Zu blöd zum Laufen..

Okay, das wars… jetzt hab ich ne Schiene… weil ich zu blöd zum Laufen war und volle Kanne umgeknickt bin.

Ich musste einen der Betreuer anrufen, weil ich wirklich nicht mehr auftreten konnte.. Brh hat mich dan erst in die WG gefahren und da hatte ich dann einen echt peinlichen, nervlichen Zusammenbruch, der mir völlig schleierhaft ist… irgendwie zur Tür rein sickerte die Info durch: Fuck, wenn du nicht auftreten kannst und Krücken brauchst, dann kannst du heute nicht nach *** Ich bin plötzlich richtig in Tränen ausgebrochen, wie so ein kleines Kind… vor Mona und Brh! Das müsste ich fast rot im Kalender ankreuzen. Ich hab nur irgendwas gestammelt mit „Ich kriege so Ärger, ich krieg so Ärger, wenn ich heute nicht komme“…. und hab geheuuuuult wie eine Idiotin….

Jetzt, nachdem ich im Krankenhaus war, weiß ich nicht einmal, was ich da gestammelt habe und wieso das so ein Weltuntergang ist, wenn ich heute nirgendwo mehr hinfahren kann. Spüre aber gleichzeitig irgendwas in mir, wenn ich das schreibe, so als müsste ich vor irgendwas Angst haben, oder als hätte ich irgendwas überlebens Wichtiges vergessen.

Total merkwürdig.

Mein Fuß tut immer noch weh. Ich darf ihn nicht belasten und soll am Montag nochmal kommen. Sie wollten eigentlich, dass ich Thrombose Spritzen mitnehme, aber (peinlicher Fakt am Rande über mich), wenn ich gespritzt werde, falle ich in Ohnmacht. Da kann ich mich anstrengend und gut zureden wie ich will. Mir wird plötzlich schwarz vor Augen und ich kipp weg, als hätte ich Todeangst vor etwas. Dabei weiß mein rationaler Verstand, dass es nur eine Spritze ist. Ich weiß nicht, woher ich diese Phobie habe. Aber ich verbinde Spritzen immer mit Folterfilmen. Und solche Filme kann ich ja überhaupt nicht sehen. Selbst bei Orphan Black, wo echt eigentlich wenige Sachen vorkommen, wird mir manchmal schwarz vor Augen (z.b. bei der Szene, wo Sarah diese Wanze aus der Wange operiert wird). Also total schräg. Deswegen habe ich abgelehnt, weil ich mich todsicher nicht selber Spritzen kann … außerdem denke ich mir… Naja, ist doch nur ne Schiene, da werde ich schon keine Thrombose entwickeln.

Hoch lebe meine Tollpatschigkeit.

Gestern war ein schwerer Tag

Gestern war ein echt sehr schwerer Tag. Der Vormittag hat noch irgendwie geklappt, gewisse Gedanken und „Verlangen“ beiseite zu schieben und sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Am Nachmittag wurde es schon immer schwerer. Ich bin die ganze Zeit zwischen ich bin voll da und zwischen ich hab das Gefühl, ich bin ein Geist geschwankt. Mir ist hin und wieder der Faden gerissen und wenn ich an gestern zurückdenke, dann fehlt mir sehr viel vom Tag und es ist, als hätte ich immer wieder zwischendurch einen kurzen Tiefschlaf gehalten und mich dann nur noch aus einer Traum-Perspektive beobachtet, die sehr surreal war und in der ich mich nicht hören konnte, aber die Gefühle mich trotzdem krass ausgelaugt haben. Ich kann schwer erklären, wie das war. Wenn der Drang zu groß wurde, gewisse Dinge zu tun, dann saß ich plötzlich nur noch wie erstarrt da oder bin wie festgefroren (zum Beispiel in der Küche beim Tee machen). Mich haben echt sehr krasse Handlungsdränge (wenn man das so nennen kann), eingeholt und ich musste … mich quasi gegen etwas wehren, was ganz tief aus dem Innen kommt. Ich war sogar zur Bushaltestelle gegangen, fest überzeugt einzusteigen und an diesen Ort zu fahren, wo diese gewissen Dinge erledigt werden können. Fast wäre ich eingestiegen, aber der Busfahrer, der mich kennt; den ich aber nicht kenne, der zog die Augenbraue hoch und shakerte mit mir. Machte kleine Witze und bei der dritten Station stieg ich wieder aus, nur um wieder nach Hause zu gehen und total verwirrt über mich zu sein. Hab‘ versucht mir zu sagen: Ist doch alles gut, wieso willst du …? Man sieht dir nicht an, dass du … Die Leute spaßen mit dir. Menschen, denen man ansieht, dass sie …, mit denen spaßt man nicht.

Ich bin nicht blöd, natürlich ist das ein bescheuerter Gedanke, aber es war zumindest ein Gedanke, der mich davon abgehalten hat weiter an diesen Ort zu fahren. Als wäre es mir erst erlaubt mich …, wenn ich auch danach aussehe. Wie bescheuert.

Aber zurück zum Tee-Machen-Moment. Ich erstarrte, weil da der Drang kam, etwas Ungutes zu tun. Ich bin einfach nur erstarrt und habe mich an der Tasse festgehalten und war total durcheinander. Einerseits waren da Gedanken (m.e.i.n.e Gedanken!), was denn daran so schlimm wäre, mich würde ja eigentlich nichts halten. Mir ist ja sowieso alles fremd. Von der Arbeit, den Menschen um mich herum angefangen bishin zu meiner aktuellen Lebenssituation, wo ich wohne, der Therapie und den Betreuern. Ich darf plötzlich nicht mehr zu meinen Eltern, weil sie in Dinge involviert seien, die ich nicht kenne und weiß immer noch nicht, wem ich um mich herum vertrauen kann, wenn mir keiner vertraut ist. Was sollte mich schon halten? Andererseits ist dann da ein anderer Gedanke (auch meiner!), dass das einfach nicht meine Art ist. Nicht von einem Moment auf den anderen, nicht ohne Pläne, nicht ohne festem Tag vor Augen, nicht von Jetzt auf Gleich. Ich muss sowas planen, ich muss sowas organisieren. Man kann sich nicht einfach von heute auf morgen … Das hätte ich noch nie gekonnt. Vor allem nicht, wenn ich nicht einmal weiß, woher dieser Drang kommt.

Dann war eine Körpertherapiestunde bei einer Therapeutin, die ich wieder nicht kannte. Kurz war ich in diesem Raum mit ihr. Sie ist ganz nett, finde ich. Dann fragte sie, ob ich den Raum kenne, was ich verneinte. Mir kam gar nichts bekannt vor. Ich kannte ja noch nicht einmal sie, aber das verriet ich nicht, als sie fragte, ob sie mir bekannt vorkäme. Das wäre komisch gewesen. Dann fragte sie „mit welchem Anteil ich da wäre“. Diese Frage hat mich total verwirrt und aus der Fassung gebracht, danach kann ich mich auch wieder an nichts erinnern, da war also wieder dieser „Tiefschlaf“, zumindest wie ich es empfinde.

Anna meinte oft, wenn wir mit Jimmy und ihr im Aufzug standen, dass sie sich das für einen Hund super komisch vorstellt, wenn er an einem Ort irgendwo einsteigt, und an einem anderen plötzlich wieder auftaucht. Genauso ging es mir gestern und jetzt kann ich dieses Gefühl nachvollziehen. Ich stand (kein Witz!!!) plötzlich in der Tür vom Betreuerzimmer. Ich hatte keine Ahnung wie viel Uhr es war oder wie viel Zeit vergangen war und das Skurrilste an der Sache war einfach, dass ich im Türrahmen stand und sowohl FB (die neue Betreuerin), als auch Gm einfach nur in ihre Monitore starrten und geschäftig tippten. Kurz blieb ich einfach ratlos stehen und schaute ihnen dabei zu, bis ich einfach keinen Plan hatte, was hier los war und ich meinte: „Was wollte ich noch gleich von Ihnen?“ In der Hoffnung, die Frage klänge nicht ganz so blöd. Echt, in der Situation hätte nur noch das Zirpen der Grillen im Hintergrund gefehlt oder dass meine Augen so klackern wie bei der Maus von der Sendung mit der Maus. Beide sahen mich kurz einfach nur an. Ich konnte gar nicht richtig hören, was FB sagte. Vielleicht auch doch, ich bin mir gerade nicht sicher, zumindest kann ich mich gerade nicht mehr daran erinnern. Sie meinte irgendwas mit, dass ich auf Brh warten sollte für ein Gespräch. Ich sagte nur: „Ok“, was auch eher wie ne Frage klang und beide wandten sich wieder ihrem Computer. Ich war echt ein bisschen unruhig weil ich, wie gesagt, vor gefühlt einer Sekunde noch vor der Körpertherapeutin saß und in der nächsten plötzlich im Türrahmen vom Betreuerzimmer stand. Ich kenne dieses Haus nicht, ich fühlte mich unwohl da drinnen zu stehen, während irgendein Junge im Wohnzimmer dort TV schaute und eine andere in der Küche nebendran kochte und ein wieder anderer am Tisch bastelte. Alle fremd, alles fremd. Ich wollte einfach nur in die WG zurück. Nachdem ich noch zwei, drei Minuten von einem Fuß auf den anderen hin und her getreten bin, habe ich gefragt, ob ich nicht solange „nach Hause“ gehen könnte. Das Wort hat sich richtig seltsam angehört. Ich meinte ja die WG, das haben sie schon verstanden (denke ich), auch, wenn sie sich kein bisschen wie ein Zuhause anfühlt… FB sah mich wieder mit einem „Die Sendung mit der Maus Blick-Moment“ an und meinte: „Nein, das kann ich leider nicht erlauben.“

Irgendwie wurde die ganze Sache immer merkwürdiger und bei dem Satz flashte mich schon wieder irgendwas und ich bekam so… „Schübe“ von Erinnerungen, die eher wie Gefühle als wie Erinnerungen waren, aber die ich mit dem Eintrag über die Geschlossene in Verbindung bringe. Das kann ich leider nicht erlauben. Dieser Satz hörte sich so bekannt an und löste plötzlich einen sehr großen Fluchtinstinkt aus. Habe aber wieder nur „Ok“ gesagt, während ich mich dann aber von der Tür weggedreht habe und mir dachte: Oh Gott, ich muss hier sofort weg! Geh einfach, solange du noch die Möglichkeit hast. Dabei weiß ich nicht einmal, woher dieser Gedanke oder Fluchtinstinkt kam. Ich bin schon aus der Terrassentür raus, bis ich mir wieder „selber“ in diesem Gedankentumult gefunden habe und mir dachte Nö, du musst nicht gehen. Wieso willst du plötzlich unbedingt abhauen, wenn sie es dir doch gerade sozusagen „verboten“ hat? Das kam mir alles sehr kindisch vor und habe mich erstmal nur draußen auf den Stuhl gesetzt und durchgeatmet, weil ich diesen Fluchtimpuls einordnen wollte. Habe ich nicht geschafft.

Ich habe nochmal angerufen (was vielleicht noch kindischer klingt), aber ich habe mich einfach nicht nochmal in dieses Haus reinbewegen wollen. Okay, vielleicht war ich auch einfach nur ein bisschen faul. Das hatte keine großen Hintergründe, um ehrlich zu sein. Ich war einfach nur faul. Ich habe angerufen, obwohl sie ja quasi nur zwei Türen hinter mir waren und fragte, ob ich nicht doch nach Hause könne, bis Brh aus ihrem Gespräch raus ist. FB verneinte wieder und fragte, wo ich denn nun hin verschwunden sei. Habe gesagt, ich säße bloß auf der Terrasse. Da hat sie fast ein bisschen gelacht. Ich nicht, ich war wirklich bloß faul und mir war die ganze Situation zu abgefahren, um gerade darüber zu lachen. Ich fragte, wieso ich denn nicht einfach „Zuhause“ warten dürfte, dazu sagte sie, das würde Brh mir dann schon sagen und ich solle mich doch bitte einfach mal auf meine vier Buchstaben setzen. Hat sie freundlich ausgedrückt, es war liebevoll gemeint. Ich habe nicht gesagt, was in dem Moment durch meinen Kopf ging. Ich sitz doch schon.

Also bin ich zurück ins Büro. Und dann kann ich plötzlich wieder nichts mehr „sehen“. Weiß nicht, was ich gemacht habe, was noch passiert ist. Kurz sehe ich noch, wie ich plötzlich gegenüber von Brh sitze, die meine Hand und meinen Unterarm hält und irgendwas sagt mit… aufpassen oder jemand da, der sich kümmern und beschützen kann. Ich kann mit diesen Worten einfach nichts anfangen. Nicht den leisesten sinnvollen Zusammenhang finden. Dann ist dieser Augenblick aber auch schon weg und das nächste woran ich mich erinnere ist, wie ich plötzlich wieder in der WG sitze… total fertig, fast beim Einschlafen auf der Couch. Ich hatte Kopfhörer im Ohr, vor mir mein Laptop, da lief eine Serie „Kiss me first“, während Mona nebenan auf der Couch saß und den Fernseher an hatte. Ich habe die Kopfhörer aus dem Ohr genommen, weil ich Jimmy aufgeregt gehört habe und Brh saß bei ihm auf dem Boden und kuschelte mit ihm, bevor sie sich dann neben mich krümelte, weil die kleine Katze „über mir“ in so einem Hängebett an der Heizung schlief. Brh wird die Katze ja übernehmen, höchstwahrscheinlich.

Dabei fragte Brh, ob ich mit Frau Honig Kontakt gehabt hätte und wie es mir ginge. Ich weiß nicht, wo die Frage plötzlich herkam und habe mein Handy aufgemacht um nachzusehen. An dem Tag war wirklich ein SMS Verkehr gewesen. Ich hab bis zu einer SMS gescrollt, in der ich für nächste Woche schon einen Termin bekommen habe. Das wäre der Tag gewesen, an dem Brh und ich eigentlich Passfotos machen lassen wollten, weil ich einen Schwerbehindertenausweis bekommen soll. Ja, ich habe auch erst ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut. Wieeee, ein Schwerbehindertenausweis? I.C.H?! W.o.f.ü.r denn bitte? Ich kann gehen, ich kann reden, ich kann denken. Ich bin doch nicht behindert! Fast hat mich das sogar aufgeregt, aber nur fast. Danach habe ich aber den Verlauf zwischen Frau Honig und mir schnell überflogen.

Ganz sicher habe ich nicht mit ihr geschrieben, aber es hat mich echt verwirrt zu lesen, was da steht. Erst ging es nur darum, dass meine Chefin wohl einen festen Tag möchte, darauf kam die neue Terminvergabe. Von einer Sekunde auf die Andere kam: Morgen ist Halloween, ich habe total Angst, ich habe plötzlich richtig Angst, ich habe vergessen, dass morgen Halloween ist. (Mit ungefähr mindestens einem Rechtschreibfehler in einem Wort – genauso wie in den folgenden SMS auch). Ihre Antwort darauf hat mich fast berührt. Es folgten dann noch weitere Sachen von „mir“. Die kann ich hier unmöglich erzählen. Auf jeden Fall ging es die ganze Zeit um Halloween, um eine große Panik und Frau Honig war sehr bemüht zu überlegen, wie sie mich unterstützen könnte. Fragte, ob ich mich an Sabine Weber wenden könnte, zum Schutz vielleicht kurzfristig doch in eine Klinik, lauter Ideen und Gedanken von ihr.

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Es kam noch eine SMS, die mich etwas verwirrt hat… ich war ja bei Frau Honig diese Woche und ich weiß, dass ich kein Geld mehr hatte diesen Monat. Schon vor drei Wochen war alles leergefegt auf dem Konto. Katze, Hund, Tierarztkosten. Die Folgerechnungen die bis zu 750 Euro gingen. Und auf Jimmys Konto wollte ich nicht noch weiter zugreifen (da ist sowieso nur noch 400 Euro oder so drauf), weil das eigentlich für OP’s gedacht war, und nicht für Folgerechnungen. Demnach habe ich den Rest von meinem Konto bezahlt, Plus die Katze die ja auch krass viel gekostet  hat letztendlich. Ich habe ja überlegt, ob ich nicht doch eine OP-Versicherung für Jimmy abschließe. Eine ganze Krankenkassenversicherung für Hunde ist einfach zu teuer (40 – 50 Euro im Monat!!!), aber egal, das ist gerade eine andere Geschichte. Auf jeden Fall war ich mehr als Pleite, hatte zudem noch Schulden bei den Betreuern und bei zwei Mitbewohnern, weil sie das Essen für die Katze zwei Mal mitgekauft haben. Ich hatte nicht einmal Geld die letzten zwei Wochen, um mir etwas zum Essen zu kaufen und musste sogar viel drehen, damit ich Mona nur diese zehn Euro zurückzahlen kann, die ich ihr ja wöchentlich gebe, weil sie für uns beide kocht. Naja… Probleme über Probleme. Geld ist sowas bescheuertes! Auf jeden Fall hat mir an diesem Dienstag wirklich das Geld gefehlt. Wie gesagt, seit zwei Wochen hab ich eine 0,00 Euro auf dem Konto, Plus den 50 Euro Schulden die ich bei den Leuten habe… Ich weiß noch, dass ich hin und her überlegt habe und gestresst war, weil ich nicht wusste, wie ich zu Frau Honig oder wieder zurück kommen soll. Letztendlich musste ich vorher zu meinen Eltern, um da Geld abzuholen. Mir blieb tatsächlich keine Wahl. Ich würde niemanden sonst jemals um Geld bitten. Ich hasse Geld, Geld ist ein ganz, ganz schweres Thema bei mir, und ich würde eher vor die Hunde gehen, als von irgendwelchen Leuten Geld zu bitten! Bei den Eltern ist das o.k. Also musste ich nach Hause, weil ich da eine kleine Spardose habe. Meine Mutter war da, das weiß ich noch. Ich kann mich aber nicht mehr erinnern, was wir geredet haben. Auf jeden Fall habe ich das Geld geholt und hatte dann noch zwei Stunden Zeit, bis ich zu Frau Honig bin. Witzig, dass ich kleine Kobolde im Kopf habe, die mich wohl beobachten und verraten, weil genau das stand nämlich in einer SMS noch drinnen. Dass ich „Angst“ hätte, Frau Honig könnte sauer werden und ich nicht wollte, dass sie sagt, dass es vlt doch keine gute Idee ist, zu ihr in die Therapie zu gehen, etc., aber dass ich vor unserem Termin zu den Eltern fahren musste, weil ich kein Geld hatte. So oder so ähnlich stand das in der SMS. Und von Frau Honig kam die Antwort, sie sei nicht sauer, sondern sogar froh, dass sie das erfährt und dass die Fahrtkosten evtl. auch die Krankenkasse übernehmen könnte.

Frau Honig hat dann noch gefragt, wer diese Menschen seien, die uns eingeladen haben für eine Feier morgen/heute (ich weiß nichts von einer Einladung!). Irgendwann kam eine SMS, die keine Rechtschreibfehler hat und da stand: Ich weiß gerade nicht, wieso ich Ihnen das verraten habe. ):

Dazu schrieb Frau Honig, schade, ich möchte nichts gegen euren Willen, sondern nur, dass ihr in Sicherheit seid.

Ich finde das total ungewöhnlich, mit einer Therapeutin über SMS in Kontakt zu sein, das kenne ich nicht. Als ich bei Frau K war, wegen der Essstörung von 2015 bis 2016, da durfte ich ihr ja auch immer eine E-Mail schreiben, aber wenn mal ein Notfall war, war ich halt am Arsch, … milde ausgedrückt. Es gab sowas nicht, dass man da einfach mal Antworten bekam in Notfällen. Ich habe früh gelernt, dass man auf sich alleine gestellt ist. Fand ich eigentlich nie besonders schlimm, weil ich es anders nicht kannte. Ich fing es an schlimm zu finden, als ich mitbekam, dass eine besagte Freundin eine Therapeutin hat, zu der sie 24 Stunden am Tag Kontakt aufnehmen konnte und die wirklich für sie da war, wenn es brenzlig wurde. Erst da habe ich verstanden, was es bedeutet, wenn wirklich jemand für einen da ist und habe irgendwann auch aufgehört mich bei Hilfestellen zu melden, weil es mir ja im Endeffekt nie etwas gebracht hat, wenn ich in Notfallsituationen zwar schreiben durfte, Antworten dann aber erst in den nächsten Therapiestunden besprochen wurden und ich zwischenzeitlich für ein, zwei Tage in Kliniken eingesperrt war, ein Kriseninterventionsteam kommen musste und ich mich wieder an viele Dinge nicht mehr erinnern konnte.

Und ich kann das von Frau Honig noch gar nicht einordnen. Es ist für mich noch ganz eigenartig, weil ich niemals auf die Idee käme Frau Honig zu schreiben, wenn ich so richtig in Not wäre. Ich könnte das gar nicht. Ich habe Frau Honig zwei Mal geschrieben, und zwar nur, weil ich nervös und unruhig war, habe ihr kurz erklärt, dass mir eben alles fremd und ungeheuer ist usw. Da kam ja auch eine Antwort, die ich sehr freundlich fand… aber… Es ist halt eine Therapeutin. Therapeuten haben für mich keinen besonderen Stellenwert in meinem Leben. Das sind für mich eher Werkzeuge für irgendwas Beschädigtes und Werkzeuge können nun einmal nicht gefühlvoll sein. Klingt das komisch? Ich weiß nicht, ob man das versteht.

Auf jeden Fall habe ich diese SMSen eben registriert gehabt gestern, konnte sie aber bis heute nicht verarbeiten bzw. einordnen. Ich weiß nicht, was ich mit dem, was ich da gelesen habe und ihren Reaktionen darauf anfangen soll. Unsere letzte SMS war noch, dass ich wohl eine Idee hätte für morgen/heute, aber dass ich das spontan machen müsste. Ich wüsste gerne von dieser Idee.

Ist ja auch alles egal, es ist einfach ein richtig mieser Tag gewesen gestern. Am Abend habe ich dann noch mit Anna telefoniert, das tat irgendwie gut. Sie fühlt sich richtig vertraut an und nicht so „verkorkst“ wie mein ganzes Leben. Es ist irgendwie schön, „sowas“ Ruhiges im Leben zu haben. Einfach eine Person, die ich mit kennengelernt habe, also fast von Anfang an dabei bin. Kein Mensch, der mir völlig fremd ist, weil wir ja am Kennenlernen waren, als ich „plötzlich“ auftauchte. An den Rest des Abends kann ich mich nicht erinnern. Heute werde ich wach und werde von einer Freundin auf WhatsApp auf den letzten Blogeintrag aufmerksam gemacht. Viel eher, sie schickte mir ein Foto mit Symbolen und Buchstaben darunter und ich wusste nicht, was das ist, als sie dazu schrieb, sie hätte das vor einem Jahr mal für uns herausgefunden. Ich habe gar nicht kapiert, dass das ein Eintrag in meinem Blog ist, von dem ich nichts weiß und als ich das heute gesehen habe, dachte ich, dass das ein Textfehler ist.

Falls ihr versteht, was ich meine. Also ich kann mich erinnern, dass, wenn ich mit vierzehn Geschichten geschrieben habe mit meinem besten Freund aus der Grundschulzeit und wir sie uns per E-Mail immer geschickt haben, dann ist es manchmal passiert, dass seine Schriftart nicht in meinem Word Dokument registriert war und da statt Buchstaben auch so Symbole auftauchten. Daran erinnert mich der letzte Eintrag. Ich werde versuchen den mal zu entschlüsseln (habe gleichzeitig irgendwie Angst davor). Danke, dass du mir das heute geschickt hast, falls du das liest ♥

Heute bin ich übrigens immer noch oder schon wieder sehr, sehr müde. Ich habe echt schlimme Schlafstörungen in letzter Zeit und verschlafe auch jeden Morgen. Um halb Acht springe ich meistens aus dem Bett und muss in zehn Minuten schaffen mich fertig zu machen, um in die Arbeit zu sprinten. Deshalb muss ich auch immer Jimmy mitnehmen, weil ich nicht mehr schaffe vorher mit ihm raus zu gehen. Dann sitze ich die ganze Zeit völlig übermüdet in der Arbeit.

Ich bin noch ganz ausgelaugt von gestern. Gerade im Moment bin ich nur sehr müde, aber das heißt nichts, weil gestern war es genauso. Bis mittags ging es noch, am Nachmittag fingen diese Gedanken und dieser Handlungsdrang, diese Gedanken auszuführen an. Ich bin gespannt, wie mein Tag heute noch endet.

Schmerzen habe ich übrigens fast überall. An den Rippen hinten, an den Schultern, Schulterblättern, fast, als hätte ich Muskelkater. Mein Nacken tut auch weh.

Bin total verspannt. Das liegt bestimmt an dem merkwürdigen Tag gestern…

Lora

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Es tut mir echt leid… so, so, so .. leid… 😔

Es wird real (Triggerwarnung)

Ich hab doch erzählt, dass ich tagelang versucht hab im Kommunikationsheft Kontakt aufzunehmen, aber immer wenn ich die Seiten aufgeschlagen habe, nach wie vor meine eigenen Einträge drinnen waren.

Ich weiß nicht, ob ich in dem ganzen Trubel vergessen habe zu erwähnen, dass dann ja doch mal zwischendurch ein Eintrag war, der nicht von mir kam, nämlich der von Jonna. Und ich dachte mir da: „Woah, krass! Das ist r.i.c.h.t.i.g krass.“ Dass wir Jonna nicht nur in den Slums als vollgedröhnt wahrnehmen, sondern sie es wohl wirklich manchmal ist und das auch von sich aus sagt? Sie kann also nicht nur eine Fantasiefigur von mir sein, wenn da ein ganz eigenet Eintrag von ihr in einem echten Heft steht, an den ich mich nicht erinnern kann. Also sind Jonna, Toni, Kali und Kayla wirklich „real“? Sozusagen.

(Hier)

Heute war ich ja kurz bei Frau Honig und ich habe doch geschrieben, dass ich mich an nicht viel erinnern kann. Ich wollte vorhin nochmal kurz einen Eintrag schreiben, habe dann aber etwas ganz Neues entdeckt.

Auf diesen Skizzen, wo diese Systeme und Untersysteme und diese „zigtausend“ anderen Anteile stehen, die ich nicht kenne, da stand oft was von Lämmchen. Und genau von diesem Namen steht zuletzt ein Eintrag über die Therapie drinnen.

Jetzt weiß ich, wieso ich mich an so viel aus der Therapie nicht erinnern kann. Ich wusste nicht, dass Frau Honig meine Hand genommen hat, ich kann mich auch nicht erinnern, das gepunktete Tagebuch rausgeholt zu haben. Ich weiß aber, von welchet Zeichnunh die Rede ist. Das waren welche, die mich so zutiefst verstört haben, als ich letzte/vorletzte Woche so viel gestöbert habe. Ich konnte bloß nicht viel damit anfangen (vor allem, weil ich, zugegeben, nicht gut englisch kann) Voricht, Triggerwarnung:

(Hier)

Ich meine, ich habe wirklich nicht viel von den Skizzen verstanden und mir kommt davon auch wirklich absolut n.i.c.h.t.s bekannt vor. Ich dachte sogar, vielleicht sind das nur so Fetzen aus Albträumen oder so..

Aber dann las ich Lämmchens Eintrag und stelle fest, dass sich das total mit den Skizzen deckt. Abgesehen davon tauchte so ne Skizze mit dem schwimmenden … wie heißen die Dinger noch gleich…? AH! Flöße, die brennen oder bzw so Sätze wie „Feuer auf Wasser“ sehr oft vor. Nur… was denkt man sich schon dabei, wenn einem das nichts sagt? Versteht ihr? Aber so mit dem, was da im Eintrag steht, ist das total verständlich und irgendwie ziemlich erschreckend und ja! JA, es macht was mit mir, wenn ich mir vorstelle… wenn das wirklich stimmt… dass Kinder ihrem eigenen Schicksal überlassen werden und mit ansehen müssen, dass sich ein anderes Kind erhängt (wenn ich das richtig verstehe?) und es am Ende dann aber wie ein „Unfall“ oder „Missgeschick“ aussieht, weil man ein Aushalte-Spiel nicht gewinnt? Das ist krass. Natürlich macht das was mit mir! Größtenteils richtiges Kopfgeficke und mindestens ein mulmiges Gefühl im Bauch. Aber ich kann mich nach wie vor, selbst wenn ich das lese, an einfach nichts davon erinnern. Kann das dann die Wahrheit sein? Wenn man auf die Art und Weise traumatisiert wurde, müsste mich dann nicht irgendwas davon total triggern? Oder ein bisschen mehr bewegen, als bloß Kopfgebumse und nen Kloß im Hals? …

Triggerwarnung beim Lesen des folgenden Eintrags.

Lora

(Hier)

Sie ist tot

…wir können es nicht glauben. Oder kann ich es nicht glauben? Sie ist tot. Das blonde Mädchen, das sich wie ein roter Faden durch mein-unser Leben gezogen hat, ist tot. Und zwar nicht so plötzlich und seit gestern, sondern wohl schon seit ein paar (wieviele?) Jahren. Sie war in dem.Tagebuch, in dem ich darum bat, zu schreiben, nachts ganz groß Thema. Allerdings wurde so selbstverständlich darüber geschrieben, dass S* (jetzt ist endlich auch der Name bekannt), tot ist. Diejenige von uns, die darüber schrieb, weiß das wohl schon länger. Für mich ist das aber eine ganz neue Info. Ich habe sogar das Gefühl, als käme es an Stellen im Innen an, die nicht mal ich kenne.

Im Tagebuch steht, sie hätte sich umgebracht. Selbstmord begangen. Eine Seite aus einem anderen Tagebuch wurde ausgerissen dazwischen gelegt. Es ist voller Blut und dort steht S und Mii, Schwesternbund. … ich denke, es ist wohl unser beider Blut gewesen. Diese … diese Info oder was auch immer.. diese Neuigkeit, lähmt mich fast… es fühlt sich so.. ohnmächtig an und ich… fühle mich so „ausgeschaltet“. Wie im Tagebuch auch steht: Sie war unsere einzige Verbündete… ich erinner(t)e so viel mit ihr… wir haben sie überall in unserem Leben dabeigehabt. In jede unserer Geschichten haben wir sie eingebaut, haben Dinge, die wir miteinander erlebt haben, aufgeschrieben… z.B. wie Senta einmal die Pulsadern aufgeschnitten hatte und wir als sechs und acht Jährige versucht hatten verzweifelt das Blut wegzuwischen, wobei wir eig bloß…

Sorry… zwischendurch war Thera und…. zwei Stunden sind seitdem vergangen was oben steht, was nicht i.c.h geschrieben habe. Ich kenne kein Mädchen aus Kindertagen.. naja, vielleicht kommt mir ihr Gesicht bekannt vor, wenn ich die Fotos sehe, auf denen wir zusammen sind… aber für mich ist sie völlig fremd… ich erzähle später mehr, wie genau das alles aufgebrochen ist. Ich glaube, das war meine Schuld… (mal wieder).

Ich habe heute Frau Honig gesehen, allerdings nur wenige Minuten. Der Rest der Stunde ging so schnell rum, dass ich mich nicht erinnere und jetzt bin ich so erschöpft und k.o., ich habe keine Ahnung was passiert ist. Oder worüber wir geredet haben. Diese Situationen aus Therapien kenne ich noch von meiner letzten Therapie bei Frau K (2015 – 2016). Wir sprachen oft über die Essstörung und die Schule, aber an mehr kann ich mich nicht erinnern. Ich bin richtig, richtig fertig gerade. Hab Kopfweh, Schulter- und Rückenschmerzen, bin müde, fühle mich ziemlich schwach. Toni hat Frau Honig auch gesehen zum Schluss. Das hab ich noch mitgekriegt, weil ich mitbekommen habe, dass icj darum gebeten wurde, dass ich die Therapie verlassen und nach Hause gehen soll. Ich weiß nicht wer draußen war, als das abgesprochen wurde, es hat aber nicht so geklappt… ich weiß ja nicht, wie man einfach „rauskommt“. Und dann war da an meiner Stelle eben Toni. Die immer recht gut gelaunt ist.

Ich freue mich jetzt, wenn ich endlich daheim bin. Kurz war ich so versucht einfach zu meinen Eltern zu fahren und dort zu bleiben, weil ich wirklich, wirklich w.i.r.k.l.i.c.h erschöpft bin… aber Jimmy ist in der WG …

Ach ja… ich hab Frau Honig den Konsiliarbericht gegeben und ich habe alle meine Einträge aus dem Blog ausgedruckt gehabt gestern und die habe ich ihr auch dagelassen. Als hätte ich gewusst, dass ich „verschwinde“. Ich hätte mit mehr erhofft. Also mehr Zeit mit ihr, um sie besser kennenzulernen. Hm…

Lora.

Totales Hin und Her

Ich will gerade auf den letzten Eintrag nicht eingehen. Kann ich auch gar nicht, irgendwie. Ich weiß nicht, wann ich schon wieder weg war, es muss ja aber in der Nacht gewesen sein. Das würde auch erklären, warum ich so todmüde bin. Ich konnte auch gar nicht gut schlafen… Ich mach mir grad nirgendwo Freunde, ich weiß, aber… irgendwie ist mir das auch egal. Der letzte Eintrag war ein bisschen krass geschrieben, kann sein. Und ich weiß nichts von den Dingen die in der Psychiatrie passiert sind. Wirklich nicht. Aber ich lag gestern dann im Bett, ziemlich spät. Ich konnte einfach nicht schlafen und plötzlich musste ich weinen. Ich bin wirklich mit dem Gedanken wachgeworden „Wieso versteht mich keiner?“, weiß aber nicht, woher der Gedanke kam oder in was ich nicht verstanden werde. Trotzdem musste ich weinen und war traurig, obwohl ich nicht einmal wusste wieso und dann lese ich den letzten Eintrag und es ist ganz sicher niemand von meinen Homies, der geschrieben hat, weil weder Kayla, noch Kali, Toni, Jonna oder ich würden sich so ausdrücken. Es hat ja nicht einmal irgendwer von uns die Psychiatrie miterlebt. Vorhin habe ich kurz überlegt, ob ich von der Arbeit nach Hause gehen soll, weil ich so müde bin, dass ich Kopfschmerzen habe und mir die Augen zu fallen. Meine Kollegin hat sogar gefragt, ob es mir heute nicht gutginge, weil ich nicht gut aussehe. Ich bin einfach nur so super müde.

Fühlen tu ich grad gar nichts, weil ich eben so müde bin. Und durcheinander bin ich auch, weil die letzten Tage so ein krasses Hin und Her waren. Ich kenne das nicht, dass ich „mal da“ bin und „mal nicht“. Entweder, es vergehen mehrere Monate oder Jahre, so dass ich das, was in der Zeit passiert, sozusagen „vergesse“, was passiert oder ich bin eben jeden Tag voll da und vergesse nichts. Aber so wie die letzten Tage habe ich das Gefühl, ein Schleudertrauma oder so zu haben. Es war so ein Hin und Her mit „mal hier, mal in den Slums“, dass ich nicht einmal mehr ein Zeitgefühl habe, was wann passiert ist seit … Mittwoch oder Donnerstag. Ich habe lauter Sprünge in den Erinnerungen und die reichen nicht, um vier Tage zusammenzusetzen.

In meinem Heft waren endlich tatsächlich Einträge die n.i.c.h.t von mir sind. In einem Eintrag schreibt Jonna, dass sie sich so fühlt wie in den Tagen bevor man sie „holt“ und ihr Drogen gibt und dass ihr das Angst macht, weil sie Angst hat, es könnte bald passieren. Dann war da eine Zeichnung und mir hat das alles ein bisschen Angst gemacht… ich wollte nicht blöd sein, aber ich hab‘ einfach was ganz Anderes erwartet, als ich darum gebeten habe, dass sich meine Homies mal im Heft melden ): Mir hat die Zeichnung Angst gemacht und irgendwie auch, dass hier im Blog so öffentlich über Dinge geschrieben wird. Und… ich hab halt darum gebeten, dass solche Sachen die mir Angst machen, nicht in’s Heft, sondern in ein eigenes Tagebuch geschrieben werden sollen… weil sie mir wirklich Angst machen und ich einfach nicht weiß, was ich darüber denken soll, weil sie komisch sind. Es war ja nicht böse gemeint. Es war einfach nur, weil ich einfach nicht weiß, was ich damit tun soll.

Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen weil ich das Gefühl habe, dass ich Schuld bin, dass der- oder diejenige, die gestern diesen Eintrag geschrieben haben, wegen mir draußen war und sich jetzt erst Recht rechen will. Ich will ja irgendwie uns schützen, aber wenn ich lese, was alles passiert ist und wenn das wirklich alles stimmt, dann habe ich einfach schreckliche Angst zu sagen, was gerade in mir drinnen abgeht und dass da irgendwas sterben will. Ja, ich hab zwar auch oft den Gedanken grad, aber eher, weil mir halt alles fremd ist und ich einfach nicht mit meinem Leben umgehen kann gerade, weil mir niemand vertraut ist, weil ich absolut keine Ahnung habe, wem ich was sagen kann oder wer was über mich weiß und ich gleichzeitig das Gefühl habe, dass alle Menschen um mich herum mehr über mein Leben wissen als ich und auch d.a.s macht mir Angst und macht mich irgendwie misstrauisch. Ich bin total durcheinander…

Tut mir leid, dass wir grad so shice sind und so dumme Einträge und Äußerungen kommen… ich weiß gerade gar nicht, was ich noch sagen soll. Aber vielleicht auch, weil mein Kopf grade noch so Matsch ist, weil ich so schrecklich müde bin. Vielleicht habe ich auch geweint heute Nacht, weil ich einfach nicht weiß, was ich schreiben soll. Ich habe sogar mein Handy in die Hand genommen und habe die SMS mit Frau Honig geöffnet und überlegt, ob ich ihr schreiben soll, was ich denke. Aber dann war da eine SMS, die wir von Samstag geschrieben haben (unterschrieben mit Kayla) und ich kann mich daran nicht erinnern, da sind aber zwei Bilder eingefügt, in denen wir in einem Haus sind (ich erkenne die Umgebung nicht), wo viele andere bekannte Gesichter sind und eine Betreuerin (FL) und wir total freaky angezogen sind. Mit ’ner grünen Mütze, einem Schal, ’ner Sonnenbrille, Gartenhandschuhen und Messer und Gabel in der Hand und wir grinsen wie ein kleines Kind an Weihnachten, weil wir wohl da eine Art „Schokoladenwettessen“ gemacht haben (man muss da Sechser Würfeln… so ganz verstanden habe ich es nicht). Ich s.c.h.w.ö.r.e! ich kann mich NICHT an diesen Tag erinnern oder an diese Situation! Wirklich nicht! Und dann habe ich das Handy weggelegt, weil ich mir blöd vorkam, weil ich mir dachte: Ich kann nicht erst solche Fotos und so ne gut gelaunte SMS schicken und dann nur einen Tag später schreiben, das ich Angst habe, dass wir uns umbringen und ich gerne etwas dagegen tun würde, aber ich eigentlich selber solche Gedanken habe (sie nur nicht umsetzen könnte gerade), und es mir eigentlich noch mehr Angst macht, solche Sachen in der Psychiatrie zu erleben, wie ich die letzte Zeit gelesen habe von uns, als zu sterben. Gleichzeitig könnte ich nicht einmal erklären, wieso ich mich nicht umbringen könnte, wo ich ja früher so viele Versuche hatte. Ich denke, wenn ich darüber nachdenke, dass es ist, weil ich danach ständig für ewig lange Zeit „weg“ war und ich glaube, dass ich Angst habe, dass ich dann plötzlich das nächste Mal erst in zehn Jahren wieder da bin und dann plötzlich in einem dreißigjährigen Körper stecke und sogar verheiratet bin und nichts davon mitbekommen habe. Mir macht gerade alles so schrecklich Angst.

Ich weiß einfach überhaupt nicht, wie ich mich wem mitteilen soll. Es gibt ja nicht einmal jemanden, dem ich vertraue…

Lora

Ich bin da × wo ich mal war

Wenn ich schreib „Liebe Fina“, und mir Sehnsucht kommt, weil ich mich an Tage und Abende erinnere, die dunkler werden und der Schnee sie hell bleiben lässt, dann weiß ich, ich bin wieder dort, wo ich mal war. In der Zeit mit dem vielen Schmerz und dem… nicht wissen wie lange noch und dem wies Außen aussieht, und wies Innen aussieht. Zwei total unterschiedliche Dinge.

Die willkommen sind, weil nur so das, was im Innen sich so schlimm anfühlt, sich ausruhen und die Sehnsüchte sich ausfeilen können, ohne dass im Außen was gemerkt wird. Das ist gut so, denn reden darüber will ich nicht und kann ich nicht. Ich kann es nur fühlen und mir wünschen und mich immer wieder daran erinnern wie nah es war…

Manchmal, da sehe ich noch die Tiefe vor mir, als würde ich direkt dort stehen, auf dieser Brücke.

78 Meter und ich hab das Gefühl schon zu fliegen, ohne zu springen. Diese… dieser Ausblick schreit doch förmlich danach.

Ich weiß eigentlich ganz genau was ich will. Ich weiß nur nicht, wie man es umsetzt. Ich weiß nicht, wie ich es tun soll, ohne, dass man sich danach das Maul darüber zerreißt. Wie konnte sie nur so egoistisch sein? Sie hatte doch alles! Therapie, Freunde, Arbeit, ihren Hund! Aber was nützt es alles, wenn innendrinnen das Gefühl so groß ist, dass die Welt plötzlich viel zu klein wird. Wenn in der Zukunft Dinge bevorstehen, die man nicht will! Was ist, wenn ich mich gar nirgendwo sehe, wenn ich in die Zukunft schaue? Und was ist, wenn das gar nicht so schlimm ist?

Wer will schon auf so einer Welt leben? Wer will sich schon jeden Tag rechtfertigen, sich biegen und brechen müssen, um einen Tag wie den anderen zu leben. Ich will das nicht. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mir wünschen für immer in Nebeltal bleiben zu können. Bei Kloppy, bei Milly, bei Paulino..

Ich weiß nicht, ob sich jemand erinnert. Aber ich habe Kloppy, Milly und Paulino das erste Mal gemalt, als ich einesperrt wurde, nachdem irgendwelche Menschen, die nicht mein Leben leben, entschieden haben, was besser für mich wäre, indem sie mich über Monate in eine Irrenanstalt sperrten, in der mir die Oberärztin ein Buch für Borderliner in die Hand drückte und mich dort alle wie eine krankhafte Lügnerin behandelten. In der Zeit war Nebeltal mein größter Zufluchtsort, denn mir das Leben zu nehmen, hat man mir ja verboten. Man hat mich einfach wegesperrt, als wüsste irgendwer besser, was gut für mich ist! Ich hasse sie alle! Hätten sie mich einfach gelassen! Dann hätte ich nicht nach Österreich abhauen müssen, aus Angst, nie wieder aus der Geschlossenen zu kommen, dann hätte ich nicht die Klinge schlucken wollen müssen, weil ich einfach ein Ende haben wollte und demnach hätten sie mich nicht an ein Bett fixieren und im Gang stehen lassen müssen. Sie hätten mich nicht wegen der 1:1 Überwachung zum Kacken und Duschen begleiten müssen und sie hätten nicht den Zigarettenmüll und vergammeltes Essen von den Gängen vor dem Büro des Stationsarztes wegputzen müssen. Sie hätten sich so viel ersparen können! Aber selber Schuld, wenn man sich einbildet, in das Leben anderer Menschen eingreifen zu müssen!

Deshalb nein ich werde mich nie wieder irgendjemandem.öffnen und sagen, was wirklich in mir vorgeht und NEIN ich werde nie wieder sagen was es bedeutet,vom Leben müde zu sein, ohne dass es heißt, gleich lebensmüde zu sein! Sollte man mich je wieder wegsperren, würde ich den Ärzten und Pflegern in diesen Irrenanstalten das Leben zur Hölle machen, so wie man mir das Leben zur Hölle macht!

Ich will dieses blöde Zimmer nicht! Ich will diese blöde Therapien und das hochgestapelte Gequassel von irgendwelchen Menschen nicht, die meinen die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben! Ich will kein Mutgefühl und Verständnis, ich will verdammt nochmal, dass ich ganz alleine über MEIN Leben bestimmen darf!

So oft habe ich gehört, dass wenn jemand sterben will, dann schafft er das auch! Ich verstehe nicht, wie schon wieder EIN JAHR vergehen konnte, seit ich in der Klapse sehnsüchtig am Fenster saß und nur darauf gewartet habe, endlich wieder raus zu sein, um es sofort nach der Entlassung zu beenden!

Ich saß so oft an diesen Fenstern, habe an die Wände gemalt, um aus diesen Gemäuern auszubrechen, nachdem man mich ja 38 Tage nicht hat rausgehen lassen! Und dass diese 38 Tage sich nochmal um drei Monate verlängern sollten! Ich habe Tränem vergossen, hatte manchmal das Gefühl zu ersticken, weil ich Platzangst bekam. Ich dachte, die Luft würde dünner und nicht genug für mich und als ich mich in meinem Pulli verkroch, um mich zu schützen vor den ganzen Parasiten um mich herum, um in Nebeltal zu verschwinden, danm haben sie mir den Pulli vom Kopf gerissen und mir gedroht, dass es Konsequenzen hätte. Alles hatte Konsequenzen! Gott sei denen gnädig, dass ich überhaupt atmen durfte!

Und dann vergeht mehr als ein Jahr und ich sitze nicht mehr in dieser Klapse. Bin nicht mehr unter der Kontrolle der geisteskranken Ärzte, die die Menschen dort nur pharmarkten und für die ich bloß ne krankhafte Lügnerin bin, sondern bewege mich plötzlich wieder auf freiem Fuß und alles brennt in mir, endlich beenden zu können, was ich vor zwei Jahren so dringend hab beenden wollen! Ich muss keine Höhlen mehr im Klapsenbett bauen, um mich vor den ganzen menschen entwürdigenden Situationen und unaushaltbaren Mitpatienten verstecken zu müssen.

Ich muss keine Angst mehr haben, dass ich morgen aufstehe und durch einen Gang zu meinem Zimmer laufe, auf dem mich Henry an den Fußgelenken packt, damit ich rückwärts auf den Boden fall und er sich auf mich legt, damit er mich anfassen kann. Ich muss keine Angst mehr haben, dass er meinen ganzen Aufenthalt lang mit mit diese Gänge und alle Räume teilen wird. Ich muss keine Angst mehr haben, dass mich ein pychopathischer Irrer an den Haaren packt und einnmal durch den Essensraum.schüttelt oder eine paranoide Frau, die mich am Handgelenk packt und mich mit ihr im Bad einsperrt, eine halbe Stunde lang, weil sie denkt, ich bin ihre Tochter und wir von Menschen abgeschossen werden. Ich muss keine Angst mehr haben, dass eine Mitpatienten die ich von Herzen gern hatte an ein Bett fixiert wird, obwohl sie NICHTS getan hat! Ich muss nicht mehr mitbekomen, wie ein Typ auf eine die ich von einem früheren Pferdestall kenne, einfach auf sie losgeht und sogar die Polizei gerufen werden muss, weil die Dutzend Pfleger und Ärzte, die mit dem Alarm ausglöst wurden, nicht gereicht haben! Ich muss nicht mehr mitkriegen, wie eine Irre sich vor mir aufbäumt und mir mit bösem Blick in die Augen schaut und mir drohend zuflüstert, weil sie meint, sie sei der Erzengel Raphael und in mir lebe der Teufel, den sie vernichten muss. Ich muss nicht mehr demütig zu den Pflegern rennen und sie zm Hilfe anflehen, wo sie eh jedes Mal sagten, wenn sie die Vorfälle nicht sehen, könnten sie nichts tun. Ich muss keine Angst mehr haben, weil ich dort nicht mehr bin.

Ich bi draußen! Und ich wäre blöd, ich wäre behindert, wenn ich mit irgendjemandem über irgendwas reden würde, was in mir vorgeht.

Und alle die mir zutrauen, „Klapse wäre besset als tot“, den wünsche ich, dass auch sie eingesperrt werden, wo sie von einem Typen vier Monate lang angefasst werden, wo sie jemand an den haaren durch nen Raum schüttelt, wo sie in ein Bad eingesperrt und von einer Irren bedroht werden, während kein Personal vor Ort irgendwas glaubt oder tut, weil man eine krnakhaft, lügende Borderlinerin ist. Alle, die mir sagen, ich solle doch lieber zum Schutz in die Klapse! Denen allen wünsche ich das, was ich da durchmachen musste!

LASST MICH ENDLICH IN RUHE!