn]). Was ich so am Rande mitbekommen habe, auch wenn ich da die Zusammenhänge nicht finde, aber Max konnte durch die Info von Lämmchen erfahren, dass M (unsere Fünfjährige) sie wohl bei Senta immer abgelöst hat. Lämmchen erwähnte, dass sie sich zuletzt an Abende bei Senta immer an das Filme Schauen auf der Couch erinnert. Das sei wohl sie ihr Ende gewesen. Dass Senta uns aber nicht auf der Couch schlafen lassen würde, ist offensichtlich, Lämmchen ist allerdings nicht diejenige, die ins Bett geht. Da bisher nur drei andere (namentlich) bekannt sind, die Dinge bei Senta erinnern, war es einfach herauszufinden wer denn nach Lämmchen übernimmt. Und da dieser Anteil M., also in unserem System ist, war es noch dreimal einfacher.

M erzählte Max, dass Senta sie nach dem Film immer ins Bett gebracht hätte – manchmal mit einer Gutenachtgeschichte. Was MICH unendlich irritiert ist die Tatsache, dass unser Körper ja eben volljährig ist, wir bis Mitte letzten Jahres aber noch regelmäßig in Kontakt mit Senta waren (bis eben diese WhatsApp von ihr kam, dass wenn wir uns für den Ausstieg entscheiden, uns klar sein muss, dass sie den Kontakt zu uns abbrechen muss und siehe, bis heute hat sie das konsequent durchgezogen).

Ich weiß auch von Lämmchen, dass Senta ganz gezielt nach ihnen rufen konnte. Zumindest sagt Lämmchen, dass Senta sie ruft und mit ihr diese geborgenen, liebevollen Abendrituale macht. Ob sie dann automatisch wusste, dass M Lämmchen ablöst, die sie ins Bett brachte, und dass B nur mit ihrem englisch sprechenden Freund in Kontakt war und Vivi nur die „schlechten Seiten“ von Senta kennt und wer diejenige von uns ist, die von den Erinnerungen erzählt, wie Senta sich mal im Badezimmer umbringen wollte und der Freund uns an den Haaren die Treppe nach unten geschleift hat, ist noch ungeklärt. ABER, ganz offensichtlich muss Senta wissen, dass Lämmchen elf und die folgenden Anteile die durch irgendwelche Rituale (ich rede von harmlosen Alltagsritualen wie Zähneputzen – bei Senta eben diese Abendrituale mit warmer Milch mit Honig oder Kakao, Film schauen, kuscheln, ins Bett gehen, Buch vorlesen), noch jünger sind.

Darauf bezogen weiß ich nicht, wie ICH mich fühlen soll. Wenn ich überlege, meine Mutter würde mich mit 15 noch ins … 😀 Jetzt musste ich lachen. Ja, ICH bin 15…WIR sind aber biologisch sogar noch bisschen älter 😀 … also wenn unsere Mutter mich in unserem biologischen Alter noch ins Bett bringen und uns etwas vorlesen würde, finde ich das so unangenehm, dass ich das nicht einmal in Worte fassen kann. Klar, Lämmchen ist elf, sie denkt auch wie elf, fühlt sich auch wie elf, genauso wie M fühlt und denkt wie fünf, aber nichstdestotrotz ist der Körper doch biologisch gealtert und für mich kam da eine total suspekte Frage, ob Senta vielleicht ein Mutterkomplex hat. Dass sie vielleicht nie eigene Kinder haben konnte und die das Abspalten von Anteilen nicht hauptsächlich für den Kult gebraucht(?) haben, sondern weil sie sich so ein Leben lang um jemanden von uns kümmern kann/muss? Klingt super verrückt, ich weiß, finde ich auch. Aber ich finde es einfach nur total seltsam. Das ist ja, als hätte man ein körperlich oder geistig schwer eingeschränkten Menschen Zuhause, den man rund um die Uhr pflegen muss – ein Leben lang. Kann man natürlich nicht hundert prozentig vergleichen, aber … ich weiß gar nicht, ob ihr da gerade mit meinem Gedankengang hinterher kommt?

Ich zumindest weiß, dass an dieser Reihenfolge von Wechseln durch Rituale definitiv etwas dran sein muss, denn das hat sich auch in der Zeit in der betreuten WG mal so ähnlich gezeigt. Lämmchen war abends mal im Außen und hat mit zwei Mitbewohnerinnen, Gw und FL einen Filmabend gemacht. Kurz nach dem Filmabend wurde die Sehnsucht nach Senta so groß, dass sie unbedingt aufbrechen und zu ihr wollte (das war Anfang/Mitte 2018), Gw sie aber geradezu anflehte, es nicht zu tun. Als sie es schafften Lämmchen davon abzubringen, war M. im Außen. Sie wollte ins Bett, wusste aber nicht einmal wo sie war, fing laut Gw auch an zu weinen und wollte ebenfalls zu Senta. Irgendwann hatte Gw diese Abend-Situationen auch schon raus. Sie wusste irgendwann, dass wenn Lämmchen abends da ist, M höchstwahrscheinlich ablösen wird. Dann hat sie ihr warme Milch mit Honig gemacht und sie sogar ins Bett gebracht. …. 😀 Während ich das schreibe merke ich, wie ich den Kopf schüttel (so unangenehm ist mir die Vorstellung). Aber diese Abend-Ritual-Wechsel finden NUR statt, wenn das Einser System aktiv ist.

So habe ich diesen Aufbau von Wechsel nie wahrgenommen. Also, dass das Wechseln nicht [nur/immer] willkürlich passieren, sondern es gewisse Rituale gibt [im positiven als auch negativen Kontext], der eine bestimmte Abfolge von Anteilen durchläuft…. [Wie sich das anhört….., wirklich wie ein Computer-Programm…. furchtbar…]

Was ich mit der Erkenntnis jetzt anfangen soll, weiß ich gar nicht, aber ich glaube, das ist dann auch eher Jolas Aufgabenbereich [die gerade übrigens seltenerweise nicht im Co ist].

Tja… das ist gerade alles, was ich zu den letzten Tagen schreiben kann. Nach diesem Donnerstag war ich eben eigentlich gar nicht mehr anwesend, obwohl ich sehe, dass wir Freitagvormittag noch einen Eintrag verfasst haben. Da mich da Jola aber ja abgelöst hat, und das sogar ziemlich schnell, kann es auch daran liegen, dass ich mich daran kaum noch erinnere. Bin auf jeden Fall gespannt, wie diese Woche sein wird, da Max ja die Befürchtung hat, dass wir langsam ins Einser rotieren. Das fände ich genauso schade wie Max, denn ich habe das Gefühl, wir waren noch gar nicht so lange aktiv. Ich glaube sogar, dass es wirklich gerade mal ein Monat ist, seit wir von „Team-Hanna“ zu uns rotiert sind. Hoffentlich bewahrheitet sich Max ihre Befürchtung nicht, aber theoretisch könnte es stimmen, denn gerade fangen auch schon wieder die Hunger-Phasen an, die Team-Hanna ja zum Ende hin ihres Aktiv seins auch schon wahrgenommen haben [siehe: Oha! Werde ich von einem Anteil beeinflusst?] Da fing es ja auch einige Zeit vorher mit dem Hungern an und folgend waren wir aktiv… ich glaube wir waren so ca. ab … puh… Ende Januar wurden wir glaube ich richtig aktiv. Also so, dass unser System 2 [wir Zweier] das Team-Hanna in den „Knock-Out“ befördert haben. Seit wir seit zwei Jahren diese Diagnose haben und uns eben sehr genau mit den Wechsel beschäftigen und wer, wie, wann draußen ist, fangen wir an langsam dieses Muster zu erkennen. Ich denke, wenn Jola mal die Zeit finden würde sich alte Beiträge und Einträge durchzulesen, würde sie feststellen dass die Hunger Phasen immer diese System-Rotationen hervor gerufen haben.

Was spannend ist, weil wir ja dann noch davon ausgehen, dass Amy (die bei uns im Zweier ist), eigentlich die diszipliniert Kontrollierte und Kontrollierende ist, die uns in diesen Hunger-Modus befördert. Aber das würde wiederum bedeuten, wenn sie solche entscheidenden Rotationen verursacht, dass sie ein ganz entscheidender Anteil im ganzen System sein muss. Es sei denn, sie hat keine Ahnung über ihre Auswirkungen. Aber das ist gerade noch ein zu hohes Thema merk ich… weil ich den Faden verlier und zu dissoziieren anfange.

Also, bevor jetzt irgendwas passiert oder wir wechseln oder was auch immer, beende ich den Beitrag jetzt einfach mal hier. Außerdem habe ich das Gefühl, dass mich Jola jetzt doch noch im Hintergrund „begleitet“ hat, weil vieles von dem was ich gerade geschrieben habe, habe ich seltsamerweise auch schon wieder total vergessen… [sowas nennt Jola channeln, aber ich kann mir unter dem Begriff noch nichts vorstellen]… Wie auch immer… ich mach jetzt Schluss.

-Kara

 

War der Blog ein Therapie-Ersatz? [J2 + Co]

Ich (Kara) fühle mich gerade sehr im Co mit Jola, Mia, Lou und ein paar anderen, mit denen ich im Co sein kann… Da ist es manchmal schwer ein richtiges „Wer bin ich“-Gefühl zu äußern. Heute beim Spazieren gehen mit Jimmy dachte ich schon darüber nach, dass der Blog, oder viel eher das Bloggen, anders geworden ist.

Ich merke, wir schaffen nicht mehr alles aktuell zu halten, über Fortschritte mitzuteilen oder Krisen aufzuschreiben… und wir haben auch gar nicht mehr das so starke Bedürfnis danach. [Kann ich hier überhaupt von „Wir“ sprechen, wenn ich nicht das komplette System überblicke? Dann setze ich das „Wir“ mal für unser Zweier-System, das ist sowieso meistens eher so gemeint, als die anderen Systeme mit inbegriffen. Wie sie das sehen weiß ich, ganz ehrlich, überhaupt nicht].

Gleichzeitig ist der Gedanke an den Blog natürlich schon (fast) täglich vorhanden, nur das Bedürfnis sich hier mitzuteilen eben nicht mehr ganz so groß, denn mir scheint es, als hätten viele von uns das, was wir hier im Blog so dringend gebraucht haben, bei Frau Honig gefunden. Sie ist jederzeit für alle von uns erreichbar. Jeder von uns kann sich mitteilen, auf jeden wird reagiert, jeden möchte sie kennen lerne und noch dazu fühlt sich das so viel besser an, als einfach hier im Blog zu schreiben. Sie reagiert. Und ich denke, das ist ein wesentlicher Unterschied zum Bloggen oder persönlich in Kontakt gehen. Mal abgesehen von Kommentarfunktionen, aber das ersetzt finde ich kein persönliches in Kontakt Gehen (und außerdem hält sich unser Blog ja bekanntlich nicht durch unsere Kommentare im Überfluss aufrecht, sondern hauptsächlich, weil uns wirklich das Schreiben guttut. Deswegen bedauern wir auch nicht so arg, dass wir hier (in Anbetracht der Aufrufe) wirklich sehr wenig Reaktionen erhalten). Sonst würden wir da schon explizit drum bitten, denke ich.

Und obwohl WordPress ja eine Blogger-Plattform ist, haben wir das (wirklich) vor vier Jahren A) gar nicht kapiert und B) es nicht als solches empfunden [JA, trotz unserer jungen Generation 😀 ]

Es hat einfach gutgetan zu schreiben und als wir gemerkt haben, es lesen Menschen und nehmen teil, war das eine ganz andere Erfahrung. Die uns schon über viele Jahre lesen haben unseren Therapieweg ja mitbekommen. Er war der reinste Horror und ich muss selbst für mich-uns einstehen und fürsorglich umgehen, denn unser Misstrauen gegenüber Ärzte und Psy-Menschen ist alles andere als unbegründet. Jegliche Kontakte bis auf zwei Ausnahmen waren übergriffig, entwürdigend, verachtend und zu allerletzt im Aufenthalt in der Geschlossenen vor zwei Jahren auch noch (re)traumatisierend. [Über vier Monate lange sexuelle Belästigung von einem Mitpatienten, was wir nicht als solche verstanden haben, psychischer Terror von ein, zwei Pflegern (Anschreien, beleidigen, Müll auf unser Bett werfen, Mund verbieten – JA, von Pflegern), die Verweigerung auf Hilfe seitens der Oberärztin und das trotz Gutachten einer Gerichtsmedizinerin und Erpressungen und Verdrehungen]. Ich zähle das nicht auf, um in Mitleid zu baden, für mich ist das emotional sowieso sehr entfernt, sondern um in extremer Kurzfassung die Begründung für unser tiefstes Misstrauen in diese „Fachmenschen“.

Vor allem durch die vielen Schädigungen von genau solchen Stellen, in denen man Unterstützung in der Heilung oder im Fortschreiten erwartet, war das Bloggen hier unendlich stützend und haltgebend, auch wenn wir bis vor eineinhalb Jahren mit so gut wie niemandem in dieser Bloggerwelt in Kontakt getreten sind. Es tat gut zu merken, dass da Menschen sind, die mitlesen und wirklich teilhaben an dem, was wir schreiben. Das war alles, was wir nie erfahren haben in unserem Leben.

Jetzt ist da aber eine Frau Honig… und ich habe das Gefühl, sie ersetzt so viel gerade in unserem Leben. Sie nimmt nicht nur teil, sie reagiert auf uns-alle! Wenn es uns nicht gut geht, wenn wir in Not sind, ist unser erster Gedanke nicht mehr der Blog, wie es das früher irgendwie war, sondern unser aller erster Gedanke gilt Frau Honig. Natürlich ist es anders… natürlich wird vor jeder SMS abgewogen, ob sie wirklich angeschrieben werden soll, ob es nicht zu viel wird, das ist natürlich ein großer Unterschied zum Bloggen. Hier ist es uns egal wie viel wir schreiben. Man macht sich keine so großen Gedanken darum. Ein Blog kann ganz ohne Befürchtungen zugespamt werden. Aber genau diese Erfahrung machen wir aktuell auch mit Frau Honig. Sie war in unseren größten Nöten da. Auch das „Zwischensystem“, für das wir oft keinen Namen hatten, weil sie sich selten mit Namen vorstellen, hat über die Weihnachtstage einen Bezug zu Frau Honig gehabt. Sie war nicht wie aus dem Kopf radiert. Sie existiert nicht nur einmal wöchentlich in einem finanzierten Praxisraum, sondern sie ist täglich in unserem Kopf präsent, wie ein kleiner Fels in der Brandung. Dass dieses Dasein von ihr sogar beim Hanna-System (Team Hanna wird sie hier genannt, weil da bis auf Hanna noch keine anderen Anteile bekannt sind), wahrgenommen wurde, zeigt eigentlich nur, wie unendlich heilsam dieser Mensch für uns ist.

Wir haben dabei noch ganz klar im Kopf, dass sie eine Therapeutin ist und nicht das ersetzt, was wir irgendwann selber hinkriegen müssen, aber im Moment und solange wir bei ihr in Therapie sind, ist sie das, was wir noch nicht für uns sein können. Sicherheit, Klarheit, Ruhe… vielleicht sogar ein bisschen Kraft und Mut… Sind schon echt große Dinge im Leben, die, glaube ich, sogar Menschen die vierzig Jahre älter sind als wir, noch nicht für sich selbst sein können. Ich gehe auch nicht davon aus, dass man das in allen Lebenslagen für sich selbst sein kann. Aber ich glaube fest daran, dass es irgendwann zumindest in Nöten gehen wird, auch da ist Frau Honig mir-uns ein großes Vorbild.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem wir sehr in der Not waren… was war das? Ach ja, da habe ich gar nicht so wirklich dran teilgenommen… Aber es ging um eine Freundin die Schwanger ist und dringend Schutz braucht… ihr wurde es von außen verwehrt (mal wieder, mal wieder, mal wieder, sagt es da in unserem Kopf) und wir fühlten uns so in unsere Situation vor zwei Jahren versetzt, diese unendliche Hilflosigkeit, die Verzweiflung die Frage zu stellen… ist es für uns beide besser (Baby und mich), wenn ich mich einfach umbringe? Unendliche Verzweiflung. Nach der Wut über die Absage (obwohl zuvor eine Zusage kam), kam eine so überwältigende Traurigkeit… ich glaube wir haben viel mit Weinen und mit viel Adrenalin verbracht, während wir Frau Honig Texte hinter Texte geschrieben haben. Von Wut bis Verzweiflung und als sie UNS für unsere Freundin helfen wollte, dann auch noch riesige Dankbarkeit, ich glaube vom Emotionsspektrum war so ziemlich alles dabei an jenem Tag – Worte und Tränen der Wut, dann Tränen der Verzweiflung, dann aus Fassungslosigkeit und Dankbarkeit wegen Frau Honigs Hilfsbereitschaft… (das war am Freitag letzte Woche, erinnere ich gerade,… denn ich kann Mia sehen, die mit einem ihr völlig fremden Thema (eben Schwangerschaft und Schutzlosigkeit) in der letzten Körper Therapie Stunde saß…)

Am Abend fragte sie jemand von uns, ob sie heute sehr gestresst oder vollgeschrieben wurde von uns. Ob es zu anstrengend war. Darauf antwortet sie, nein, überhaupt nicht. Was wir erst als Ironie aufgefasst haben. Es war wirklich sehr dramatisch… Aber sie sagte, nein, ganz ehrlich, sie sei tiefenentspannt… Was für uns so völlig unglaubwürdig und absurd klang, dass wir darüber lachen mussten. Aber sie erklärte es. Sie hat da eben ihren Ausgleich, der sie scheinbar wieder in ihre Mitte bringt. Ich weiß auch welcher das ist. Und auch DAS hat was mit uns getan. Die Erfahrung, dass jemand nicht überfordert ist-war mit uns(erer) Situation, der sich nicht hat in Stress fallen lassen… Ich weiß, dass wir schnell Verantwortung für andere übernehmen, wenn wir merken, sie sind überanstrengt mit uns. Bestes Beispiel hierfür war Gw. Die Kleinen in unserem System haben sie geliebt, zum Spielen, fürs witzeln, liebevolle Gespräche führen… Aber in den größten Nöten war sie nie ein Ansprechpartner weil wir selbst im Alltag ihre überforderte Sorge spürten.

Frau Honig ist auch oft besorgt und sie sagte auch, es sei schwer auszuhalten wenn sie (A und Frau Honig) Verletzungen an uns entdecken, aber wir spüren, dass sie das nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Sie wirkt einfach so unendlich stark, auch wenn ich weiß, dass sie das ganz sicher nicht immer ist, aber sie gibt diesen Halt, der uns so gefehlt hat im Leben, und den wir auch annehmen können, weil sie nicht umkippt, wenn wir Halt bei ihr suchen… Ebenso wie bei A., auch wenn die Beziehung zu ihr noch einmal eine andere Nummer ist. Für die finde ich nur noch keine Worte, weil das (für unser System) so ein plötzlicher Sprung war. Gefühlt gestern war sie „nur“ eine Bekannte die auch hier in der Einrichtung arbeitet… und „plötzlich“ ist sie mit Frau Honig an der Seite für uns da. Und zwar wirklich … wie nannte die Reittherapeutin sie? Wie ein kleiner Schutzengel?

Eigentlich sollte man meinen „Meeeensch Miii du hast jetzt sooooo eine gute Basis um den Ausstieg zu schaffen“… das stimmt, gebe ich voll und ganz recht. Mit den beiden Menschen an meiner Seite fühle ich mich gerade stärker denn ja. ABER… es macht das System schwächer und angreifbarer als je zuvor (seitens der Täter)… das sind eben all die Sachen, die ich-wir hier öffentlich nicht mehr wirklich mitteilen.

Einerseits weiß ich, es gibt da viele Betroffene die uns lesen und sich bestimmt dafür interessieren, wie wir voran kommen, andererseits fehlen die Worte um öffentlich zu erzählen, was „im Hintergrund“ (ja, im Grunde enorm an psychischer und … teilweise auch körperlicher Gewalt) geschieht, … und ganz ehrlich, wir machen ein Schritt vor und zwei oder drei Schritte zurück, so ist das nun einmal… aber durch die Unterstützung die wir haben schaffen wir es auch erneut den einen Schritt noch einmal nach vorne zu setzen, mehrmals, bis wir die zwei-drei Rückschritte wieder aufgeholt haben. Wir brauchen einen unendlich langen Atem und viel Durchschnaufpause. Und Zuversicht… aber die sind gerade Frau Honig und A. Und ich finde so ist das gerade auch völlig okay. Wir sind echt noch jung. Und so sehr unser Alter uns auch oft im Weg steht, weil man eben oft reduziert wird darauf… haben wir gerade damit den Vorteil, dass wir noch ca 70 bis 80, je nachdem wie alt wir werden 😀 Jahre haben, um zu heilen… und irgendwann für uns selbst das sein zu können, was heute im Moment A und Frau Honig für uns sind.

– und da ich im Schreiben Kara irgendwann abgelöst habe, Grüße von Jola (& Co)

 

Traum(a)pferd? [M]

Heute hatten wir unsere erste Reittherapie Stunde. Wir waren ja schon dort wo wir 15/16 waren eine Weile auf Morningstar und wir haben sie über alles geliebt.. dann ist sie ja gestorben und wir wollten nicht mehr hoch… naja und dann waren wir jetzt dort sicher 2 oder 3 Jahre nicht mehr… und wir waren verunsichert.. weil wir nach Morningstar mit keinem Pferd so wirklich warm geworden sind…

Naja heute war der erste Tag und ich war bisschen nervös. Die Reittherapeutin.. ich nenne sie .. hm.. eigentlich duzt sie und und wir sie, aber ich nenne sie hier trotzdem Mal Frau Weiß, weil sie super lange weiße Haare hat. Also Frau Weiß wollte erst ein bisschen was über uns wissen. Wieso wir hier sind, was unsere Ziele sind. Unsere Diagnose(n) standen ja im Antragsformular schon.. auch vom TK wusste sie… und dass bei uns wohl eben Nähe so Thema ist. Aber wir sollten es ihr mit eigenen Worten sagen.

Ich war bisschen überfordert damit und hab versucht nachzuplappern was Jola mal irgendwo erwähnt hat. Dass wir ja so große Schwierigkeiten haben Nähe zuzulassen oder Halt von außen anzunehmen. Und dass wir das irgendwie versuchen sollen zu lernen, in Beziehungen gehen mit Vertrauen und so…

Dann sind wir hoch zu den Pferden und Frau Weiß meinte, ich soll mir Zeit lassen und mich einfach zu den Boxen stellen und die Pferde mal auf mich wirken lassen. Zwei Boxen waren noch leer

Ich bin einmal rum gegangen. Und dann kamen noch zwei Pferde. Bei dem der neu kam… war irgendwie gleich was. Er hat sohektisch gegessen und mit vollem Mund auch gleich Wasser getrunken.. das hat mich irgendwie zum kichern gebracht.. und irgendwas war da.. irgendwie mochte ich ihn. Naja hab zu Frau Weiß gesagt, ich schwanke zwischen drei aber irgendwie war mein Gefühl eher beim Gescheckten…

Sie meinte „Na dann dreh noch eine Runde“ 🙂 ok, bin nochmal durch und diesmal war ich mir gaaaanz sicher. Dass ich den wähle.

Da meinte sie, so irgendwie lächelnd, dass sie glaubt, dass das sehr passen könnte mit uns. Morningstar kannte Frau Weiß von Erzählungen und sie meint, so wie wir uns beschreiben und so wir man von Morningstar erzählt, seien wir uns wohl ähnlich gewesen. (Morningstar war eigentlich kein wirklich geeignetes Thera Pferd. Sie gat nach Menschen geschnappt oder ausgetreten. Aber wir haben sie geliebt)..

Naja und dann hat sie uns zu … hm.. ich nenn ihn Schecki reingelassen.. sie hat uns erzählt, dass er ein Pferd sei, das auch oft und sehr schnell plötzlich sich total wegdissoziieren kann. Ach ja, A war übrigens dann mit dabei, die ist mal hoch gekommen um zu gucken.

Frau Weiß hat uns erzählt, dass er sehr sehr sensibel ist und er eben auch sofort Druck spürt und ihn das dann eben in so Dissoziationen wirft. Er soll aber sehr sehr lieb und gutherzig sein, kein bisschen aggressiv oder gefährlich, nur wenn man eben auf ihm reitet, könnte er schnell Druck spüren und dann galoppiert er geistlos herum. Das passiert aber vom Boden z.b. nicht. Er würde sich auch nicht immer gerne anfassen lassen, man darf mit ihm nichts mit Druck machen und ja, dann meinte sie, dass wir doch gleich in die Halle können um uns kennen zu lernem und das sind wir.wir sind einfach nur viel gelaufen erst einmal. Frau Weis hat dann gemeint, ich kann mal anhalten und versuchen die Hand auf seinen Hals zu legen, da machte er aber einen Schritt zurück und Frau Weiß meinte, „Siehst du, er ist wie du, merkst du das?“ .. mh ich hab dann erst A ein bisschen dämlich angestarrt und dann Frau Weiß weil ich es nicht GANZ verstanden habe. Weiche ich auch aus, wenn man mich anfassen will!? Das weiß ich gar nicht. Also ich hab da grad kein Beispiel in Erinnerungen.

Frau Weiß meinte, ich soll das immeer wieder versuchen. Mal stehen bleiben und die Hand auf seinen Hals legen. So richtig toll fand er das nie deswegen habe ich das auh nicht übertrieben.

Manchmal wenn ich stehen geblieben bin, hat er mich angeschubst, da meinte Frau Weiß, wenn ich das nicht will, darf ich sein Gesicht wegdrücken. Hab ich gemacht. Frau Weiß hat gesagt, das macht er, wenn ihm langweilig wird und er lieber weiter laufen will.

Am Ende hat Schecki uns dann die Hand abgeschleckt wie ein Hund!! Ganz im Ernst. Das war richtig witzig und irgendwie angenehm weil unsere Hände eingefroren waren.

Dann haben wir ihn hoch gebraht und Frau Weis meinte, sie denkt das wäre eine sehr gute Wahl gewesen zwischen uns.

Und ich glaube auch. Ich mag Schecki unglaublich gerne. Irgendwie finde ich toll wie er ist.

Ach jaaa und Frau Honig hat mich erkannt!!! Mega mega heftig! Ich meine sie hat gesagt „Danke für die Fotos, Mia oder Kara“ 😱😱😱 und das bei mehr als 50 Anteilen. HALLO?! wie macht sie das?! A hat gestern auch jemanden von uns sofort erkannt. Dabei sind Kara und ich gar nicht soooo krass unterschiedlich, also von außen, denke ich.

– Mia

Drüber schreiben oder nicht…? [K]

Es fällt mir irgendwie schwer, zu dem Thema ein Blogeintrag zu verfassen, weil ich mich fühle wie jemand, der unfähig ist sein Leben zu kontrollieren. Ich will mir zwar irgendwie sagen, dass ich nichts dafür kann, aber so einfach ist das dann doch wieder nicht. Die Erinnerungen von dem Sonntag sind für mich unendlich schwach. An Montag kann ich mich auch nicht wirklich erinnern, sicher bin ich mir aber nicht…  kann schon sein, dass ich hin und wieder mal da war… aber sicher nicht sehr bewusst. (Ich habe gerade kurz inne gehalten und versucht mich zu erinnern, da konnte ich wenigstens sehen, dass wir/=Mia in der Arbeit war/en und am Nachmittag bei der Physio… und jetzt kann ich mich erinnern, dass wir am Abend Frau Honig noch getextet hatten.

Gestern war ich verwirrt um die Hämatome am Handgelenk… einmal um die Hand herum… die waren mir am Montag noch nicht aufgefallen, aber da mein Erinnerungsvermögen an Montag auch nicht besonders gut ist, ist das vielleicht nicht außergewöhnlich. Ich wusste, es würden wieder Fragen auftauchen, wenn jemand die Verletzungen sieht und ich wusste, dass ich darauf keine Antworten finden könnte, nur Spekulationen. Deshalb hatte ich mir ein Verband umgelegt und meinte auch, wie aus der Pistole geschossen, als A uns zu Frau Honig abholen kam, dass das Selbstverletzungen sind, als sie nachfragte.

Ich habe oft das Gefühl, dass ich besser damit leben kann, wenn Menschen denken ich würde mir die Arme aufritzen, als dass ich ihnen nicht sagen kann, wo gewisse Hämatome herkommen. Und da wir von früher noch ein paar schwache Narben an den Armen haben, kauft uns das auch jeder ab. Wir haben uns nie besonders tief selbstverletzt o.ä., also man würde jetzt keine sehr vernarbten Arme sehen, aber man sieht eben ein paar helle Streifen… (..hörnchen… schießt Lou grad noch hinterher… und lacht darüber… ich kann grad nur etwas müde darüber lächeln).

Ich habe mich gefragt, ob das, was Sonntag passiert ist, hier rein passt. Ich bin mir unsicher, zu viel davon zu erzählen, aber ich versuche es trotzdem. Denn ich finde es irgendwie auch nicht fair, sowas wie „Panik“ oder Sorge loszutreten, und dann klären wir nicht auf.

Ich kann zwar sicher nicht alles besonders gut erzählen, eben nur aus meiner Sichtweise und das, was zu mir durchgedrungen ist durch texten, Gesprächen und vielleicht ein paar Erinnerungsfetzen. Mit so einem Fetzen beginnt mein Erinnerungsvermögen eigentlich auch schon. Von den Körperflashbacks habe ich selbst gar nichts mehr mitbekommen, aber in der selben Nacht, vermutlich danach, war ein mir bekannter Anteil vom Einser System aktiv, weil ein Geräusch von draußen zu hören war. Danach sehe ich einen Bruchteil wie wir/sie im Bad steht, aus dem Fenster schaut, denn das Badfenster zeigt zur Einfahrt, unser Fenster zum Garten, der neben der Einfahrt ist. Dort kann ich auch noch ein Autolicht zwei Mal aufblinken sehen… danach erinnere ich mich an gar nichts mehr.

An die Ankunft erinnere ich mich noch. Wie wir das Haus betreten und als erstes ins Bad gehen. Es ist hell, also der nächste Tag vermutlich… im Bad sehe ich auch nur, wie wir uns umziehen, weil der Schlafanzug in dem wir scheinbar unterwegs waren, nass war. Da ist der nächste Erinnerungssprung in unser Zimmer und der unendliche Schreck, dass Jimmy nicht dort ist. Wir sind fast wie ohnmächtig wieder aus dem Zimmer getaumelt, weil … ich weiß gar nicht warum? Was dachten wir? Ach ja, ich weiß es… wir sind nochmal ins Bad, ins Wohnzimmer und wieder ins Zimmer, in unendlicher Angst um Jimmy, weil er weg war. Dann hörten wir unten die Tür… wir rannten nach unten und dort sahen wir Jimmy und Mona gerade im Wohnzimmer ankommen. Erst haben wir vor Erleichterung „gelacht“… dann kam Mona auf uns zu und nahm uns in den Arm, dabei fingen wir an zu weinen… (Erleichterung)… haben uns nur ganz kurz umarmen lassen, aber auch, weil wir Schmerzen an der rechten Wange spürten beim leichten Druck… danach sind wir zu Jimmy und da höre ich uns sagen „Ich dachte, sie hätten ihn mitgenommen“. Wer auch immer „sie“ sind. Dafür fehlt mir jede Idee.

Ich denke, Mona hat kurz das Zimmer verlassen, dann kam sie wieder. Sie erklärte mir, dass sie mit Jimmy im Wald nach uns suchen waren. Ab hier kann ich wieder nur bruchstückhaft berichten… ich weiß, dass A und Mona meinen Blog lesen, also können sie mich auch korrigieren, wenn ich etwas falsch erinnere. Ich glaube, Mona oder irgendjemand erzählte uns, dass wir wohl nicht erreichbar gewesen seien, nachdem jemand von uns Frau Honig nachts um Hilfe gebeten hat weil diese Körperflashbacks so unerträglich wurden. Danach hätten wir auf ihre Nachrichten nicht mehr reagiert. Auch auf keine von sonst irgendwelchen Leuten. Deshalb ist A wohl zu uns gefahren um persönlich nach uns zu sehen, oder weil Frau Honig wohl darum gebeten hat (ich weiß es nicht sicher). Mona und A hätten in meinem Zimmer nachgesehen, da war aber bloß Jimmy, mein Handy lag auch dort. Mona sagte, sie hätten mich im ganzen Haus gesucht, sie wäre sogar im Keller gewesen, weil jemand von uns sich wohl mal dort verzogen hat, als er eine „Reizüberflutung“ [Edit, 27.03.2020, gefunden: (#01, #02)] hatte. Als sie mich im Haus nicht gefunden haben, sind sie eben losgegangen, um nach uns zu suchen.

Erst habe ich überlegt, ob wir uns vielleicht wirklich irgendwo versteckt haben, aber dann erinnere ich mich ja, wie wir von außen die Tür betreten haben am Sonntag, also waren wir – selbst wenn wir uns wirklich versteckt hatten – nicht im Haus.

Wie das so ist, würde ich sagen, war das schon der Sonntag, aber da ist wohl noch einiges an mir vorbeigelaufen, was ich NICHT erinnern kann. Zum Beispiel sagte Mona, dass die Polizei schon vor unserer Tür stand, und wir wie auf Knopfdruck plötzlich in Panik ausgebrochen und in Socken durch die Terrassentür nach draußen gestürmt sind und sie uns hinterher gelaufen und nach uns gerufen hat, um uns wieder zurück zu holen, indem sie versprochen hat, dass A sie wieder weg schickt, weil wir ja wieder da sind. An diese Situation habe ich keine Erinnerungen.

Ich weiß allerdings noch, dass A die Betreuerin im Dienst angerufen hat und die Betreuerin wohl am Telefon sagte „Das ist ja nichts Neues, dass sie einfach verschwindet, sie taucht ja auch wieder auf“.

Ach ja… und wegen den Verletzungen… ich glaube A war dann vor mir im Flur(?) gestanden, als sie meinte, was ich denn am Hals hätte. Ich kann mich nicht erinnern, mir das angeschaut zu haben, ich sehe die Verletzung nur deshalb bildlich vor meinen Augen, weil jemand von uns ein Foto davon gemacht hat. Bei allem Übel, irgendwer von uns macht sich dennoch immer wieder die Mühe, Verletzungen abzufotografieren und aufzubewahren. Und obwohl unsere Festplatte letztes Jahr kaputt gegangen ist… (und irgendjemand von uns in Gutgläubigkeit diese Festplatte zu einem Familienmitglied gebracht und nie wieder bekommen hat… – da kann man sich sonst was dazu reimen), sind noch einige davon auf unserem Handy gespeichert gewesen.

Und viel mehr kann ich zu allem, was passiert ist, gar nicht genau sagen. Nicht einmal, ob wir in der Therapie darüber gesprochen haben. Denn obwohl ich die ganze Fahrt über mit A zusammen im Auto saß (sie hat uns gefahren), kann ich mich nur bis zu dem Punkt erinnern, wie wir in der Stadt ankommen und… auf dem Weg zu einem Café werden meine Erinnerungen nur noch brüchig. Ich kann mich auch noch erinnern, wie ein Latte Macchiato bestellt wurde und dann wurde ich von Mia abgelöst.

Danach war ich gestern auch nicht mehr da… ich weiß, dass Lou die Stunde von Frau Honig verlassen hat und auch, dass sie mit A im Auto auf dem Rückweg „saß“… wobei ich erinnere, dass unser Körper eigentlich so gut wie nur noch im Autositz „hing“ weil er sich unendlich erschöpft angefühlt hat. Lou ist ja neben ein paar wenigen noch der größte Energiebündel in unserem System, deshalb war die Erschöpfung eben sehr auffällig für mich. Denn wenn SIE schon recht ruhig wird vor Müdigkeit, dann muss die Therapie sehr anstrengend gewesen sein, selbst, wenn keine Erinnerung an die Stunde hochkommt. Oder gerade deshalb? Sicher ist, wenn ICH im Außen gewesen wäre, wäre ich zu hundert Prozent eingeschlafen.

Ach ja und sonst weiß ich noch, dass wir gestern ziemlich spät (trotz der Müdigkeit) im Bett waren. Ich glaube, ich habe noch ein paar Kleine von unserem Zweier System gehört, die unbedingt noch eine Pumuckl Gute Nacht Geschichte hören wollten, aber ich konnte beim besten Willen meine Augen nicht mehr offen halten… stattdessen habe ich mich versucht an die Geschichte, die ich gestern aus dem Buch vorgelesen habe, zu erinnern… und so bin ich(wir?) mit dieser Geschichte eingeschlafen.

Heute bin ich wieder ziemlich „da“, auch wenn ich mich ausgelaugt fühle, weil komischerweise so bruchstückhafte Erinnerungen mehr auslaugen, als komplette Blackouts oder Zeitsprünge. Aber vermutlich, weil da auch viel mehr Fragen auftauchen, auf die man(ich?) keine Antworten findet.

-Kara

Nur 10 minuten therapie 🙋‍♀️

Ich war im auto noch bisschen wütend auf kara weil sie meinen stempel den ich extra für frau honig rausgelegt habe vergessen hat dabei habe ich es tausendmal gesagt und dann haben a und kara angefangen so langweilige gespräche zu führen dass ich kb hatte.

Dann sß ich in frau honig ihrem flut mit ihr zusammen sie saß vor mir und hat mir stempel vor das gesicht gehalten die waren ultra cool mit waldtieren, ich lieb ja den wald. Hab ihr ggsagt dass ich es kacke finde dass kara das vergessen hat.. ich glaub vor mir war mia da aber sicher bin ich mir nicht.. wobei doch ich bin mir sicher.. aber das war halt ganz am anfang und fr honig hat gesagt wir nehmen nur die fotos und das notenook mit und ich glaube eben dass MIA Das notebook mitnehmen wollte deshalb glaub uch dass mia da war, denn kara wars nicht.

Ok iwt ja auch egal. Dann wollte fr honig von notebook irgendwas abfotografieren was ich nicht sehen solllte dann hab ich solange mit den stempeln rum gestempelt. Erst wollte sie mir zeigen wie das geht aber dann hab ich gesagt, ich bin doch nicht blöd, ich weiß doch wie man stempelt!

Und dann wars komisch sie hat sich so neben mich ggsetztund hat irgendwas gestempelt und mir vor das gesicht gehalten… und dann lsg ich auf einmal auf sem boden und habe mich vooooll verschlafen gefühlt… hahaha und ichbwar voll verwirrt und ich so „häää, hab ich jetzt geschlafen???“ Da meinte fr honig mmmhh nein, nur so in etwa und aber die stunde warvorbei!!! Aaarrrr wie ich das HASSE!!!! Aber dann war a da die uns abgeholt hat MIT JIMMY. Hab mich mega gefreut und jimmy wollte fr honig gleich bussis gebene ohwweeeeehh und fr honig und a haben irgendwas an der tür gekwasselt solangr hab ich mit jimmy gekuschelt. Nur kurz, dann sind wir gegangen und im auto hab ihäch gemerkt war ich soooooo krasssssss müde und erschöpft.. ja… a hat immer wieder gefragt ob ich noch da bin, weil sie mir pommes kaufen wollte,(pommes dürften wir bei senta ja nie essen, weil ungesund und blabla . Die ist ja so öko was das angeht) und ich war aber soopp müfe dabei war ich ja grad mal so ungefähr gefühlt zehn minutem bei frau honig 🙈🙈🙈

Die stempel hab ich noch auf der hand und müde bin ich jetzt richtig, geh jetzt auchbgleich schlafen. Aber kara liest uns zurzeit immer vorm schlafen gehen ein gute nacht buch mit pumuckl geshichten vor. Also es klapt nicht immer, aber leonie, max und m könnem sie hören wenn sie laut vorliest (ich auch). Blue versteht sie leider nicht er kann nämlich nur englisch, aber wir können keine englische bücher lesen , das ist leider ein wenig blöd.